Mannheim
Compact Memory

Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1928-02-29 · 10 (29.2.1928) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
3 (1927-1928)
Issue
10 (29.2.1928)
Date
1928-02-29
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/4892693-5447358-5769823--0691-4893321
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Lette s Gemeind cblatt der Israelitischen Religionsgemeinde DreSde/» Nr. l r ’imidv nachempfindet. bat zu einer seltenen Bereicherung unsres Sprachschatzes geführt. Er itt nämlich ein Meister des Worts, der an der Fortbildung der spräche arbeitet, den dentsckien Stil wesentlich beeinflußte und von seinen schillern die stärkste Beherrschtheit und Originalität des Ausdrucks verlangte. Das mag ihn e.näi verleitet haben, die Bibel, die seit Luther keinen großen Nachschöpfer gefunden, ins Deutsche zu übertragen. Nnrävcr «ich in. die hcbräiiciie und deutsche spräche so tief eingelebt batte, konnte ein solches Werk versuchen. Noch iit das Werk nicht abgeschlossen, lind ob das Unternehmen vor der Kritik, die gerade bei der Bibel besonders wach ist, bestehen kann, ob sich diese Bibel im Volk einbiirgern wird, läßt sich im Augenblick noch nicht übersehen. Es iit schwer, die reiche Ernte seiner Arbeit so zu sichte», daß seine Reden an die Zeit, an die Geistigen und an die für religiöse Ideen begeisterten oder zu begeisternden Massen, in ihrem Ertrakt auf eine einheitliche Gedankenkette gereiht werden können. . Eiües feiner Hauptpostulate ist die aktive Eingabe an das nttlickie Ziel, und dieses Idol ist an ein neues, friedliches, rein geistiges Weltgefübl verankert. Gott. Messias «das ist der Träger der Zukünft) und Israel «das ist der lebende, um seine Tat ringende Mensch) nnd die Größen, die sich nach seiner Lehre aus der Glut der Flamme des großen Geisteskampfes schälen. Gott ist damit das «beschaffene. Israel das Gegenwärtige und Meikias das stommende. In der Harmonie dieser drei träfte liegt de^r Aufbau der Welt: Teile der jüdischen Ingen! lichen, an dere Tagungen er selbst -aktiven Anteil nahm, haben ihn ii soweit zu verstehen geglaubt,' daß sie die Gnmnasicn und die llniversitäten verließen, um in Palästina i-cr Ehalnz-Jdc Träger zu sein und als Pioiticre der Tat zu dienen, wie « in der zionistischen Bewegung von jeher tu» der rein ge: stigen -Leite den Palästina-Aufbau vorwär streiben wollt? Leit 1023 hat Bubcr den einzigen Lehiauftrag für j i d.ische Rcligiönswissenschast und Ethik an Universität, in Frankfurt a.. M. Nicht des Bubcr als die philosophisch-repräsentative Gestalt des dci t einer deutsch salb hat jemaiid Zeit, in der bs deutschen Hochvon den führe 1grandiosem Ai>sschen Judentums angcsprocklen. In einer weder bei de» Inden Spinozas, noch bei öeji schulen stants und Fickstes gibt, fordern wir den Philosophen keine neue Erkenntnis-von maße. Bubers nach innen gerichteter App kl. seine Zurück Weisung des oberflächlichen Rationalismus, das Lpra h genie. die Erforschung der ekstatischen Religionen, das ah cs bat zu einer wertvollen Befruchtung der Wissenschaft und des Lebens geführt, llnd so ist auch die letzte Tat, die schip sung der Zeitschrift „Tie Kreatur", das gemeinsame Drgan Philosophierender statholikcn, Protestanten und Juden, fin echtes, befreiendes Werk feines Geistes. Tr. Felir A. Tbeilbaber „Lebensfragen des deutschen Judentums" Kundgebung des Eentral-Brreins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens ° Am II.. 12. und 18. Februar hielt der Eentral - P e r e i n d e u r t ch c r Staatsbürger ' jüdif ch e n G l a u b e n s feine Hauptversammlung im Reichswirtfcbaftsrat zu Berlin ab. Fast '<«>0.Delegierte aus allen Teilen des Reicks waren erickiienen. Im Mittelpunkt der Hauptversammlung stand Sine große öffentliche stundgebung im Eapitol am sonntag vormittag. Alle Referenten sprachen über das Thema „Lebensfragen des d c u t sch e n I n d e n t n m s". Nachdem das Trio von Franz Schubert, von Georg st n i e st ä d t, Michael R a u ch e i s e n und Eva Heinitz feinsinnig vertont, verklungen war, begrüßte Instizrat Tr. Julius B r o d n i tz. der Borsitzende des Eentral-Bercins, die zweitausend Anwesenden. Instizrat Brodnitz führte aus: ..Wenn wir die Arbeit unsrer großen Hauptversammlung unterbrechen, um uns zu einer weihevollen stunde der Sammlung zu vereinigen, so geschieht dies aus dem Wunsche heraus, in der Zeit des.Kampfes die großen Gesichtspunkte nicht zu verlieren. Wih haben auch das Bedürfnis, durch maßgebende Persönlichkeiten aus unfern Reihen vor der Teffentlichkeit Rechenschaft abzulegen über unser Tenkcn und Handeln. Wir sind weit entfernt, etwa in jedem Gegner einen schlechten Menschen zu sehen. Unsre Republik hat Außerordentliches geleistet, aber eins hat sie noch nicht herbeifübren können, nämlich ein ausreichendes achtungsvolles gegenseitiges Erkennen des DeiEens und Fühlens aller im Dienste des Ganzen stehenden Bürger. Tie schwere Uebergangszeit. in der wir leben, hat dieses gegenseitige Perstehen vielleicht eher erschwert als gefördert. Möge diese stunde diesem gegenseitigen Perstehen gewidmet sein." Rabbiner Tr. Paul Lazarus, Wiesbaden, betonte, daß die Juden im Wandel der Geschicke die Eigenart ihrer Anschauungen von Gott und Welt immer gewahrt hätten. Judentum bedeutet uns vor allem und in erster Linie: G o t t e s g l a u b e, dann aber auch: sittengesetz, das I die Menschheit heransführcn wolle zu den Höbe» reinster Menschlichkeit, das da alle Menschen nmscisen will mit der gleichen Liebe und dem gleichen Reckst: mir schließlich ist :>tt dieses Judentum: Glau b e an di c Z » k n n f t der Menschheit. Auf dieser religiös jüdisckzen Grundlage sammelt der Eentral-Berein die deutschen Juden aller Rich Tci mg Ter tnngen, sofern ne sich als Deutsche nnd als ^uden fühlen. staippf, den ivir für die Freiheit -er religiösen Betätig Indentums. »ns .straft, di:sen führen, ist eine Lebensfrage des deutschen Wahlsprnch „Gercckitigkcit nnd Gott" gibt stampf wciterzuführen. Ehcfredaktcür Georg Bernhard führte aus: „tllir deutschen I-udcn streben lischt nach äußerer Gleichheit, die zum Teil erzwungen ist. Wer an diesem lsercn schein genug hat, hat nichts gemein mit dem Geist eines Volkes, mit der Inncrlichkjüt seiües Lebens. Wer soeben.die deutsche Musik des deutschesten Musikers als Erlebnis ein ifunden hat, is» ein wahrer Deutscher. Bei den stämpfcn d«r nächsten Wachen oder Monate wird ein Ziel erreicht wcrden müssen, den Innenbau des deutschen republikanischen Hauses so einzurichten, daß alle in ihm möglichst behaglich wohnen können und daß die sckzönsten Räume nicht wiedar nur einer privilegierten Schicht zur Persügung stehen. Nur da, wo Gerechtigkeit gegenüber allen herrscht,. kann das- Jndentuirs gedeihen. Wird ein stand bevorzugt, danr muß die Gesamtheit schaden leiden. Wir Juden sind zu: Arbeit an der Ge- BE GEHRT BELIEBT SCHOKOLADE ' PRALINEN - KAKAO Wcftößai ZIGARETTENFABRIK DELTA GMBH-DRESDEN A-16^3 5^ ■;/

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.