Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 1 (1925-1926)
- Issue
- 7 (29.11.1925)
- Date
- 1925-11-29
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
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er Israelitischen Religionsgemeinde Dresden Seite 9 Nr. 7 em«indeblatt d Nachdem Fräulein Weiureick, Berlin, die jüdischen R c i ch s o r g a u i a t i o n e n f ü pflege dargclegt hatte, fplg en die Erö einzelnen A ü r so r g eg e l i e r c in de wirtschaftlichen Fürsorge lFräul Ausgab e ii der c Wo h lfa h rtote r u n g e » der r P r a.r i s , der Eine wichtige '.1ii)f» u ii « r c.i npr a k- F ü r s o r g e: die .in Klein. Dresden», der Jugendfürsorge fFräulein Silbcrmani, Berlin», der Erholnngsfürsorgc «Fräulein Eohn, Berlin), der Gesundheitsfürsotge iFräulein Neu» seid, Berlin) und der Arbcitsvcimitrlung im Rahmen eines. Wohl fahrtsamtcs «Fräulein Dr. Strauß, München!, gape des Kursus war zum Schln je die Berat t i s ch e r Fragen der M c t » o d i f i 11 b e d Verbindung der beruflichen mit der chrenamtli hen Mitarlfit, die Zusammenarbeit mit den Bchö den und privaten Organisationen und die technische Einrichtung jiddischer Wohlfahrtsämter. Hierüber referierten Fräulein Frieda Ka in. Elberfeld, i^id Fräulein Rccha Ellern, Altona. An jedes einzelne Referat silstoß sich eine fruchtbringende Diskussion au, die nicht nur einen lebcrblick über >en siartcn inneren. Ausbau der jüdischen Wohlfahrt »pflege in den ehten Fahren gab, sondern vor allem auch die bestehenden Mängel und Lütten be» leuchtete. Bor allen Dingen hat der tursus gelehrt,'.daß in den Lebten Fahren der Ausbau der jüdischen Wohlfahrtspflege eine starke Umwandlung erfahren hat. Fas« allenthalben bestehen heute im Gegensaß zu früheren Fahren unter Leitung und Mitarbeit fachlitti geschulter Kräfte Wohlfahrtsämter. Nach einer Feststellung der Zenkralwohlfahrtsstelle sind Heu e schon ungefähr 80 jüdisch.soziale Arbeiter ber»uflich in der of enen Wohlfahrtspflege, tätig, dazu kommen ungefähr 2000 ehrenai rtliche Mitarbeiter in Deutschland. Der Plan der Zentralwohlsi hrtsstelle, einen derartigen .Kursus zu veranstalten, um die geschult, n und ungeschulten Kräfte mit den. Grundlagen einer geordneten sizialen Arbeit und der Systematik der Wohlfahrtspflege bekannt z.i machen, wurde überall sehr begrüßt. Der Kursus soll als Ai sgangspunkt für weitere .Kurse, die von den Lande», und Provin »ialstelle» und den örtlichen Wohlfahrtsämtern veranstaltet werd> n, dienen. Als notwendig hat sich ferner die Beranstaltung von uirsen über einzelne spezielle Gebiete gezeigt, btt in der kurzen eit von vier Tagen n»r ein Gesamt» überblick über das Gebiet der Wohlfahrtspflege gegeben werden konnte. ES ist beabsichtigt, den Kursus in gedrängter Form in Druck herauszugeben, damit die behandelte» Fragen einem breiten Kreise zugänglich gemacht werden können. Fraaeaversamalung aus Aul atz der Deutschen Buabestaguog Anläßlich der Tagung des A lgemenien Deutschen Frauenbundes hatte» der Israelitische Frauein erein und der Schwesternvcrein der FraternitaSloge LI. O. B. ß., leide zu Dresden, die iw'Dresden weilenden jüdischen Frauen sonne alle Frauen der Dresdner (Gemeinde zu einer gemeinsamen Aussprache eingeladen. Die Per» sammlung ist von 87 Dame» l esucht worden. Frau Gertrud M ä t t e r S d o r f f, als Borsipende des Israelitischen Franc »Vereins zu Dresre», begrüßte mit warmen Worten die'Anwesenden «ind gab insbesondere ihrer Freude darüber Ausdruck, bei dieser Gelegenheit die Gründerinnen deü Deutschen Iüdi» schon Frauenbundes, Fräulein Bertha Pappenheim und Frau Tidonie Werner, sowie die Bors audsmitglieder d,s Deutschen Jüdischen Frauenbundes, Frau Bet ina Brenner, Frau Henriette May, Fräulein Hannah Karminski, und viele Vertreterinnen jüdischer Vereine aus den verschiedensten Gegenden Deutschlands unter den Anwesenden sehen zu können, sie gab sodann der Borsivenden des Jüdischen Frauenbundes, Frc u Bettina Brenner, Leipzig, das Wort zu ihrem.Referat „Wat lehrt uns der Besuch von Kongressen". Frau Brenner berichtete über' die Erlebnisse bei den Tagungen, die oft die größten Ansorderungen an die Teilnehmer stellen, werden überwunden durch den ernsten Willen zur Zusammenarbeit und gestatte» nicht, Müdigkeit äufkomnzen zu lassen. Ter l.. Internationale Kongr, ß für Kinderwohlfahrtder vom 24. bis 28. August 1025 in Genf tagte und an dem etwa 000 Telegierte aus vielen Ländern tcj.nahmen, bot eine Fülle von Eindrücken. Frau Brenner konn e nur einige wesentliche Punkte herausgreifen. Besonders sta len Eindruck hinterließ die Tatsache. daß alle Nationen den einmütigen Willen zeigten, ohne Unterschied von Nationalität ur d Konfession harmonisch zusammenzuarbeiten. In allen Sektionen wurde immer wieder betont, daß die private soziale Fürsorge neben der öffentlichen amtlichen der Länder als Ergänzung unentb« hrlich ist, ja, sogar als Anreger und als »Gewissen der Leffentlichk üt" tätig zu sein hat. .Trohdem in Deutschland seit Einführung le» Reichs-Iugendmohlfahrtsgesehes eine breite Basis für die Befirsorgung der Jugend gegeben ist, bleibt doch noch viele» zu wüi scheu übrig, da die AnsführungSlieilimmuiigen. einzelner Länder noch uichi alle Wünsche erfüllt habe». Die Ausländerfrage spielt eine bedeutende Rolle, und hier ist besonders die Genfer Deklaration von Bedeutung. Erwähnenswert war das Auftreten der Borsivenden der L i g u e ck c s l e mmcs)uifes,Gcnf, die eine Spezialresolution l>eireffcnd Abschaffung des Antisemi.tismns in der Schule vorbrachte und glänzend verteidigte. Diese Resolution, die anfänglich abgelehnt worden war, wurde durch das 'tapfere Eintreten dieserjüdischen Frau schließlich doch vom Plenum angenommen. Wenn auch die Grundlage für alle Wohltätigkeit materielle Cpfcv bedingt, so ist es doch notwendig, daß man sich' auch voll mit seiner Persönlichkeit einscvt. In erster Linie sollten sich die Frauen dessen bewußt sein. Aus manchen Verhandlungen wurde klar, daß ßrrade wir Fnden, die wir früher Vorbildliches ge, leistet habe», nicht Schritt gehalten haben mit den' anderen. Es muß dagegen gekäiypft werden, ol>erflächlichcs Bilduiigssireben und Dilettiere» auf schöngeistig-künstlerischen . Gebieten überhandnehmen zn lassen, und das Pflichtgefühl gegen den Nächsten muß entwickelt werden. Es handelt sich hier nicht darum, daß die Frauen streben. Gleiches wie die Männer zu leisten. Gerade das spezifisch Weibliche auf allen (Gebieten der Wohlfahrtspflege prädestiniert die Frau zur Mitarbeit am Gemeinwohl. Besonderen Werl legte Frau Brenner darauf, daß die Frauen sich über alle Strömungen, die im Judentum benehcn, orientieren. Denn es ii« ihre Pflicht, besonder»'auch ihre Pflicht als Mütter, sich nickst von dem ihnen fremd Erscheinenden abzuschließen., sondern erst nach genauer Prüfung ein Urteil abzugeben. ' Aber Nicht nur Ideelles, sondern auch z. B. vereinstechnische Fragen können wir ans Kongressen lernen. Tie vorbildliche Leitung einer Bersammlung,' die Führung einer Diskussion, die Zeiteinteilung können nns Hinweise geben, wie wir auch unsre -Übungen als.mustergültige Brranstaltungen organisieren können. Ja, selbst aus einem mangelhaft geführten Kongreß können wir lernen, wie man es nicht ckiachen soll. Tje Fra» soll auch versuchen, tätig mitzuwirken am Gemeindeivohl, und cs gehört zu den nächsten Ausgaben de» Frauenbünde» und der Frauenvereine, dttfür zu sorgen, daß mit der traditionelle» Ausschaltung der Frau bei der Mitarbeit in der Gemeinde aufgeräumt wird. Frau Brenner ist selbst Mitglied der (Gemeinde. Verwaltung in Leipzig. Die Frau kann als Mutier- und Erzieherin viel Ergänzendes in die Gem.eindeverwaltnng bringen und muß sich stark bewußt sein, daß sie zur Mitwirkung verpflichtet ist. Auch die -Dresdner Frauen müßten daraus hinarbeitcii, sich eine Stellung in der Gemeindeverwaltung zu erringen und müssen aus ihrer Zurückhaltung heraus zu aktiver, praktischer Arbeit. Ter Bortrag von Frau Brenner löste -anhaltenden, lebhaften Beifall aus. Fräulekn Pappenheim ergriff zum gleichen Thema das Wort und führte etwa folgendes aus: Noch ganz erfüllt von dem großen Eindrücken der Tagung, des Deutsckscn Allgemeinen Frauenbundes fällt eö schwer, objektiv berichten zu können. Alles ist noch zu nahe, noch zu frisches Erleben. Was man von,einem Kongreß mit nach Hause nehmen kann, ist bei jedem Teilnehmer etwas anderes. Pflicht^ der jüdischen Frauen, die Kongresse besuchen, ist, den jüdisäien Frauenwillen zum Ausdruck zu bringen. Man soll nie unvorbereitet zn Kongressen gehen, soll aber auch daran denken, daß der Kongreß nicht Selbstzweck iß, sondern nur der Ausdruck der tätigen Arbeit, die das ganze Iahr über geleistet wird. Es wird mit Bedauern darauf hingewiesen, daß das alte Gesev, die Abgabe des Zehnten, nicht mehr gehalten wird, lim zu helfen, müssen wir lernen, aus Nächstenliebe auf manche Genüsse verzichten zu können. Die Ausführungen von Fräulein Pappenheim fanden warmen Widerhall und bedeuteten ein starkes Erlebnis für die Anwesen, de». Bei den meisten Tagungen trat die jüdisckie Frau nicht ge. nügend als Vertreterin der hinter ihr stehenden Gemeinschaft auf; ♦ k k k k k ♦ ♦ ♦ I V V t Sie finden bei uns das größte Lager Beleuchtungskörper: HerrenztmmeTkroreii s Spdsezbnmerbel. Schlaf zlmmerampeln Tisch- und Delflampen > Besonders großes Lager inSttnderlampeil Ols Prslss sind konkurrenzlos wls dis groSs Auswahl I C. R. Richter Kronleucbterfabrik a.m.b.H. Annalienstr.1T/19t Ruf.14098 k k k k k 1 V V t