Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 1 (1925-1926)
- Issue
- 11 (28.3.1926)
- Date
- 1926-03-28
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
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Seite!> Nr. 11 lAemeindeblatt der Israelitischen Religionsgeiiieinde Dretzde» in Las zweite 3clM.iljdbv ver M'iui/)ial»en lese» und schreibe staben zu lernen, die aber im spielend lxwälligt t verden egt, wenn die M'" .t die deutsch.» » können. Es ivtirde siclierlich ver Ivirrenewirken, »oben den >elilsck/en mich die hebräischen Blichztveilen Schuljoihre von den »indern Tas erste Jahr ist ansgefüll! mit Sprüchen, kleinen (Gebeten, Erklärungen der- Sabbats und der Feiertage, hauptsäechlich aber »it (beschichten und der Rntzan-vendüng dersellien eins dar- Lebe» der »inder.?luf ivelch srnelnbnren Boten die Ernurhnungen un > Belehrungen sollen, beiveisen mir oft die '.ins spräche und -die Bekenntnisse der »leineli. „(tUaubjt du (dieses vertrauliche „du" höre in, liSurijUTV das; der liebe (ßolt mich noch liech hat, ich tvar heile ungezogen, aber ich will eo nicht ivieder tun. " Ein andres .»iid kam vor der Stunde zu mir, um mir ins Oe zu flüstern: „i »eilte bi» ich die Treppe gestolpert da-; tvar geivis; die Strafe dafür, das; ich gen asch/i habe, Fetz! weil; ich ater, der liebe (tzotl siecht , lles ' Rechte religiöse Erkenntnis erlangt man nicht durch einen lein vetslandesmäszige» Wissensitos;. der die (»emütsseite verkümmern läßt. Gewih ist im Religioisnn:erricht, besonders in initiieren uns höheren »lassen, ein verst, udes»iäs;iges Erarbeiten des Stoffes nötig. '.Iber die eigentliche 'Aufgabe des Religionsnnterrielns l>e siebt doch in der Erziehung ,;iir Religietsität, ,;n einem Leben in und mit Gott. Tie jütische Fugen) von Keule ist — von kleinen llniiiakmen abgesehen — ihrem innert» Wesen mich religiös, sie >ü strebt ntid ersehnt die Religi,», ihre Sille» und Bränck/e. Für den Lebrer iväre cs B. ein I, ickites Werk, die religiösen Flammen bei den »indern zn entzünde >, wenn er nicht durch die Rücklicht ans ins Elternhaus eingeengt würde, ja, er >»»j; dämpfen, wo er gern schüren inückne, tveil es ihm die oberste Pflicht ist, leinen »onilitt zwischen der Seele d;s »indes und der .'lnschanung der Eltern zu schaffen. Leben ober entzündet sich nur anr Leben. Deshalb soll religiöses Leben das »ind nach im Hanse nmg.'ten, ' religiöse Erlebnisse sollen ihn »ermittelt werden, tim durch die ans,eckende Macht des Beispiel die in ihm schlummernde religiöse Anlage zu tvecken. Ter Reli lionsngiterricht in der Schule l-.rnn nicht, auch ivenn er der beite ist auf die Tauer die Früchte zeitigen, die für den ganzen Menschen :o wertvoll sind. Tie Erziehung iit nicht blos; die '.'lusgabe der Schule, iveilaus die größere Hai sie derselben ' kann nur im Fami ienhanse gelöst werde», und wenn h>ec Plan und Richtung sich nicht ändern, so raliben wir den »>» der» mancherlei Freuden, vers hlies;en wir ihnen die .Pforten des Paradieses. Warum »nr fa> en tvir »ns von jedem, fromiiien Brr'»»;, los, ivarilin verschütt, n wir dem heraivir>acktsenden (beschleicht. das für lode Poesie ja empfänglich ist, den Hnell lebendigen Wassers? Bei den gewaltigen Fortschritten der neuere»' ^e>t ans den verschiedensten l » bieten der Lebensbelätig»na sind z:vtir Nr geistigen Fnteressei vielseitiger igetvorde i. abe. das ((--miitslebei! hat darunter ge itten. Wer der Religion aber in seinem Hanse eine Stätbe gr indet, der hat dem farblosen und rauhen Tasein einen goldigen Schimmer verliehen, der veredelt die einfachsten Lebensverhältnisse zu schöner Menschlichkeit und schafft jene freudige und beglückende bltinosphäre, die dem Hanse eine gewisse Weibe verleiht. Wie erzieherisch ivirken die in der Fainilie zu übenden .jeremonien. besonders die Weilte der Freitagabende. und der Fene. Wenn der Sabltat seinen Einzug gehalten und nach der goties-' dienstlicktri' freier die Fainilienmitglieder sich zu seitlichem Mahle vereintgr», legt erst der Pater die Hände segnend ans der »inder Himpt, und zu Ehren der (tzatti l ivird die herrliche Schilderung dek Hausfrau in den ^p rückten Salomos vorgetragen. Mus; nicht solch eine Familienfeier eine hetzerhebende Wirkung erzeugen und das Ehrfurchtsgefühl vor den Eltern, über dessen Schovinde» in unsrer heutigen Ieil oft geklagt tvird, erhöhen? ÄUe Erziehung ist ja nur ein Porleben. Te: große Pädagoge Pestalozzi sagt, das; die Mnlterstnbe die Brnnnei skube der Religiosität ist, er gründet Erstklassige Qltafeanj^r Kostüme/Kleide Dresden-2l.. Joh^i Zern tigung nach Modellen t/Mäntel und Pelze ni>Georgsn-2lllee 18 itjuf 13357 > * - die jilNickte und religiöse Bildung ans die '.Insel,anung. blls ich in einer. Schulklasse einen kleinen .iussatz über den Srbbal von den. »'ni>ern. ansertigen lies;, schrieb eines derselben, ein damals gvölsjälitiges Mädchen, unter anderm: „Wenn die »erzen so friedliw lenchten, dann in in inir der (»eiit der Fnsriedenl ei» und Taich '.nrrkeit. Fckt freue mich schon am bin sang der Woche ans den Sabbai, und so, denke ich, ivird es vielen gehen." Welche edlen (»efühle und Empfindungen löii der Pessacktabend ans, ivo er iilv.1] reck» gefeiert und >oo Belehrung über die Bedenliing des blnszugs ans Aeghpten iiaitsindet. Tank für die Wobliate» (''olles, Wertschätzung der ,Freiheit, Mitleid mit den Rrmen, alle diese Empfindungen werden an Hand der hntorisckttu Erzählung der Seele des »indes zugesührt, .und nnsragli.lt tvird hierdurch das Band gefestigt, das uns inlider Pergangen h.'it verknüpft. Um jede Sckiivierigkei!;n beheben, Kat die Israelitische Nie ligioiisgemeinde Trioden für die jenseits des-BahnhofS Wohnenden eine zweite Religionsi'ckmle errichtet, und zwar rindet der Unter richt. ebenfalls in ack-t »lassen gegliedert, in den Räumen"der Poltsicknite, .>arolajtras;e I, na:t. Tie erste Reigionsschnle in der Pestalozziitrasze ist aiijzerdem gutOesuchl. alle Eltern ergebt nun die Bitte, ihre »inder, die Oec» l'.fcl'i mit dem Sch iilunterricht beginnen, rech: zeitig, auch zur Teilnahme am Religionsnnterricht anzunielten. Jur vollen Mchl'-lienbi'dvng gehört eine religiöse ErzieKnng. iiiii im späteren Leben in allen Lagen aufrecht bleiben zu könne». Ein einheftlickter vnd regelmäßiger Religionsunterricht ivürde zur Erreichung dieses ,'fieles, dem alte Eltern und Erzieher zuiireben, fein Scherflei» beillagen. , Eva S t t i ii^. Die jüdischen Handwerker E» iy merkivnrdig. seststellen gl müssen, ilwfcke Unkenntnis bis in die iveilcit'en »reise hinein ülter die produktive Tatigken der denlschen Juden herrscht. Tao angebliche Richtvorhandeuseii-, einer produktiven Schi ln innerball, des olidentuiiis wird von unser» «tiegnern dazu benutz:. f,i g.idei: ve rl en in der i sckte r:ve i se als ein Polk vvn T.chmarobern und Händlern zu brandmarken. Es ist mützig, hieb nochmals ans die bekannte Tatsache hinzluveisen, das; es den finden in Tents.b lond bis zum '.Insang des IN. fiahrhnnderis gesetzlich verboten ivae, ein Handwerk «lusznüben, und das; die finnungen und fsün'te die finden zlim Handiverk nicht zuliefzen. Erst das Edikt vom fiaiire befreite das findentni» ails diesen freiselii, unter denen nlifre Pätel.. wie anech ans anlern Mel'icU'ii, seelisel. nnd körperlich;geliiten haben. Tie Einsreindung der finden vom Hlind.verk kivar keine natülliche und >tbsichtlick'e, sondern von der Mitwelt küniilin, geziicknele, im (siegenteil, „das jüdische Polk iit von jeder ein arheitsames gewesen, welches an Triebkraft und Erfindungsgabe z» t.iiiloier Tätigkeit hinter keinem Polke znrückftaild". ,Prof. Telivsch.i Wenn die Tätigkeit iveiier indisckwr Handiverkerkreise bis in die lebten fiahre hinein, so wenig die breite Hefsentlichkeit bgjch'sf l .,te, so I>lg dies daran, das; selbst prominente jüdische Persönlichkeiten infolge ,>eblens der tatsächlichen, Unterlagen diese Frage nur sein otademisck, behandelten. fiin jüdischen Polke stand von '.'lnbeginn, da es ein solches geivorden >l>l,r. das Handwerk in großem .','lnsehen. Nt auch die. We* _ . S.'ÄVs;-. vthSfQRdßhauer KZ, z besi/zf Wohru Clnxalv*rkaiil:H6ld«rllii>W«ldan4als«raae 4 Stutenbihnllnl# 20 — Autobuihaltaitaila Kronpriniaaplatz wi r'nbaAB^.^ , »r-.,.—. —, —. 5* KOHLEN ■X Brennstoff - Vertrieb 1 Inh.i Siegfried Plonkowskl > T*l. ■ 11147 o PataratraBa 1B o Tal. ■ B8B47