Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 1 (1925-1926)
- Issue
- 1 (25.5.1925)
- Date
- 1925-05-25
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 1 Gen,eindeblat«der Israelitischen Religionsgenreiiide Dresden Jüm Wochenkest Von Rabbiner Tr. Albert Wolf Das Wochrnsgst lebt in. seiner geschichtlichen als 7?cft unsrer Gesetzgebung an, stärksten in wußtsein. Mit Necht feiern wir die Offenbarung als das gewaltigste und folgenreichste Ereignis Geschichtetes Judentums. Nicht'allein das die göttliche Offen der Werden Israels ärhiest durch bestimmte Richtung und eine und die Ethik der Thora wurden die Grundlage bei' ’ri Ti cntwicklung der gesamten gesitteten Welt. Da ist nicht alleiit ein jüdisches, cS ist ein Fest der Aber wie alle unsre Feiertage lischt nur solch sellen Charakser tragen^ sondern durch Beziehus, eigentlich Jüdischo in ihren Bräuche» und 2i Intimität jüdischen. Lebens zur Geltung kommcji auch das Wochenfest. Unsre Hefte sind dadurch ge ein Spiegel des Judentums, das selber aus der völlig universellen Charakter trägt durch seine» den einen Gott der^Welt, seine Lehre von lichen Menschheit^ seine Hoffnung aus das Friedens und-der'Liebe, nud das auf der ander stolzem Bewußtsein und mit' starker sittlicher Eigcndasein erhält durch' die besondere Ges Lebens, durch die Feier besonderer jüdischer Erei eigene formen ugd Bräuche.. ,f Dem Wochenfeste fehlt in unser» Tagen da ihm' sein besonderes jüdisches (Nipräge verleib innerung an die Offenbarung, die Lehre von der der Gottesglanbe bilden den Grundstock dessen, diesem Feste erfüllt. Aber wenn wir unsre Gotteshäuser und schmücken mit jungem Grün, dann verrät dieser nur eine-Anlehnung an Sitten unsrer Umgebunlg lebt fort die Erinnerung an die Zeit. da nusr eigenen Lande lebten, da die Wallfahrtsfeste rische Erinnerungen weckten, da sie auch Nati: und eng verknüpft! mit den Sorgen und Freuden da das Wochensest bas Fest der Ernte war. sind im 26. Kapitel deä Buches Moses das alte Gl geschehen, wenn du in das Land kommst, welches dein Gott, dir gibt, so sollst du nehmen'von bei aller Frucht des Bodens, welche du ei »bringst Lande, und du sollst sie lege» in einen (torb, gehen an den Ort, de» der Ewige, dein er: seinen Nameü daselbst wohnen 'zu lassen, und dem Priester, der in jenen Tagen sein wird, zu ihm sprech-n: Ich bekenne heute vor dem Gotte, daß ic> in das Land gekommen'bi», da unfern Vätern zugeschworen hat, und der Priester (kor^aus dei 1er .Hand und stelle ihn hin vor Ewigen, .deines (Lottes. Du aber sollst sprecht» Ewigem dein u» (flotte: Ein irrender Aramäe, Bedeutung lnserm Beam Sinai ^gesamten Lein und laruug eine Zehnwort der(tultur- Wochenfest Keuschheit, en univerg auf das die ganze > lassen, so msscrmaßen einen Seite Glauben! an einen iitt» llieich des Seite Mit .(trait sein altuug des tnisse, durch Ewig n feste jeuige, tvaS 'Die Erittlichkeit. Pas »ns a» inser Heim brauch nicht In ihm; Väter im nur bistoware» des Volkes, so lesen wir eh: Es soll der Ewige. Erstlingen ins deinem d» sollst ntählen ward, ni sollst zu imen, und en, deinem der Ewige nehme den Altar des vor dem war mein i^oe y Aq»ypt u >,d kc»' Seite 3 Vater, Und er zog nach Ägypten, und erhielt sich dort auf mit wenig Menschen, aber er wurde dort gun großer. starken und zahlreichen Volke. Und die Aegypler taten u >s Böses und bedrückten uns iindClegten uns schwere Arbeit cuf. Und so sollte er weiter erzähle» von der (rrrettung d, rch Gott und von. seiner wunderbaren Führ1ing7 Sein Bekenntnis sollte der Landmann schließen mit den Worten: 9'un habe ich gebracht die Erstlinge der Frucht daS Bodens, den Tu. Ewiger, mir gegeben hast. Und die Schrift fährt fc>r5: Und' lege xshin vor dem Ewigen, deinem Gitte, und,, beuge dich vor dem Ewigen. Und freue dich übe' all das (lute, das die-und deinem .Hanse der Ewige, deii Gott, gegwen hak. DiOund der Lewite und der Fremdling, der in dein, m .Hanse Mitte ist. So lautete das Gebot, und zum Wochenfeste zog all' jährlich der Landmann,hinauf nach den Heiligtum, um die Erstlinge seines Bodens darznbringen. Wie nun dis Gebot aiisgcführt wurde, darüber belehrtnns die Misch:iah. Bik» knrii», (iapitel 3: . \ Die Bewohner der reise versamn elten si,h in ihrer .Kreisstadt und übernachtete» auf .bei. freien Plätzen der Stadt. Am frühen Morgen weckte sie irr Beamte mit dem Nuse: Auf, laßt nirs hinaufziehen nach Zion ins .?aus des Ewige», unsres Gottes. , Das Tier, dar zum Fifie »ensöpfer bestiimnt lvar, zog nun voran, die Hgrner vergo bet. mit einem (rranze. aus Oelbaumzweigen geschmückt...s. *iimf ertönte vor ihnen her, bis. sie. in die Nähe vonl Jerusalem kamen. Nun schickten sie Boten voraus, und bekqäi zten ihre Erstlingsfrüchte, die sie brachten. An bei Stadt wn en ihnen jetzt die Priester entgegen. Die Arbciter, biq , »r ihren Häusern arbeiteten, standen auf und begiißten die kommenden mit den Worten: Brüder, Männer aus deq, und dem Ort. seid uns willkommen.. Musik ertönte von hu nein, bis der Zug zum' Tempelberg kam. Dort nühm jeder, selbst der (tönig, seinen (torb auf die, Schulter. und so betrat mqn den Vorhof des Tempels. Da stimmten die Leviten das Lied an: Ich will Dich rühmen, Ewiger, weil Tu mich aus der Tiefe erhoben hast, lind während man noch de» .(torb auf der Schulter hatte, sprach mau das Bekenntnis,- und Han» nabni der Priester den (torb in (Empfang. -! - Solcher Brauch war geeignet, die He matliehe!>z i stärken, das Volksleben schön und innig zu gestalten. Ave: zugleich wurde der fromme Sinn geweckt, und' nit dem 'ranke für den Ertrag der Ernte, dem Segen des Landes, pe: band sich das Bekenntnis zu Gott, zum Herrn der Welt. Aus Bvson- .dere der jüdischen Seele, die im Judentum'lebt unk mit ihm verwoben ist, die aber zugleich zum j Allgemei, en.- zum Ewigen. strebt, fand in solchem Brauche 'schöne»' Ausdruck. Das Wochensest, wie Wir -ccheute stier», hebt das Allgemeine, das Sittliche »ud Menschliche stärker be^vir. Rechte Ernte haben-wir-dann', wenn wir crfjei hcii. daß wir ein Eigenes-haben, das wir nicht anfgeben aü fen, weil cs uns, weil es unsre Seele bi1det..'und lveun wijr über dem Eigenen und Besonderen das AUgömeine nicht vevk essen. > DRESDEN VHOOftlAHAUS w/roÄ fS. .Stock * 'auf: 10695 fckneiSetei GROSSES LAGER ERSTKLASSIGER IN-UNDAUSLAN- •'W^.MCHER STOFFE bnn^fn »iuvr und qwtmiactwB Wäsche . W Krawatten 'g?cffKngr-(gr3tpinger»fr.gcPe^ Und wenn ein mal das Geld nlclt reicht, kauf, man pel Fietze spielen« leicht! Alle Möbel / Teppiche J Ga rdinen Korbmöbel /-Herren-, Det tenu. Kinderbekleidung / Schuhe Wäsche etc. etc Alles gegen bequemsteTeilzali I ung bei Grunaer Strafte 2,1.1. 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