Mannheim
Compact Memory

Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1928-04-30 · 12 (30.4.1928) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
3 (1927-1928)
Issue
12 (30.4.1928)
Date
1928-04-30
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
84% known words query
IRI
…/4892693-5447358-5769827--0768-4893396
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Nr. iS GemeindeblaKt der Jsra litischen ReligionSge meinde Dresden Seite Vbiifc bca Mai toirb in Jrtölu ei ic tutet* nationale jPresseansftellung eriffiict. ,tür di acsamte jüdische Presse ist ein eigener Pavillon crrickiiet. Herr Tr. «imchowitz hat die nachj ehcnden Ausf ihrungen ans Anlai; der Ansjtellnng iu Anftra„c der jüdischen Abteilung! verösfentlichl.? e Red. Im kommenden Sommer wird mein in Mölti die 'S reff« fehe», d. h. eine internationale Ansstellnng der Piesie, wie sie sich in der Pergansienheit entwickelt l at. wie sie de Weflrit* wart in ihren inailnigfachen Forme, und Ausst irknngen erscheint. Tie Bedeiltung dieser Schau kann schwer ich überschätzt werden. Dünn unter all den Triebkristen de-Z modernen Gebens ist die Presse crtciifii» und iitlenfiu die stärkste. Man bat die Presse nelefleiitlicb als du siebente (fsrosimacht bezeichne^. Tas tiuifl für - trübere ^eit 11 niiftiq neiuefeit sein, in ller ttenemvart aber teht die Pre se iive.r deit (isrosimächten, sie ist die eigentliche Beherrsch« rin aller Lebensmächte, und von dieser Tatsachen ob sie nun erwünscht oder unerwünscht issi musi inan bei jeder tiefer «sind iiiflcnbcii Betrachtung der Presse ailSgeHdu. Tenn was ist in ihrem eigentlicheit Wesen die Presse? Nichts andres als die stultnr einer Epoche, die zum Selbstbewusitse n gelangt ifi.. Damit aber die Presse ihre», Berns voll erfüllt ninsi dies«? Selb'ibewusitseiii, das ziinächst uinr eine logisch-psy holpgische stategorie ist, nach einem bestiminten Ideal etbischei, intellektueller oder ästhetischer Art orientiert sein; es ntjtft w e r t e n. urteilen, beurteilen, ja sogar sich selbst verurteile > können. Daraus folgt, dasi die Presse das st u l t n r g e w i s e n einer Epoche ist; jede stnltur bat die Presse]. die sie verd ent. Als stultnrgewissen ist die Presse nicht 'blosi Bericht oder Anschannng, sie dräiigt zur „praktischen Bernunft", zum Handeln; aus ihr spricht der kategorische Jmperati > der Gesamtheit. Als Orgqn der l^esamtheit ist sie nicht mir össentliche Meinmig, sie ist selbst O e s s e u r l i ch k e i t. Denn alle Vorgänge haben nur bedingt! Existenz, wirklich und dauernd werden si! erst durch die Presse. In früheren Zecken sagte man wohl: Was nicht in den Akten st, ist nicht I in der Welt. Jetzt aber kann man sagen: WaS nicht in der Presse ist. ist t icht in der Welt. Was die Presse verschweigt, ist mit dem grasten Interdikt belegt - - nicht gedacht soll feiner] werden! Be »enkt man nun. datzin unsrer Zeit diese unermetzliche moralische Geistesnfacht von deit Mitteln einer schranken* losen Technik unterjstützt wird,'so wird man begrasen, das; diese straft uns oft wie eine unniderstehliche tämoui'che Naturgewalt anmustst. Diese straft a so soll uns in n aus der Press« anschaulich sind begreiflich gei»acht werden. Und auf dieser!Ausstellung wird nun der jüdischen Presse eine besondere Abteilung, ein besonderes «paus eingeräumt sein. Das! jüdische stulturgewissen soll bicr den B-;- Pressa, Presse und Judentum . Boit Dr. S. S i in ch o w i tz, stöln övSLN KisemLno Fabrikate indfaden- Groß-Vertrieb Treitel & Plllnttztar Straße 7011 Ruf 18026 in chowitz, stöln siichern, die aue aller Welt komme» werden, vorgefülirk werden. Welchen! gewaltigen Anteil die Inden aller Lanier an der Presse laben, braucht nicht näher ansgesührt zu werden. Aber nicht darum handelt es sich hier. Bielmihr soll hier die spezifisch jüdische Presse gezeigt werd n. die Preise, die j idische Interessen, jüdische Ideale uerfi«[,r. Es ist kein Znsa l. dasi so viele Juden sich der Jonrnali tif widmen: »icht wi ckschaftliche und soziologische Momente all in sind hier wirksam, es handelt sich vielmehr »>» eine tiesinn re Veranlagung. Denn was macht den wahrhaften Jour n, listen? Das; cr in dein aktuellen Tage^vorgang isas Dauernde, ja da^ Ewige siebt, dasi er das Einzelne i»i saninienhang inil dein.(Ganzen, mit allem Voransgehenten und folgenden e> blickt. Diese Art. die Dinge anznschanen, ist nicht allein int« llektuell. sie ist vor allein eine morali che Fähigkeit, sie ist >er Wille zur Berantwortnng. U)id ans >as Moralische komii t es vor allem beim Journalisten an, - ns dem Moralischen gnillt ihm erst seine literarische, seine kii ist lerische straft. Dies der eigentliche ideale Journalist, l nck solche Journalist?» bat der jüdische t4enins vor mehr d n.i ’J'/C Jahrtausenden hervorgebracht, er zuerst in der ganzen Welt. Tie j i d i s ch e P r o p h e t i e ist Journal ftif höchster und idealster Potenz, .fio rde r, der für diese Di ige das feinste Wefü st besasi, hat einmal die Propheten „pat iotische und göttliche Demagogen" geiiannt. Hätte er in n» rer der Presse erlebt, er würde sie „göttliche eiiannt haben. Denn es ist Journal ftif unübertroffener Art, ivenn sie die religiö e». Zeit die Macht Jouriialisten 'allerhöchster und die politischen, d e sozialen, die wirtsckxiftlichen Zustände il rer Tage zum lifeg« nstand ihrer ewigen Nede» machen. Ma.i darf sie nicht in eine Neibe stellen mit de» Stadtpolitilern von Hellas, mit den Bolkstribunen Noms, die doch nur ein Amt führen. Die-Propheten aber haben eine Mission, die sie s r e i u> i lig übernommen haben, d. b. ans iiuietft-v Notwendigkeit, der Stimme (Lottes, die ans ihrem (ifewiäen sprach, folgend I o » r n a l i st e seinen Episteln stelln»g au, das und das (Gewissen macht den n! Und grandiose Journalistik ist es auch. was der Jude Saulus, der grosie Apostel Pan Ins bietet. Es handelt sich nickst darum, liefe Linie hier weite: zn verfolgen. Es kommt nur aus di.e I die Jönrnalistik zn den Merkmalen in stdes IELCO-KELVINATOR Eloktfiscr».automatische Kühlung Eiss^iränke in allen Größen Abgabe auch'gegen Miete Spexialieuliaft lir Köhl- und Eissen« Frauen*traße La (Herzfeidhaus) 9999994

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.