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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1927-07-28 · 3 (28.7.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
3 (1927-1928)
Issue
3 (28.7.1927)
Date
1927-07-28
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Nr. 3 Gemeind »biatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden Seite 3 werde er sich nicht an leblosen G einen für die Untaten der Menschen rächen, noch ein solcl es Werk verbrennen. Die Römer treffe der Schaden, wenn das Heiligtum untergehe, so wie es auch eine Zierde des R nches bleibe, wenn dasselbe erhalten werde. Entschieden stimmten nun auch Fronto und Alerander und Cerealis dieser M ünung bei. Darauf entläßt er die Versammlung und gibt Be ehl, die Legionen ausruhen zu lassen, damit sie im Augenblic der Schlacht desto mutiger sich zeigen könnten. Zugleich läßt er von auserlesenen Soldaten durch die Trümmer einen I9eg bahnen und das Feuer löschen. - 1. Am ersten Tag wagten die Juden vor Ermattung und Schrecken keinen Angriff. Am f ügenden sammelten sie ihre Macht und machten mit erneue> tem Mut, um die zweite Stunde, einen Ausfall durch das östliche Tor auf die Wachen vor dem äußern Tempelranm. Tiefe erwiderten ihren Angriff mit Nachdruck: mit den Scl ilden über dem -Haupte standen sie dicht wie eine Mauer, »ennoch vermochten sie nicht lange standzuhalten, da ihnen ne Angreifer ebensosehr an Menge als an Kühnheit überleg n waren. Aber noch eh' das l^eiecht sich wandte, kam Cäsar der von der Antonia aus zugesehen, mit auserlesenen Reitern zu Hilfe. Tie Juden erivarteten seinen Angriff nicht: kaum waren die Vordersten gefallen, so warfen die andern ich in die Flucht. Als jedoch die Römer den Platz verließen, ehrten sie zurück und griffen aufs neue an; nun wendeten sic» jene, und die Juden flohen »vieder, bis sie endlich um die fi nfte Stunde ins Innere des Tempels eingeschlossen wurden. 5. Titus bezog wieder seinen Posten auf der Antonia, entschlossen, am folgenden Tage frühmorgens init der ganzen Truppenmacht zu stürmen-und den Tempel zu umringen. Allein über diesen hatte Gott dc s Feuer bereits verhängt: erschienen war die vorherbcstiinm« »de Stunde, am 10. Tage des Lous, an welchem auch der frühere Tempel von den Babyloniern verbrannt ward. Aber nals legten zuerst die Einheimischen die Brandfackeln an. Tenn als Titus sich cuif eine Weile entfernt hatte, griffen die Empörer nach kurzer Rast von neuem an, und es kam zum Treffen zwischen den Tempelwachen und denen, die das Feuer von außen löschten. Bald werden die Juden zurückgewo» fei», und nun drangen_bic Römer bis zum inner» Tempel vor. Ta faßt einer der Soldaten, weder auf Befehl wartend, noch die Folgen bedenkend, als Werkzeug des göttlichen Zorns,,ein brennendes Holz und wirft es, von einem Kameraqen emporgehoben, durch die goldene Türe, welche auf der Nordscite nach den Gemächern ain Allerheiligsten führte. Wir die Flamme anfloderte, er hoben die Juden ein Jammergeschrei: sie rannten zu Hilfe ohne Rücksicht auf Lebensgefa sr, mit größter Anstrengung ihrer Kräfte, da das letzte, w^s sie noch schützten, zugrunde ging. 6. Ein Eilbote meldete wie er stand, — kaum hatte rastet, — hinauf, um dem Feucjr die Feldherrn alle und hinter und das Geschrei war bei der S sogleich dem Titus: er lief, ^r vom Kampfe ein wenig ge- Einhalt zu tun. Ihm folgten diesen die Legionen. Ter Lärm vilden Bewegung einer solchen Menschenmasse fürchterlich. Cäsar gebot mit -Hand und Mund zu löschen. Kein Mensch hörte sein Rufen, keiner achtete seiner Winke: das Getöse übertäubte die Ohren, Kampf und Wut rrß die Soldaten dahin. Sobald die Legionen eingedrungen waren, half kein Befehl, kein Trohen inehr: der allgemeine Ingrimm führte das Kommando. Jin Gedränge, das vor den Toren entstand, wurden viele zertreten, viele stürzten in die noch rauchenden Trüininer der Hallen und teilten das Schicksal der erschlagenen Feinde. Als sie vollends am Tempel »varcn, achteten sie aller Befehle Cäfars nicht mehr, jeder trieb den Vormann, die Brandfackel hinein zu schleudern. Auch den Empörern »var es unmöglich, zu löschen oder zu helfen: überall Mord und Flucht. Viele vom gemeinen Volk, ein schwacher und unbewaffneter -Haufe, wurden hingemetzelt, wo man sie traf. Um den Altar häuften sich die Tosen, über die Stufen desselben strömte das Blut der Leichname, die über ihm geschlachtet wurden, hinab.' 7. Als Cäsar nicht mehr imstande »var, die Wut der Soldaten aufzuhalten und das Feuer alles überwältigte, trat er mit den Lberseldhcrren ins Allcrheiligste und beschaute die Ausstattung, die er »veit größer fand, als der Ruf davon unter den Fremden »var, und nicht geringer als das Rühmen und die hohe Meinung unter den Einheimischen, Weil die Flamine noch nicht in das Innere eingedrungen war, sondern nur die Nebengebäude verzehrte, glaubte er das Prachtiverk noch retten zu können: er springt hervor und sucht in eigener Person die Soldaten zun» Löschen zu ermuntern. Zugleich gebietet er den» CenturioLiberalis die Ungehorsainen unter seinen Leuten mit Stockschlägen im Zaum zu halten. Allein Jngriinm, Judenhaß und die aufgeregte Kriegsivut siegten über die Ehrfurcht vor Cäsar, »vie über die Furcht vor dem süchtiger. Die meisten riß mich Raubsilcht hin: sie meinten, das Innere müsse voll Gold sein, weil sie außen schon alles aus Gold geinücht sahen. Während Cäsar herausgetreten »var, um die Soldaten abzuhalten, legt einer der Ein^drungenen^im! Dunkeln Feuer unter die Türangeln: so »vie die Flamme aufloderte, »vichen die Heerführer init Cäsar zurück, niemand hinderte nun die Soldaten »vciter am Anzünden. S o l»m r d der Tempel »vidcr des Cäfars Willen ein R a u b d e r F l a in m e n. > 8. So schwer inan auch den Untergang eines Werkes be-, dauern »nuß, das von allen, die »vir sahen und beschreiben hörten, an Kunst, Größe, Pracht und Ehrwürdigkeit das Außerordentlichste war, so kann »nan sich doch init dem unverineidlichen Schicksale trösten, das über Städte und Werke, »vie über Meiischen herrscht. Vielmehr muß inan sich »vundern über die Regelmäßigkeit seiner Datier, denn, »vie gesagt, an dein nämlichen Tag desselben Monats ereilte ihn das Schicksal, an welchem auch dor ältere Tempel von den Babyloniern in Asche gelegt »vurde. Von der ersten Erbauung unter Saloino bis zur gegenlvärtigen Zerstörung, im zweiten Jahr der Regietllng des Vespasian, verflossen 1130 Jahre, 7 Monate, 15 Tage; von der zweiten Erbauung, welche, iin zweiten Jahre der Regierung des Cyr»»s, Haggai unternahm, bis zur Zerstörung 639 Jahre und -15 Tage. Kerren-u. Knaben-Jüeldung in hödistei Vollendung Robert ligoaa Fabrikation. johannstraQe, Eckhaus WelQe ‘Gasse

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