Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 2 (1926-1927)
- Issue
- 7 (28.11.1926)
- Date
- 1926-11-28
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
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Seite 10 Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden Die Juden in Bayern M:t Jvrcuöe mutz hie -jübtübc Welt eS begrüßen, datz c:ne so angesehene Zeitschrift wie „Das Bayerland-". di« älteste und geätzte illustrierte Heimatzcitjchrift des ganzen deutschen Sprachgebietes, das Problem des Judentums zum Thema eines ihrer «onderheste macht. Tenn «in Problem, gleich seffelnd für jüdische wir nichtjüdische Forscher und Gebildete, wird di« Frage des Judentums immer.vlcibew Christliche wie jüdische Mitarbeiter haben denn auch die hochwertigen einzelnen Aufsätze bcigeitcuert: L. Kümmert, -München: Tic jüdischen Bankicrs und Heereslieseranten Bayerns :m Zenalter der Napoleoniscben Kriege; Tr. P. Tundheimer: Tie fiuanz.cllen Beziehungen der Juden z'.im. bäuerischen Stacft f;n IS. Jahrhundert; Tr. R. Hipper, München: Tie Juden von Äugsburg; E. Schäpslich: Zur Geschichte der Juden in München; der Herausgeber -selost, Staaksarchivar Tr. Fridolin Sollcdcr, schreibt über die Sckrtzjuden des Juliusspitals pi Würzburg. Unter noch so verschiedenen Perhältnischn, in der herzoglichen Residenz München, in der Freien Reichsstadt Augsburg, in der Biscbossstadr Würzburg, in großen Zügen doch dieselbe Entwicklung: Schon im 12. und 13. Jahrhundert allüberall als (veldverleiher ansässig, gegen Ende des Mittelalters in steigendem Matze verfolgt, werden die Juden im lä. und 16. Jahrhundert auf längere, Zeit aus den Liäöteu ocröaunt. 'Im 18. Jahrhundert aber führt sie der steigende Geldbedarf der Städte;- Bürger und Fürsten wieder ^zurück, «ine Folgeerscheinung des überhandnehmenden Prunkes. * Auch als Heeresliescranreii spielen si« eine wichtige Rolle. Andre, namentlich die zahlreichen Schutzjuden des Juliusspitals zu Würzburg, müssen voni Handel in der bescheidensten Form leben, als verachtete Hausier- und schacherjudcn. Erst das 18. Jahrhundert, die Zeit Nr. 7 der großen Menschheitsbefrciung, bringt den Juden den langersehnten Aufstieg zu materiellem Gedeihen i nd geistiger Regsamkeit, endlich auch die staatsbürgerliche Gleichstellung. Anderseits setzt jene mächtige Bewegung der Landflucht ein, die alle brauchbaren Elemente des jüdischen Volkstums in di; Städte zieht. Zeuge davon oic verödeten fränkischen und schwäbischen Judendörfer, die verlassenen Judeiisriedhöfe mit chren zur Erde zurücksinkenden Stcineu, ein ergreifendes Sinnbild von der Vergänglichkeit alles Irdische,.. Zeuge davon die Tatsache. Latz von oll den vielen jüdischen ländlichen Gotteshäusern in Bayern ein einziges, zu Bechhofcm noch scuier Bestimmung dient. M. Jankelotiitz widmet ihm eine liebevolle Schi'terung. Ein andres — zu Kirchheim — konnte mir mit Mühe vor dem drohenden Verfalle in das fränkische Luitpuldmuseum gerettet werden. Diese Friedhöfe, tiefe berühmten Synagogen, vermutlich vom gleichen Meister in den mannigfachsten Farben und Formen des Barocks ausgemalt weitere Schäle des Luitpoldmuseums zu Würzburg bilden den p ächtigsten Mldschmuck des Heftes, wohl auch vielen Israeliten, die nicht ihr Weg ach Ort und Stelle führte, eine Offenbarung. Die Gcs.hichte eines modernen jüdischen GorteShauscs, der Synagoge zu Münchetz, in -Wort und Bild (E. Spaech, München) stell, «ine wertvolle Ergänzung dar. Tas schöne Heft ist für jeden Gebildeten, gleichviel weichen Bekenntnisses, gleich intereffant; gerade dadurch vermag cs der Sache des Judentums, einer gerechten, maßvolles Beurteilung. unschätzbare Dienste ^u leisten. <Dos Heft ist zu beziehen vom Preise von 88 Pf. durch all« Buchhandlungen und durch oen Bayerland-Verlag G. m. ö. H., München 2, X. W. 17, Schellingstratzc 41.) Täglich 745 DIE KOMÖDIE Künstlerische Leitung: Herminc Körner, Arno Großmann, Robert George Lustspiel 4- Komödie 4- Gesellschaftsstücke Prager-/Reitbahnstraße Kasse (Tel. 11739,22444) von lcrUhr an durchgehend geöffnet IMIIIIIIIIIIIIIII—Milllllllllll So muß ein Semd sitzen! Wir arbeiten Ihnen ein solches! Iephirhemden von «.so btt 8.S0 Mark Trikolinhemden vo« 9.— btt 12.50 Mark Red. Hcrmvlsdiefakrlk „SülAogil" Max Schweriner Amalieaftratz«, Gck« Serreftratze / M.OR.ZOCHER ANNENSTRASSE 9; ERSTES HAUS FÜR SÄMTLICHEN SCHREIB- UND KONTORBEDARF NEUZEITLICHE BUCHDRUCKEREI Tanr institut Rüd 13er jun. ■Al CX1S Meister Tanz.fehrcr und Klub Charleston, SIow-FoX/Tango, English waltz, Blues, W& I z e r 4 Damen- und Herrcnlehrkräfte Privatstunde 5 Alark Kursus 15 Mark | Unterricht in und außer (zirka 5 Doppelstunden)! dem Hause Anmeldung jederzeit Sidonien Straße 2 7,’ I. 4- Telephon 16 9 71 Flügel Pi Edelerzeugnisse Mäßige Preise ♦ Bequemste Zählweise Pianofortefabrik H. Woifframm Stadtniederlage: Ringstraße 18 (Viktoriahaus)