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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1926-05-28 · 1 (28.5.1926) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
2 (1926-1927)
Issue
1 (28.5.1926)
Date
1926-05-28
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Seite 3 Nr. 1 eneindeblatt der Israelitischen ReligionSgemeiizde Dresden zur Deckung von Personals euerresten inncbehalten. der Risst soll den Aeltesten nach bcrci i Ergänzung ans sieben Personen ansgezahlt werden. Die Alltesten Joel Nathan Schlesinger, Moses Lehmann, Mendel Shie, staim Samuel erhielten denn auch nur 97 Taler 23 (tzr. 7 Pf. und ."»4 Taler 6 Wr. 1 Ps. bar (19. Juni) und an Staatspapieren 1100 Taler. 3)9 Trier. 225 Taler und 1009 RI., 100 Taler, sowie 11 Taler 12 Gr. bar (29. Anglist 1M7) ausgehändigt. Die Aeltesten. bis anfMmdcl Schic, avpelliertcn (26. Juni 1817) dagegen, das; sic dii Papiere erst nach der Neuwahl erhalten sollen. Ihr Anseien leide darunter.* staim Samuel legte ^ein Amt ni?d!r (39. Jnni), seine Gesundheit, Iseine zahlreiche Familie, sein vermehrter (^eschästskrcis und das Mißtrauen, das in bei jSttina&c der beiden Bondi ailygespiochen sei. veranlaßten ihn dazu. Die übrigen Aeltesten wünschten (1. Juli 1817), daß staim Sainuel Aeltester oder n>enigstens stassierer bleibe, er habe die Armenanstalt kräftig unterstützt und sich der Gemeinde- ' Mitglieder tätig angenon men. ilmiti Samuel erklärte (7. Juli 1817) nach Znre ten des Rats bleiben zu wollen, wenrr die Appellation beacktet werde. Mendel Schie ist derfclben nicht beigetreten, we l er eine Erhöhung der Aeltestenzabl ans sieben für nötig erachtet. Die Schwierigkeit und Berantlvortlichkeit des Am es wachse, die Einnahmen seien zumeist freiwillig, es sei besser, mehr Ramilien heranzuziehen, die Mehrzahl der Gemeinde wünsche, sieben Aelteste und ivürde die gegenwärtigen lleltesten bei fernerem Widerstand der Anmaßung beschuldigen (7. Juli). Dagegen bezeichnen die übrigen Aeltesten die Anordilung als eine unverdiente stiänknng. Tie stassenverwaltnng ist von den Hausvätern als richtig anerkannt. Bei Prüfung der Bücher werde der Rat finden, daß die Aeltisten Ordnung und Wohltätigkeit gehandhabt, Arme, Alte, 9 iitiven und Waisen nach Möglichkeit unterstützt. Die Aeltesten erließen an sämtliche ('leineindcmitglieder einen Aufruf in den gesamten Judenschnlen, um 1 am 25, Juni in der (tzeincindestube ihre Stimmen über diese Frage abzugebcn. Nnr se Ks Personen kamen, darunter die beiden Bondi. Dagegen fab die Mehrzahl — 53 Personen — eine schriftliche Erkläru ng dahin ab. in der sie die „Rechtschaffenheit und treue Bo sorge der vier Aeltesten für das Wohl der Gemeinde" aneriannten Und erklärten, sic brauchen nicht mehr. Ein Mituntjerzeichner, der 91jährige Beitel 70 Jahre in Dresden und „sehr wohl zufrieden mit der Verwaltung der Aeltesten." Diese baten — unter Hinweis darauf, daß auch in Prag und Berlin nicht mehr alvier Vorsteher seien — wenn es zur Vermehrung kommen müsse, diese erst nach Organisierung Ratsakten 42, 93, ne Wahl neuer Aeltesten. betr. 1817. ver alte Dresdne» Iudenfriedhof (Schluß) der! Versassnng cintrctcn zu lassen. In einer direkt an die Reäicrung gerichteten Vorstellung wies staim darauf Ijiii, daß im Fall einer Zuwahl Männer Aelteste würde», die entweder noch nicht lange genug hier sind, .nin die Verfassung zu keimten, adcr streitsüchtig sind. . Darauf hat die Regierung <11. August 1817) verordnet, daß bis ans weiteres keine Znwahl von Aeltesten erfolge und es hei den vier bcivcnde. Nun erhielten diese (wie bemeikt) die! Staatspapiere. , Es kam aber doch zn einer baldigen Wahl. Tenn am 3. November 1817 sterb der Aelteste Moses Lehmann. Ter Ras veranlaßt«? die übrigen drei Aelteste» (31. Januar 1818) „vikr bis fünf, taugliche Subjekte vorznschlagen"^ damit der Ras einen Aeltesten wähle. TieLleltesten staim Samuel und Mendel Schie schlugen (25. Februar 1818) »ach Gehör „unsrer Mitglieder" Mojes Meyer, Hirsch Beer, Levi Sainuel Elh, Moses Veith Meyer zur Auswahl vor. Schlesinger erklärte (25. Fehruar) Hirsch Beer, für den geeignetsten. Ter Rat nxihlte rber Moses Meyer (19. April» und ließ das in de«) sechs Jndenschnlen anschlagen. j91 in 0. November 1818 starb auch Joel Nathan Schlesinger in Leipzig. Als nun der Rat die Aeltesten wieder zu Vorschlägen für die Neubesetzung anfforderte — nachdem sie!sich mit mehreren Gemeindeinitglicdern betragt hatten — erksärttzn die Aelteste» zunächst (8. Januar 1819). bei solchen Befatungen sei von je der Oberrabbiner zngezogcn worden, ba ibicier jetzt verstorben, möge die Znw.hl bis zur Neu- - besftznng bleiben: sodann.aber (am 5. April 181!»): die ganze Gcineinde will,-daß es bei drei Aeltesten - bewende. Bei Stimmengleichheit seien Mißhclligkeiten leichter möglich. In der Tat erklärte ein „Proinemoria" vom 9. März 1819, unterzeichnet: Aaron Levin/Gelehrter. Vorsteher der.) Tclmlanstalt^Veit Aluaham, Simon Salomon, Israel Heiz. Vepsteber der Armen- und .strankenanst. lt: Hirsch Löbel. _ Misses Löbel Winterberg, Samuel Löbel Benedir. Vorsteher ' . Begräbniskasse: Moses Hirscln'l. Pinkns, Lazarus Lehstn, Herz Bär Schie, Jakob Veit Meyer, Jakob Inda Mar Eine heimatkundliche Bon Edgar Hahnewa Die Gemeinde verwies in ihrer Antwort an den Rat austihr gutes Recht als Eigentüme:, den seinerzeit mit schweren Geldopfern erworbenen Fried! wf bis zur letzten Grabstille benutzen zu dürfen, und auf die Rechte der Mitglieder der Gemeinde, die schon bei Lebzstten Grabst'llcn auf dem Friedhof erworben hätten. Sie sagi e aber zu. sich um einen neuen Begräbnisplatz bemühen zu wollen, da der alte Friedhof stur noch für ungefähr ein Jahrzehnt ausreiche, erinnerte aber gleichzeitig daran, daß mich den Vorschriften der jüdischen Religion Begräbnisplätze weder säkularisiert, noch sonst pie Grabstätten berührt werden dürfen — ein Umstand, dem die pietätvolle Erhaltung des alten Judenfrsedhofes biz auf den heutigen Tag zu danken st. Der Rat bewilligt: schließlich die Verlängerung der gestellten Frist bis zum Ende hes Jahres 1869, worauf die Gemeinde darum nachsuchte, daß bereits erworbene Grabstallen über diesen Zeitpunkt hinaus belegt iverdnr dürften. Tas lehnte der Rat ztmächst ab,!er forderte die Schließung de 1 alten Friedhofes mit dem 31. De. zember 1869 ohne Borde falte, genehmigte aber dann doch noch die Belegung von w unundzwanzig 'bereits erworbenen - Grabstellen. Mit btrfer i urnahme wurde der alte Friedhof Itudie l d. Dresden Enlde 1869 geschlossen — am Schlüsse desselben Jahres, das den Juden die wirtschaftliche und staatsbürgerliche Gleichheit vor d,m Gesetz gebracht hatte. So wurde wie die Eröffnung auch die Schließung des alten Friedhofes zu.einer symbolischen Handlung. Der Fried- Hof war, als die Juden den ersten Toten in seine Erde betteten, die erste und damals einzige bleibende Stätte, die sie ihr :igen nennen durften, und der Erwerb dieses Begräbnisplatzcs „ohnweit der- Prießnitz-Bach auf dem Sande vor Neustadt bey Dreßden" war, wie schon gesagt, dererste jüdische Grundcrwerb in dieser Stadt nach jahrhuttoerte« langer Verfolgung. Und nun schlossen sich die Torflügel des alten Friedhofes gleichsam wie Buchdeckel über einem abgeschlossenen Abschnitt der Geschichte der Juden in Dresden, in Sachsen, in Deutschland — der erste Tote, -der auf dem neuen jüdischen Friedhof an der Trinitatisstraße bestattet ivurde, kam in freierer Erde zu ruhen. Seitdem liegt der alte Judenfriedhof fast unberührt im grünen Schatten der Bäume, die ihr Laub immer dichter über den Gräbern schließen. Verpflegnngskasse für fremde Arme: Joseph Jsaac der n.a kur Mctz, Salomon Wallcrstein. Gabriel W-llerstein und neck» dreizehn Unterschriften: ..Unsre Angelegenheiten iverden jetzt mit ganz besonderer Pünktlichkeit, Ordnung und Einigkei! geleitet." Auch die Gemeindcversainnilnng in der Ge me lndestube beschloß am 28. März 1819 bei 52 Abstim. inenden der Mehrzahl nach, es beildrei Aeltesten bewenden Lil lassen. - '; *; An Stelle des 1821 verstorbenen Aeltesten Moses Meyer wabd durch Stiinmeninehrhcit Hirsch; Beer gewählt und am J9 November 1821 bestätigt.

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