Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 2 (1926-1927)
- Issue
- 12 (28.4.1927)
- Date
- 1927-04-28
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 12 <8lnieinbeblatt der Israelitischen Neligioiisgeiiieinde Dresden Seite -1_ Körperliche and seelische Ertüchtigung* '■ *011 syabins Tchach Tan «»sie 2ccb nicht nuabhängig von iinseri» störper ist, und das; ein mal res Glück otnie Gesundheit nicht möglich ist, das erjaliren m r täglich an uns selbst oder an unsrer Umgebung. Nur;anz starken Geistern gelingt es, trotz körperlicher Gebrcch n und Schmerzen sich zu einer hohen Weltanschaurug empor,zuringen »nd Trotzes zu schasse». Und auch bei ihren Schöpsungen mird der Psychologe die Spuren des Kampfe?, die Qualen des Ringens konstatieren können. Weniger bekannt, obwohl leicht wahrnehmbar, ist uns, daß auch der Körper nicht unabhängig von der Seele ist, und das; ein kör »erlicheS Behagen ohne seelisches Gleichgewicht selten denkbar ist. Was wir -Harmonie und Lsbeustzliick nennen^ das ist eine gesunde Seele im gesunden Körper, eine freie plastische »id geistige Entwicklung nach den Ge" setzen der Nanir und der Individualität. Tatz in Michkrie fszeit, wa das deutsche Polk krank an Körper und SVztlc ans der Weltkatastrophe hervorging, sich ein starkes Bedürfn s nach Erfrischung der Kräfte, nach körperlicher lsehnng in den mannigsachen Ziveigeu des Sports zeigte^ wird i ian wohl verstehen. Und auch das wird man begreifen, das; die jüdische Jugend in Tcutschland freudigen Herzens ai dieser Bewegung teilnahm. Sie. die, einseitig in geistige und kaufmännische Berufe eingezwängt, besonders stark die R erkmale der Nervosität in sich trug, bedurfte der Regenerat on am meisten. Man wird es also als erfreuliche Erschein»! g begrüßen, das; in den Reihen der jüdische» Jugend heile viel Sport getrieben wird. Nur wird man wünschen iiiirfen, das; das (Geistige dabei nicht zn kurz kommt iiiib das; glich hier der jüdische Charakter gewahrt bleibt. Tenn jauch dcr Sport »ins; sich, wenn er sein 3icl erreichen will, ider Natur der Gemeinschast anpasfen, und bei »ns Juden bildet cii mal das Geistige einen integrierenden Teil des WesqnS. Ter Araber nennt unS „Das Bolk des Buches". Das mag, wie alles Generalisierende, übertrieben sein, aber ohne Geist gkeit ist ein Jude kanm denkbar. Es ist charakteristi Vorkriegszeit betisch waren, waren. Es ist ein ch, dast in den slaivischen Ländern, ivo in der 0 bis m> Prozent der Bevölkernng analplfamter len Inden säst gar keine Analpliabeteif Aus dcr Biiycr. J Jrrtnin, wenn nian glaubt, das; körperliche Uebuiigen bei den Jy >en etwas ganz i>tenes darstellen. Das Jndentiim ist eine R'ligion des Gebens und stets ans das menschliche Glück bedacht. Und der Jude ist von -Hanse ans schlicht, naiv, optimistisch »nd lebenssrendig. Tie Gesundheit und Schönheit des Körpers mutzte hier also eine große Rolle spielen. In der Bibel wird die körperliche Kraft als göttliche (habe gerühmt, und wie beim Weibe die Schönheit, so beim Manne die Tüchtigkeit, die (Gewandtheit imd Wehrchastigkeit gepriesen.' Aber wie beim 'Weibe die Schönheit nicht^illes bedeutet, so beim Manne nicht die Mraft. Es miis; das Seelische, die Gradheit des Charakters, die Ertüchtigung des Geistes hinzntreten. Ja, das..körperliche darf niemals Selbstzweck sein, es mutz im Tienste einer hohen Idee stehen. Auch in talmudischer Zeit befasste man sich viel mit der Gesundlfeit, Reinheit und Behaglichkeit des Körpers. (Rmze Partien sind diesem Zwecke gewidmet. Ter Ansban der Speisegesetze sollte lechten Endes diesem Zwecke dienen, und das Baden ivar nicht nnr-Symbol der Seelenreinheit, sondern auch der körperlichen Gesundheit. Erst später, im Mittelalter, wo der Nenplatonismus in der (Gestalt der Kabbala Eingang in die "jüdischen Reihen fand, lind wo die Mw'tik dem Judentum. den Charakter ansdrängte, neigte die Religion iinmer mehr zum Pesstmisnins. zur Geringschätzung des Gebens, l^enau wie im- Buddhismus opferte man das Tiesseits dem Jenseits, den Körper der Seele. Tie äußere Not trieb die Jude» immer mehr ans den Weg der Mystik. Es ist ja immer w: wenn das Tiesseits trostlos ist, dann iiimmt man seine Zuslncht zum Jenseits. So wurde die Abtötnng des Körpers ein Ideal, in» zum (Göttlichen zn gelangen. Lasten. Kasteinngen ivnrden znm Bestandteile der Religion erhöbe», »nd die Pflege des Körpers gehörte zu den Sünden oder wenigstens zniu Zeichen eiüer oberflächlichen LebenstUissassnng. Tas Jernhalten der Inden vom Ackerbau und meistens auch vom. .Handinerk U»g auch dazu bei. den Körper zu schwächen, und den»Geist eilt 1 festig zu sckiärsen und zu überlasten. Alles Trachten ivar j darauf gerichtet, den Geist zu stärken, und mau sab nicht, daß dabei der Körper, der Träger des Gebens, immer -schwächer i wurde.^, Tas Leben des Juden war in diesen Zeiten des Trangjals in jeder Beziehung anormal, und es ist begreii- \ lich, daß bei der künstlichen Jernhaltung von der Natur sich ' allerhand Gebrechen und Symptome der Tegeneratio» Die schmale Front unseres Gesch&ftsloKals hindert uns nicht, breiter Basis zu arbeiten Sieben Motoren ur stützen die Leistungen unserer Mitarbeiter. r. Gemeinde zcilung. Brillen-Roettig M» Prager StraBa 23 KAiSER AUSZUG MEHL ^rijinal Mühlen Packung T. BIENERT DRESDEN HAFENMÜHLE HOFMÜHLE HAUSHALT WEIZEN MEHL Original Mühlen Packung Xerren-u. Xnaben-Kleidung ln hödister Vollendung Robert Eigene FabriKatip Johannstrafte, Eckhaus Weiße Gasse