Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Hansestadt Hamburg
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Hansestadt Hamburg
- Volume
- 14 (1938)
- Issue
- 9 (16.9.1938)
- Date
- 1938-09-16
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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/ Nummer 9 Jüdisches Gemeindeblatt Seite 3 JÜDISCHER KULTURBUND HAMBURG E. V. Hartungstroße 9-11 — Fernsprecher! 44 54 48 — Montag bis Freitag 9-16 Uhr — Bankkonto: M. M. Warburg & Co. K.-G. — Postscheckkonto Hamburg 44067 Uncoi-A FintriHcLmrtori «inrl Prhöltlirh- 1 ln d,r Ge«diöfts»tell« HartungstraOe 9-11, Fernipr. 44 5448, Montoq bis Freitoq 9-16 Uhr nSere CinTrlTTSKarTen 5ina ernaiTMCn. 2. In der einzigen Zahlstelle Jüdisdier Buchveitrieb Eva von derbunk, Halierstr 76 f 552486 . 0 Di« Zahlstelle Alex Loewenberg ist aufgehoben tS) . Wir ersuchen unsere Hitglieder dringend, ihre Mitgliedsbeitrage rechtzeitig, spätestens bis zum 6. eines jeden Monats abzuführen. Der Kulturbund ist aul jeden Mitgliedsbeitrag angewiesen! Der Ausfall von Beitrügen gefährdet seine Existenz. Von Mitgliedern, die bis zum 6. eines Monats Ihren Beitrag nicht gezahlt haben, nehmen wir an, das sie mit Abholung des Beitrages zuzüglich einer Gebühr von 0.4! 5 RM. einverstanden sind Wir richten an alle Mitglieder die dringende Bitte, pünktlich zu unseren Veranstaltungen zu erscheinen und vor deren Beginn die Plätze einzunehmen Die Platzanweiserinnen sind geholten, jeder Störung der Veranstaltungen vorzubeugen und daher tu spät kommenden Besuchern den Eintritt in den Sool erst nach dem ersten Fallen des Vorhanges bzw. nach dem ersten Musikstück zu gestatten Wir bitten, Eintrittskarten, über die ihre Inhaber nicht verfügen wollen, rechtzeitig zurückzugeben, damit andere die Plätze ousnutzen können September-Veranstaltung [ JÜDISCHES GEMEINSCHAFTSHAUS, 20.15 UHR PUNKTLICH 1. Abend Sonntag, IS. Sept. -s Am wie eine HmkeMHaus Lustspiel m 3 Akten von Ladislaus F o d o r / Deutsche Übersetzung von Siegfried Geyer Regie: Arthur Hellmer (früher Theater o. ö. Wien, Neues Theater Frankfurt am Mäin, Bühnenbild: Anny Gowa Techn. Leitung: Harry B1 umentha 1 Mitwirkende: Die Damen Ursula Perlhöfter, Steffi Rosenbaum die Herren Fritz Benscher, Julius Kobler, Martin Levy (Ehrhardt), Fritz Melchior, Leo Raphaeli (Willy Hagen), Kurt Schindler 2. Abend Montag, 1». Sept. 3. Abend Dienstag, SO. Sept. 4. Abend Mittwoch, S1. Sept. S. Abend Donnerstag, SS. Sept. Die Inhaber fester Plätze wollen bitte die Nummer ihres 1 haater - Abends beachten und ihre Eintrittskarten bis 3 Tage vor der betr. Aufführung abholen Sonnabend, den 17. September 1938: Geselligkeits-Abend im Theatersaale des Jüdischen Gemeinschaftshauses t Kabarett mit nachfolgendem Tanz Eintritt RM 1.25 „KLEINE ANZEIGEN" Revue von Leo Raphaeli (Willy Hagen) Mitwirkende: ' ' Edith Herssl i k, Fritz Benscher, Leo Ra phael i (Willy Hagen| Kurt Schindler, Alfons Zinkower Beachten Sie in den Räumen des Gemeinschaftshauses die Ständige Ausstellung von Arbeiten Hamburger jüdischer Künstler: Alice Beck, Lore Eber-Feldberg, Paul W. Henle, Kurt Löwengard, Edith Marcus, Karl Josef Möller, Gretchel Wohlwill Auskunft erteilt die Geschäftsstelle des Kulturbundes Die neuen, verbilligten Mitgliedsbeiträge l Sie zahlen: Sie erhalten dafür: Platzgruppe I: 3»— RM. monatlich Platzgruppe 2: 2. - RM. monatlich Platzgruppe 3: 1.— RM. monatlich Von September 1938 bis August 1939 jeden Monat eine große Veranstaltung (Theater oder Orchesterkonzert) Außerdem: im November ein Konzert, im Januar einen Vortrag, im Februar ein Konzert Alu: 15Veranstaltungen —. Sondenreranstaltungen gegen Ireiwillige rusatiiehe Bezahlung Förderer 60. RM. jährlich Zutritt zu allen Veranstaltungen Jugendliche, Künstler u. Erwerbslose 0.75 RM. jähri. Mitgliedsbeitrag Verbilligte Eintrittskarten zu 0.20 bis O.ÖO RM. Für unseren Künstlerfonds erheben wir von jedem Mitgliedsbeitrag auf jeden Monatsbeitrag, auf jede zusätzlich gelöste Eintrittskarte, auf jedes Programm einen Betrag von 5 Pfg. Kurt Schindler, Mitglied des Schauspielensembles des Jüdischen Kulturbundes Hamburg: Neue Spielzeit Am 18. d. M. eröffnet der Jüdische Kulturbund Hamburg seine neue Spielzeit. Werrals Schauspieler an die Worte „Neue Spielzeit" denkt, denkt an eine neue Umgebung, ein neues Theater, neue Kollegen, neue Aufgaben-, ein neues Publikum, den neuen Kampf, sich durchzusetzen oder sich zu behaupten, denkt dabei an den eigentümlichen, immer wieder aufregenden Reiz einer während der Ferien ausgeruht scheinenden Bühne, die nach einer Mischung von frischer Farbe, alter Schminke, Leim und parfümiertem Puder riecht, denkt an die Begeisterung und den vehementen Eifer, mit dem man sich auf seihe erste Arbeit stürzt, denkt an die fast übermütige Freude an der eigenen Kraft, die man verschwenden .möchte, an Rollen, die uns gottähnlich ins Unendliche Wachsen lassen oder uns zur ' elendsten Kreatur zusammenkrümmen, die aber immer unsere Welt, immer unser Dasein sind. Er denkt auch daran, daß er, wenn er später nach langen anstrengenden Proben müde und oft völlig erschöpft das Theater verläßt, die stille Glücklichkeit . mit in sein Privatleben nimmt, künstlerisch arbeiten zu können, ' und den festen, unabänderlichen Entschluß: Wenn ich nach meinem Tode wieder in' diese Welt hineingeboren werden sollte, werde ich wieder Schauspieler. Es ist die alte, eingewurzelte, unbesiegbare Liebe des Schauspielers zu seinem Beruf, didfur ihn das Wort „Neue Spielzeit" zu einem Zauberwort machTN. Für den jüdischen Schauspieler in Deutschland hat sich viel, sehr viel geändert. Aber unverändert ist seine Liebe zu seinem Beruf, unverändert seine Begeisterungsfähigkeit zu künstlerischem Schaffen, unverändert, auf Gedeih und Verderb, seine