Mannheim
Compact Memory

Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1928-02-29 · 10 (29.2.1928) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
3 (1927-1928)
Issue
10 (29.2.1928)
Date
1928-02-29
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/4892693-5447358-5769823--0698-4893328
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Sk. 10 Gemeindeblatt der Israelitischen Religion Igemsinde Dresden Personalien Varmizwoh« j IS ,'veliriiar: Mar <«olM>c:fl. «ob» des ücrrn Meilich Wolbtcrn, Mittelstraßc 29l>. . ' Trauungen Hl. Februar: Fräulein Hilde Nußbaum mit dem Kauimaun Herrn Artur Braun aus' Essen a. d. iH„ Hcigestraße 15. 7. März: Fräulein Ruth Hilde Ritter mit dem .Kaufmann Herrn Willi Spier, Elisenstraße 28. , Lterbefüllc -I- Januar: Frau iHenrictte Weis; ged. Sir-'ch. Radefterg, Hauptstratze 2S. | 20. Januar: Herr iJacob Reichenbach, Dinglingcritraßc l. Austritte au» dem Judentum r pernsängerschefrau Magdalena Elise Johanna Tarier geb. Mürbe. Wiescntorstraße 11. ' \ * Unser Gemeindemitglied Herr Joseph Dreßler, Webergasse, ist am 14. Februar 75 Jahre alt geworden. Wir gratulieren dem allerseits geschätzten Jubilar nachträglich und wünschen, daß eS ihm beschieden sein »söge, noch recht lange in Rüstigkeit im -Streife seiner Familie eine» frohen Lebensabend zu verbringen. _ » Am 8. März 1928 begeht Frau Jda Leioinsohn, Krenke^. jtkatze 32, II., ihren 80. (KeburtStag. Wir gratulieren der Jubilarin aufs herzlichste und wünschen ihr einen recht frohen Lebensabend. Mathildcnjtrajzc 29, 2., wohnt ein betagtes Mütterchen, das am Dienstag/ dem 13. März 1928, seinen 80. Geburtstag feiert: Frau Sidonie L e ste r r e i che r. Äir gratulieren der Jubilarin und wünschen ihr weiter einen recht heiteren Lebensabend. Ge schäs» S j u b i lä u nt. Die Firma L. .Harnit, Dresden-A., Wiener Tamenmaden, Spezialität Kostüme und Mäntel, Nkoltkeplatz 3,1., begeht am 1. März 1928 ihr 25jährigeö Geschäftsbestehen. ■ Ein Rachruf Am 7. Fcbrugr ist Mar Birn, der Organist an der Dresdner Synagoge, nach längerem Leiden gestorben. Mehr als zwei Jahrzehnte hat er. von allen Mitgliedern unsrer Gemeinde gekannt und geschätzt, hier gewirkt. Er stammte aus Zwöniv im Erzgebirge und studierte am Dresdner Konservatorium. Ein Schüler Merkels und des Kreuzkirchenorganisten Höpner, gehörte er zu den Organisten der alten Schule: fleißig, zuverlässig, gewissenhaft im Dienst, schlicht in der Art seines Spiels, ein'sicherer Führer des Ehores, ein aufmerksamer Begleiter der Solisten. Er liebte seine Klassiker, an denen er sich auch in der Kompositionslehre geschult hat: davon zeugen seine geistlichen Kompositionen, die er für die evangelischen Kirchen schrieb ler war lange' Zeit außer in andern Dresdner Kirchen auch in der ehemaligen Hof. und Sophicnkirche tätig): Choralvorspiele und ein Weihnachtspastorale. Auch Lieder und Männerchörc, die er seinen verschiedenen Ehorvereinigungen, u. a. dem Elbgau-Sängerbund, widmete, »veisen strengen Satz und sangbare Melodik auf. In der Synagoge bot sich ihm. ein neues und interessantes Wirkungsgebiet. Sobald er sich an den ihm fremden Dienst gewöhnt hatte, versuchte er, sich mit anerkennenswertem Eifer, in den jüdischen Gottesdienst zu vertiefen. Er strebte danach. den Sinn der ihm naturgemäß fremden hebräischen Gebete zu erfassen. in den Geist der Synagogenmusik sich zu versenken. Und Birn gelang es, sich in der Liturgie zurechtzufinden; er konnte auch zuweilen in jüdischem Stile auf seinem Instrumente frei phantasieren und hat synagogale Themen in seinen Kompositionen oft verwendet, wie auch die Begleitung zu manchem gottesdienstlichen Gesang gefetzt. Er hing an seinem Dienst in der Synagoge und hat, bis zuletzt mit Aufgebot der schwindenden Kräfte seine Aufgaben erfüllt. Tie Israelitische Religionsgemeinde zu Dresden wird Max Birn ein ehrendes Gedenken bewahren. Dr. L. F. Seite 15 y Unfve Kinder — unsre Zukunft Referat vi n Frau Ella Esttcichcr, gehalten in der außerordentlich m Mitgliederversammlung des Schwejtcrnvcreins Wohl die segensreichste Wohlfahrtseinrichtung der Fraternitasloge zu Dresden ist der schon lange vor Kriegsbeginn im Jahre 1904 gegründete .Kinderhort, gestützt und gefördert durch edle Frauen und Männer deren schönst« Pflicht werktätige Nächstenliebe war. Zum ersten» al seit Bestehen treten wir, durch die Not der'Zeit gezwungen, c n die Leffentlichkeit, um Sie alle zu bitten, sich unsrer und unsrer linder Sache anzunchmen, für das Fortbestehen und den weiteren Ausbau des Horts hilfreiche Hand leisten zu wollen. Anfänglich n urde der Hort von 20 Kinder» besucht, allmählich ist die Zahl au' 70 angewachscn und ist noch im steten Steigen begriffen. Wi: können leider nicht so viel Kinder aufnehmen, wie Anmeldungen vorliege». Unter den 70 Kindern sind 10 Halbivaisen. Ti« Erhaltung des Horts selbst, die Gehälter für di« erforderlichen Hilfskräfte erfordern immer größere Geldaufwendungcn. Di: Mittel, die wir haben, sind knapp. Tie uns zur Verfügung tehendcn Räume genügen infolge der großen Jnanspruchnahiie des Horts nicht mehr, da wir denselben den ganzen Tag auch für Kleinkinder geöffnet halten. Wir nehmen Kinder im Alter von 3 bis 14 Jahren auf. Gerade bei. so vielen Kindern müssen wir besonders darauf bedacht sein, möglichst «alle sanitäre» und hygienis hen Einrichtungen zu treffen, die ein moderner Kinderhort erfordcit. Die Anforderungen, die an eine hygienisch einwandfreie Erziehung von Kindern gestellt werden müssen, machen es erforderlich, aus den beschränkten Räumen, die wir jetzt innehabeu, hcrauszukoinmcn. Wir habe» einen Antrag an das Wohnungsamt um Ucberla jung von zweckentsprechenden Räumlichkeiten gestellt. Wir haben die Absicht, die Kinder in Zukunft so unterzubringen, daß sic auch die Möglichkeit haben, auf Rasenplätzen auch im Freien sick zu tummeln. So stehen wir wieder vor sehr großen neue» Aus- und Ausgab:». Ich betone nochmals, der kommende Hort soll einfach und vo allem hygienisch wie sanitär einwandfrei ausgestatter werden, um unfern Kindern wirklich Hort und Schutz zu sein. Während d r großen Ferien erhalten die Kinder Erholung jef unserni Fer enheim Hberrochwitz. Tort oben in frischer Luft, bei einfacher, kcäftiger' Kost, unter guter Leitung und geordneter Körperpsleg, haben sich alle Kinder,gut erholt. Wir sehen unsrc Ausgabe dai in, den Kindern Licht und Sonne gu geben. Nur zu oft kommen sie aus kleinen, engen, wenig gesunken Wohnungen zu unS. Niht nur die Bäter, oft auch die Mütter sind gezwungen, tagsüber a> ßerhalb des Hauses Erwerb zu suchen,'während die Kinder, sich selbst überlassen, den Gefahren der Straße, den Einflüsse» böse: Gesellschaft prciSgegeben sind. Und dem sucht unser Hort mit aller Hingahe und Sorgfalt entgegcnzuwirkcn. Bor S&mslec&clarwcum *JJlcxlemesiAxmen£nschen Schrankkojffer Bahnl^offer Führend* Marken ltefcfruWi mb Bibttotftgftrm6 iäQ^7-10 Uf)r QbcnW/ on 6onnta9en un6 geschlichen Feiertagen 11—1 Uhr mittags geöffnet.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.