Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 3 (1927-1928)
- Issue
- 9 (31.1.1928)
- Date
- 1928-01-31
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 9 Kemeindeblatt der Israelitischen Rel gesagt werden: Vieles, das meiste, ivas über die Untauglich keit der jiidischen Erwerbslosen zur Umstellung und Renver» wertnng if>rcr Arbeitskraft gesagt ivird, ist Vorurteil. Und dieses Vorurteil bereitet der produktiven Fürsorge ungleich viel gröszere.Schwierigkeiten als das Wenige, was an ihm richtig ist. Tas find die Schwierigkeiten, die von de» Arbeitgebern der Einstellung jüdischer Arbeitskräfte gemacht werde». Alfred Berger hat in seinem Referat auf untrer diesjährigen Berliner RKntagung auf den bedrohlich ninfichgreifenden Prozen der Boykottierung jüdischer Angestellten hingewicsen. Er hat auch mitgeteilt. das; selbst in Betrieben, die nicht rein christlich sind, sondern jüdische Direktoren haben wie einige lNroübanke», Elektrizitätsniiteriiehmnn gen »siv. diese Schwierigkeit besteht, jüdische Angestellte oder Lehrlinge nnterznbringen. Hinzuzusügen ist, das; hier nie überall der jüdische Antisemitismus der schlimmere ist. Allzu häufig sträubensich auch rein jüdische «Urin?» gegen die Einstellung jüdischer Angestellten oder gegen die Beschäs- 'tigung jüdischer -Handwerker. Und es soll Vorkommen, das; Hilden zwar „privatim" wohltätig sind, im (lseschäst aber mit ^uden nichts zu tun haben »vollen. Tas ist ein schmachvoller und beschämender Zustand. -Hier ist viel AusklärnngSarbeit zu leisten. An dieser stelle soll auch das verständnisvolle Verhalten des Vorstandes der Berliner Gemeinde gegenüber den Erwerbslosen horvorgeboben werde»», die unter keinen llmständen Almoseneinpfängcr »verden inöchten, die vielmehr „Arbeit" leisten wollen. Berlin hat die ans der Zeit der Rotslandsmannahlnen berrührende produktive Fürsorge der Peah.Ztleiderkannner ansrechterhalten. trotzdem Wirtschan und Arbeitsmarkt eine geiviise Erleichterung und Besserung erfahren haben. Es mus; immer »och die verhältnismäs;ig geringe Anzahl von 2n bis 30 Menschen beschäftigt »verden, zumeist Erlverbsunfähige, für den (tonknrrenzkamps des Arbeitsmarktes Untaugliche, die sich redlich mühe», zu den ortsüblichen Tariflöhnen (Gegenleistungen anszusühren. llnd diese (Gegenleistung ist auch tatsächlich eine, die gebraucht ivird. Wer soll austragen, einholcn, sortieren, flicken, ansbei'sern uslv.? Die .(Ueiderkammer erhält nicht die besten i t SactP Bedi nicht gleich;: die dnrcl nicht mach! scheh Es bild bingti richtu vieli»>! grös; tung E filHl! (j arbeijt keit schaii eilte» der »vordie lichkci Mah i wem Rab, einer aus fädilüd »INS an pass lang» i nnnge Herb Bekä > ich lnb» i g i o n s g e in e i n d e Dresden Seite 7 ». Sie müssen instand gesetzt werden. Wir können den rstigen deren viele bessere Tage gesehen haben l/umpen gebitz». Das ist nnsrer (Gemeindebehörde nicht gültig. ,Viskälische Clriinde trete» zurück, wenn es gilt, hier Beschäftigten nicht an» die Stras;e zn setzen; diese Schicksalsschläge herabgedrückten Menschen dürfen gewaltsam und gegen ihren 'Willen zn Schnorrern ge und Almosenempsänger werden. Das darf nicht gen. Das gäbe ein unheilvolles Beispiel im ganzen Reiche, oft und oft ans diese Einrichtung Berlins als ein Voriiir alle gros.en und mittleren und kleineren ('Gemeinde» wiesen Berlin darf gerade bei dieser sozialen Einng nicht abbanen, sondern die Berliner (Gemeinde m»s; ehr in dieser Richtung weiter vorwärtsgelzen. Tie e (Gemeinde Tentschlands bat nun einmal Verpilich- -n. s bleibt noch eine ,'trage zn nnteri'inheN, ^il die Wirtimstande, beliebig viele Menschen. auch ivenn iie »fällig sind ansznnelmien. oder in die Eriverbsloi'ig >ie natürliche Elrenze der Ansnahiuetähigkeit der Wirkiiir Arbeitskräfte^ Obgleich der Malthusianismus von grosse» Teil der Theoretiker, ganz und gar aber in internationalen Praris der Sozialpolitik anigegeben n ist, bleibt doch die von Maltlms dekredierte llnmaz it einer sozialen Fürsorge eine ständige Warnung und nng für die Bestrebungen der Arbeitsiiirsorge. Tenn auch sicherlich iiir jede» Arbeitswilligen Arbeit und ing vorhanden sind, so und doch die Schwierigkeiten rationellen Arbeitspolitik, die jede» mit den Platz stell», in er gebraucht wird und ivo' ek Rabrnng findet, tat ch so ungeheuer gron. das; ein fast heroischer Optimisiind der zäheste Arbeitswille »nd die geschmeidigste »nd nngssähigste Organisation da;» gebären, liier auch nur m vorwärtsznkommen. Wenn ich bedenke, welche.Hoi» Erwcirtnngen, Wünsche und Versprechungen im t llll.i ans der Clenter interktzitionalen ...(ionseren; zur ipsnng der Arbeitslosigkeit" geänszert wurden, wenn denke, ivie einmütig, .arbeitswillig und arbeitssrendig nur oe Golomann DRESDEN/A L»T MARKT