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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1926-07-28 · 3 (28.7.1926) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
2 (1926-1927)
Issue
3 (28.7.1926)
Date
1926-07-28
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Nr. 3 1 meinbeblatl her Israelitischen Religionsgemeinde D^reSden reite 3 mit den anderen obertoufitzischen' Inden haben . soll, vor allem nicht gezwungen werden soll, zu irgendwelchen Anslöfungen oder^ Stenern oder Hilfsgckdern der andern Juden f beizntragen. Er scheint ganz stattlich in Banden eingernctt zn sein: denn er bringt richt nur Weib »nd minder und (')efinde mit, nein, nach ori -ntalischer Auffassung gehören auch die verheirateten Binder zur Lippe: Elegast hat auch seine Schwiegersöhne bei sich, und in seiner (Gefolgschaft befinden sich sogar die zur Feier das (Gottesdienstes nötigen Personen, der Jndenbischof (d. h. Rabbiner), (Glöckner (Synagogendiener-. Schreiber und Sänger, so das; mit einem Schlage 'eine jüdische Gemeinde n Bantzcns Mauer» ne» erstand, denn auch das Gesinde wird semitisch gewesen sein, an den Inden wiederholt verböte i worden ist, christliche Tiensrboten zu halten.» Wie lange es der ganzen Lchar vergönnt war, Heimatsrecht in Bautzen "zn geniesten, entzieht sich unserer . Kenntnis: einem aber ivcre diese Fremdlingskolonie beinahe schlecht bekommen, das wir der Herr Landvogt selber. Tie Bürger der guten Stadt Bautzen glaubten schon bisher mancherlei Ursache zu Haien, mit ihrem Herrn Kreishanptmann unzufrieden zu sei,. Er war zugleich Landvogt für die östliche Landeshälftc, uir das Land, oder, wie es damals hieb, Herzogtum Görlitz, das nicht dem böhmischen König Wenzel, sondern dessen ji »gste» Bruder, Herzog Haus, als bt solideres Fürstentum gl hörte, und man meinte, Benesch nehme sich dessen Interessen und überhaupt der Görlitzer Interessen mehr an als der der Bautzner. Kaum war-am 2. Juli 1383, einem Tonncrstag, die Urkunde zu Bautzen selbst ausgestellt, so brach der Unwille los: rasch halte sich die Kunde in der Stadt und aus dem Laude verbreitet: samlnen mit der Landschaft, d. h, dem »mwohnendeii Adel, fastte die Bürgerschaft d< u Entschlust, den Landvogt beim König lvegen seiner Amtsführung zur Anzeige zu bringen, denn schon-in der nächsten Woctse (1. bis 11. Juli) ivnstte man in Görlitz darum und suchte die Vermittlung des Ritters Heinrich von Köckritz auf Wehlen nach, eines Mannes, der eine nicht unwichtige Rol e spielte und sowohl den Sechs städten wie dem Landvoge nahestaiid. Auch nach andern Seiten hin schickten die G irlitzer eifrig Botschaften in dieser -Suche, ihre Ratsmitgliedci reisten iviederholt i^ach Löban zu Besprechungen, ja selbst n,ch Prag a» den Königshof: und ■ ihren und cheS Köckritz' Bemühnnge» gelang es schliestlich unter Mitwirkung der an iereu oberlanutzischen Stände, die sich für den Landvogt so bedrohlich anlasseude Sache beizulegen- Tie Görlitzer Rats cechnungen (die ergiebigste Quelle für die innere Geschichte dir Qberlansitz) versagen leider vom September 1383 an, wir wissen daher nicht, ob die Bautzner Juden die Zeche bezahlen nustten. d. h. ob Benesch. um seire alten Amtsuntertanen zu lesänftigcu, die ueuen Schützliin e preisgab. Selbst aber lve in es ihnen diesmal gelang, ilue Existenz zu fristen, so ist dcS nicht von Tauer gewesen: Enke 1383 wurden die Juden aus Prag Vertrieben. 1389 ivies fe -Herzog Hans auch aus seiner Hälfte der Lansitzen aus, und die Vermutung ist mehr als wohrsclieinlich. dast niau in de, , ihnen unfreundlichen Banden sie nicht milder behandelt hat. In den-folgenden Iah, zehnten zeigt sich allenthalben it Thüringen, Meisten, der öansid dasselbe Bild: bald Zi - lassung unter Schutzzusich« rung. Gewährung der liblictxw Vorteile auf eine bestimmte Reihe von Jahren, die manchin, l auch verlängert wird, bald Vertreibung ans Stadt und Lau,. Wegnahme und Veräusterungeu ihres Grnndbeiitzes. ihrer Synagogen, so z. B. zu Tresdcn 1111 und nochmals 113(. Tost sie auch Grundbesitz en'erben durften, gilt »ach wie vor: Haber: wir doch gerade für unsere- Heimat den gewist nicht allzu häufigen Fall. dast ein Jude Grundherr eines ganze, Torfes war: ein Mitglied d>r ansehnlichen Tresdner Bürge,- "konrilie Bnstinann, Vinzenz Pustmann, verkaufte dem Jude, Jordan das Torf Podebresc (Boderitz, südlich von Trcsden): Jordan behielt es allerdings nicht, sondern ^verkaufte es weiter an zwei Tresdner Bürger: durch die kurfürstliche Bestätigung vom 28. Tezember 1130 wird aber sichergestellt, hast Jordan eine Zeitlang Besitzer dieses meist,,iist^'i, Torfes gewesen ist.. Im weiteren Lause des Ist. Jahrhunderts treten Inden immer spärliclzer ans, ein Jude Waroch oder Baruchgelangte aber unter Ernst und Albrccht 1 H>8 z„ achtbarer Stellung, er war Wundarzt und erhielt eine Bestallung, als kurfürstlicher Leib- und Hofarzt, mit festen Einkünften und sonstigem Vorteil, auch wurde ihm ei» Haus überwiesen und seinen Söhnenfür tüuftig eigene Häuser in Aussicht gestellt, ihnen allen auch sehr charakteristisch!! Geld- und Psandgessticirte gestattet. Wie arg aber trotz der ausgesprochenen Gunst her Hrrzö,'.«' der Volkshast war. erfuhr gerade Meister Baruch. der Apotheker Johann Huffuer wollte dem.Leibarzt einfach keine Medikamente verkaufen und »instte durch einen sehr scharfen kurfürstliclx'» Befehl yazu angehaltrn werde», n:iiv l K«9 verübten 17 -4llirgersöln,ch und Lelirjungen einen Strastenstandal vor dem Indenbaiise und mnstten je zipö!' bzw. sechs Grössten Büste zahle»,-'ebenso ein Tischlermeister dessen Knechte die Inden gehöhnt hatten. Allmählich versiege» die Rotize» über das Anitreien z>on Inden, wenigstens als wohnhaft oder ansässig finde» wirne nicht mehr. Im Kl. Jahrhundert (lst2st. IstI:!, Iststl. lststst u. a.) ergiuste» einzelne Ausweisungsbefehle nird allgeiueiw.- Aufeulhaltsverbote: Kurfürst August schritt wiederholt schar, gegen sie ein. ' ,; In de» letzte» Jahrhunderte» spielen Juden abgesehen von den fremden, besonders polnisstieu und russischen Mest jnden, die »ach Leipzig ziehen ' eigentlich nur eine Rolle. N'enn ist' sich bekehre» lassen: die feierlist,e Taufe gibt einen lirchlichen Festtag »ür Stadt und Land, und vornehme Per sauen sehe» eine verdienstlich Handlung darin, als Taufpateik nsttznivirke». Im übrigen bleibt der Jude verhasst und verachtet: gelegentlich versteigt sich der Abist,en sogar zn d''r Errichtung besonderer ('talgen für jüdische Tiebe. die „istst de» ehrenwerte» Estilhe» schänden sollten, den nur christliche Verbrecher zieren dursten. I:n 17. Jahrhundert tressen wir ans Versuche einzelner Inden,. sist, wieder einznnisie»: sie werden aber alsbald wegge'.viesen. Erst z» Beginn des 18. Jahrhunderts erlangten einzelne Inden zu Tresden Anfentha-ltsgenetnnignng.' darunter der sächsische Resident und Hosjnde Berend Lelnuau» mit seine», Schwager Jonas Meyer, der Hoifaktor Angicsts des Starke». Bürgerlist,e Gleichberechtigung haben die Inden auch durch die Konstitution von 1831 »öst, nicht erlangt. senden, erst im Ialire 18 l!» bei der Anerkennung dev deutschen ('trnndrestite. Ter besondere Indeneid war 1819 gemildert, aber erst 1879 ansgehoben worden. DresdnerRaumkaiist V. Reisewil: Billigste Bezugsquelle liir ersll<UissigeMobel ulk- An Villeiieinricliuiiigeii/Iniieiuiiishuii' l’oUtcniK-hcl / Sioffc / (.uirilinrn / Del a:üiK>iicii Kunst(|t*wcrbc “1 y T.BIENERT DRESDEN HAFENMUHLE höfmUhle ORIGINAL MÜHLEN PACKUNG KAISER I HART AUSZUG I WEIZEN . MEHL | GRIESS ORIGINAL MÜHLEN PACKUNG

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