Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 3 (1927-1928)
- Issue
- 4 (28.8.1927)
- Date
- 1927-08-28
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 4 emeinbelilatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden und oberer Altersstufe stehen wacher Seite 7 täglich sechs Stunden für geistige, drei Stunden für körperliche oder künstlerische Be tätigung zur Verfügung. Man ist jedoch bestrebt, den Stundenplan unserer höheren Schrien, wo die verschiedenen un> verschiedenartigsten Fächer all: 46 Minuten an einem Vormittag in buntem Wechsel ein rnder folgen, aufzugeben un) an seine Stelle Doppelstunder und Unterrichtsperioden ciüzusetzen, so daß eine ganz anlere, intensivere Art des Unterrichtsbetriebs möglich ist. F ir die Mittelstufe kommt die Unterrichtsart in erster Linie fü solche Fächer in Betracht, die das Interesse des Schülers wichzuhalten besonders imstande sind, so daß keine Ermüduig eintritt, z. B. in den Naturwissenschaften, wo auch eifrige Selbstarbeit des Schülers in!Frage kommt. Im Sprachunter, icht wird Wan erst auf der Operstufe diese Unterrichtsperioden einführen. Jedenfalls beit man damit gute Erfahrungen £ emacht. Vielfach hat man aych einen vierzehtitägigen Stunde iplan eingeführt. In der eisten Woche treibt man vornehm! ch kulturkundliche Fächer, ist der zweiten Woche Natürwissens haften. Der fremdsprachliche Unterricht geht in beiden Aachen nebenher. Die jm Laufe einer Woche behandelten Fächer müssen in Beziehung und natürlicher Wechselwirkung j u einander stehen. Ter Nachteil des Vergessens hat sich c ls geringer herausgestellt gegenüber dem Vorteil der Friscke und der erhöhten Aufn ihmefähigkeit zu Beginn der nei en Woche. Die Eintönigkiit und Langeweile, der größte F:ind des Unterrichts, wird vl-rmieden. In den mittleren Klanen, wo das Bedürfnis der fugend nach praktischer Tätigkeit inan diesem Umstande Rechnung, indem man praktische Tage c »schaltet, an denen die Schüler besonders groß ist, trägt vornehmlich Garten- oder Werkarbeit leisten, physikalische Apparate oder Modelle bauen ri sw. Daneben können auch inn rhalb der Jahrgänge für ivrschiedene kulturkundliche und prachliche Facher Sonderabteilungen und Kurse gebildet werden, in denen gleichaltrige Schüler eine Zeitlang zur besonderen Förderung untergcbracht werden, um dann wieder in ihre Jahreskurse znrückp, kehren. Daß die religiöse Gew einschaftserziehung. die gcisteinsamen Ferien, das gemeinf ime^Gebet eine besonders nachhaltige Wirkung ausüben wird, ist wohl ohne weiteres zuzugeben. Für die Naturwissenschaften ergeben sich aus der unmittelbaren Berührung mit der Natur durch Garten- und Landarbeit, durch Wanderungen neue Ziele. Der staatsbürgerliche Gedanke wird durch die Beteiligung der Jugend an den Arbeiten und Ereignissen des Heims gewellt und gefördert. Durch abendliches Vorlesen, durch eine gute Jugendbücherei kann jüdisches Wissen gepflegt und künstlerisches Empfinden wachgerufen, der deutsche und der Geschichtsunterricht befruchtet werden, durch den Werkunterricht könnte sich für Schüler, die sich als geeignet erweisen, eine Aussicht für die Ausbildung jüdischer Handwerker ergeben. Natürlich lassen sich hier nur die Richtlinien für derartige Landerziehungsheime andeuten. Jedes Heim ist ein Organismus. eine Welt für sich, jedes der bestehenden Heime hot auch seine Eigenart im Aufbau und trägt den Steiupel seines Leiters. Tenn nirgends kommt es mehr auf die Führer an als in diesen Heimen. Hier sollten nur die grundlegenden Gedanken erörtert werden, die die. Heimerziehung von der Ausbildung in unseren städtischen Schulen unterscheiden. Solche Heime könnten die Grundlage für eine neue jüdische Erziehung werden, die eine harmonische Ausbildung von Geist und Körper anstrcbt und eine Erneuerung d-:'jüdischen Jugend in Deutschland einleitet. Hier erwächst dem künftigen Rcichsverband und den Landesverbänden eine ideale Aufgabe, j der sie sich nicht entziehen »sollten. Aber auch der Reichsverband Jüdischer Frontsoldaten, der eine jüdische Siedlnngsgesellschast gegründet hat, sollte den Gedanken der Gründung seines solchen Landerziehungsheimes mit der Siedlnngsidee rerbinden. Die Persönlichkeiten, die hier als Lehrer wirken sollen, müssen allerdings sorgfältig ausgewählt werden: es dürfen keine Pedanten sein, sondern nur wirkliche Führer der Jugend sind hier am Platze, die sich mit ganzer Seele ihrer Aufgabe hingeben, wenn das hohe Ziel erreicht werden soll. KORK OHNE MUNDST. Firmenschilder«Buchstaben Leuchtreklame»Schriftmalereien Jeder Art. fertig* erstklassig and preiswert Telephon 19844 Bel gröleren Aufträgen Teilzahlung. «IIM«UWM>«WW«!»!IWI«UUMIM«iI«M«M» B. Kanner, Dresden-A.1, Jagdweg 13 Skizzen und Kostenanichlöge unverbindlich. ALLIANZ Leben$ver$icherang$bank A.-G. Versicherungsbestand Enda Mai 1927: ca. SOOOOOOOO UM. Zeitgemäße Alters-, Hinterbliebenen-, Invalidität*-, Aussteuer- und Studiengeld-Versicherung Versicherten-Dividende nach 3 jährigem Versicherungs-Bestand - Plan I 1927: 29% — 1928 31% Jul. Claraon, Oraidsn-ä., MumaaatraSa 1 Fernruf 35110 Dlraktlaa fürSachaan, Draadan-A. 1, Prager StraSa 4S (Allianzhaus), Fernruf 24941 -r