Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 3 (1927-1928)
- Issue
- 8 (31.12.1927)
- Date
- 1927-12-31
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/4892693-5447358-5769811--0619-4893251- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
AWWW WWW iJkPJPi'.u, ipjppu > Seite 6 Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden Die Bedeutr ng des Sportes im Lichte des Judentums Tic Entwicklung des Judentums zu einer geistigen Größe bat es mit sich gebracht, daß lange Zeit der Sport innerhalb des Judentums vernachlässigt wenn nicht gering geschätzt wurde. Unter Bildung verstand das Judentum Bildung des «'leides. Während die Jugend andrer (vemeinschaften sich in ■ Warscnspielen übte, den Körpe: durch Turnen stärkte und im Freien tummelte, kannte die j: ibifc£>e Jugend nur ein Ideal: „lernen". Tas änderte sich riit der Emanzipation, als die andern anfingcn sich für alles 311 interessieren, womit dieZlm lT^»T,TF Nr. 8 Von Rabbiner Tr. Wolf Altertum wissen wir, daß es Brauch der athe tischen Frauen war, vor der Geburt schöne Götterbilder anzus:hen, dcmnt sie wohlgestaltete Kinder zur Welt brächten. 6 mer ähnlichen Meinung begegnen wir im Talmud, wenn erzählt wird. R Jochanan habe den werdenden Müttern empfohlen. seine Gestalt zu betrachten, damit sie kräftigen Kindern das Leben säienkteii. Tie Wertschätzung der Schönheit bekundet aber wohl am meisten, daß das Judentum, einen besonderen Segensspruch gebietet, den man beim Anblick besonders schöner ivelt sich beschäftigte. Tie jüd icbe Jugend in unfern Tagen! Menschen sprechen soll. stellt sasi die gleichen Fragen, lat ähnliche Interessen wie die > Infolge dieser Achtung vor dem Körper iß es im Geiste Jugend überhaupt. | Judentums natürlich, daß auch'gesetzliche Urschriften die Jur Wertsctxitznng des Sports innerhalb unsrer Gene-!Pflegx bc? Körpers regelten. Tas Waschen ichirde zum reliration bat wesentlich bcigelragc l das Entstehen des nationalen! gjösen (vebot. Zweifellos haben die Waschunzen mancherlei Gedankens im Judentum. Tie körperliche Ertüchtigung gilt rudere Gründe, aber sicherlich sind sie auch Ai sdrnck des Beüberall als eine Grnndforderung nationalen Lebens. Auch i wußtsains, daß auch unser Körper ein göttlich s Schöpfungsda hat sich in Anlehnung an indre Anschauungen eine Um-! werk ist, das rein, gesund und schön zu erhäten ist. Denn wälzüng im jüdi'clren Denken .'ollzogen. Auch in Zeiten, da gelegentlich lesen wir doch, daß da^ Bad nicht ni r aus rituellen der nationale Charakter des ndcntums gar.nicht in Frage : «Gründen genommen wurde, daß es vielmehr ein besonderes gegellt wurde, bat man doch die geistigen Kräfte der Nation! Pergnügen bereitete, und daß das Bad, um den modernen als die einzig wertvollen angesehen. Tas Wort des ( jfugbnirf zu gebrauchen, sportmäßig bet sieben wurde. Psalmisten: „Mätzen jene mit Streitwagen kommen, jene mit; Lclm'immen galt als eine besondere Kunsi. Nach einer Rosien, sie »vollen den Namen des Eivigcn anrufen", drückte Aeußerung hatte der Vater die'Pflicht, seinen Sohn im die An'chaunng des Judentums aus. Ter Gedanke, die j Zchwimmcn zu unterrichten. Sogar ein Hilfs nittel zum Er- >iörper'äx»st als Mittel zu nationaler Machtentfaltnirg zu > lernen des Schwimmens findet Ettvähnung, das «Faß der beben, ivar dem Judentum sre ud. „Nicht durch Heeresstärke Scknnninier". Auch Gelehrte, Rabbi Jocha» an und Refch und nickt durch >traft, sondern durch den Geist des Ewigen" Lakio »verden uns als gute Schwinsmer genau »t. Wir hören wollte das Jndcutnm seine Sendung erfüllen. TaruinJst die . „jcht biel von andern Sportarten^ die von Juden im tal- Anickaunng „Wenn du den Jrieden »villst. dann rüste dichjmndischen Zeitalter betrieben wurden. Wir Nissen aber, daß zuni Kriege" unjüdisch. Das Judentum »vill den Frieden, mit die gymnaftifä-en Spiele und Wctstämpfe de» Griechen auch dem >i»ieg zu spielen, in mit Friedensusillen unvereinbar. ■ hei Juden Betvunderung gefunden haben, ui d daß man ^s Aus solcher Einstellung k, raus, die. vielleicht in Anlchj wriucfttc, es den Griechen gleichzurun. Frei! ch führte diese uung entgegensrebender Meiningen, zu dem Satze führt Nachahmung bisweilen zur Entartlung.-und »an dieser Ent Nicht die Stärke der Rosie »vil er, nicht an den Sckeiikeln des artnng tvillen hat man wohl in hen Kreisenf des religiösen Mannes bat er Wohlgefallen. Wohlgefallen hat der Ewige an! denen, die ihn fürchten", aus s >lci»er Einstellung heraus ist es. > zu verstehen, daß der Sport, laß überhaupt jede körperliä»e I Ausbildung viele Jahrhundere hindurch, fast Jahrtausende' bindurck, im Judentum vernacsiässigt und mißachtet »vnrdc. »'kickt zum Wohlc Hes-Judcntums! Geiviß, die Befckiäftignng mit geistigen Dingen, die dauernde Vertiefung in Fragen des Geistes, der Religion und der Sittlichkeit hat dem, Judentum eine sittliche 'Kraft verlieben, die wohl beispiellos > sic. lind dennock bedeutete', iese Einstellung eine Gefahe.! .Wenn auä» der Talmud als I >eale eines rechten Lebens forj den: „Tbora mit Iveltlicker Beschäftigung", so geriet dieses! Jdeat in Bergesienheit. Es t ildcte sich allmählich der Typ' .eues Juden, der Tag und Nacht studierend, einen genialen I 'tov'. eine hervorragende Tenk'rast ausivies, der aber zugleich! engbrüstig. bleich, zu jeder köi perlichen Arbeit unfähig war.; Wir begegnen im Talniud großen Gelehrten. die. ein Handj werk betrieben. Rabbi Jona, einer der größten, ist Nagek-1 sckniied, Rabbi Akiba ist.in ie »»er Jugend ein Hirte, und so viele andre. Aber im 18. Iah hundert, und in vielen Gegen-: de» auck noch im 1!>. und Al. Jahrhundert, lernt der Jude,! in ein Fürst des Geistes und gebt hausieren, geht hausieren. > nickt allein weil ihn die Verhältnisse dazu zwingen, sondern, auch, oder vielleicht darum, veil er keinen andern Beruf1 gelernt hat. weil seine Kräfte zu keinem andern Beruf ans-! reichen. Tie Ueberivertnng de« rein Geistigen führte zugleich zur Vernachlässigung des Körpers. Und doch ist der Körper die Wohnmig des Geistes, und die Pflege des (»leistes ist vom Gesetz der Tbora genau so gchoten »vie die Pflege unsrer Seele. Ten Menscticn von schöner Gestalt und von schönem Aussehen rühmt die Bibel ni ht minder, als dies in andern Literaturen der Fall ist. Aber auch der Talmud hebt rühmend Männer von besonderer ScHnhett hervor. Als Rabbi Jochanan einst den kranken Rabbi Elieser besuchte, da entblößte Rabbi Jochanan in dem dimklen Krankcnziminer seinen Arm. Ta strahlte Helligkeit >on der blendenden Weiße der Arme aus. Ta weinte Rabbi Elieier, und auf die Frage des R. Jochanan erwiderte er: „Ich »veine, weil solche Schönheit einst im Grabe vermodern n ird." - Und R. Jochanan antwortete: Ta »nennt du mit Recht. Aus dem griechischen Sportverein BarKochbh.E.B. .Dresden ^emem-emilglie-er! den Sport! Unterstützt Var trochha önrch Mitgli e-fchaft!! Anmeldungen nimmt cntgegeh die Geschüftsstelle:! Architekt Leopold Lustig Prager Straße 54 ° Telephon 18 )33