Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 3 (1927-1928)
- Issue
- 6 (28.10.1927)
- Date
- 1927-10-28
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 6 '[.- Semeinljeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden Die Arbeit der Frau im Zionismus Von!Zrau Tr. Margarete Turnowsky-Pinne r, z. Zt. Berlin Ter Zionismus bedeutet Tendenz und bedeutet Verwirk lichung. Palästina in seiner lebendigen Existenz, in seinem Ringen um die besten Formen srines Lebens — dies ist der greifbare, über das Wesen einer Partei herausgewachsene, verwirklichte und sich verwirklichende Zionismus. Er ist daneben der Kampf um ein neues lffigenbewuhtsein und um die allgemeine Verantwortlichkeit des assimilierten Juden für das in der Welt zerstreute jüdische Volk. Tie im Zionismus arbeitende Frau ist die Frau, die in Palästina arbeitet, die sich für das Leben in Palästina vorbereitet oder ihre Kinder für Palästina erzieht, die Mittel lierbeischafft, um das Land aufzubauen, die mitdenkt und mitbilit, die Lebensprobleine Palästinas zu lösen und seine Idee in das Gesamtjudentum hineinzutragen. Es ist aber auch die im Judentum ihres Landes lebende, unter der geistigen Einwirkung der zionistischen Anschauungen für Juden schaffende Frau. Jnnerbalb dieses Rahmens liegt die ganze Vielaftigkeit der Frauenberufe und der Frauenorbeit. I Wer über diq Arbeit der Frauen im Zionismus schreiben will. müßte über den Komplex des palästinensischen Lebens, über die Gcsamtarbeit der zionistischen Organisation, über alle Probleme Her Erziehung und des jüdischen Hauses im Galutb und übex die Gesamtheit der jüdisch-sozialen Fragen schreiben. i ■ - " . Hier soll nichts als eine Skizze gegeben werden, die vieles wegläßt und das Ganze mit groben strichen zeichnet, ohne Einzelheiten auszufübren. Immer m bei der Arbeit der Frau ein Mehrfaches zu unterscheiden: Tie nach außen gehende Benifsarbeit und die Wirksamkeit innerhalb der Familie, die Arbeit im Haus und die Erziehung der Kinder. Tazu gibt es eine Zwischenform: Tie Arbeit, die nicht bis zur Berufsarbeit, also der die Zeit zentral! ausfüllenden Arbeit wird, und die doch aus dem engen Kreis hinausgeht, die (nicht berufliche) soziale Arbeit. Tabei! soll hier unter „sozialer Arbeit" jede der Allgemeinheit geltende und der Entwicklung einer Gesamtheit dienende Tätigkeit, nicht nur die Hilfe an den Armen und Verelendeten verstanden werden. Tie Fttiuen! des (Yaluths im .Zionismus:'Wo sie .Hausfrauen und Mütter fiitb, wird ihr Wille dahin gehen, sich selbn und die Ihren zu bewußtem Leben und Schaffen als Inden zu erziehen. Ter weltliche, nicht orthodoxe Jude ist losgelöst von der Tradition. „Jüdisch erziehen"; dieses Losungswort ist die Krait, die die'Zionistin in ein Suchen um neue und dem Alten verknüpfte oder alte und der heutigen Zeit lebendige Formen, um die jüdische Sprache und das jüdische Kulturgut htneintreibt. „Für das Judentum schaffen, Diener sein seinem Volke", das heißt für! die Frau, sich den Juden der ganzen Welt verkitüpft fühlen,! bereit sein zu helfen, wo Judennot es verlangt, und es heißt besonders — da der Zionistin das wesentliche jüdische Werk und die wesentliche jüdische Aufgabe unserer Zeit der Aufbau Palästinas geworden ist — sich selbst rsnd seine Kinder für ein späteres produktives Leben in Ertz Israel hexanzubilden oder — Geldmittel für Palästina fireizumachen.- Jeder, der das Wesen einer Kolonisation, der die besonderen Probleme der Juden und Palästinas e nmal verstanden hat, weiß, daß das Judentum der Welt aus sich herauf in diesem Jahrzehnt dieselben Mittel aufbring;n muß, um-das Land aufzubauen, die ein Staat sonst erzn ingt. Aber aus dem Wissen den Willen zu schöpfen undden Willen stark genug zu machen, um die gesamte Lebenshaltung zu beeiltflussen, der Luxustendenz und der selbstischen Besitztenvenz der Zeit entgegenzuwirken, um Palästina I »elfen zu können — dies ist „Arbeit", Tat der Zionistin.! Was sie hier in der Familie tut, erweitert sie in, der sozialen Arbeit. Der „Bund Zionistischer Fl auen in Deutschland" und die entsprechenden Verbände der anderen Länder haben sich gegründet, weil die zionistischen grauen sich gggenseitig helfen wollen, die Formen ihres Li bens, die nduen Beziehungen zu der ihnen verlorengegaigenen jüdischen Kultur, die Kraft zur Neugestaltung ihrer Existenz zu finden. Hier sprechen und lernen sie miteinander. Aus diesem! Zusammenhang erwächst auch die gesteigerte Arbeitsbereitschaft für die soziale Arbeit, und es entttehen, As Versuche! der jüdischen Kindererziehung jenseits der Familie, besondere Einrichtungen: jüdische, oft hebräische Kini ergärten und an manchen Stellen jüdische Schulen. „Der Verband jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina" ist v >r jetzt 20 Jahren entstanden, um den Frauen und Kindern in Palästina zu helfen; er unterstützt die landwirtschaftliche und die hauswirtschaftliche Ausbildung der Einwanderi rnen, fördert die Heimindustrie des Landes und hilft den palästinensischen Frauen bei ihrem Kinderwerk. Er ist nie ein rein Zionistischer Verband gewesen. In dem Kultu» verband herrschte — entsprechend der Frauennatur seiner Gr inder — von Beginn an der Gedanke: Palästina ist das Land aller Juden; es wird gelingen, daß alle mit uns gehen wir können und wollen nichts als Anregende sein. — Die „Wizo" (Woinens International Zionist Organisation) verbindet und omanisiert seit sieben Jahren entsprechende Frau engruppen in der GELDKNAPPHEIT darf Sie nicht von dem Kauf dringend nötiger Augengläser, einer Radioanlage Kamerazum Festhalten froher Ereignisseabhalten/Werautund billig bedient sein will MERKE VOR: BOHR - Mein Prinzip: Nicht teuerer, aber besser —I Ringstraße 14 uncf Waisenhausstraße 15. neben Cafö König / Tel. 21 Edelobst Südfrüchte Konserven / Weine Liköre erstklassig und preiswert Im Fruchthaus Sambach Inh.: Sdmbach & Reetz / Amallenstraße9/Ruf 17521 ntAAQEN nwtOIBl Schloßstraß». Eck« groß» BrOdargasse Die bewährte Bezugsquelle des anspruchsvollen Rauchers