Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 3 (1927-1928)
- Issue
- 8 (31.12.1927)
- Date
- 1927-12-31
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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T"*’ Seite 4 Gen, indeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden Leute in der Reget in die prächtige Mädchen vcrkümi viele zugezogene Männer Zeit eine geeignete (fjattin in Zeitnngen Ehekandidaten mit genauer Angabe ihrer ° dicie »ach seinem Ermessen < Beteiligten. Seine Erfolge er erhielt häufig Tankbriefe Großstädte abströmten, zahlreiche necten, während in der Großstadt i irangels Familienanschluß oder r icht fanden. Er forderte daher i mf zur Einsendung von Adressen 35 iinsche und Verhältnisse, tauschte : ,s und iiberließ das heitere den varen durchmis ermutigend und >on glücklich gewordenen Paaren. Zinn ersten Male wurde sung 1ÜOH vom Frauenbund eingerichtet. Tie Wabrnehn Afrika mangels deutscher Stammesgenossinnen zu beih vermischten, also (Gründe dei Frauenbund, deutsckie Mädö« die vielfach von deutschen >tc über berichtet Professor Tr nischen Instituts in Gießer Gesundheitspflege 1919 S. rung und Rassenhygiene in liwe- Heiratsvermittlungssn Magdeburg von Benno Basc, in erster Linie, ciriegerwitivfn verbeiraten.. um deren .gierbalte». Ebclusiige erbie genau ibre Verhältnisse und Angaben wurden amtlich Angaben wurde ohne Naiäe einer Lazarcttzeitnng veröff einzelne dieser Veröffentlich in zu ivissen wünschten, wurd später auch die genauen Ehevermittlung bestand zive;}eit 126 Eben. Leider g wieder ein, weil dcr.dama bliedeneinimorge aus ivelta den das llntcrnehmen veri 'eine Einstellung betrieb Aufrechterhaltung der Stellt die Einrichtung nicht 'nur Fremden zugute kam und dieie etwas zu tun. Mil der amtlichen Mt stelle beschäftigten sich zwei, nch von Professor Philipp Gesundheitspflege 1919 iaiiers find sehr beachtlich. Rr. 8 eine gemeinnützige Eheverinitrder deutschen Kolonialgesellschaft ung, daß deutsche Kolonisten in F auen nicht in der Lage waren, aten. und sich mit Eingeboreireu Rassenhygiene, vcranlaßten den ^>n nach Afrika zu verpflanzen, lonistcn geheiratet wurden. Tar- Kichn, der Tirektor des hygie- . in der Zeitschrift Lcffcntlichc 7,2 in seinem Aufsatz „Ehefördeden .Kolonien". Eine erste amtsie in Tentschland wurde in 1917 gegründet. Sie bezweckte mit .chriegerblnterbliebeneir zu wirtschaftliche Eristenz aufrecht, ten einen Fragebogen, sin dem sie Wünsche änzngcbcn batten. Tie isachgeprüft. Ein Extrakt dieser ensnennung mit »Nummern in ntlicht. Bewerbern, die sich für ngen interessierten und Näheres il diese Angaben gemacht und ssen angegeben. Diese amtliche Jahre und vermittelte in dieser ng die segensreiche Einrichtung j igc Referent für Kriegerhinterl ischaulichen und religiösen Grünrteilen zu inüssen glaubte und ) die Stadt Magdeburg an der kein Interesse mehr hatte, weil , Magdeburgern. sondern auch n keine Veranlassung habe, für u id > en i la gdeburger .Heiratsverinittlungs- Abhandlungen, zunächst ein Auf- Kuhn. Gießen, „lieber amtlickze Heiratsvermittlung" gleichst lls in der Zeitschrift Leffentlichc 120. Tie Ausführungen des Ver da sie das Problem von großen Veröffentlichungen ans dem Gebiete der Mcdizinalverwaltnng, 22. Band, 5. Heft, 1926. Welche Nutzanwendungen lasses, sich nun aus den geschtlderten Einrichtungen für eine glemeinnützige jüdische Ehe- Vermittlung ziehen, und ivclchc Aufgaben lvären ihr zuzw ,misen? Tie drei geschilderten Einrichtungen die Tätigkeit des englischen Geistlichen, die des Fra lenbundes für die deutschen , Kolonien und die der Magdeburger amtlichen Ehevermittlungsstelle haben das gemeinsam. ^daß sie nicht die allgemeine Ehevermittlung propagierten, sondern aus bestimmten Notständen heraus erwuchsen und diese zu bekämpfen suchten. Nicht anders liegen die Tinge bei den Juden. Es handelt sich auch hier um eine kleine Besiölkerungsgruppe einer destimmten Konfession, bei der der Notstand dadurch verursacht ist, daß die Eheschließungen durch das zerstreute Wohnen außerordentlich erschivcrt sind. Wie bei dem englischen Geist» lichen trifft es auch hier z», daß durch die Landflucht der Juden, durch das Einströmen in die Städte, wobei vor allen, die Männer beteiligt sind, die grauen zurückbleiben, oft ebenfalls tüchtige Mädchen,- und ihnen dadurch die Gattenwahl erschwert wird. Wenn durch die Tätigkeit der Frauenvcreine in den Kolonien die Rassenvermischung erschlvert n»erden sollte, so wird es auch zu den Aufgaben der gemeinnützigen jüdischen Ehevermittlung gehören, der Rassen Vermischung bei den Juden vorzubeugen, die Mischehe zu ver bindern, die Reinheit des jüdischen Stammes zu wahren. Aber die gemeinnützige jüdische Ehevermittlung würde ferner die Mißstände der bisherigen üblichen Ehevermittlung, die hier gerade besonders kraß zutago treten, zu beseitigen haben. (Gegenüber der vorwiegend rationalistischen Einstellung bei der Eheschließung wäre cs ihre Aufgabe, gerade in jüdisch?» Kreisen gesünderen Anschauungen über Zweck und Aufgabe der jüdischen Ehe zum Durchbruch zu verhelfen und die Grundsätze der Einfachheit und Anspruchslosigkeit zu predigen. Tas Tognia wüßte beseitigt werden, daß der jüdische Mann bei der Gattenwahl nur einseitig auf das Vermögen der Frau sein Auge wirft, auch selbst, wenn er reich an Gütern gesegnet ist. daß es ihn, viel mehr Befriedigung getvähren muß. sich selbst ans kleinen Anfängen eine Existenz zu zim nier». Tie jüdische Frau darf nicht mehr der Ansicht hul digen, daß eine Ehe nur dann eine glückliche sein kann, wenn sie mit einer Flucht von Zimmern mit kostbaren Einrichtnngen. Kleidern und Schmuck beginnt, chit teuren Reisen, Vergnügungen und einer Mehrzahl von Ter Ehevermittlung würde neben der prak nach auch ein reiches Feld auf dem Gebiete stellung gegeben sein». Schließlich hätte sie l'le'ick'tspnnkten aus delenc,ten. Er.bespricht zunächst die Hindernisse der Gattenwahl ionen beiderlei Geschlechts wobei er betont, daß vielen Per durch gesellschaftliche Hindernisse die Anbahnung der Ehe erschwert wird. Er schildert dann die Nachteile und Wirkungen d r Spätehe, die Ehe mit Minderwertigen und die Ehelosigkeit als folgen der Erschiverung der Gattenwahl. Er spricht sich ferner für den tranken der gemcinnützigen Ebevermittli» g ans und nach Schilderung der Magdeburger Heiratsvermi tlung macht er eine Anzahl positiver Vorschläge. So wünsc it er die Gründung einer Anzahl Vermittlungsstellen in den größeren Städten des Teutschen Reiches, die Einsetzung von Vertraucnspersonen in kleineren Städten und auf den, Lanke, die Mitarbeit der grauen hält er dabei als sehr förderlich „wenn chnen das Äiestiften in. Blute liegt und sie jede ge neinnützige Aufgabe mit großem Eifer ckngreifen". Tie zweite Arbeit über dasselbe Thema ist kürzlich erschienen unter d?m Titel „Tie amtliche Mägdeburger .Heiratsvermittlung für Kriegerwitwen", ein Beitrag zur öffentlichen Eheberatu, g von Tr. Hans Harmsen. in hygienische seite der Eheschließung ihr A lgenmerk zu wer fen, z. B. der Frage der Verlvandtenehe, der Eheschließung mit gesundheitlich nicht einivandsreien Personen, sie könnte hier auch die Funktion der Eheberatu,,gs i^ie jüdische» Frauen, die auf dem Gebiete der Wohlfahrtspflege so segensreich wirken, daß ihre Tätigkeit von ihr nicht wegzudenken ist, sollten auch dieses Problem tapfer an fassen. Es.ist wohl neu und schwierig, al er mit Menschen kenntnis, Klugheit und Takt dürfte es zu meistern sein. eitige Einstellung Beivertung der en Anschauungen Kommt dazu, daß die früher etwas ein unsrer jüdischen Frauen -hinsichtlich der Frauenberufe gegenüber der Ehe gesünde gewichen..zu sein scheint. Es muß sich imcher mehr die Anschauung Bahn brechen, daß det Beruf d,r Frau nicht ei» Aequivalent der Ehe ist, sondern ein dürftii es Surrogat, und daß jede Frau aus psychologischen und bio ogischen Gründe» ihren Beruf verfehlt hat, die ni^cht zur' Ehe gelangt. Tie Ausführungen des Verfassers haben in seinem Wohn ort Frankfurt a. M. bereits lebhafte Zpstiinmung gefunden Hausangestellten ischen Seite dem der geistigen Um auch noch auf die teile übernehmen. MAX T1E1IPS, Inhaber ÄLDIN WA DBESDEN.N,, KÖNIQSBßüCKEB STBASSES© Künstlerische Wohnungseinrichtungen in edlen Pr BESICHTIGUNG ERBETEN GRÖSSTES HAUS AM PLATZE