Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 3 (1927-1928)
- Issue
- 3 (28.7.1927)
- Date
- 1927-07-28
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Nr. 3 Gemeindehlatt der Israelitischen ReligionSgemeinde Dresden IV. I Ostern in Jerusalem Tie Erfüllung unserer Gebote uind Träume. Das ist ein .Kapitel für sich, das ich hier nichts schildern werde. Sagen möchte ich nur. daß es nicht nur das heilige Fest der Juden und Christen, sondern daß es auch isas große Fest der Araber ist. Sie feiern den Todestag Woses' (Nebi Most) in der Osterwoche. Für Juden und Christen ist Ostern ein Familien- und Religionsfest, für die Araber iist es das patriotische Fest des Jahres. Zu Zehntausenden strömen sie von den entlegensten Enden und Ecken des LanLes nach Jerusalem. Mit Gesang und Musik, mit Tanz und Gebet kommen sie durch das alte Jaffator. Hier hält'jede Gruppe etwa 10 Minuten, und dann geht es weiter durch gbic engen Straßen zum Tempelplatz, zu den Moscheen. Sie übernachten in und um Jerusalem, und am nächsten Movgen geht es hinunter zu den Bergen des Toten Sees. In der Gebirgswüste haben sie eine große Moschee gebaut, über einem Platz, der angeblich Moses' Grab sein soll. Alß wir auf der Reise nach Jericho, zum Toten Meere waren, trafen wir überall die zurückströmenden Karawanen der Araber. Von Jerusalem zuni Toten Meere führen zwei Ehausseen, von denen die bessere >nährend des letzten Krieges von deutschen Ingenieuren für militärische Zwecke gebaut wurde. Eine gut angelegte Straße, die — etwa 35 Kilometer lang — von 750 Meter iiber dem Meeresspiegel bis zu 400 Meter unter dem Meeresspiegel führt. Sie schlangelt, sich durch die kahlen, roten Berge der Wildnis Judas. Das Tote Meer, mit einem Flächeninhalt von fast 1000 Ouadrat-Kilpmeter, ist ringsherum von steilen, kahlen Bergen umgeben. Im Osten die l 400 Meter hohen Berge Moabs. Ter Name „Totes Meer" ist die allerbeste Bezeichnung, die man dieser tiefsten Stelle auf Gottes Erde geben kann. Im Jortzan, halbwegs gegen Jericho, badeten Hunderte von Christen, darunter viele, die von Aegypten gekommen waren, um in den heiligen Wassern des Jordans die Taufe vorzunehmsn. Alle hatten Flaschen und größere Behälter mit. um Jordanwasser für Taufzwecke mitzunehmen. Jericho liegt unweit des Jordans, wo er ins Tote Meer fließt, an der berühmten Eliasquelle. Es ist eine neu erstehende Stadt, ganz nahe bei den Ausgrabungen der alten biblischen Stadt. Eine Oase in der Wüste. Hier gedcihen alle tropischen und subtropischen Gewächse, und Gemüse aller Art reist hier in unseren Wintermonaten. Viele tausend Morgen Land liegen brach, die bei richtiger Bearbeitung und Wasserversorgung großen Reichtum bringen könnten. Die Verwertung der Mineralien und Chemikalien des Toten Meeres und die Bearbeitung dieser großen tropischen Landfläche sind ^wch zwei große zu lösende Aufgaben der Zukunft. Am folgenden Tage machten wir die Reise von Jerusalem über Bethlehem nach Hebron. Hart am Wege liegt das Rahel-Grab. Ten Bau über das eigentliche Grab hat Moses Montefiore errichten lassen, da das alte Gebäude in. Verfall war. Es ist eine heilige Stelle für alle Bewohner und Besucher des Landes. Ganz in der Nähe liegt die schöne, alte Stadt Bethlehem. Ringsherum Berge und Felder in höchster Kultur. Weinberge, Lelbaumhaine und Feigenbäume. Es ist der Ort Jakobs und die Heimatstadt Davids, das Allerheiligste der Christen. Viele' Kirchen, Klöster^ Schulen, Waisenhäuser und Wohltätigkeitsanstalten sind hier. Ti? 14 000 Einwohner sind, mit wenigen Ausnahmen, Christen. Weiter an der Hauptstraße liegen die Salomonischxn Teiche, die jetzt wieder renoviert sind, so daß sie Jerusalem, wie in uralter Zeit, mit Wasser versorgen. Durry das Tal Beracha und vorbei an den Ruinen Beth Zur, dem Grabe Jonas und einer großen Zahl jüdischer Felsengräber. Wir befinden uns in der Gegend unseres Vorvaters Abraham. Hier wird eine alte Eiche gezeigt, . die überall gestützt und, befestigt ist, die „Abrahams-Eiche"; sie mißt über 10 Meter im. Umfang. Ein russisches Hospiz steht in der Nähe. Die Eiche ist ein Heiligtum aller drei Religionen. Jetzt kommen die ersten Häuser Hebrons, dieser uralten Alles für öieVaöereife! Bademäntel, Badeanzüge, Frottiertücher, Badeschuhe und -kappen usw. Besichtigen Sie unsere Sonöer-<Ausstellung: Bade-Artikel im neuen Hause. Rucksäcke Thermosflaschen, Windjacken, Sportschuhe, Bergstöcke Filme und Platten aller Fabrikate und Größen Sportarttkel Refisenr Kaufhaus