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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1927-04-28 · 12 (28.4.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
2 (1926-1927)
Issue
12 (28.4.1927)
Date
1927-04-28
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Nr. 12 / . . Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden Jl. Robaschek Marschallstr 36u. Blumenstr. 6 Telephon I6C30 Das Spezialgeschäft für {ßüromöbel sowie Schreibmaschinen Üilcrt onrfi in dein 'iiimiffi, andre Suchende von dem selbst Erkannten zu über zeugen. Einer wird dein andern zum Maßskab - für sein sollen und können. Die Brücke non Mensch zu Mensch kann leichter in der Jugend geschlagen werden als später, der'Brille zur Verbrüderiuig ist eine starke Triebkraft junger Menschen, io drängt das Wesen der Engend »ach Zusammenschluß im Sinne der wakiren (1e-' nieinschast. Jugend lxrt den Willen, das. uni« ne ift, ganz zu sein. Tür die jüdische Engend folgt daraus, die sittliche Pflicht/ ihre Sonderart als Inden zu erkennen und zu entfalten. Die Tatsache, in das Judentum hinein geboren zu fein, erliebt 'ich vom bloßen Z,ufall zur sinnvollen Lebensaufgabe und verlangt Bejahung durch die ganze Persönlichkeit. Eine Jugend schöpft das Recht des jungen und die Pflicht des werdende» reiten.Menschen nicht ans, ivenn sie sich diesein Tiemt an der jüdischen CJciiteinidxut verschließt. Wenn nicht schon obnedies der Wille nach Zusammenschluß ui der Jugend rege isr. so ivird d»is Bekenntnis zum Judentum notivendig dazu iübren. Der Weg, der. nur von ausgereiften Menschen in der Einsamkeit gegangen werden kann, wird die Suchenden imd Gleichgerichteten vereinen, damit ne ihn gemeinsam leichter und sicherer finden. Wie verschieden die Wege der einzelnen Menschen' yim Judentum auch sein mögen, ne lxiben doch alle das gleiche Ziel: Dienst am Geist des Indentums, Auiban der jüdischen t'lemeinschast. Da das Juden tum lebt durch die Summe derer, die sich zu ilmi bekennen, io kann kein einziger Jude üch ilim entzieben, ohne seiner eigenen ticiUen Wesensbcsrimmnng untreu zu werden. Religion iü Privatsache vielleicht in ihrer Ausdrnckssorm oder in ihrem subjektiven Geleit. Ihre Bcrwirklichnng ist eine sittliche Pflicht gegen die Allgemeinheit. Sollte ctiva die ,Trage anstauchxn. ob die Gestaltung des Judentums mit dem Wesen der Jugend zu vereiuigen ist? Ewigkeitswerte zu schaffen, in immer jugendlich. Gerade das Judentum, frei von Dogmen, läßt sich tragen und genalten vom Genre seiner Bekenner. Das bedeutet keinesivegs Absage a7i das Alte und lleberlieferte. Dies ist als Grundlage für den Ausbau Unerläßlich notwendig. Aber das Judentum als ein lebendiges (Ganzes liegt vor uns »nd ivartet daraus, daß wir cs genalten. Wo könnte jüdischer Jugend eine Ausgabe gegeben sein, Die größere Anforderungen an die Wesensart der Jugend stellt? Der Wille zum Religiösen, wie der Drang zum Gefühlsmäßigen überbaupt, in in der Jugend besonders stark. Tie Wege, die die Einzelnen sich zu ihrem Ziel, der jüdische» Gemeinschaft zu dienen, wählen, sind verschiedenartig und sollen im besonderen nicht untersucht werden. Jede Idee ist berechtigt und gut, wenn sie ehrlich durchgesührt wird und wenn sie deni großen Ziel des Ausbaus dient, nicht durch Zersplitterung davon abnihrt. ' Dem Bestreben nach Zusammenschluß der gesamten jüdischen Jugend ohne Rücksicht aus die besondere Richtung des Einzelnen liegt der Wille zü gegenseitigem Verstehen, der i Geist der Liebe und Versöhnung zugrunde. TaS oft mißdeutete Wort Reutralität hat hier nur den durchaus posi- : tiven Sürn: daß jeder Einzelne aus seinem Wege dem : lGanzen dienen soll und daß das oberste Gesetz für den Zu- I sammenschluß der Geist gegenseitiger löiebe und Achtung ist und das Streben nach Wahrheit; eine Auffassung, die gewiß dem Wesen der Jugend und dem Geist des Judentums entspricht. .Eine «Trage bleibt offen. Wenn das Ziel alles Zusammenschlusses die große Menschheitsgemeinschast! ist, uxinim schließen sich dann Menschen unter einer Sonder- . Idee (Judentum, Sozialismus u. a.) zusammen, wodurch sie doch eine Abgrenzung von den Mitmenschen sckxissen? Warum schließt jüdische Jugend sich von. der nichtjüdischeü all, mit der sie doch durch viele Merkmale der Jugendlichkeit! verbunden ist? Warum geht nicht jeder Mensch allein gergdez» auf das große Ziel der Menschheitsgemeinschast hin? iWesj- Kalb die Schranken der Konfessionen, Rationen, Weltanschauungen? Weshalb sogar ,stampf zwischen Menschen! und / Menschen? Die Gründe dafür sind in der Struktur der Gemeinschaft gegeben. Weil die (tzcmeinschast eben njcht eine Alieinanderreihung vieler Einheiten ist, sonderni weil sie ein neues Gairzcs ist aus vielen Werten und Eigenarten, deshalb muß jede Eigenart bis in ihre letzten Möglichkeiten entfaltet sein, wenn sie für die Gemeinschaft wertvoll, sein soll. Zu dieser' Entfaltung, zur Erkenntnis und Verwirklichung ihrer besonderen Art und Aufgabe, muß jede durchweine Idee verbundene Menschengruppe sich für sich zusammenschließen, muß sich absond^rn, um neuen Wert für das größere Ganze zu schaffen. Das Judentum kaini nur dann seinen Dienst an der Menschheit erfüllen, wenn es in seiner Besonderheit ganz erfaßt und ausgeschöpst wird, ivenn jeder Einzelne aus seinem vorbestimniten Wege über das Judentum den Meiifchbeitszielen zustrebt. - Wenn die jüdische Jugend ihre Ausgabe an sich selbst und an der Menschheit erfüllen will, so führt ihr Weg als Jugend und als Juden sie in eine von der Idee getragene ltzemeinschast. Die.Autorität des Vergangenen bildet den Ausgaugspunkt. Tie Gegenwart ist das Wirkungsfeld, das die Jugend sich nach eigenem Willen und in Freiheit gestaltet. DieZukunst ist das Ziel, für das zu wirken der Arbeit Sinn und Wert verleiht und das das Bewußtseinder.Verantwortung in jedem Menschen erweckt, weil es Ewigkeitswerte 1 zu schassen gilt. Doch frage man in einer allzu tatensrohen und geschäftigen Zeit nicht ausschließlich nach dem tvas zu t u n fei, damit man darüber nicht das ganz schlichte Sein dessen, was man ist, versäume. Und noch vor einer Gefahr soll die jüdische Jugend sich hüten, wenn sie sich zur Gemeinschaft verbindet. Aus eine Zeit des stärksten Individualismus sind jetzt Jahre gefolgt, die das Gemeinfchaftsbclvußtsein überschätzen und die beinahe wieder zu der Trage berechtigen, ob die Gemeinschaft oder die Persönlichkeit Ziel der Entwicklung ist. In der Politik, in der Kunst, im Geistesleben wird das Typische, Allgemeingültige und Umfassende betont. Das Einmalige und Besondere tritt in den Hintergrund. In dem Streben nach deni großen Ziel der (Yemeinschast leite uns das Bewußtsein, daß unsre nächste Menschenüflicht der Ausbau unsrer Persönlichkeit ist. Erst in dieser Erfüllung sind wir wirklich reis, Glieder einer höheren Gemeinschaft zu sein. » 4 Tragen Sie nur Fesch, das gute Haaruetz und wenn.Sie es bei Ihrem Lieferanten nicht bekommen, bann wenden Sie sich an ►. Frau Emma Schurrte Wilsdruffer Straße 40, II. (gegenüber den Kammerlichtspielen) , )

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