Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 3 (1927-1928)
- Issue
- 10 (29.2.1928)
- Date
- 1928-02-29
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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Seite *> Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden iotm nennen. Wie er dies aber niederschreiben wollte, fiel ein Klecks auf das heilige Amtspapier. Schnell wollte er >s mit feinem Rocke ianber wischen. Ta aber verschmierte er den ganzen Bogen. Wütend sagte ihm der Beamte: ..To ,ü>rr-. to miszf"? f.'ötcr schreibst Tu. und da wischst Du?)- Tn solln Bißeiniße (sprich Piichcinische) heißen!" llnd dieser Raine blieb ihin und seinen unschuldigen Nachkommen. Als die Familie vor etwa zwei Jahrzehnten nach Berlin über-" siedelte, erreichte sie es, daß ihr nachträglich der Name Hey - ni a n n i o h n gegeben wurde. Kurz vorher hatte sich ein Fräulein ans Wronke geweigert, den wie einen Schimpfnanien klingenden Rainen, der vielleicht doch so ans dem Jiidisck-dentschen zn erklären ist. dadurch zu erwerben. daß ne einen Herrn p>».-ini.-ze beiratete. Lie wies die Werbung zurück.' (riiie andere kühnere Jnngiran heiratete den trefslichen jungen Mann, dem 'sonst kein Fehler anhaftete, und wurde die Triebfeder, daß der als häßlich empfundene Familienname verschwand. -Heinrich' Kurvig erzäblt in seiner unter dem 'Rainen .. 'Tstdentich.'s Jtidentnin. Tradition einer Familie" erschienenen Jjämiliengeichichte der .Bernsteins, Kühlbr.'ndsj Aleranders. Kurbigs uiw., wie Juda B e i n e s ch, der Toktor lernen wollte, und zuerst beim Chirurgen in Lcknvetz arbeitete, später aber in Berlin an einem Gymnasium das Abitnrientenerain"» machte, um sich dann als Student der Medizin immatrikulieren zu lassen. Turch einen glücklichen .Unfall — so berichtet sein Nachkomme — kam er in das Hans eines Kommerzienrates Evvenstein. denen Sobn er Racbh'lfesninden gab. Eppenstein lieh dem junaen Studenten :DO Taler. 'Nachdem dieser sein Staatseramen aeinachs und zum Toktor promoviert batte, sagte ibm sein Gönner, daß er mit dem Namen Inda Beinsich schwer durch di" Welt komm"» würde' und veranlaßte. ibn. den Namen Gottlieb Küblbrand anzunebmen. er solle ia „den Brand der Kranken kühlen". Tas war im Jabre 15ll8. Nicht immer und die Erzäblnnaon. die iin Bol'sm»iide ninlanien. einfache Erkindvngen. In den Livveschen Akten findet sich folgende (beschichte, die damals im Tetmcldi-'chen p"''iert üt. Bor der Kommission erscheint eine jiidstche Witwe und erklärt, daß ne den Wunsch habe, mit ihren!>.^ O’-Mnrn Eraines ZN tra-'en. und a"' di" Fra" n'.ie >ie denn o,,i diesen (änderbaren Romen veerallen sei, änir"",tet sie. (^"tt habe ibr d"s im Troume. einaeg"ben. Cr bade ibr mehrmals Zi-o"r»ken: ,.T„ sollst Erames heißen!", und ne ivolle Gastes Willen erfüllen und sei fest entschlossen. di"''en und keine» anderen Romen zu trogen, t'nd ste Hot dann noch Ausweis der noch vorhanden"» Akten di-"'en J'iniliennom"» bekommen. Wenn wirm>t der B"bn N"ch TetiN"ld kommen?o beoriißt uns gegenüber dem Bahnhoi eine Fabrik der. Firma Eramns. , , T 'aeaen kann M"N auch a"leaentlich einmal beobachten ini" eine Ramensonekdote im Entsteh"» ist. Ein Bekannter bittet rnich wie das ost geschieht. NM Material zu einem Bortroae >">s>"r indische Namen. Tabei erzählt er mir auch v"n den Hidi''ch"n Raw"n seiner Heimat. Tg sei ei"e Fami'ie Knnz nnd ein» mit Romen Hopp. Als bei der Romensaebi",a in ^chrimm eine Reihe van J»d"n oi,s einmal in d Amtsr'inmer. aetret-'n seien, hohe der Amtsvarsteber aezöhlt:- .oedin dwa tri. riwarn. koniec" (volniich: „eins, zinst, dr'i v'"»' Schloß''"!. ~n haho man verstand"!! daß der znleNt Einaetretene Koniec konsnesvroch^n ki>N"tz) genannt -verd'n sollte nnd ans di"s" Wesse hoho er d"n Rainen Knnz bekommen. In gleicher Weise sei der Name Hopp entstanden. Nr. 10 üa Hopp die polnische Form sei für das deutsche „Halt". Da die Behörde. die die Namen in Schrimin festgelegt hat, keine polnische, sondern eine preußische, und zwar deutschsprachige gewesen ist, so fragte ich den Erzähler unter Hinweis auf diese and ire Bedenken sofort: „Wo bat man das erzählt, und wer hat das berichtet?" -- „Tas hat mir niemand erzählt. Tas denle ich mir so," lautete die Antwort, „denn das kann doch gar nicht anders gewesen sein!" Wahrscheinlich haben die Nanu n Hopp, auch Happ und Hoppe mit dem Handel mit Hopfen (nd. Hopp nnd Hoppe) zu tun. ftalicfe Etymologien sind etwas anderes. Wenn z. B. der Name Struck auf französisches Astruc znriiä geführt wird,?o ist das einfach ein Irrtum. Ter Name gehö:t zusammen mit Strick und Stricker und weist auf das. G werbe oder den Handel mit Seilerwaren hin, während der n chtjlldische Name Strnk oler Struck die niederdeutsche ftorm von Strauch ist. Wenn dagegen die Familie Talberg erzählt, daß sie nach de» Graten Talberg wegen deren besonderen Judenfrenndschast benannt ist, so liegt hier ebensoviel Gr ind vor, ihr zü glauben, wie wenn umgekehrt die Familü Wertbeimer in Wertheiri wegen des Widerspruchs eines Firsten von Wertheim diesen Namen oblegen mußte und dafür den auf ihren Bater hinweisenden 'Rainen Benario annahm. Ter bekannte Künstler Schmüller in Amsterdam wurde gifragt, wie er zu dem komischen Namen gekommen sei, ob es denn keinen schöner» gäbe, den er annehmen könnte. Er erwiderte schninnzclnd: „Aber das ist doch schon meri Künstlername". Tie wunderlichsten Nainensänderungei kann man in Amerika erleben. Taß ein Weißmebl ans llolen in Chika^o zn einem einfachen Weiß, ein Scbwarichaar zu einem Schwärt Lnbronecki und Lnbrzynski zu einem Lubin werden, ist eine üleiniakeit. Tie Namen ändern sich i ort ia schon .durch ihre Ansprache. So wird der Nachkomm ' des Hamburger Loewenilein ohne orthographische Aend"r> ng ..Laiienstien", der bekannte Loeb ..Loob" Lew! wird Lihwei ausgesprochen. Weiß dagegen Wite geschrieben. Aber!>a gibt es sine Familie! Beavantron, der"» Name Biewenlrau klinat. Sie hätten früher Bloch geheißen, ertäblt man. und wären ans dem Elsaß zur Seit des erst"» Kaiserr"icks nach Baris gekommen. Ta hätten sie sich ins Französische übersetzt: Bloch gleich „B vor Loch", also „B avant tro»' Beavan:ron. und nach der llebersiedlnng Renyor' ausgesprochen: Biewentrau. Bor vark er cheint ein Mann mit dem echt iri K e l l ile. Ta er nnr wenig Englisch, i m so bester aber idditch versteht, wird er gefragt, wie er zn dem Namen Jan Kellie käme. Er erwidert: ..Abber asäi« schreibt me doch Jänkjele in Englisch!" Sehr selten kämmt es var, daß einer über di" Gründe, die ib»! zur Wabl des Familiennamens ae >">hrt ha^-'n. selbst berichtet. Reh Mansche Sknk nahm den (kamen Dasterzng an. Sieine hebräisch geschriebene Antobiacravhie b"aiiink er >'o: Aujs zwei Gründen, die hier des weiheren auseinanderaesetzt werden sollen habe ich mir den Namen Wasternia beigelegt. Erstens: Als ich ein 6i-id von fünf oder sechs Jahren war. spielte ich mit gleichaltrig"» Knabs 1 bei dem in ^>er Räbe »»r Snnagoa'e ael"aene» Elternhaus" in dem Städ(<k>"N Skok kSchockenß das fiini bis sechs Meist n v"n Basen Entkernt lieat. Hinter der Snnaaoae fließt ein Fluß (die klqstie Welnai. desten Nker mit Weidenbä'»»"» b -pflanzt k>nd. Die ivielenden Junaen klstkerten auf die Bäi> ne. um >>ch Riten znm Spiele abzuschne'den. Ich war m tten unter ihnen. macht§ es ebenso und stieg auch auf einen Baum, wo ich wir zusammengesetzt "s Sohnes nach! Gericht in Ren-! chen Namen Jan! Traqen Sie nur M bas gute Haarnetz und wenn Sie es bei Ihrem. Lieferanten nicht bekommen, bann wenben Sie sich an Frau Emma Schunke, Wilsdruffer Straffe 40. Il (gegenüber den Äammer-Lichtsptelen