Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 3 (1927-1928)
- Issue
- 5 (28.9.1927)
- Date
- 1927-09-28
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 lemeinbieblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden Nr. 5 zu sein (vorzubeten)." Dagegen, das; in der Gemeinde einer den anderen überschreit, nimint 3r. Mose Jsserles Stellung, i;$nm Schofarbläser bestimmt man hm besten einen Mann, der die -kabbalistischen „Rainen" kennt die aus den Gebeten her-! vorgebcn. Er soll sich drei Tage vor dein Feste besonders vor jeder Sünde hüten. Wie beim Scköfarblasen alles Räuspern und Rülpsen zu vernicidcn ist, so wird siir die Prcdigt am Muüesabbat besondere Aufmerksamkeit gefordert. Das Einstimmen in das „Amen" ani Schlüsse der „Terascha" bringt Segen. ..Aber uit", heißt es im ,Ezlachjinst, „wie das gemeine Volk schlaft, und wenn man gleich nischt versteht, gehört man doch zuzuhörcn, ivenn inan darschenen (predigen) tut." Rach den einzelnen Absätzen des SchofarblasenS werden n. a. neben dein Propheten Elia auch die Engel lJeschua" und „Metatron" <Metator) zitiert. Von den Enm-ln, die hierbei beschivoren iverdcn, tragen die einen diesen, die anderen jenen Ton des > SchofarS vor den Thron Gottes. Rach Pythagoras soll der auf eineni Erzinstrilinent erzeugte Toii die Stimme eilies darin verschlossenen Dämons sein! In Frankfurt geschah es nun ciiist, daß der Schofar keinen Ton von sich gab. ES war, so hieß es, der -satan hiueingesahren.^im das Blasen zu hindern. Man sprach von der anderen.Seite des Jchofars das Gebet „Wihi noam" hinein, lind das Hemmnis ivar behoben, lleberbaupt spielt der Satan, der als Ankläger vor dem Richterthrone Gottes steht, an deir Herbstfesten eine besondere Rolle. Ilm ihn zu „verwirren", ihn über das Datum des Rosch haschana zu täuschen, wird nicht, wie sonst jeder Roschchodesch. der das Tischri össentlich eingcsegnet. Darum unterlässt inan auch das Schofarblasen am Erew Rosch haschaua. llm ihm jede .H^indhabe zu einer Anklage zu nehmen, beginnt mau au Simchaththora die Thorqvorlesung sogleich, nachdem man sic beendet hat, komint ani Morgen nach Jomkippur auch, wer sonst dem Morgengottesdienste fernbleibt, in die Synagoge u. a. in. Während ain Ausgange des Versöhnungstages im allgemeinen nur ein Tost geblasen wird, blies inan, nach dem Machsor Vitry, in Palästina und Köln die vier Töne. Rach Mincha am Erew Jomkippur ließ man sich im Vorranme der Synagoge in gebückter Stelluna 39 Schläge mit einer Geißel erteilen, deren Riemen in Erinnerung an Jesaja 1.3 aus Kalbfell geschnitten und mit Eselsehnen genäht sein mussten. Ter Kabbalist Jsak Lurja ließ sich nur vier Streiche geben. Tie Lephardim kannten diesen Brauch nicht. Auch ini Orient ist er vielfach noch heute verbreitet. Hier und da verteilt der Synislgogenvorstaiid Süßigkeiten an alle Gemeiirdemitglieder, u. a. wohl als Gegengewicht gegen den Ernst dieser Tage, der auch durch Tränen bekundet norden soll. Wer insbesondere um Radab und Abibu weint, die ihrem Vater so plötzlich entrissen wurden, der wird, nach Jsak Luria. in diesem Jahre se ne Kinder nicht verlieren. Doch weine man nicht unsinnig stiel. Denn wenn auch die stets auch nach dem „Tvrsolchen unsinnigen Tränen ,Tore der Tränen" im Himmel schluß" (Rei'la) offenbleiben, vor schließen sie sich. Das Anzünden eines Lichtes gogc wurde damit erklärt, daß Tafeln des Bundes vom Linai gei ist ein Lichr". Das Anzünden vü iür die iinolge des Fastens entf^ Speise und Trank bieten. Den verwendet man zur .Habdala de^ Jomkippur in der Synadiesem Tage die beiden inmen sind und „die Thora ler Lichter soll einen Ersatz enden Segenssprüche über eft des Jomkippur-Lichfcs Jomkippur, bei der kein frischairgezündetes Licht gebraucht werden darf, Das Erlöschen eines solchen Lichtes iir der Synagoge galt als böjcs Omen. Ein zweites Licht, das „Seelenlicht", galt dein Andenken der verstorbeneil Eltern. Den Docht zu di'sen Lichten bildet in Osteuropa ein Faden, der durch das „Messen" dcS Friedhofs oder eines einzelnen Grabes gewönne, > wird, und der vielleicht an den purpurroten Faden erinnein soll, der, nach der Ueberlicferung. am Versöhnungstage, ivenn die Verzeihung der Sünden erfolgt war, eine weihe Farbe annahm. Als äußerliches Mittel der Kasteiung genügt das rasten, nach dem „Sefer chassidiin", für einen, der im jüdisä en Schrifttunl bewandert ist. Er braucht sich nicht, wie es >as Volk zu tun pflegt, im Winter im Schnee, im Sommer in Brennesscln zu wälzen. Auch für jene, die zwei Tage Jomkirvur halten, sind religionsgesetzliche Bestimmungen für das Essen usw. vorgesehen. Sogleich nach dem Schluß des Jomkippur w rd noch an demselben Abende mit dein Bau der Snkka beginnen, zum mindesten der erste Nagel dazu eingeschlagen. Michajil el chajil", ununterbrochen soll der, Jude heiligem Werke obliegen. In der Schweiz wurde in kleinen Gemeii den für die gemeinsame Laubhütte eine Steuer eingehoben, ton der, wie von allen Gemeindeabgaben, in Friedberg (Hesse, ), mit Ausnahme des Schlichters, die Gemeindeangestell en _ befreit ivaren. Oesterreich belastete unter Maria Theresia (1744) die mährischen Inden mit einer Steuer, auf die Ethtogim. Der alte Burtorf sagt von diesen: „Tie Citronen holen sie (die Juden) in Spanien, wie auch die Palmen-, Oel(I)- oder Myrtenzweige und reisen alle Jahr sechzehen In )en hinaus, führen mit sich heraus soviel sie könilen, welche sie hernach durch das ganze Teutschland, wo Juden wohnen verkaufen, und hat man erfahren, daß bei diesen Zeiten (1"29) manchmal ein Citron-Apfel hat 4 Gulden gekostet."? uch an den Feststrauß hat sich der Judenhaß geklammert, indem die Bachweide. die nach der bekannten Erklärung jene — Juden! — repräsentiert, denen man weder gute Taten noch edle Gesinnung nachrühmen kann, von den Christen, wie eben Binstorf, als Schmähung ihres Glaubens gedeutet wurie. Ebenso nahmen in der anderen Auslegung der vier Pflrnzenartcn: Babylon, Persien, Griechenland und Rom selbst die Protestanten. um den Juden Christenhaß zur Last z> legen, die letztere Rolle, die Roms, für sich in Anspruch. Und weiin bei den Umzügen mit dem Lulaw um den Ä memor, an denen übrigens, nach manchen Autoritäten, au h jene, die keinen Lulaw tragen, sich betätigen sollen, den Ma lern Edoms von einigen Auslegern das Schicksal zugedacht wi rd. das den , Mauern Jerichos widerfahren war. so fühlte sic» das überempfindliche Gewissen mancher Judenfeinde cuch davon betroffen. In Kriegszeiten, wie noch vor wenigen Jahr« n im Weltkriege, bereitete die Beschaffung der Ethrogim die größten Schwierigkeiten. So berichtet Ascher Levi in seinen Memoiren aus dem Elsaß,, daß im Jahre 1630 dort eine Ethrogim, in Teutschland überhaupt nur wenige zu Huben ivaren. Endlich brachte man in seine Heimat zwei für Et' >rogim ausgegebene Früchte. Einige Gemeinden taten sich zusammen, um sie aufzubringen, und durch Boten wurden se tagtäglich von der einen zur andern getragen. Als man sie aber später aufschnitt, erwies es sich, daß sie überhaupt kein: Ethrogim, sondern einfache Zitronen waren. Zitronen. ' Aomeranzen u. dgl. gelten aber nicht als Ersatz für eine i fehlenden Ethrog, während, falls kein Widderhorn für den > rchofar auffcmspn ilaqen jedes Systems Vollautomatische Anlagen, Reihenschaltungs-Anlagen Glüi lfampen-Zentralen, Haustefephon-Anlagen in fukchster Vollendung in. Kaut und Miete führen aus Drestbier Mvat-Teleion-Geiellfchait Femipr.-Sannnel-Nr. 25631 Wilsdruffer Straße Auskünfte und Ingenieurbesuche kostenlos und unverbindlich