Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 3 (1927-1928)
- Issue
- 8 (31.12.1927)
- Date
- 1927-12-31
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
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Nr. 8 Gemeindeblatt der Israelitischen Re!ligionSgemeinde Dresden Teile 13 Rahum Sokolow in Dresden Am Dienstag, dem 13. Dezember, weilte der Präsident der Exekutive der zionistischen Weltorganisation, Rahum Sokolow. in Dresden. Seine Anwesenheit war nur wenigen bekannt geworden, da er sich nur auf der Durchreise nach der Tschechoslowakei befand, um dort einige Zeit für den Keren Hajeßod zu arbeiten. Trotz der späten Ankunftsstunde haben seine Gesinnungsfreunde es sich nicht nehmen kaffen, den Führer zu begrüben. Im Hotel Weftminster fand eine kleine Feier zu Ehren des. Gastes statt. Eine Deputation, geführt von dem Vorsitzenden der Zionistischen Ortsgruppe, begab sich an den Zug, um Sokolow zu empfangen. Bei seinem Erscheinen erhoben sich alle Gäste von ihren Plätzen, um im Hot?l ihre Ehrerbietung zu zeigen. Herr Pionkowski begrüßte Herrn Sokolow aufs herzlichste und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß es der Dresdner Ortsgruppe vergönnt sei, den Führer und Freund in Dresden zu haben. Herr Sokolow dankte für die Begrüßung und erinnerte daran» daß die schöne Stadt Dresden ihm nicht unbekannt sei, da er vor dem Kriege schon in der Dresdner Gruppe gesprochen hätte. Dann ' Sally Mayer Aftmarkt 10 ,. Ruf 12045 Das Fachgeschäft für Schreibmaschinen Zeitgemäßer Alle Arten Drucksachen Bürobedarf vornehm, schnell,preiswert schilderte er in kurzer, knappgefaßter, schlichter Weise die augenblickliche Lage des Zionismus und die Situation in Palästina. Wenn auch »m Augenblick durch die Arbeitslosigkeit die Schwierigkeiten, die sich dem jüdischen Ideal entgegenstellen, groß und ungeheuer seien, so darf uns das nicht klein machen, sondern muß den Willen in uns stärken, die Anstrengungen noch zu verdoppeln, um die Schwierigkeiten zu überwinden. Palästina ist ein schönes Land und hat auch Möglichkeiten. Tie vorläufigen Berichte, die die amerikanische Kommission über das Aufbauwerk bisher gegeben hat, sprechen sich sehr günstig über das bisher Geleistete aus. Am nächsten Vormittag statteten die Herren Siegfried Pionkowski und Sanitätsrat Dr. Zimmermann als Vertreter des Gemeindevorstandes und die Herren Rabbiner Herrn Sokolow einen Besuch in seinem Hotel ab. Im Anschluß daran fand eine Besprechung mit Preffevertretern verschiedener Dresdner Tageszeitungen statt, denen Herr Sokolow die bisher in Palästina geleistete Arbeit darstellte. W Dresdner Weihnachtsstollen Allerfelnste Zutaten! Garantiert relne Raturbuller! Rosinenstollen, 1. Sone RM 2.40, 2. Lotte RM. 1 80 per Psd. Mandeistollen, 1. Lotte RM. 2.40 per Pfd. Spezialität: Allerfeinste Mohnstollen RM. 2.— per Psd. Unüberttoffen an Qualität Ein Versuch überzeugt Sie Die Preise verstehen sich einichl. Verpackung ab hier und erfolgt der Versand per Nachnahme Alfred Ä)achendorf Konditorei Dresden-Weißer Hirsch Tel. 37880,37881 AuS dem Verein Sieben Centrail-verein deutscher Staatsbürger jüdischen Ortsgruppe Dresden In!einer gut besuchten Mitgliederversammlunk abend, dem 3. Dezember, im Künstlerhaus Herr Goldbecg, Plauen, über: »Die Entwicklung und Methoden der völ kischen Bewegung in Sachsen". In interessant Form »erstand es der Redner, den geschichtlichen. Glauhens E. K. sprach am 'Sonn- Rechtsanwalt Dr.!r und fesselnder Ursprung und die' Auswirkungen des Antisemitismus speziell bd Vogtlandes 'zu schildern. Mit besonderer Leidenschaft berichtete er au? der Fülle der ei> enen Erfahrungen in Plauen, wo ja bekanntlich im Lause der Zelt sage und schreibe zehn Prozent aller jütischen Mitbürger angefa ken und mißhandelt worden sind. Besonder 1 beachtlich waren seine Ausführungen über die Entwicklung des A ntisemitismus in der Gegenwart, der zahlenmäßig bestimmt nick t zurückgegangen sei. fordern im Gegenteil, heule mindestens ii gleicher Stärke, wenn auch in veränderter Taktik wirke. Wir haben jetzt nicht mehr in demselben Maße wie früher mit der r politischen und offenen Antisemitismus zu rechnen, sondern mit dem unterirdisch angele zten und wirkenden in Form des Boykott!, der sich immer stärker sowohl gesellschaftlich als auch Wirtschaft ich zeigt» lieber die gesteigerte Gefahr dieser Veränderung müssen wir uns jederzeit, im kle ren sein. Zum Schluß sprach der Redr er über die Bedeutgrg der in Aussicht stehenden Reichstags! euwahl für das deutsche Judentum und forderte einen jeden zur Mitarbeit und Mithil e nach besten Kräften auf. Vor dem Referat berichtete Herr Rudolf Apt über »Wichtiges von der Hauptvorstandssitzung", wobei auch er gleichfalls die gesteigerte Art und >en erhöhten Umfang licr antisemitischen Bewegung aufwieS.^!uS seinen Ausführurgen kam besonders der Appell an die Glaubensgenossen zum Ausdruck, sich nicht aus der Arbeit des öffentlich n Lebens zurückzuziehlln, sondern weiter so wie in früherer Zeit tatkräftig mitzuschasse r im. Jntercffe der Allgemeinheit. Ans drr regen Debatte sind bi sonders die Ausführungen der Herrn Prof Dr. Winter und der H irren Liffmann und Borchardt beachtlich gewesen, die alle überei istimmend die Notwendigkeit gesteigert:r Abwehrarbeit betont ii.' An Dienstag, dem 2V. November, sprach in einer gleichfalls gut besuchten Versammlung der Gemeindemit Wieder Freibergs Herr friedlich Borchardt, Dresden, über: »Die sorgen und Nöte des deutschen Judentums". Besonders behandele der Redner die PRALINEN' KAKAO »» Union“-Restaurant Raschln -■ Dresden ■ Sorgsamst gepflegte Küche Der Individualität des einzelnen Gastes wird gern Rechnung getragen. Viele Hunderte schriftliche Anerkennungen. Neue Gescllschaftsräumc für Familien- und andere Festlichkeiten. Grolle und kleine Konferenzzimmer. Bevorzugt besonders nach dem Theater. Im Hotel, 85 Zimmer mit allen neuzeitlichen Bequemlichkeiten. M W. Camillo Enlerlein Waisenhausstraße 23 Das Fachgeschäft für Koffer und feine Lederwaren FSr ben Anhalt der Inserate übernehmen Semeiadevorstand u.PreffekommMon keine Verantwortung