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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1927-01-28 · 9 (28.1.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
2 (1926-1927)
Issue
9 (28.1.1927)
Date
1927-01-28
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Nr. 9 iemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden Seite 3 auf Ungereimtheiten r nd Widersprüche an, die tiefgründiges philosophisches Denken aufdeckt, als vielmehr auf Leugnung und Verletzung des C ittlichkeits- und Humanitätsprinzips. Die neben Götzendienst oft mitgezählten andren zwei Hauptsünden, Blutschande ind Blutvergießen, stehen in innerer Beziehung zum Götzendienst. Eine lehrreiche Bl leuchtung des Zusammenhangs, der zwischen der Vielgötterei und dem Prinzip des Kämpfrns und Mordens besteht, rietet das keilschriftliche Material, daS die. assyrisch - babylonis chen Ausgrabungen zutage gefördert haben. Ein in Assur l efundener zweisprachiger Text von der Erschaffung der Welt und. der Menschen enthält unter < nderm: Nachdem Himmel und Erde geschaffen... hallen Jnlil, SamaS. Ea und I ie Annunaki im erhabenen Göttergemach i tat... Da erteilt Jnlil folgenden Rat-! schlag: . . . „Wollen wir die Gottheit ' i!amga-Lamga schlachten, mit ihrem Blute r rollen wir die Menschheit schaffen'.. ." s lehnlich daS Siebentafel-EpoS vom Sieg i karduks und das ChaoS-Ungeheuer Tiai rat.Tafelt,spricht von derEntstehung der Götter, von Lahmu u rd Lahackiu und von ihrer Mutter Tiamat, die sie verfluchte. Ansar, ein andrer Gott, will einen Krieg gegen die Götter mutter Tiamat unternehmen" Er bcstimmt hierzu den Gott Marduk. Der Angriff Marduks gelingt. Die Götter küßten einer den andern, aßen Weizen- Bosch Eisemann Fabrikate brot mtb tranken sich schwollen, und sie besti Schicksal. (Ebd. 9 f.) besä l II! verspricht ein Ereignis werden es 75 Jahre durch Wilhelm und alten betagten Frauen geben, in einem schörie Aus diesem Anlaß ha Religionsgemeinde eine am 19. März stellungspalastes ein gr Hervorragende Künstle, rügung gestellt. Lebend stellen, werden von Miff l dem werden noch viel« Eines unsrer ersten Jugend zu ihrem Rechte Das ausführliche nächsten Nummer des 75jährigen Jubiläums uummer in erweiterter einem wertvollen Titelh P! ' Bgl. Jeremias: DaS Orients' 7 f. einen Rausch an. daß ihre Leider mmten Marduk, ihrem Rächer, das (Fortsetzung folgt.) Dev 19. März i des Jahres zu werden. Dsnsnächst her sein, daß das Henrietten-Stift -Henriette Schie errichtet wurde, um und Männern die Möglichkeit zu n Heim ihre Tage zu beschließen, die Verwaltung der Israelitischen offen, unter Mitwirkung aller Verden Räumen des städtischen Ausoßes Wohltätigkeitsfest zu veranstalten, haben.sich bereitwilligst zur Ver- Bilder, die religiöse Gebräuche dariedern der Gemeinde gestellt. Außer- Ueberraschungen geboten werden, torchester wird dafür sorgen, daß die kommt. ogramm dieses Festes wird in der Äemeindeblattes, die zu Ehren des des Henrietten-Stifts als Sonder¬ und künstlerischer Aufmachung mit ild erscheint, bekanntgegeben.. In dieser Sondernummer werden sämtliche Wohlfahrtsbestrebungen ausführlich behandelt werden. Diejenigen Vereine, die sich mit Wohlfahrtsaufgaben befassen, werden gebeten, bis zum 15. Februar Beiträge für diese Nummer einzureichen. Außerdem wird gebeten, daß alle Vereine davon Abstand nehmen möchten, in der dem Feste vorangehenden Woche Veranstaltungen anzusetzen, damit der Erfolg dieses großen Gemeindefestes durch Konzentrierung aller Kräfte gewährleistet wird. Der hoffentlich bedeutende materielle Erfolg der Veranstaltung soll den Wohlfahrtseinrichtungen der Gemeinde, und zwar insbesondere denen, die sich mit Jugend- und Altersfllrsorge befassen, zugute kommen. Wir hoffend daß wir von einem wirklich großen Erfolge werden berichten können. k Achad Haam I Alte Testament im Lichte des alten Am 2., Jaguar ist Achad Haam, 71jahrig, in Tel-Awiw sanft entschlaf«!!«. Achad Haasn (Ascher Ginsburg), der eigenartige jüdische Denker, Begründer des Kulturzionismus und Schöpfer des hebräischeii wissenschaftlichen Stils, hat wie kein andrer auf seine und! die! lebende jüdische Generation nachhaltig eingewirkt und die kulturelle Arbeit speziell in Palästina gefördert. Geboren 1856; in Skwira (Gouvernement Kiew) als Kind einer angesehenen jüdischen Fainilie, kam er 1878 nach Odessa, ging von dort zur Fortsetzung seiner Studien nach Wien und andren Zentren Europas; 1884 kehrte er nach Odessa zurück und schloß sich der Chowewe-Zion-Bavegung an, deren Aufgäbe es war,; in Palästina praktische Siedlungsarbeit zu leisten. Aus den in dieser Bewegung gesammelten Erfahrungen heraus veröffentlichte er 1889 in der hebräischen Tageszeitung ..Hameliz" eine Serie von Artikeln „Lo se haderech!' (iflicht dies ist der Weg) zum erstenmal unter seinem Pseudonym „Einer aus dem Volke", um gleichsam damit anzlldeuten, daß er unter den Schriftstellern nur ein' Gast sei. Aus dem Gast wurde der glänzendste hebräische Schriftsteller unsrer Zeit. In diesen Aussätzen führte er aus, daß der Besiedlung des Landes die Erziehung des Volkes voranzugehen habe. Gegen diesen Artikel und gegen den von ihm gegrü rdeten Orden Bne Moscheh erhob sich im Lager der Chowe ve-Zion-Bewegung heftige Opposition, der Achad Haanr durc) neue Artikel entgegentrat. Er unternahm dann zwei Reisen nach Palästina, 1890 und 1893, um sich von dem Stand der dortigen Arbeiten persönlich zu unterrichten. Das Ergebnis seiner Reisen waren seine kritischen, Berichte „Wahrheit aus Palästina". Die Reformvorschläge, die er in seinen Schriften gemacht hatte, waren folginde: Da die Kolonisation ohne System und mit teilweise ungenügendem Menschenmaterial unternommen worden war, sei es nöttg, e ne zentrale Organisation für das AnsiedlungSwerk zu s hassen. Durch eine allseitige Erforschung des Landes müssen die Bedingungen des Gedeihens der Ansied- Im werden Ihnen unsere durch verblüffend billige Angebote unsere bekannte Leistungsfähigkeit beweisen Wollwarenhaus Saxonia Wilsdruffer Strafte 46 / Faik & Posener- / Wilsdruffer Strafte 27

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