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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1927-10-28 · 6 (28.10.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
3 (1927-1928)
Issue
6 (28.10.1927)
Date
1927-10-28
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Nr. 6 5 G!emei ndeblatt der Israelitischen ReliaionSaemeinde Dresden Seile 8 M führend 5trqß>e und (jzfeHfchaft Die Arbeit Jüdischen Frauenbundes in Deutschland* Von Bettina Brenner, Leipzig Bei dpr mir gestellten - nfgabe, über jüdische Frauenarbeit in Deutschland zu berti hten, ergibt sich für mich natur- »otwendig, daß ich von der Arbeit des Jüdischen Frauenbundes erzähle. Nicht weil ich mit dieser seit et>va eineinlialb Jahrzehnten eng verknü >ft bin, sondern weil in der Tat die jüdische Frauenarbeit, d e in Deutschland zur Zeit geleistet wird, ihre Zusammei fassung im Jüdischen Frauenbund findet und zu einem vesentlichen Teil auch von ihm selbst geleistet wird. - i Es bedarf heute, in Zeit'», in denen die Zentralisation aus allen Gebieten sozialen ) Wirkens längst als eine notwendige Voraussetzung erkännt st, nicht mehr der Begründung für eine solche. Anders stand es damit vor mehr als zwanzig Jahren. In weit vorausschc uender Erkenntnis der Entwicklung waren es zwei Frac en: Bertha Pappenheim und Sidonie Werner, die im Jc hre 1904 gelegentlich ihres Zusammenseins bei einer inlernationalen Tagung zur Bekämpfung des Mädchenhandl ls in London es als notwendig erachteten, die in Deutschlai d bestehenden jüdischen Frauenvereine zusammenzuschließen. Bei Gründung dieses Zusammenschlusses waren es e nige 40 Vereine, die den Bund bildeten, im Jahre darauf schon 70 und in fortschreitender Entwicklung, die nur. in der Kriegs- und Nachkriegszeit eine Stagnation erfuhr, sinh es jeute weit über 400 Vereine, die im Jüdischen Frauenbund vereinigt sind. Und zwar handelt es sich bei diesem Streben uacfj Erfassen tunlichst aller Vereine nicht um ein nur schematisches Organisieren, das den Hauptwert auf die große ^ahl der Anschlüsse legt. Es soll zweckhaft ein gemeinsames Arbeiten für gleiche oder verwandte Ziele erreicht werden, ein von einander Lernen, ein Ergänzen und immer weit« res Ausbauen aller Gebiete, die sich der Bearbeitung jüdsicher Frauen in unübersehbarer Fülle darbieten.- Hebet das Zweckhofte hinaus aber will der Bund in jedem Verein und tunlichst in jeder Frau das Gefühl des Verbundenseins wecken und pflegen; das Gefühl des Verantwortlichseins einer ür die andere, des Eintretens iHHilifmiiiff einer fir alle. Er versucht durch direkte J FghMn >nahme mit seinen Mitgliedern und ihre inl irekte Beeinflussung durch die Vereine da i Gewissen der Frau als Frau, wie , als Jüd in wachzurütteln für all die mannig- W fachen H pichten, die die Gegenwart uns jüdischen Fr men weit mehr als andern auferlegt. Die Zeit der Grüirdun, einer jüdischen zusammenfassenden und führenden Frauenorganisation war damals schon dadurch gekommen, daß die anderen Konfessionen ihre Frauen lange vordem zusammengc schlossen hatten und daß neben ihnen die interkonfessionelle Frauenbewegung Jahrzehnte früher sich für die Erreich» ig der Frauenrechte einsetzte. Daß diese Frauenrechte am best n mit dem Wort zu kennzeichnen sind, daß die Frau das! Reht auf die Erfüllung ihrer Pflicht erreichen wollte, ist rückschauend wohl allen Frauen klare Erkenntnis geworden. Doch g;ht das Ziel der Frauenbewegung, und ganz speziell der jütischen, ja nicht allein dahin, den Frauen Rechte zu erkämpf« n. die Frauen zur Pflichterfüllung 'Mit «rnehmigung der Fr« akfurte, Israelitischen «emeindezeitung. zu erziehen, sondern sie-kouimt auf diesem Wege dazu, wertvollen Anlagen, die individuell verschieden in jeder Frau latent vorhanden sind, zur Entfaltung und Ausgestaltung zu verhelfen. Die Gliederung des Bundes vollzog sich in organischer Entwicklung so, daß man schon in den ersten Satzungen im Jahre 1905 die Bildung von Ortsgruppen voriah. Die'e sind als die lokalen Stellen gedacht, die die Idee des Bundes und die Kentnis seiner einzelnen Aufgaben zu verbreiten und immer mehr zu vertiefen haben. Es gilt hierbei auch, in Verbindung init anderen Lrgaiiisationen das Neue zu erfassen, um es für die eigenen Zwecke nutzbar zu machen. In dem ersten Jahrzehnt bis zum Kriege entstanden 10 Ortsgruppen in größeren Städten. Seit 1920 hat sich die Zahl der Ortsgruppen cücf etwa 28 erhöht lind neben ihnen umfaßt der Bund jetzt 10 Landes- und Provinzialverbändc. In ihnen kann von einem Landes- oder Provinz-Zentrum ans das Interesse für die Bundesaufgaben in kleine und kleinste Orte getragen tverden. Und wie die Juden, nicht nur die Frauen, von kleinen Gemeinden, in denen oftmals nur ein Verein besteht, der an Mangel vdn Betätigungsmöglichkeiten krankt, jed» Anregung begrüßen und sie dankbar ausnchmen, das lehrt uns seit Jahren die Arbeit in unseren Landesverbänden. Es würde im Rahmen dieses Artikels zu tveit führen, die einzelnen sozialen Aufgaben zu nennen, die speziell zur Bearbeitung von Landes- und Provinzialverbänden geeignet sind. Auskunft hierüber wie über alles sonst ettva Wissenswerte würde die Unterzeichnete oderdie .Bundesgeschäftsstelle (Berlin 6 2, Rosevstratze 2—4) jederzeit gern geben. So wie der Bund als solcher eine in der Entwicklung der Zeit notwendig gewordene Zentralisation darstellt, die andere große Frauenorganisationen, wie den „Verband der Schwesternlogen" und den „Verband der Kulturarbeit in Palästina", umfaßt, ohne sie im mindesten in ihrem Arbeitsbereich zu beengen oder zu beeinträchtigen, so ist ein Zweck der Ortsgruppen, die in der Stadt bestehenden Vereine zusammenzuschließen. Auch hier wird die Selbständigkeit des einzelnen Vereins nie angetastet, sondern im Gegenteil gelangt es den örtlichen Vereinen zum Vorteil, eine Stelle zu haben, die für manche wichtige Frage dadurch als zuständig angesprochen werden kann, weil in ihr die Vertreterinnen anderer Frguenvereine mit ihren Erfahrungen und Kenntnissen Sitz und Stimme^haben. Was einem Verein oftmals nicht gelingt, kann die vereinte Kraft, die mehr als die Summe der Einheiten darstellt, in vielen Fällen durch die Summe der in ihr vereinten Erfahrungen und durch die größere Stoßkraft erreichen. »SCHOKOLADE - PRALINEN * KAKAO BEGEHRT BELIEBT

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