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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1927-03-28 · 11 (28.3.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
2 (1926-1927)
Issue
11 (28.3.1927)
Date
1927-03-28
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Nr. 11 lemeiiibeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden Seite b Die Lesehalle ist täglich von 7 bis 10 Uhr abends, an Sonntagen und gesetzt.Feiertagen von 11 bis 1 Uhr mittags geöffnet geistigen Erziehung des Kindes zmvenden. Je nach den häuslichen Verhältnis en, ob vater- oder mutterlos, ob ein ziges Kind, ob ehelich oder unehelich, ob Erwerbstätigkeit der Mutter vorliegt, wiri die Fürsorge in einem Ergänzen oder einem Ersetzen der fellenden Faktoren bestehen. Man unterscheidet hier, wie üb' rhaupt in der ganzen Fürsorgearbeit, zwischen offener, halbnffener, geschlossener Fürsorge. In der Jugendfürsorge gehört in die erste Gruppe die Betreuung der Kinder jedes Alters in chrer Familie oder in einer Pflegestelle,, die Uebernahme von Pfleg- und Vormundschaften, von Schutzaufsichten usw. Zur halboffenen Fürsorge rechnet man die Einrichtungen, ir denen die Kinder nur für einige Stunden am Tage be mfsichtigt lverden, während sie für die Nacht in ihre Fami ie zurückkehren; hierzu gehören dje Krippen für Säuglinge, die Kindergärten und Spielschulen für Kleinkinder, die irztlichen Beratungsstellen, die Horte für die schulpflichtige Jugend und Einrichtungen, wie Walderholungsstätten, Luft- und Sonnenbäder, die dem Wohle der Kinder alle!- Altersklassen dienen. Als geschlossene Fürsorge bezeichnet mcn die Unterbringung von Kindern in Erziehungsanstalten, Mädchen- und Lehrlingsheimen, Waisenhäusern, i» Er wlungsheimen und Heilstätten. Tie letztgenannte Form bei Fürsorge wird man nur in Anwendung bringen, wenn a le anderen Mittel keinen Erfolg versprechen, d.' h. wenn den Kindern die wirtschaftlichen und sittlichen Entwicklungsl edingungen durch ihre Familie nicht gegeben werden können: denn-ein Ersetzen der Familienerziehung ist äußerst sciwierig und überhaupt nur in kleineren Heimen möglich, 2 ie einen Familiencharakter durch die geringe Anzahl von Zöglingen verschiedenen Alters und Geschlechts und deren Betreuung durch,Hauseltern haben. Führende Pädagogen nid Hygieniker sprechen direkt von einem „Anstaltsschaden' , der an Kindern in großen Waisenhäusern, Krankenhäuser t usw. beobachtet wurde, der sich aber in der späteren Entwick ung meist wieder ausgleicht. Gerade in unserer Arbeit . fäl t der große Mangel an jüdisckien Pflegestellen auf, und ti »ir müssen daher versuchen, besonders in kleineren Städten und auf dem Lande, jüdische Familien zu stnden, die mit Liede und Verständnis einem fremden Kinde eine Heimat biet m wollen. In der Fürsorge f ir die schulentlassene Jugend tritt neben die Aufgaben der körperlichen, geistigen und sittlichen Erziehung die besonders wichtige Aufgabe der Berufsberatung und Lehrstellenvermittlung. Gerade in wirtschaftlich schlechten Zeiten zeigt es sich deutlich, wie wichtig und wertvoll die Ergreifung eines richtigen Berufes und eine gründliche Fachausbildung für den einzelnen Menschen und für das Volksganze ist. Wie in jedem Zweige der Wohlfahrtsarbeit, so ist man besonders auf dem Gebiete der Jugendfürsorgedazu übergegangen, vorbeugende und bewahrende Fürsorge zu treiben, im Gegensatz zu früheren Zeiten, wo man meist erst eingriff, wenn ein Notstand bereits eingetteten und dessen Beseitigung bedeutend schwieriger oder auch gar mdjt mehr möglich war. In den vorstehenden Ausführungen find lediglich die Fürsorgeaufgaben für normal veranlagte Kinder behandelt worden: einen besonderen Zweig, der noch ständig im Ausbau begriffen ist, bilden die Einrichtungen für die anormal veranlagten Kinder. Es feien hier nur kurz die heitpädagogifchen Beratungsstellen, die Psychopathenheime, die Krüppelheime, die Blinden- und Taubstummenanstalten, die Erziehungsanstalten für geistig zurückgebliebene Kinder erwähnt, die jedes für sich in anderer Weise das Ziel verfolgen, die ihnen anvertrauten Kinder und Jugendlichen, soweit es deren Veranlagung ermöglicht, in das Gemeinschaftsleben einzuordnen. In der Dresdner jüdischen Gemeinde bestand bis zur Gründung der Wohlfahrtsstelle keine Vereinigung, die sich mit den Aufgaben der offenen Jugendfürsorge befaßte; es wurde lediglich auf dem Gebiete der Gesundheitsfürsorge für kranke und erholungsbedürftige Kinder_gesorgt. Das so sehr wichtige Gebiet der offenen Fürsorge in pädagogischer Hinsicht wurde daher, haupffächlich für die Kleirt- und Schulkinder, vernachlässigt. Um so begrüßenswerter ist es, daß die Israelitische Religionsgemeinde'neuerdings den Beschluß faßte, ein zweite Fürsorgerin, die sich besonders den Aufgaben der Jugendwohlfahrt zu widmen hat. einzustelleu. In der heutigen Zeit gehört zu einer erfolgversprechenden Wohlfahrtsarbeit nicht nur das gute Herz und religiöses Empfinden, sondern es muß sich dazu berufliche Ausbildung und facküiches Wissen gesellen. d Apparate n. Platten sind billiger geworden -OrammopMN]*4 Hu Wtrfudt, Dfiadaa-A. nur Prag« Strafe 21, E< ks Stiavealrate AmMsI Vimiakaim ikApptn ■•.PUarako««el»« Apparate tob M. 10.— u (aal Waoach Rates ahlaag) im. m Versorge Dein Kind mad Dein« Familie durch Abschluß einer Lebensnerfichenmg. Diese bietet billig nn» sicher die größte kontinentale «egeuseitigkettsanstalt Anstalts-Vermögen 275 Millionen Schweiler Frauken Schweizerische Lebeusverfichenmgs-n. Rerrtenanfialt in Zürich ftairfcsilnktin lubui: Imin Nrllufr.il, Ir. jv. I limritl, liflHlä

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