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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1927-10-28 · 6 (28.10.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
3 (1927-1928)
Issue
6 (28.10.1927)
Date
1927-10-28
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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Nr. tz Seite 8 Gemeiydeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden Unsere Berbstseste in Dolksbrauch und Volksglauben <2*111!}) Tic Prozessio» mit dem Lulaw in der leicht eine Analogie in dem Umzug mit dem Asikomeu. der noch deute bei den kaukasischen ^uden stattfindet. und dem auch sonst noch hier und da symbolisierten Auszug aus Aegypten und Durchzug durch das' Rote Meer. Dagegen richtet sich wohl das Verbot .en maftirin achar ha-pcssach atikomen", d. d. man unterlasse den Umzug mit dem Afikomen. Nach dem Waon Hai sollten die Lulaw-Umzüge bald nach rechts, bald nach links sich vollziehen. Ten Abschluß der ganzen Festreihe bildet das fröhliche Simchatbthora. Wie in den kleinen Universitätsstädten dle Kommerse oft unter freiem Himmel stattfinden, so in manchen (Gemeinden die von den „Ehathannim" veranstaltete öffentliche (ikiiterei. zu der jederman i geladen ist. Tiefe „Bräutiganie". der „(5Hassan Tbora" ind der „Chassan Bereschis". wurden im Jubel zu und cus der Synagoge begleitet, ^ebuda der fromme spricht wn Fällen. in denen sie den Vorbeter bestachen, auch Leute zur Thora zu rufen, die aus bestimmten (Gründen von diescr Ehre ausgeschlossen waren. Von den Sesardim in Amsterdam und in Hamburg wurden Dramen aufgeführt, die zum Teil gedruckt erhalten sind. In vielen (iZemeinden bildet ein Ball den Abschluß des Festes. Ter Umzug der Binder mit L chtern wird auf Jesaja zurückgesübrt. Daß die Herbstfeste durch besondere Brotsormen und Speisen gekennzeichnet sind, ertspricht der allgemeinen" Tcndeuz der jüdischen Speisekarte. Während die „Ehalloth" oder „Barches" für den Sabba: und andere Feste eine längliche Form aufweisen, werden sie in den Tagen, an denen man „bläst, klopft oder schüttelt", d.J. an Rosch hoschana. an dein man Scholar bläst, an Purim tnit seinem Hamanklopfen und am Sukkotb ivegen des Lulawichüttelns. rund gemacht, wohl wegen der Aebnlichkeit mit einem Rade. Tie Zeit, das Jahr rollt ja wie ein Rad dahin. Für Jomkippur wird aber als Grund angegeben, daß die rustde Form an Engelflügel erinnere und Israel an diesem Tage engelrein vor Gott stehe. An Roich boschäna haben hier und da die Eballotb die Form einer Leiter, weil am Tage des Gerichtes bestimmt wird, wer aufwärts und wer abwärts steigen soll. Bei den Sesardim sind auch sonst die Ehalloth, wenn nicht viereckig, so rund jedenfalls nicht länglich. Tie yereits erwähnten Einzelheiten Bon Tr. Mar Grunwald. Wien ynagoge hat vielazereth aß man in des Neujahrsmenüs lassen sick <»ans beliebt ist, auf daß uns werde, und Barben lFische), weil dieses Wort an „Erbarmen anklingt. Aehnliche Neujahrsspeisen waren auch in Rom und in Pernen üblich. Am Erew Jomkippur zu Mittag ißt may in Südrußland in der Luppe werden akich an Purim und H Begründung lautet dahin, daß des.Jomtow gehöre. Und da Färfel und Krepplech. Letzter^ oschana rabba gegessen. Eine Fleisch zu den Ingredienzien diese beiden Tage nicht als Jomtowin gelten dürfen — Purim ist kein Jomtow! — ver deckt man das Fleisch mit ein« man an Erew Jömkippur KapparabüKner, die Farweln eff am Abend nach Jomkippur. Jene Sitte der „Krepplech" illustriert die Redensart: „Zu di Fleisch-Krepplech setzt er sich, fehlt er aber." Im Talmud ist kippur die Rede. An den ers> sülltes Kraut", d. i. gehacktes Südrußland „Golbuzi" genannt, auf den Tisch. An Sch'mini noch ein dadurch .ganzes ergänzen, daß Glück beschert r Teighülle. In Ungarn ißt Zu Mittag das „Klein" der beim Klappen und Schlagen von Fischessen am Erew Jom en Sukkothtagen kommt „ge Fleisch in Krautblättern, in man in Mattersburg ,Regenwurmes (langgezogene Schupfnudeln mit spitzen Enden). Zu Simchaibthora gehört der „Fladen". Bei der Simchaththora-Ssude frgurierte auch schon in verhältnismäßig früher Zeit der Kaffee. Und nun noch ein paar Worte über die jüdischen Herbstfeste im jüdischen Volkslied und Sprichwort. In Deuffchland heißt es: „Ein Mann ohne Weib ist wie ein Ethrog ohne Lulaw." „Gib. einem Chaser (Schwein) einen Lulaw ins Maul, und es ivälzt sich doch im Kot." In Osteuropa hört inan: Rosch-Ha-Schono blost men Schoiser, U», vun die Alies4 wert jeder Jid a Kaiser'. M' geiht sich abschoklen bai dem Tach Vun die Aweires' was m' Hot a Ssach4. Oi wie schein ist doch zi san a Jid! '* Erew Jomkippur macht men wachsene Licht. In dem Tag vun Jomkippur weren alle gericht. A ganzen Tog geihen alle in Socken. Un bai der Nacht schogt'n arain in Ssuke a Flocken! Oi wie schein ist doch zi san a Jid! Ssnkes, ch-leben a Vargenigen. Wenn Mann uiid Waid Heren sich auf zu kriegen: Sie git ihm essen nit'kein bissel. Weil der Schoch'lff kukt arain in Schissel. Oi wie schein ist doch zi san a Jid! ' r Oder: Rosch-Ha-Schono dawent Men mit greiß Kawone" Un iber Peires7 macht men „schebechionu" Rosch-Ha-Schono mus a Chason bai'm Omed singen Un „hameizi" mit Honig aintinken. Bis drai Uhr dawnen mir bin', imes". Ternoch essen mir dem heißen Zimes'".. Ach wie weil usw. Jomkippur is far Juden a greiße Szore, Jeder muß keilonen" a Kavore. Jomkippur git Gott awek sain Mechile'7. Bifrat47 wer es keift Psiche zu N'ile. A ganzen Tog tut men steihn in Socken. Un var Nacht varklappt men in Ssuke a Flocken. Ach wie weil usw. Ssukes lost sich keiner nit-steißen. Jeder muß essen auf draußen. Auf Ssukes greif men sich on a hibsche bissel: Einer dem andern kuckt arain in Schissel. Zu lieb dem Esroig tut men sich raißeis, Wail die Meidlach un die Waiblach thuön sich flaißen Ach wie weil usw. j Ssimchas-Tcire weren bleich alle Flaschen, Men wälgert sich iber sei in alle Gassen, i Mehr vun alle trinken die Gaboim". > Weil dem ganzen Eilom" giben sei Jyuim4". Alle Menschen, narrische un kluge, Weren vun die Maschke" mschuge. Ach wie weil usw. - ’1 Aufrufen zur Thora. * Käufer. 7 Sünden. Nachbar. Andacht. 7 Früchte. Segensspruch. *• Gemüse. 11 schlachten. 17 Verzeihung. 17 besonders 14 Vorsteher. 15 Welt. 14 Entsagungszwang. 17 Getränk. Menge. lieblich, dem. Trag«n Sie nur M bas gute Kaarnek unb wenn ^te es bei Ihrem Lieferanten nicht bekommen, bann wenden Sie sich an Frau Emma Schanke, I

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