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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1927-10-28 · 6 (28.10.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
3 (1927-1928)
Issue
6 (28.10.1927)
Date
1927-10-28
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Seite 7 Nr. 6 Gemeiudeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden vie groke Brille aber unserem Kielnein Laden Ist der Wegweiser ln das richtige Gesch SLft Gehen Sie zu Bi-Illen-Roettig Prager Slrala L» ganzen Welt, um bas Fra lenerziehungs- und .Hilfswerk in Palästina auszubauen. Air stärksten und tiefgreifendsten wurde die Arbeit der „H idassah", der Organisation der - amerikanischen Frauen, d e das zentrale Sanitätswerk Palästinas ausbaute. Die Hadassa umfaßt 40 000 Frauen und bringt ein Budget von 103 000 Pfund im Jahre auf. .Henriette Szold, ihxe Schöpferin, ist jetzt Mitglied der Gefvmtexekutwe der zionistischen Weltorganisation. Palästina ist der Zionis in der zentrale, er ist nicht der einzige Inhalt ihrer sozia en Arbeit. In Deutschland ist ein wesentliches Stück de ostjüdischen Hilfsarbeit zionistische Arbeit geworden. L las die Zionistin hier zu besonderer Bereitschaft trieb, wa: ihr gesteigertes Gefühl für die Verknüpfung mit dem. gai zen jüdischen Volk —- die letzte Quelle auch ihrer Palästina iebe. Wo die Jüdin im Galu h berufstätig ist, ist sie der Umwelt cingcsügt. Als Zionis in kann sie hier nur dann direkt arbeiten, wenn sie Angestellte, Beamtin oder Lehrerin inner- Iwlb der jüdisch-sozialen od ir der speziell zionistischen Arbeit ist. Es gibt sonst für sie 5 ine Möglichkeit, ihren Beruf unmittelbar für den Zijonis nus auswirken zu lassen. Der Zionismus beeinflußt die Frauen aber in ihrer Berufswahl^: er führt zu dtm pnmitiv produktiven Berufen (zur Gärtnerei, zur- Landwirt chaft, zur Hauswirtschaft, zur Kinderpflege, zum Hanl werk»,, zurück; er schafft die „Ehaluzah". Die Cbaluz, h ist außerhalb Palästinas nur eine Lernende: es ist ihr Wesen, eine „Hinausziehende". das heißt eine später in Erez £ srael Tätige zu sein. Nur in Palästina ums ißt der Zionismus den Komplex der Frauenexistenz. Im Beruf, aber auch in der gesellschaftlichen Arbeit, auch iw Haus und in der Erziehung der Kinder — immer ist im Aaluth nur ein Teil „zionistische Arbeit" geworden, immer ist die Summe der fremden Verknüpfungen geblieben. Pclästina als der sich verwirklichende Zionismus macht jede Arbeit der palästiuensischen Frau zur zionistischen Arbeit. Und doch wäre es irres ihrend, diese Formulierung stehen zu lassen; denn Palästina ist der sich.verwirklichende Zionismus, aber Zionismus ist seinem Wesen nach auch noch im Lande Richtung, Wille, u id als „zionistische Frauenarbeit" kann auch hier nur me h mußt gerichtete, dem Aufbau und Ausbau des Landes dienende Arbeit von Frauen, nicht jedes arbeitende Frauensein gelten. Palästina ist als ein lebendiges Land schon zu veg itativ, zu selbstverständlich seiend, als daß noch all seine Menschen mehr als das eigene<Lebensglück suchten. Aber die Zahl seiner bewußt Schaffenden, seiner:„Zionisten" ist groll. Auch' hier ist das Arbeitsfeld der Frau das dreifache: Familie, Beruf, soziase A:beit. Innerhalb der Fafnilii steht vor jeder einzelnen Frau die Aufgabe, sich der fremden Umgebung unter beschränkten und erschwerten Verhältnissen anzupassen-mud ihre Kinder unter neuen Forderungen für das Land zu erziehen. Ties bedeutet bei qllen bie böD fle Umstellung der Wirtschaft und das Einleben in die ne re Heimatsprache: das Hebräische. Diese allgemeine Ausgab i ist variiert durch den Stand der Fymilie. Die städtisch-bürgerliche Frau, die städtische Proletarierin (eine Proletarier n mit beschränktesten Mitteln, aber der gleich- oder höherwertigen mitgebrachten und verantwortungsbewußten Kultur der Bürgerin), die Landarbeiterfrau, die Frau des Bauer, — ihrer aller Leistungen und das Maß der seelischen und physischen Kräfte, die das Leben von ihnen fordert, sind sshr »erschieden. ' Die bürgerliche, äls d e begünstigste Frau, sucht, wenn ste Zionistin ist, ihr Vorre ht auszugleichen, indem sie sozial arbeitet, das heißt hier, da eingreift und hilft, wo wichtige Elemente des Landes ohne fremde Hilfe zu verderben drohen. Vor ihr liegt die soziale Hilfsarbeit in der Gesamtheit ihrer Gebiete, denn was in europäischen Ländern zuni großen Teil als Aufgabe des Staates gilt, ist hier fast ganz den Privaten überlassen. Tie „Histadruth Naschim Jvrioth" (die Organisation der jüdischen Frau) ist die größte Zusammenfassung/ der sozial arbeitenden Frauen des Landes. Ihr Arbeitkreis und ihre Leistungen sind in den einzelnen Städten verschieden (Säuglingsschutz, Kinderhilfe. Arbeitsbeschaffung, Arbeitsausbildung, Rekonvaleszentenfürsorge ufw.s, aber immer liegt die besondere Note dieser Arbeit gegenüber Europa in der gesteigerten Hingegebenheit dieser Frauen i und in dem erweiterten Arbeitsfeld. j Neuartiger, mehr ans der Idee des Aufbaus geboren, weniger helfend als neuschaffend ist die gesellschaftliche Arbeit der palästinensischen Arbeiterin. Tiefe hat sich — auf vielen Gebieten zusammen mit. den männlichen Arbeitern ihren eigenen Arbeitsnachweis, ihre Ausbildungsstätten, itir Kulturwerk, ihre Krankenhilfe, ihre Verkaiijsgenoüenschait. ihre Arbeitsgruppen geschaffen. Gegenseitige Hilfe, Einstehen für einander ist der Grundgedanke dieser „sozialen Arbeit". Tie Organisation der Arbeiterinnen ist die Histadruth Hapoaloth'; sie ist aus den Notwendigkeiten der Berufsarbeit herausgewachsen. Tie Berufsarbeit, dem Galntbzionismus fremd, oder viel mehr mit ibiw unvereinbar, ist die eigentliche Grundlage für den Zionismus Palästinas'. Was das Losungswort des Nationalfpuds geworden ist: Geulatb Haarez — die Er lösung des Landes - das ist, in erweitertem Sinne, Grundidee all ihrer Arbeit: den Boden neu zu befruchten, eine gesunde Wirtschaft und ein gesundes Volk aufzubaucn. die kommende Generation so hochznziehen, daß sie den Ansban weiterführen und zur Volkseinheit zusammenwachsen kann, arbeitend zn helfen, wo immer die Möglichkeit zu einer ökonomischen und kulturellen Entwicklung gegeben ist/den Berns auch (denn dies ist sein Wesen), aber nicht n u r zur Grundlage der eigenen Existenz, sondern -zugleich znm Dienst am Land zu 'machen, dies ist der Sinn der Berufsarbeit der Zionistin in Palästina. Gerade die heutige Wirtfchaftskrifis hat feine Wahrheit bewiesen. Es ist hier nicht der Raum, von den einzelnen palästinensischen Berufen, von ihrer Entwicklung, von den Tendenzen zur Gruppen- oder Einzelarbeit, von der Wandlung revolutionärer .Befreiungsideen zu der Idee größter Wirtschaftlichkeit und der dadurch erfolgten Aenderung in den Frauenberufen zu reden. Es sollte nur das Grundwesen der Frauenarbeit im Zionismus in seiner Verschiedenartigkeit gezeigt werden: Hilfe bei der Verwirklichung der Idee im (Rilnth. allgemein jüdische Arbeit unter dem Einfluß der Tendenz und Mitarbeit in Palästina, erfüllt von der. Idee und zugleich bestimmt durch die kulturellen und wirtschaftlichen Notwendigkeiten des werdenden Landes. 1 Verband der Arbeiterinnen. Mkbkkher {iilsner nilrt.fr.«. »t»rt> frintt unübertroffmm * Qualität

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