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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1927-06-28 · 2 (28.6.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
3 (1927-1928)
Issue
2 (28.6.1927)
Date
1927-06-28
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 iemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden staat Preußen in die Minderheit gedrängt wurde, trotzdem er mehr als drei Viertel aller deutschen Juden umfaßte. Tiese beiden Uebelstände und auch andere kleineren Ranges, auf die hier cinzugehen zu weit führen würde, bestimmten die prcußische Landesversammlung, Len Entwurf, und zwar einstimmig, abzulehnen. Tiese Ablehnung war nicht et>va auf eine besondere Abneigung gegen den Reichsverband oder auch nur gegen diesen Entwurf zurückzuführen. Von vielen Seiten wurde der Entwurf als eine Verhandlungsgrundlage wohl anerkannt. Ter Rat der preußischen Landesversammluna präsentierte jedoch den Entwurf mit der ausdrücklichen Erklärung, daß Aenderungen nicht möglich seien und er nur abgelehnt oder angenommen werden könne wie er sei. Wegen der oben dargelegten schweren Bedenken erfolgte die Ablehnung. In Süddeutschland empfand man diese Ablehnung 'ehr tief, weil man nur das Ergebnis sah und naturgemäß nicht nässen konnte, was für die Fraktionen bei der Ablehnung mitgesprochen hatte, und daß eigentlich die Fornt der Ablehnung im wesentlichen auf einen Regiefehler der Exekutive zurückzuführen war. Tie Verhandlungen wurden daher bald wieder ausgenommen, und zwar unter Zuziehung auch des TJGB. Als vor kurzem in Dresden die Delegierten der Länder — Baden, Württemberg und Hessen fehlten leider — und des TJGB. zusammentraten, ergab sich, daß materiell ein Kompromiß' fast erzielt war. Es zeigte sich nämlich zur allgemeinen Befriedigung, daß der TJGB. bereit war, den Ländern die Konzession zu machen, daß ein Tachverband »nt Delegation geschaffen werden sollte. Es zeigte sich ferner, daß die süddeutschen Länder, als deren Exponenten, wenn auch nicht direkt als Bevollmächtigte, die Vertreter des bayerischen Landesverbandes gelten durften, bereit waren, einer Rcichstagung zuzustimmen, in der naturgemäß die Mandate nach der Stärke der Bevölkerung verteilt werden sollten. Damit ivaren die Hauptbedenken aus dem Wege geräumt. Das Ergebnis auf allen Seiten — TJGB., Preußen, Süddeutschland — stand fest dahin, daß ein Dachverbaiidmit Delegation und einem Ziveikammersystem geschaffen werden sollte. Auch über die geringeren Differenzen aus her Preußentagung ergab sich unschwer Uebereinstimmung: dagegen ging man bezüglich des Weges, auf dem dieses Ergebnis erzielt werden sollte, auseinander. Der DJGB. wünschte, daß seine Satzung zugrunde gelegt, daß dieselbe nun durch die erzielbare Staatsgenehmigung in Wirksamkeit gesetzt werden sollte, damit dadurch das Gerippe des Reichsverbandes wenigstens fertig werde, alle erforderlichen Aenderungen, über die man im Grunde einig war, sollten auf der Tagung des neuen TJGB. geschaffen werden. Auf der Gegenseite wies .non darauf hin, daß die Länder sich unmöglich darauf einlassen könnten, einen Reichsverband mit einer Satzung zu gründen, die nach Uebereinstimmung aller, auch des DJGB., änderungsbedürftig sei und daß man es nicht der ersten Versammlung des TJGB. überlassen könne, ob diese die Satzungsänderung annehmen werde oder nicht, zumal ja Zwischenfälle nach der ivechselvollen Geschichte des Reichsverbandes keinesfalls ausgeschlossen seien. Es sei den Landesverbänden nicht zuzumuten, gewissermaßen auf Treu und Glauben hin zunächst dem Reichsverbande beizutreten, wenn nicht vorher juristisch unanfechtbar eine Bindung aller Parteien auf die neuen Ver¬ Nr. 2 einbarungen vorliege. Es sei daher in erster J3i nie eine Einigung aller Länderorganisationen notlveirdig, zu der dann eventuell als.Schlußakkord auf einer neuen Gc meindetagung die Aenderung der Satzung in dem besprohenen Sinne formell beschlossen, und daß erst diese abgeän)erte Satzung der Behörde zur Genehmigung vorgelegt werden könne. Ueber diese beiden Wege ist in Dresden lei rer eine Einigung nicht erzielt worden. Man hat nämlich zwei Resolutionen angenommen, die jede für sich eiifen der obengenannten Wege vertrat und die sich daher gegenseitig ausschließen. Ein Antrag des TJGB. wurde angenommen, der dem Preußenverband nahelegte, sich für den Plcm des DJGB. zu erklären und ein weiterer Antrag des Schreibers dieser Zeilen fand gleichfalls Annahme, der einer Kpmmission der Landesorganisationen die weitere Vorbereitung des Reichsverbandes auf Grund der neuen Vereinbarungen übertragen wollte. I Es sieht daher zunächst so aus, als wäre die Einigung wieder gescheitert. Dieser Eindruck ist aber Nur ein äußerlicher. Ich kann nicht glauben, daß es eine der beteiligten Organisationen verantworten kann, von welckem politischen Standpunkt sie auch ausgeht, daß an einer reit en Formalität eine Sache zugrunde geht, über die man sich r öllig einig ist.. Es ist kaum anzunehmen, daß der Rat des preu zischen Landesverbandes sich für den DJGB. entscheiden >v rd, da in der Sitzung nicht nur die liberalen Vertreter, sor dern auch der Vertreter der Konservativen im Rat des preußischen Landesverbandes gegen den Antrag des DJGB. sti nmte. Es ist vielmehr zu erwarten, daß der preußische Lanijesverband Mi Antrag ablehnt und daß dann der allein übrige Weg gegangen wird: im Wege der Üebereinstimir ung aus den Landesverbänden den Reichsverband zu schaßen. Persönlich bedaure ich, daß dieser Weg gelangen werden muß, Ich halte den. ursprünglichen Entwurf ideell und materiell besser. Nachdem nun abr die Landes organisationen da sind, muß nttt gegebenen Tatsachen gerechnet werden, und der einzige Weg zum Reichsverband führt heute über die Landesorganisationen. Hoffen wir, daß nun endlich einnial übel die formalen Bedenken hinweggegangen werden wird-: dei n der Reichsverband ist eine unabwendbare Notwendigkeit, nicht nur aus materiellen Gründen, sondern aus dem wich igsten ideellen Moment heraus, der Welt zu zeigen, daß es pin einiges, in sich geschlossenes, deutsches Judentum gibt. von 1921 für Pansdorfs Harten im -W«»tGUh«hof Rcttbahustraße Groß« und kleine Zimmer zur MliKm« im« imfnniM «•* Feftttchtett»« Jkmtourttsftefrf +*rit» Ruf 14400 Dienstag — Donnerstag — Sonntag Intiwe Ua»zMd»«4« HtMMMRMMMHRIMMIMinMIUMffMMroiMMMMMIIl UnUHlIHMIHNHninBlliUI F. SCHADE & CO. _tn, Walsenhauutr. IO Am CantraJ-Theatar, gegenüber Kaffee König Fachmännisch gepflegte Habanas und Brasils Robert Herrmann Zigarren-Import-Haus Dresden-A-, Prager Strafte 20 Fernsprecher Nr. 20370 :: Gegründet 1863 Spezial t Rohe« Fabrli kErte ¥ **••*••

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