Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 2 (1926-1927)
- Issue
- 12 (28.4.1927)
- Date
- 1927-04-28
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/4892693-5447354-5769717--0375-4893015- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 12 von Leopold Zunz Geschichte des jüdi Wort: „An das Gele Synagoge knsipft fic i unser Rückschritt nn > lerfaßten Gutachten steht das durch die' ischen Unterrichtswesens bewahrheitete ihen oder den Verfall von Schnle und unser Fortschritt und das Heil oder das Verderben." Michael H o l z m a n. um den Gewohnheit« jüdische Jugerd sich Der Zusammenschluß der Jugend begründe iemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeind« Dresden Seite rl Gedanken i der den Aasommenschlnh Wischer Jagend l?on Elsa Hirschel Nicht um hie Za!»l vorhandener Vereine zu erhöhen oder .cjn der Erwachsenen nachzueifern schließt in organisierten Bünden zusammen, erfolgt nach Gesetzen, die in der Natur liegen: in ihrem Wesen als I u g e n d, als jüdisch!? 'Jugend, als Träger gemeinsamer Ideen. Tie Grundlage für dm Zusammenschluß bildet der ihr eigene Wille znr Gemeinschaft. Gemeinschaft ist nicht eine Summe aus vielen aneinander gereihten (Einheiten, sondern sie ist ein aus den Einzelteilen neu gewirbenes, lebendiges Ganzes. Scheinbar haben die einzelnen Bestandteile der Geineinschaft ihren Sonderwert verloren aber doch ist jeder Einzelne ein notwendiges Glied in de' Kette des Ganzen. Die Bünde wollen die Jugendlichen sammeln, jeden Einzelnen zu sich selbst er- «vecken und ihy der Gemeinschaft als einer höheren Einheit dienstbar machen. 2azu ist Liebe und Aufopferung des Einzelnen für! das Eanze notwendig, damit die Gesamtheit durch ihn nicht ein Kus an Zahl, sondern eine Bereicherung an Wert! empfange. Gibt der Einzeln« durch seine Hingabe an das Ganze etwas von seinem pc sönlichsn Wert auf? Die Wirkung ist «wechselseitig. Der jui ge Mensch empfängt durch sein Wirken ^in einer Menschengemeinschaft sein Ich gesteigert zurück. In jedem Menschen lebt der Wille, aus der Enge und Gebundenheit sei,es Ick ' unterzutanchen in ein Größeres, das ihn stützt und trägt, ix s ihm eine Bestätigung für die Richtigkeit seines eigenen W« llens gibt. Was man allein, vereinzelt nicht erreichen loder n cht entfalten kann, wird gefördert und befreit im Wirken in >er Gesamtheit. Anders ist der Mensch 1 in der Vereinzelung anders als Glied eines größeren Ganzen. Je mehr der Bund vom Einzelnen empfängt, um so mehr gibt er ihm an Kräften und Werten für sein Ich zurück. Dabei muß die große Gefahr gemieden werden, daß der einzelne Mensch die Gesamtheit als Jlucht vor seiner eigenen Schwache mißbraucht und in herdenmäßigem Zusammenschluß die andern für sich wirken läßt. Nur wer gibt. was er zu geben verinag, baut an einer n«ahren Geineinsciwst mit und kann für sich (Gewinn daralis schöpfe««. Der Zusammenschluß der Jugend zn Bünden erfolgt nach (besetzen. die im Wesen der Jugend liegen. Worin besteht dies Wesen? Das Ziel der Entwicklung ist der reife Mensch. Jugendlichkeit ist kein Ziel, sondern ein Weg. Diese Erkenntnis lvird «nanchen Menschen bewahre«« vor den («k bärden einer verkrampften Jugendlichkeit, die sich als Selbstziveck hinstellt und die durch die Uebernahme äußcrer Können der Jirgend ohne ihren geistigen. (Sehalt lächerlich wirkt. Dieses gewollte Jungsein, das nicht auf ein höheres Lebeizsziel gerichtet ist, endet in völligein Verbürgcrlichei« nnd unter Verzicht ans alle Ideale. Das Ziel, ein reifer Mensch zn sein, kann nur erreiche», «ver den Weg dazu ganz gegangen ist, «ver die seelischen und geistigen Möglichkeiten und Forderungen seines Jungseins ausgeschöpft hat. Die Jugend hat de» Willen zum Unbedingten und Wahren, die Empfänglichkeit für alles Schöne und Gute. Tie «vill ihr Leben aiis eigener Verantwortung nnd ««ach inneren Gesetzen be>v«tßt neu gestalten. Tie stellt somit den Menschen vor eine Aufgabe. Jbre Ersüllnng ist zugleich der Weg vom jugendlichen zum reisen Menschen nnd gibt die Sicherheit, daß die Ideale der Jugend dadurch sinn- W. Camillo Enter lein Waisenhausstiaße 23 Das Fachgeschäft für Koffer und feine Lederwaren u Serreffraße 5-7 } t//t >r-i i ÖSENBERG voll werden, daß sie die Grundlage für das fpätcrc Leben bilden. Die Trauer nin die verlorene Jugend kann dadurch wenigstens gemildert «verden. Diese Erkenntnisse sind nicht an eine Zeit gebunden. Die Gesetzmäßigkeit, daß die Jugend Träger des Neuen ist, gilt für alle Zeiten. Es ist dabei gleichgültig, ob das Nene in organischer Entwicklung oder in revolutionären« Umsturz das Alte gblöst, gleichgültig auch, «velches o«e jeweiligen Erscheinungsformen des Neuen sind. Wichtig ist nur, trnn immer die Jugend das Neue zu schassen und zu verivirklichen liat — mag sie es auch in jugendlichein Sturm und Ueberschwang manchinal in falscher Weise tun — »nd daß es eine „Jugend von heute" in allen Generationen gab «ind geben »vird. Das Erkenne» dieser entwicklniigsgeschichtlichen Zusammenhänge kann vielleicht das Verständnis zivischen Alter und Jugend von beiden Seiten her. gewiß aber von der Seite der Gereisten und"Erfahrenen, erle.ichiern. Wie verträgt sich mit dem Willen zur Persönlichkeit, der der Jugend eigen ist, der Trieb zur Gemeinschaft und zum Zusammenschluß? Jugend fühlt sich zu Jugend hingezogen. In ihrer Kampfstellung gegen das Alte, in ihrem Tasten, Suchen und Erkennen hes gemeinsamen Neuen, in ihrem Verlangen nach Liebe und deni Drang, nach Mitteilung verbindet sie sich gefühlsmäßig zu geincinsamem Kämpfen, nicht Wollwarenhaus Saxonia Wilsdruffer Straße 46 / Faik & Posener / Wilsdruffer Straße 27 Das gediegene Spezialkaufhaus ' - 1 für Strümpfe. Wollwaren, Trikotagen, Herrenartikel Wäsche, Handschuhe und Baumwollwaren x.