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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1928-01-31 · 9 (31.1.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
3 (1927-1928)
Issue
9 (31.1.1928)
Date
1928-01-31
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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Sk. 9 Gemeindeblatt der Israelitischen ReigionSgemeind «Dresden Seite 9 Der Botaniker Ferdinand Cohn als Fade Hundert Jahre runden sich in diesen Tagen, seitdem der weltberühmte Forscher Ferdinand Cohn in Breslau das Licht der Welt erblickte. Hier hat er auch das (Gymnasium (Magdalenen-Gymnasiuiti) besucht, hier seine Studienzeit absolviert bis auf die letzten zwei Semester, die er notgedrungen in Berlin zubrachte. Der Grund hierzu kennzeichnet die danialigen engherzigen konfessionellen Verhältnisse. An der Breslauer Universität war es nämlich den Juden nicht erlaubt, zu promovieren. Beiläufig bemerkt bestand Cohn mit 19 Jahren glänzend das Doktorexamen, mit 16 Jahren das Abiturium. Der selten begabte, frühreife Knabe bemerkte in seiner „Vita", als er sich zum Abiturientenexamen meldete, nicht ohne Bitterkeit: „Das Gesetz und.mein Glaube verbieten es mir, die Beamtenlaufbahn meinem Wunsche gemäß einzuschlagen. Hoffentlich kommt auch für Preußen alsbald die Morgenröte der allgemeinen Freiheit und Gleichheit." Der Gedanke, sich taufen zu lassen, ist ihm trotz allen Schwierigkeiten, die ihm naturgemäß in seiner akademisckien Karriere entaegentraten, nie gekommen. Stammte er doch aus einer echt patriarchalischen jüdischen Familie und lrxrr zeitlebens selbst ein charakterfester, aufrechter Jude. -Sein Großvater väterlicherseits ivar Korrektor in einer jüdischen Druckerei in Dyhrenfurt, dessen Bedeutung als Begräbnisort der Breslauer Juden, als Druckort ihrer Sidurim und Machsorim und nicht in letzter Reihe als Wiege vieler Breslauer jüdischen Familien hier nicht besonders hervorgehobcn z» werden braucht. Der Großvater mütterlicherseits besaß in Breslau ein kleines Lotteriekontor. Auch die Hausfrau mußte mit verdienen und verkaufte in einer der damals noch so zahlreichen - Buden auf dem Markte Barchent und Kattun. Für alle Mühen und Plagen in der Woche aber entschädigte das lvürdige Ehepaar der Freitagabend, wo >ie alle ihre Kinder und Enkel bei echt jüdischen Fischen — im Sommer gefüllter Hecht, im Winter polnischer Karpfen , glänzen die kl! dern weit Als trums Welt euch nanchmal am Sonnabend mittag bei Gänse- oder Puten braten mit dem obligaten Schalent als Vor- und Schab reskugel als Nachspeise um sich scharten und reichlick bewirteten. Professor Cohn hat diese Weihe der „Prinzessin Tadbc th" als Greis in seinen kurz nach seinem 70. Geburtstage, )er ihm auch die Ernennung zum Ehrenbürger der Stobt jöreslmi und einen Fackelzug unter allgemeiner Beteil gung der Studentenschaft brachte, begonnenen 'Aufzeichnungen (leider entwand ihm der Tod schon nach wenigen Mona en die Feder) lebendig skizziert. Auch sonst war er nicht unempfänglich für die Poesie des Judentums. In seinen hinterlassenen Gedichten singt er: „Ich sah den Menschengeist sich offenbaren 'Im Liede Judas, wenn in Donnertönen Jesaias Mund gewittert." (Poetilscher Anhang.) Abr der Entdecker der.Bakterien, der das Mikroskop 'o id zu handhaben wußte, verstand es auch, nicht nur insten Lebewesen im Naturreich wahrzunehmen, son- «bensosehr in dem engen Milieu seiner jüdischen Umiich in das kleinliche Getriebe liebevoll zu versenken, echter Sohn des damaligen Breslauer jüdischen Zeuwo er Ecke Karl- und Graupenstraße das Licht der erblickte, waren ihm Pockoyhof, Goldene Radegassc, na» nnrnnm iniiimiiii nnm"m»"iini"»"»»nii""iwnnnniniiii Solide, tonsdione •SO,- bei Anzahlung nach Vereinbarung und kleinsten monatlichen Raten IUL.IUS FEURICH »Imnohandlung a. m. b. H. & Niftel. ‘Unsere // ) Weiße Wocfoen uon jefaer ein Creignis — dies nal eine Sensation <llnsere feenhaft schöne und künstlerische Jnnendekot ation „föfütenzauber" wird, wie alljährlich, das tZkzfesgesprä<h Dresdens bilden // k, c c ->0< ■>.' JÖ * y

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