Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 2 (1926-1927)
- Issue
- 5 (28.9.1926)
- Date
- 1926-09-28
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
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Nr. 5 Seite 8 i Ge^neindeblatt der Israeli tischen Religio nsge ni ein de Dresden Aus dem Vereinsleben Hebräische Sprachschule Dresden Buren»: Leeüraße 7, 2. icfcphon: 11701 '.is 'i8yjtcr'fmcin*r beginnt am Montag, dem 4. Oktober lü-'ii. SÜPcn den deiredenden Miiru’n für Borgeschrillenc itl'iedeuer Linien n'ird rin neuer A n f ä u g e r k u r s gerichtet Biechiuigcg ert'irien mir rechtzeitig an einen der Herren: .Leo Aitfclci. Blochmaunsiraßc Aminadav Grimberg. tiluckürni-.e I-, Ldgnr »airfmann. Vlriiikaedtiiraßc 10. Tel. 33MH. .»itr-? A i>ir Vlniänger. Dienstag. Donnerstag 8'., bis 10 ver rinllhr. te ii.'iil'rnngen indie Sprache. (Grundlagen der (»:am nialiti »euweriaiion. Leichte Leseitiickc aus Tcnach und Li'.eirejnil. ' . - »»ts li. Montag. Mikkivoch bis 10 llbr. .(tonvcriaition. t'-raininarik: insbesondere das Berb. Abschnitte aus Ts nach Dcirarim. trüber und aus der modernen hebräischen Literatur. .Bialik. ,eri'ch>nann.! ” Siitrc- < Moniag. Denncrsrag 7 bis Ilbr. .»onverfajtion. .('liaminaiit: unregelmäßige Verben. Abschnitte _aus Tenack Lcheiuotb. Melachim:. aus der' Haggcibab und der »todelnen bebrai'chen Literatur >Bialik. Frischni.mn u. g.>. ' »urs >4 nie Borgeichriliene . Dienstag. Damstag 7 bis 8 IN r. ä>ebraiiche Re'craic. ^Ein 3ioch auszuwätilendes Buch aus?enach. Diücke aus der mittelalterlichen Dichtung. Moderne Literatur, u., a. Vlckad Hu am.! Däitskliwe »urie finden abends i,u Litzungsziiuiuer des l'.enic indeaunes. .feugbiilsskraße ■>. «att. ,7. VI.: Dr. Edgar .» a u f in au n. Lcidesiibuug tat not'. >l^uin >->,ei«-r>- »an«! Gesunder Wciit in gesundem »vrver! Ein- T-blagivori! G.eiviß aber ein wahres! Rur ein uel.leauiuen geiunder und aut durckgebildeter .»örpcr kann ai>( di. T.iuer die Hülle für Beriiand und (»eiü bilden. Be >r>:der. uns Hilden nirc-j not, endlich die Lethargie abzusckütteLn'nnd uns leruerlich ni stählen. damit wir in der Fetzt- 'ei: iiiitkoiumen und nicht mrückbleiben! Wie wenig die Notwendigteit von Turnen und Tvork von der Kiesigen Gemeinde erkannt wild, erhellt wo'.'l am benen daraus, daß der cinsige biefjge i ü d i i ch e Lvoriverein bei etwa 7000 Dresdner Juden nur Mitglieder räblta Dies iit um so beschämender, als in allen übrigen deutschen Dtädlen mir jüdischen Sportvereinen >a>r die v'äl'te der jüdischen Bewobncr Mitglieder dieser Bcreine in. Es iii auch 'elbnverständlich, das;, jciuebr Mitglieder der Berein bai. denoniebr geleistet werden kamt. Trotz alledem bar gerade der diesige Sportverein Mir .»ocbba schon TcfiT ideue - Erfolge ersielr. Bei allen Beranstalkungen. die der?»SV. Bar .»ochba mit 'einen Mitgliedern Beschickte, wurden LiegeTvrrungen! Das macht vor allem die rührige und durchaus sgchache Vlrbeii unseres Fachlehrers für Leichtathletik, des v'mn Btiible, T resdensia. Wer einmal^ am Montag ein Training in der Ilgen .»ampfbahn. mitinachtc. weis;, lvic intensiv und individuell Herr Mü^le jedes Mitglied vornimmt und auslild^. Wenn man ferner bedenkt, daß den Mitgliedern Bar Ht-.l!\t:- die gan'e Ausbildung für einen Monatsbeitrag voii fege und schreibe i.'.«f Mark geboten tvird. so ist es direkt .unverständlich. daß ein 'o aang unbedeutender Bruchteil der hiesigen GemeindeMitglieder dem Sportverein Bar .»ockba anael'örk. Wie schon oben 'enväbiit. kann der Sportverein sich nur dann -nr vollen Hebe entfalten. wenn möglichst viele Mitglieder ibm anaeleren. Der Sportverein Bar Kochba richtet dal .r no.b.mals im uiiiercsie der Kiesigen Wemeinde- und der si,d»n'ch''l überl auvt. 'den Vlppell an die Dresdner Juden: ''>( e r da r Bl i: g! i c d ea.! t'iroßcs in zu ictulffen und ideale ,'iele fii:d ru erreichen. Das kann nur mit der Hilfe aller ae^ch-'lun! Hel'k unserer fugend durch Turnen und Dvort zur »ran' und -(»esiindbeis! lloil-it. Weschästliches Ter Deutsche Begräbnis- und Lebensversichcrungsvercin a. io.. Deutschs Herold in 'Berlik bat unter dem Namen Bcs>atttingsbei.vilse sür jüdische-Wemeindemitglieder eine reckt '.eitgciväße Einrichtung geschaffen, »leine Einkommen kcilnreichnen die wirtschgitlache. Nor unserer ^eit. Die nehmen dem Einkclnen die Möglichkeit. Rücklagen lu machen für. besondere Notfälle. Die Beitatinngsbeibilfe für jüdische Wemeindcmiiglicder t’fvrcr gegen mäßige vierteljährige Beiträge für den Todesfall ausreichende Benaitungsbeihilfe. Die ('ieschäftsnelle für Dresden befindet sich bei Herrn vricdbofsiusv?h»or Bruno Iacob'ohn, Trjnitatisstraße 3. Televlon 35 388. Näheres iß aus dem Inserat in dieser Nummer ersichtlich. tip Komödie, Dresdens neues Kamnkcrspielhaus, 'hat im Elösfnnngsmonat künstlerisch bedeutende Aufführungen^ herausgebracht. Da^n gehörten Shaws „Man kann nie wissen"»nd ..Der Meister" von Hermann Bahr. Die schauspielerischen! Leistungen erreichen, da zu den voin Neuen Theater herliekannten Onalitätskrästcn noch einige Mitglieder von bedculeuden auswärtigen Bühnen verpflichtet wurden, ein bcmcrkcnsivert gutes Nive-r». Allgemein ^überrascht die gediegene, ungemein' vornehm wirkende Ausstattung des von Leopold!- Lustig architektonisch gestalteten Theaters. Die Behandlung des schwer erziehbaren jüdischen Kindes Von Dr. med. et Phil. W. E l i a s b e r g (Schluß) i , Es darf daran erinnert werden, daß jolclie Maßnahmen iicli wirticliaftlich durchaus rcchtfertigen. Haben wir doch; nLidi auf dem Webtet der Sozialhygiene eiugesehen, daß eine i aiisgcdelinte Prophylare immer noch billiger ist als die Be»; lxuidluug des niaiiifcsteu Hebels.; Die manifeste Verwahrlösung stellt die Gemeinschaft vor > neue fragen. Zunächst ist zu sagen, daß die gesetzlichen Besliiniinnngen in Deutschland die Unterbringung und Behändllnig der verwahrlosten Kinder allgemein durch das Jugend- Wohlfahrts-Gesetz vom st. Juli 1922 und das Jugendgerichts- Gesetz vom 16. Februar 1923 geregelt haben. : Das Gesetz unterscheidet Schutzaufsicht und Fürsorgecsziehung. Die Schutzaufsicht besteht nach 8 58 RJWG. in . dkm Schutz und der Ueberwachung des Minderjährigein 8i58: „Derjenige, der die Schutzaufsicht ausübt (Helfer), Hai dpu Erziehungsberechtigten bei der Sorge für die Person des Minderjährigen zu unterftüscn und zu überwachen." 8! 62 RJWG. schreibt vor: „Tie Fürsorgeerziehung dient der Verhütung oder Beseitigung der Verwahrlosung und wird in einer geeigneten Familie oder Erziehnngsaustalt unter öfseutlicher Aufsicht und auf öffentliche Kosten durchgcführt."! Konfcssicfnelle Verbände aller Art können ihre freiwillige Mitarbeit an den durch die beiden Jugendgesetze festgestellten Aufgaben bewirken im Rahmen des Jugendamtes' (vgl. 8 5 RJWG. und 8 4" des Preuß. Ausf.-Ges. v. 29. 3. 1924). Der Rabbiner hat danach den uichtbeaintetcu Mitgliedern des Jugendamtes anzugehören. Von großer Wichtigkeit ist, daß die konfessionellen Verbsinbc — und in unserm Falle die jüdischen Gemeinden — über durchgebildete freiwillige Helfer verfügen. Für diese Helfer ist unbedingtes Erfordernis, abgesehen von der allgemein persönlichen Eignung, eine, ausreichende, heilpädagogtschc Schulung. Ter Helfer, der in einer Familie Erzichung.sschwierigkeitcn bemerkt, muß durch seine Vorbildung iisistandc sein, ungefähr zu beurteilen,.ob die Schwierigkeiten in der Artung des Kindes oder vorwiegend im Milieu liegen, u^id er hat danach seinen Bericht und Antrag zu machen, .hieraus ergibt sich eine wichtige Aufgabe der jüdischen Wohlsghrtsorganisationcn. Es liegt an ihnen, Kurse und Fortbjldungsinöglichkeiten einzurichten, durch die das Wissen und , Können der Helfer gefördert und vermehrt werden kann. Ter; erste dieser Kurse hat unter der Leitung berufener jüdischer Fachmänner im Sommer 1925 in Berlin stattgefunden. Das ZentralwohlfahrtSamt der Deutschen Juden'in Berlin hat. sich) durch diese Tat ein großes Verdienst erworben. Aus den angeführten gesetzlichen Bestinnnungen ergibt sich, daß bei der Frage der Unterbringung die jüdische Gemein^ schaft in Deutschland nicht selbständig entscheiden kann.; KOHLENl Brennstoff - Vertrieb Inh.i Siegfried- Plonkowskl Tsl.i 11847 « PalarslraS« IS 6 Tsl.i 18847