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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1927-12-31 · 8 (31.12.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
3 (1927-1928)
Issue
8 (31.12.1927)
Date
1927-12-31
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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Nr. 8 GMieindeblatt der Israelitischen ReligionSssemeinde Dresden Seite 15 Künde, und der «Bund jüdischer Pfadfinder" sich zum „j^adimah", Bjind jüdischer Pfadfinder, vereinigt. Durch die' Fusion dieser beiden Bünde, die als erste den Gedanken jüdischen Pfadfindertums in die jüdische Jugend Deutschlands getragen haben, ist der jüdische Pfadfinderbund geschaffen, der berufen ist, auf Grund seiner Entwicklung und seiner heutigen, auch zahlenmäßigen Stärke, die re. präsentative jüdische Pfadfinderschaft Deutschlands zu bilden. Der so geschaffene Bund, wird eine feiner ersten Aufgaben darin sehen, weiter auf eine enge Zusammenarbeit mit den Teilen der jüdischen Jugend hinzuwirken, die ihm ideelich nahe stehen. Er glaubl, daß eine Belebung der jüdischen Jugendbewegung nur erfolgen kann, wenn, auch unter Zurückstellung vieler Bedenken, der Weg, zur Einigung fortgesetzt wird. Der „Kadimah" wird hierbei die Mitarbeit einzelner sowie ganzer Gruppen, stets ausrichtig begrüßen. Mgrtin-Bubcr-Abend der zionistischen Ortsgruppe Die zionistische Ortsgruppe veranstaltete am 21. Dezember in der Produktenbörse ihre Ehannukkahseier. Der Redner des Abends, Martin Buber, hatte eine große Zahl von Besuchern angelockt, und man kann >vohl ohne zu übertreiben sagen, daß jeder auf seine Rechnung kam. Herr Kantor Hofstein leitete den Abend mit dem Anzünden der Lichter ein, dann hielt Martin Buber die Festrede. Er ging von dem Feste aus und entwickelte in formvollendeter Rhetorik den Gedanken, daß im Judentum Religion und Nation nicht voneinander abgelöst werden können, ohne den Sinn beider zu verletzen. Die Idee des Gotteskönigtums sei mit der Religion eng verknüpft, und nach dem Exil, als die Gesetzgebung feste Form angenommen hätte, seien Glaube und Station vollständig Einheit geworden. Er setzte sich alsdann mit der modernen Bibelkritik auseinander, die den geschichtlichen Gang des- Judentums ableugnet, und zeigte, daß sogar in letzter Zeit namhafte historische Forscher heute schon zu der Annaihnte gekommen seien, daß Mose wirklich gelebt habe. In zehn Jahren würde seiner Ansicht nach die Wisienschast so weit sein, von dem Auszug aus Aeghpten als von einer historischen Begebenheit zu sprechen. Der Auszug aus Aegypten sei zweierlei: erstens .Konstituierung des Volkstums und Proklamierung Gottes als König. DerSinai sei die Erklärung: aus freier.Wahl das Gesetz Gottes zu erfüllen, eine Gemeinschaft gerechten Zusammenlebens in „Gott-Königs" Angesicht zu schaffen. Dieser beispiellos große Gedanke ist aber mißglückt, weil , er zu groß war. ^/prechapparate hallplatten .cnaup der Marken opnon Columh1 in reichster Auswahl und unver bindlicher Vorführung im Iarlop{ion=Pl aus Dresden, Seestraße l7 Jmmeis lvicdcr folgte Abfall auf Abfall, und es hwr interessant, wie der Redner es verstand, oft sogar dramatisch, dieses Auf und Ab der religiösen Entwicklung aufzuzcichnen. Er zeigte. wie der alle israelitische Königsgedankc in seinen ersten Anfängen in dem Buche der Richter anhebt, wie diese Könige einander ablöstcn, weil sie nicht dem Prophctenideal entsprachen, um eine gerechte Menschengemeinschaft zu schliffen. Wie dann die Sehnsucht nach dem alten Ideal neu auftritt und in der messiaüischen Idee, in dem Moschiach, dem Gesalbten Gottes, das cslte lüvtt-.Königtum wieder aufstellt. Die höchste Vollendung ist die Gottcsschöpfung, zum Reich Gottes. — Israel ist die Zelle, aus der das Gottesrcich cmporwächit und die ganze Erde überzieht. In j dem Neuen, >vas sich jetzt im Lande der Väter zum dritten Male vollziebt. erleben wir den Willen zur Verwirklichung jener alten Idee: Vereinigung von Volkstum und Religiosität. In der ganzen (Yemeinschaft! muß aber Ernst gemach» werden, neu zu beginnen, dainit dyescr große jüdische lüedanke nicht wieder mißglückt. Im Anschluß an das Referat Bubers las Otto Bernstein meisterhaft cinig^ Erzählungen aus Bubers Schriften, mrd verstand es. dem Publikum durch die Art scfnos Vortrages die chassidischc Jdccmhelt zu erschließen. ZliM Schluß feierte man bei Tee und Gebäck noch gemütlich bis über Mitternächt Ehannukkah. Der Al>rnd war ein Kober literarischer und künstlerischer Genuß. . Gebrüder Eberslein AltmarMt 7 Alle Haus- und Küchengeräte, Küchenmöbel Kaffeemaschinen, Tischgeräte, billige Geschenkartikel Glas, Porzellan, Steingut, Preßkristall Barzahlungen Rabatt Nicht klopfen, bürsten, putzen. Nur ORION benutzen! Versäumet! Sie nicht, bei dem Stiftungsfest des Sportvereins „B a r K o c ft b a“, E. V., welches im Februar stattfindet, die ' Vorführung unseres elektrischen Staubsaugers ORION und unserer Orion-Waschmaachine besichtigen, die sämtliche Errungci dernster Technik* in sich vereit Staubsauger-Vertriebsges. m.b Zahnsgasse 10 O Telephon 28494 O nschäften mo- Igen. >.. Dresden Zahnsgasse 10

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