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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1927-11-28 · 7 (28.11.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
3 (1927-1928)
Issue
7 (28.11.1927)
Date
1927-11-28
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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I 1 ' pp Nr. 7 Geruetndeblatl der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden Seite „Das Nähere ül>cr bcjfe Ministerium des j ultus > und von Absatz 3, b<x Eilige Hiernach muffe» t te als durch die angejz gehoben angesehen Wenn der' Sachs Absatz 3 des Religion^ folgert, da ff die Bo ' erhalten werde» sollii we Par oycne rden. ischc steue rtschrisle^i >, so n (des Statuts) Errichtung wird vom und öffentlichen Unterrichts bestimmt" lheitcn bestimmt, igraphen 3 und ti des AfracliteNgefctze» Borschrift der Beichsverfassung auf« 4 aelitische tstemeindcverband nuo S 17 rßesctzes voin 1. Juli 1921 i W-iM. 5. 2021 über die Gebühren. haben aufrechtist dem cntgcgcnzuhaltc», daff die er- >s l wähnte Entscheidung des Reichsgerichts später ergangen ist als Vac- Gesetz, das im übrigen nur die Steuerverhältnissc regeln wollt.'. Hirn i st c r i u m für B o l t S b i l d u n g. Rfir den Minister gcz. Tr. Woelker. - An de» Sächsischen Israelitische» Gemeindeverband. Tresde'n. Nach diesem Bescheide will der Borstand des Sächsischen "israelitischen Gemeindeverbandev — namentlich in Ansehung der von uns gesperrt gedruckten Stelle die angeschnittene Frage zur Zeit ans sich beruhen lassen. Deutsche Rafsenangft Bon Tr. Michael M ü ll c r - E l a n d i u s Buch Tie ten «Deut deutsche,« E. Ä. neuen untersuch! hierinit olgenlen Ausführungen find dein intereffanvon sche- An Schwctichke u (pesichtqpunkten t. der Tr. Hichacl M ü l l e r - E l a u d i » S stassenang st. Eine Biologie des ifemitismus" Berlin 10*27, Verlag «oh» entnommen, das unter den deutschen Antisemitismus TiaS Buch des »ichtjüdischen Autors fei Beachtung »»frer Leier empfohlen. Tie Red. 1. Erlebnis und Symbol Georg Brandes erzählt in seinen Lebenserinnerungen diese frühe stindhestsszem: „Wenn er (Georg Brandes selber) dem Dienstmädchen nacht wllte, das den jüngeren Bruder an der Hand hielt, hör ie er zuweilen hinter sich etwas rufen, und wenn er sich umwaidtc, «rblickte er einen grinsenden jungen mit verzerrtem Mi nde i nd drohenden Händen. Lange Zeit hatte er nicht weiter daianf geachtet, aber allmählich kehrte der Ausruf öfter n ieder, und er fragte das Mädchen, was er bedeute. Sie antwortete Ach. nichts! Auf feine wiederholte Frage sagte sic nui: Taist ein garstiges Wort. Aber eines Ta res, als er von neuem de» Ausruf vernommen hatte, wellte ei Bescheid wissen, und als er nach Hause kam, fragte er fei ic Mutter: . Was bedeutet ia«? - Jude! sagte die Mutter. Inden, daß sind einige Menschen - Garstige Menschen? — Ja, antwortete die Mutier läckicl id, zuweilen recht häßliche Menschen, doch nicht immer. 7staun ich einen Juden zu sehen bekommen? — Tas kann t du > >ohl, antwortete die Mutter und hob den Kleinen zu dein grofen, ovalen Spiegel empor, der über dem Sofa hing. Er stieff einen Schre ans, der die Mutter bewog, ihn eiligst ipieder auf den Fußboden herabzulassen, und er zeigte sich so entsetzt, daß die M itter bedauerte, ihn nickst vorbereitet zu haben. Später! sprach sie zuweilen davon." Einmal ertönt dieser schrei in jedem jüdischen stinde. Er ist der Schrei des Verwundeten, dessen Wunden nicht mehr heilen. Und mit diesem sAchrei ist das stind — der andre geivorden. Tiefe Wunde, d e wir nicht kennen, mutz in ihm biologische Kräfte auslösen, deren Beson' erheit darauf gerichtet ist, Qual, Marter j imd (lefahr dieser Wunde zu bannen — biologische Kräfte, zu deien Auslösung in uns andern keine Veranlassung besteht und die nur wie ein trennender Strom zivischen uns und ihnen ließen. wesen bin und nach Berlin zurückkoinine »nd die vielen .Häuser und die vielen Menschen sehe, muff ich wieder an Meine stindheit denke», und dann sind mir die Inden wieder so verhaßt, wie der Jude Saul ans der Schule." Ich habe diese Aenßerung iw Wortlaut bewahrt. Sie ist symptomatisch. Ter ^nde, der andre, wurde ans der Schule mit Mißtrauen »mgebcn. Man hatte keine Tentnng für sein Anderssein. Tiefes Jngenderteben der Fremdlieit wirkt bis ins Alter hinein beitimmeni} auf die Urteilsbastiing gegenüber den Inden. Tie Stadt mit ihrer Masse, ihrer unklar sich tausendfach überschneidenden Beweglichkeit., ihrem sich drängendem Tempo, ihrem beherrsckxuiden Atem, mit dem sie den einzelnen einsaugt diese Stadt in dem Niedersachsen. der beharrlich und eigenwillig seinen Sinn, seinen Rhythmus, sein Tempo gewahrt und einzeln gewertet wisse» will, eiii Aergernis. Er wird in ihr nie heimisch sein. Sie trägt nickst zur Entfaltung.der Werte seiner Art bei, »nd sie ist für sein Sehen, für seine geistige Erisienz mithin ein lln ivert, ei» Fremdes, ein Verhaßtes. Und dies Fremde bringt er heute »och in eine völlig blinde Verbindung mit dem Frenidbeitserlebnis seiner In gend: ..Wenn ich die vielen .Häuser und die vielen Menickien sehe . . ., dann sind mir die Inden wieder genau so verhasst, wie der Jude Saul auf der Schule." Tcks.stindheits- »nd Jngenderlebnis bat liier eine Gestalt des Juden geformt, die gewachsen ist. hineingewachsey in das individuelle Wertsystem des Mannes und bat sie ausgeformt zuni Symbol, in dem alles Befremdende, llnerivünsckste. Abgewiesene. .Heiiinicnd-Ilnwerte innerhalb der eigenen Erfahrung zusainmenrinnt mit dem Frenidbeitserlebnis der eigene» Jugend. I» diesem Symbol des Inden wird das Unerwünschte ursächlich gedeutet, abgelchnt »nd bekämvst. Ter Jude bleibt nicht nur was er dem Jungen war: der Fliehend-Abtrünnige, der Unheimliche, der ..das andre" null — er wächst vielmehr in der Vorstellung aus diesem jn dem. Ein gelehrter, besinn zählte mir: „Ich chng i, Jude war nur in meiner daß schon wir Jungen lernten. Ich habe dann gehabt. Aber beute noch 2. Hcher und kultivierter Philosoph er- Niedersächsischen zur Schule. Ein Klasse. Aber er war doch so anders, liefen Brüdern so recht mißtrauen mehr mit Inden eine Berührung wenn ich in meinxr -Heimat geiii 1 MC Mains Spezialitäten das Kamslhaarlagsrs sind: Sellienwärmer Brttscfiuhe KnächeJwärme r Waden wärmer Knteschfltzer Gtcfitbctne Schenkel wärm er Nierenwärmer Leibbinden Rackenwärmer Schals Kopfschfltzer Qhrenschützcr Bett }ockcn StrQmpf« Hi Pulswärmer Handschuhe Plaids Stoffe Bnistwärmer Lungenschfltzer Schulterwärmer Glchtärmel Gffenkschützer Schlafanzüge m MorgenanxQge Krankenanzflge Schlafmäntel k Unterzeuge Sportkleidung SALZHANN ST"1 1000 Farben, auch aalra walte Prager /tr. 23 Johannstr. 17 «nt« mawi n. „ . . «nt* rnobki N. Rerrtzsch & IS70 Dttsiöm oa S99S* Sperialhaas fnr Möbel aaö Dekorationen SeetchaßSeämM« ta AraHaStr Vaatzan »tcaft* 79—SS 9a »ItftaSt: Ccaaatc »«ratz» 99—9S

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