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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1927-07-28 · 3 (28.7.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
3 (1927-1928)
Issue
3 (28.7.1927)
Date
1927-07-28
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Nr. 3 Gemein »eblatt der Israelitischen ReligionSgemeinde Dresden Seit- 7 Stadt. Von den 20000 Einwohl ern sind knapp 1000 Juden, darunter 150 Studenten der berühmten Jeschilva. Berühmt ist dieser Ort. weil in ihm die Höhle Machpela ist, in der unsere Urväter und Urmütte: begraben liegen. König Hctodes liefe eine 12 Meter hohe Mauer aus glattgehauenen kleinen in großem Umkreis uw diese Grabstätte bauen, und die Moslemiten haben darüber eine Moschee gebaut, zu der ne keinem Andersgläubigen den Zutritt erlauben. Auch hier beten die Juden an der alten Mauer, wie an der Klagemauer in Jerusalem. Biele andere heilige Plätze werden in Hebron gezeigt, darunter die Gräber Jischais, des Vaters Davids, Abners und viele andere, f Hebron liegt in einem der fruchtbarsten Teile des Lahdes, und die arabischen Aeivohner der Stadt sind im ganzen Lande, bekannt utcflen ibres stark ausgesprochenen Nationalismus. Ich habe versucht. sowett man es in Brief», tun kann, eine kurze Beschreibung unserer Reise zu gaben. Beim Wiederdurchlesen. iebe ich, wie armselig die Schilderungen sind im Verhältnis zu den Dingen, die wir in den sechs Wochen unseres Auf. enthaltes im Lande gesehen ustd erlebt haben. Aber es gehört die Feder eines großen Künstlers und Schriftstellers dazu, die herrlichen Bilder zw beschreiben, die wir ges'hen haben und die seelischen Eindrücke zu schildern beiin Besuch der alten, heiligen Stätten, — und jeder Schritt ist auf heiligem Boden! Heilig durch Religion und Tradition und durch das Unbekannte in unserer tiefsten Seele, — und auch das Ncuerstehende ist schlver zu schildern: es ist noch alles im Werden und Gären. Ich denke an die jungen jüdischen Arbeiter auf dem Felde, beim Straßenr nd beim Häuserbau. Jünglinge und kräftige Mädchen mit hellen, leuchtenden Augen, mit Begeisterung in der Seele. J h sehe sie nach getaner Arbeit, Schiros (Lieder) singend, ^in der Abenddämmerung nach Hause gehen. Ich sehe stramme jüdische Frauen Kühe melken und Blumen und Eemüse pflegen und stolz die hundert jungen Kücken, die soeben ihre Eier verlassen haben, bemuttern, und ich hlire die stolze Mädchenstimme in der Gartenlaube sagen: „Ja, wir bereiten uns vor. / - tüchtige, würdige Frauen für jüdische Bauern und Arbeiter zu werden." Ich sehe' auch die Arbeitslosen, die den Mut nicht sinken lassen, und ich sehe, wie ihre Arbeitsbrüder und -schwestern alles mit ihnen teilen. Ich sehe Tausende Dunam neuer Bäume, Orangen, Zitronen und Bananen, und große Felder neugeschafsenen Landes und viele neue Brunnen zur Bewässerung des Bodens. Ich sehe Häuser und Straßen, von jüdischen Händen erbaut. Ich sehe die Gestalten an der Klagemauer. Unsere Brüder und Schwestern — Flüchtlinge aus Jemen und Mesopotamien, aus Buchara und Persien und aus den Ostländern Europas. Ich sehe neue Hoffnung in ihren Augen. Ich sehe sie in ihren verschiedenen Trachten beim andächtigen Beten' in hundert kleinen, blitzblanken Bethäusern und fühle die ganze unbeschreibliche Sabbatstimmung, wie ich sic noch nie im Leben zuvor gefiihlt hatte, und überall höre ich zarte Kind'rstimmen. Männer- und Frauenstimmen in hebräischer Sprache klingen, die ich'zwar nicht ganz verstehe, die aber doch so wohltuend wirkt. Viele Reisen habe ich gemacht und viele Länder gesehen. Aber die Erfahrungen dieser Reise in das Land unserer Vorväter sind doch etwas ganz anderes. Und ich rate einem jeden, der es kann, diese Reise zu machen. Sie enveckt neue Kräfte in uns. Biele erschlaffte Saiten in unserer Seele und das jüdische Selbstbewußtsein werden mit ganz neuer Stimme erklingen. Wenn man Menschen ans allen Erdteilen — Mitglieder aller Religionen — andächtig an den Gräbern unserer Vorväter betend stehen oder knien sieht, dann begreift man in tiefster Seele, daß wir Kinder eines großen Volkes sind, und wenn wir die neue Arbeit im Lande sehen,' die die Kinder der jetzigen Generation nnseres Volkes im Lande ihrer Väter leisten, nach all den tausend Jahren der Unterdrückung, dann lernen wir den Kopf Hochhalten und wie einst Jona in der größten Not sagen: j 'Id« nay I Ein Hebräer bin ich! KORK OHNE MUNDST. iiiiiiiiiinui.iauiutiiuiiaauiiiuiiiKimiiuuiiiiuiimimiiiiHiiiiutuiiiiiiuitfniiiuiiiiiHiiiuiiifUiiiiuiHUUMBitMimiiiimiüiii Firmenschilder»Buchstaben Leuchtreklame»Schriftmalereien jeder Art, fertigt erstklassig und preiswert B. Kanner, Dresden-A.1, Jagdweg 13 Te&!r Sklssen und Kostenanschläge Bel größeren Aufträgen unverbindlich.' Tellaahlung. m»Btt«iiiaiManivBUUBMmaiMMBaBni«nufltiiiimuiujjiitjnii!fiiiiuiaiBiiiHRBmMnfliinmuwiitimiMBiiniiiM ALLIANZ Lebensvenidierungsbank A.-G. Versicherungsbestavi Ende Mai 1927: ca. soooobooo UM. ZeitgemSße Altere*. Hinterbliebenen*, Invalidität**, Aussteuer* und Studiengeld-Versicherung Versicherten-Dividende nach 3 jährigem Versicherung«-Bestand Plan I 1927: 29% — 1928 31% Oanaral«Vartratar Jul. Oarson, Drsidan-A., BlumcnstraS« 1 Fernruf 35110 Dlraktlon Mr Sachsa«, Orasdaa-A.1, Pragar Straft« 4S (Allianzhaus), Fernruf 24941

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