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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1926-11-28 · 7 (28.11.1926) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
2 (1926-1927)
Issue
7 (28.11.1926)
Date
1926-11-28
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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Nr. 7 em^indeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden Seite 9 Dybiuk-Aufführunq im Verein jüdischer Händler «nd Angestellten Man ist versucht, es nitunter zu vergessen, auch drängt cs nicht gar sehr an die Lberfläche, und noch nicht so lange ist eS da — lebendiges Ii ldcntum, sogar in Dresden. ES gibt hebräische Kultur, es gibt Juden, die nicht nur Zeit und Geld, sondern sogar ihr'Herz mr jüdische Dinge opfern, und nun dursten «vir sogar jüdisöies Theater in jiddischer Sprache erleben. War es Theater oder lvarcn die Chassidim und Bachirrim aus Brinita und Miropo e zu uns gekommen in ursprünglicher Gestalt? Was wir da am Sonntag im Bolkswohl sahen, das war kein Theater i nd lvaren keine Schauspieler. Der Miropoler Rebbe ist uns allbekannt. Wir kennen sie alle ans jüdischen Erzählungen i nd in einzelnen Gestalten bei uns lebender Juden. Und wir erkannten sic ans unserm Herzen und unserm jüdischen Ge ühl. Ein gut Stück mittl lalterlichen Aberglaubens ,.spiclt sich da in der Ieschiwoh ab. Aberglauben, ausgenommen von der .Kabbalah und ihrem Anl ängern. den Chassidim. Der Dl,buk. der Teuscl, der in die öraut Lea gefahren, wird statt mit Kreuz »nd Tcheiterhaufcr mit Scsorim und Schanfraur ausgetrieben. Der Dichter dieser „d:amatischen Legende" — ist es'eine Legende? Treibt nicht l cute noch im für uns so mystischen Osten der chassidischc Reibe den Dulmk aus? — hat uns den Dybuk verwandelt in die Liebe zu Chanan, der. seine Geliebte verlierend, stirbt. Es sind keine jüdischer Motive. Und doch standen Juden auf der Bühne. Jüdische, Rhythmus und jüdische Wescnhci» atmeten sie alle, vom Schuldiener, der ein Tchammes, bis zum Rabbimr in Miropole, dcr ein Stadt-Rebbe. Die Spieler. Mitglioer des Dramatischen Klubs Pcrez, ließen mit einer Hingebing chassidisches Leben erstehen, die uns vergessen liest, nach schauspielerischer Leistung zu fragen. Es ist nicht zu beschreiben. Man kann es nur erleben, nie jeder sein tiefstes jüdisches Ich uns zu geben suchte. Das jüdische Iugendoi chestcr bewährte sich auch hier unter der geschickten Leitung feines Dirigenten. Es verstand, sich Ort und Handlung anzupasser. Dankbar müssen wir dem »Verein jüdischer Händler und Angestellten" sein, der besonders in seinem Borsitzenden Zeit und Müde hingab, um ms aus unsrer Umwelt heraus in jüdisches Volksleben hinei» zuführen. Der stürmische Beifall von mehr als tausend Zuhör« rn möge ihm. und allen Mitwirkenden Mut zur Fortsetzung dieses Weges geben. Vielleicht kommen auch einmal die, denen eine chassidischc Schul' keine Erinnerung, sondern Unbekanntes. Neues ist. Ihr Herz;vird ihiieu sagen, daß nichts Fremdes, sondern nur tief, allzu tief in ihnen Schlummerndes geweckt wird. _ Tr. Leo Winter. Ein Abend jüdischer Lieder .Kantor .Harry P a g l i n sang im Saale des .Hotels Stadt Rom jüdische Lieder: ncuhebräischc und jiddische Texte. Ich habe das Konzert selbst leider nicht besuchen können, habe aber die letzte Prol»e gehört. Wie man mir versichert, gefielen die Darbietungen austerordentlich Ich behalte niir vor. bei einer Wiederholung des Abends — »nd eine solche ist geplant — ausführlich auf die Gesänge «nb die Ausführendcn cinzugehcn. zumal die Begleiterin, Grete Hoi stein, nicht .geringen Anteil an dem (Gelingen des Abends hat. Zn dem Thema „Jüdisches Lied und Volkslied" ist allerdings grundsätzlich noch Stellung zu nehmen. Wie man immer diese Gattung jüdischer Lyrik auch beurteilen mag. sie ist ein Stück iüdiichcr Eigenart, ein , Stück jüdischen Lebens — und sic in Dresden geboten zu haben, bleibt ein unbestreitbares Berdienst. Dr. Lot. Funtl. Ausstellung jüdischer Künstler In den Räumen dcr Fratcrnitasloge, Moritzstraste 1 b. stellen die. beiden jüdischen Maler Max Busyn und Miron Sima ihre Bilder aus. Besichtigung täglich gestattet. Eintritt frei. Herr Dr. P. schreibt darüber in den Tr. N. N.: Busyn ist schwerblütig, derhalten, dabei schlicht und einfach. Weil sie so einfach sind, wirken seine Bilder mit einer bohrenden Eindringlichkeit, besonders das Porträt des Architekten H. Eine „Tennoch-Stimmung" spricht aus ihnen, die den Kampf drinnen nicht nach außen treten lasse» will. Er licbt-cin graues Violett. In der Synagoge, in dcr Landschaft mit dcr dürren Pappel, überall kehrt es wieder. Wer für diese verschlossene Farbe etwas übrig hat. malt auch keinen Sonnenschein. Einen einzelnen Lichtdurchbruch nur durch Wolken. In dem Ernst dieser Kunst liegt die nachhaltcnde Wirkung begründet. Ihr fehlt der Schuß Champagner, den Miron Sima, der Impressionist, an sich im Blute hat. Dessen Kunst ist lachender, prickelnder, lebendiger. -Eiste Dame sitzt im Grünen: räffkniert,' wie er das Helle Kleid, den Kopf, das Grün zusammenhält und jede Farbe in sich reich malt. Tenn Maler ist er. Sein Pinsel fliegt nur so. Er ringt nicht mit sich wie Busyn. Schwerer Rotwein der eine, Champagner dcr andere. Der Israelitische Kinderhort veranstaltet am Dienstag, dem 7. Dezember, nachmittags 4 Uhr, in den Räumen der Fraternitas- Loge, Moritzstr. 1b, seine diesjährige Chanuka-Fcier. Freunde und Gönner des Kinderhorts werden zu diesxr Feier freundlichst eingeladen. Gleichzeitig spricht die Leitung des Kinderhorts hierdurch für die zahlreichen Spenden, die ihr aus obigem Anlaß zur Verteilung an die Hortkinder zugingcn, den herzlichsten Tank aus. KAI AUS M Original MOh EUG HL len Packung 0gL T.BIENERT SB DRESDEN Iml HAFENMÜHLE HOFMÜHLE HAUSHALT WEIZEN MEHL Original Mühlen Packung Grabdenkmäler Rob> D. Dohne Draadan - A. 16 Blasawitzar Straft« 14 Ed« SdMuaaaaatrafto Fernruf 30180 Jnmt Dikta mit höherer Schulbildung u. Kenntnissen In Büroarbeiten Arik»! Offerten m. 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