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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1926-02-28 · 10 (28.2.1926) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
1 (1925-1926)
Issue
10 (28.2.1926)
Date
1926-02-28
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 ■v Gemeindeblatt der Israelitischen ReligionSgemeinde Dresden iö durch seine besondere Wachfcwkeit und Dienstbeflissenheit ein- «eschlichene fremde Juden entdeckt und zur Abentrichtun« der, schuldigen Abgaben angezeigt, auch sonst sich tätig ernneicii habe. Am 10. Februar 1800 bittet Schie den Rat, zu beantragen daß fein Sohn Mendel Schic, der wegen seiner Kränklichkeit und Metzreisev ihn seit Mai 1798 in der" Geleitsemnahmc affistiere, seit ^Juli 1799 als sein Adjunkt bei der Judenbestellung fungiere, dereinst in seine Stelle trete. Der Rat berichtet hieriiber an die Regierung (25. August 1800). Diese yerordnete: Dem Judenbesteller sei nach Judcnordnung 8 18! ein fixer Gehalt auszuwxrfen, c-uch seien die Aeltesten gutachtlich zu hören, ob Mendel Schie Nachfolge: werden soll.! Jacob Löbel Lchie bat (17. Dezember 1801), ihn nicht z» fixieren, vielmiehr es bei den 4 Gr. wie bisher zu lassen. Tie Aeltesten sprachen sich (30. Dezember 1801) dahin ans: Früher war die Stelle eines Juden-Aeltesten-Aufwärtcrs oder Bestellers mit der des Gouvernementsjuden verbunden. Jacob Löbel Zchies Bc-ter ivar Beides: „Der gegenwärtige Gouvernementsjude Jacob Löbel Schie weigert sich wegen seines bekannten Wohlstandes und Gewerbes, die Stelle eines Juden-Aeltesten-Aufwärters mitzubesorgcn.' Nach seines Vaters Tode nahmen wir hierzu einen besonderen Mcnn ab. Er soll sich mit 4 Gr. begnügen. Eine feste Besoldung kann die hiesige ohnehin belastete Judenschast nichk ausbringen. Hr bekommt auch Douceurs von Fremden. Da er nicht mehr! Gemeindebesteller ist. geht er die Gemeinde nichts an. Boi ganz armen Juden sollen die 4 Gr. auf die Hälfte ermäßigt werden, die sie sich doch erst von uns erbetteln. Jacob Löbel Schie hat noch andere Vortheile, da er concefsionirt ist, zwei Bediente für seine .Handelsgeschäfte yat. einen exemten Gerichtsstand genießt. Wir sind gegen dir Adjungirung feines Lohnes. Er ist für eine so wichtige Stelle zu jung und hat nicht genug Kenntnisse im Hebräischen. Er kann nichts vom Blctte weg Briese bez. Reden verdolmetschen. Beide Ltellen brauchen nicht vereint zu werden. Ter Dolmetschter mutz ein jüdischer Gelehrter win. um z. B. Mundart unb; Schreiben von Juden aus Italien und dem Orient verdolmetschen zu können. Tie früheren Dolmetscher, auch Jacob Löhes Schics Vater, ivaren Gelehrte. Mendel Schie ist es nicht. Sein Vater ist noch in den besten Jahren, rin rühriger ujnd „bethulicher" Mann, der noch lange keinen Adjuncten braucht und seine 2 Bedienten als Vertrete: hat. Er will hierdurch nur für seinen Sohn Duldung und das Recht eines besonderen Hausstandes erlcngen. Es ist bedenklich. den Dienst erblich zu machen. Ter Anlatzi zu obiger Beschwerde Philivp Aarons wider Jacob Löbel Schie war folgender: Antschel Jacob hat Löbel Schie silberne Löffel abgefchwindelt. Löbel Schie hatte Antschel Jacob! im Hause Philipp Aarons durch Militär, das ihm auf seine Legitimation gefolgt war, festnehmen lassen und so seine Löffel wiedererhalten. — Mendel Schie, den die Aeltesten 1801* nicht als stellvertretenden.Judenbesteller zulassen wollten. , ward, wie wir sahen, 12 Jahre später selbst Aeltcster. La I I f i pen Bösenberg Serreatraße ß/7 Viauer Ittbas Vtasolvorkaali ♦ StraMtafadtote 20 AatobudultMtaU« Kraaprtazaa»tetz ♦ SGl nntlSABBAIJ TAGESPREISE! Bekanntmachungen der Gemeindeverwaltung Als Vorsitzender des Vorstandes and GemeindrrateS amtiert im Jahre 1926 Herr Rechtscmwalt^Paikl Solinger. Das Gemeindeamt Zeughausstratze 2, Telephon 14061. ist wochentäglich von bis 3'A Uhr. Sonntags von 10 bis 12 Uhr geöffnet. Sprechzeiten der Herren Rabbiner . Tie Herren Rabbiner sindin sämtlichen seelsorgerischen, besonders auch persönlich-religiösen Angelegenheiten wochentäglich zu folgenden Zeiten zu sprechen: Rabbiner Professor Dr. Winter, Blochmannstr. 14, 1., Telephon 20 855, von 11 bis 1 Uhr. Rabbiner Dr. Wolf, Zeughausstratze 1, 3., Telephon >4 051, von 10 bis 11 Uhr. Die Lesehalle ist täglich von 7 bis 10 Uhr abends und Sckuntags von ll bis l Uhr mittags geöffnet. Die Grabpflegegebühren find mit Herrn Friedhpfsinfpektor I a c o b f o h n für das Jahr 1920 wie folgt vereinbart worden: Im Erbbegräbnis für jedes Grab 10 M-, im Felde für jedes Grab 8 bis 10 M., für ein Kindergrab 5 bis 6 M. Diese Beträge find die Normalsätze, für die der Friedhofsinspektor das Grab zu pflegen, und sauberzuhalten hat; Blumen- und Pflanzenschmuck ist besonders zu vergüten. — Ueberfchreitungen der Normalsätze unterliegen in jedem einzelnen Fall der Genehmigung des Gemeindevorstandes. Die Rechnungen über die Pflegegebllhren müssen bei Ueberschreitungen der Normalsätze den Genehmigungsvermerk des Gemejndevorstandes tragen. Dresden, im Februar 1926. Der Vorstand der Israelitischen Religionsgemeinde Am 1. Mai 1919 richtete die Gemeinde die Stelle einer Gemeindeschwester ein; sie entsprach damit einem in allen Kreisen der Gemeinde empfundenen Bedürfnis. Als erste Gemeindeschwester trat Schwester Lea an jenem Tage diese Stelle an und erfüllt seitdem mit Liebe und unermüdlichem Eifer ihre Aufgaben. Sie besucht, und pflegt, wenn es eben möglich ist täglich, a l l e jüdischen Kranken in ihren Wohnungen, überdies auch diejenigen, die durch die Krankenhilfsvereine der Gemeinde in Krankenhäusern untergebracht sind. Ta die Dienstleistungen unentgeltlich erfolgen, bedeuten sie für Unbemittelte eine beträchtliche Hilfe. Die Einrichtung erweist sich immer mehr als notwendig und unentbehrlich. Alle Krankheitsfälle sind am besten telephonisch im Gemeindeamt (14051) oder bei Schwester Lea im Henrietten st ist (35 097) anz ifitt elde n. Schwester Lea nimmt sich außerdem der im Altersversorghaus der Gemeinde lebenden betagten Frauen an, führt in jedem Sommer die Ferienkolonie der Fraternitasloge in Oberrochwitz, leitet die Mittelstandsküche und unterstützt endlich die jüngsterrichtete Wohlfahrtsstelle bei der Prüfung der Verhältnisse von Hilfesuchenden. L. Pl. , Austritte aus dem Judentum Fräulein Rosa Adler, ohne Beruf. Dresden, Löscherftratze 2, 2. * , Trauungen 7. März: Fräulein Josefine Pikt> Sonnenschein mit Herxn Kaufmann Martin Marcus. BarmizwahS 6. März: Alfred Raxich^ Sohn des Herrn Max Rauch, Große Brüdergäfie 41, 1. 20. März: Kurt Wollender«, Sohn des Herrn John Wollender«, Müller-Berset-Stratze 36. 27. März: Horst Adolf Weitz. Sohn des Herrn Hermann Weiß. ComeniuSstratz« 81. Sterdesälle 21. Januar: Herr Wilhelm Reichmann.- 8. Februar: Herr Benno Rosenbaum. 12. Februar: Frau Martha Raubitschek «eb. Schtvarz. 16. Februar: Knabe Bensamin Kesten, Sohn des Herrn Jacob Kesten. Christianstratze 6. 18. Februar: Frau Helene Regina Adler geb. Weingart.

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