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Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Hansestadt Hamburg · 1938-09-16 · 9 (16.9.1938) · p. Seite 2

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Hansestadt Hamburg
Volume
14 (1938)
Issue
9 (16.9.1938)
Date
1938-09-16
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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■ Seite 2 Jüdisches Gemeindeblatt Nummer 9 Rabbiner E. Ducke sz und Dr. N. Af. Nathan: Hebräische Autogramme aus Hamburg-Altona1' ''' " VII. Autogramm des Oberrabbiners Raphael ben Jekutiel Süßkind hakohen, geboren Livonia, den 4. 11. ,1722, gestorben Altona, den 26. 11. 1803, Rabbiner in verschiedenen Gemeinden seiner Heimat, 1772 Rabbiner in Posen, 1776—1793 Oberrabbiner der Drei - Gemeinden, s. Jew. Enc. X 318/19, Jüdisches Lexikoji III 749, ferner E. Duckesz, Raphael Cohn, in: Jeschurun, Organ für die geistigen und sozialen Interessen des Judentums, i. Jahrgang 1903. S. 562—564, und M. Grunwald, Hamburls deutsche Juden, S. 239/611. Das hier •veröffentlichte Autogramm, von Montag, dem 20. Tewes 5537 4= 30. Dezember 1776, datiert, ist dem ältesten t Protokollbuch det Chewra Kadischa Bikur Chaulim entnommen. I Gleich seinen Arntsvorgängern bestätigt Raphael hakohen nach seinem Amtsantritt in diesem Protokollbuch die Statuten des Vereins, für dessen hohe Aufgaben er sich damit gleichzeitig einsetzt, f I' 4 / I | _ 4 V fc^V^rT^,, ,t(ß/fy, \tr^*>^2JDJ^ff l^ijH^^) Jiryjfi't'tar l^^^^^^^iß^^^^r^y^ ^Wöft ',4^!i$G*xrf. oamaai lyairaa. bt bx Voipn '-np« ^lnan lan »6a »npa bwi naa mm xx •■•tnia« in'jüai 'K:n w^iaa wob xp-na arna bo pmb Txa mxa 'any^ bnvi nviV pb xaai nra it msa iov n-rry 'nxa '^nftl <nyi ipin bn bnp- "nas: naxa irx nna-rn rn^-pn rat: 'a '3 T Hrti n'a^T f»a irpct -n-ma 'D-nsan - nxan ann lax '^>a b*s-> ixj x*!T rnx p"p 'ia in ÜBERSETZUNG.' Klar und deutlich verkündet die Schrijt: „Heil dem, der mit Verständnis sich des Kranken annimmt; am Tage des Unheils wird Gott xhn erretten." -) Sowohl nach dem einfachen Wortsinn dieses Verses wie auch nach der Deutung des Midrasch rcn seinem Anfang bis zu seinem Ende und nach den Erläuterung*-,* aller Tannaim und Amoraim ') (ist es eine heilige Pflicht, Krauel' zu besuchen). Komm und sieh, wie unendlich, groß der Lohn ') VA CcmcindcbUtt 1929 Nr. < und 10. 1935 Nr. 2; 1937 Nr. 9. ') Psalm «I. 1. . •1l Vel. im Talm.d Traktat Schabbat 12 und 127 — Sota 14 — Baba Mczia 30. <) Miichna Pca 1. 1. dieser Mizwo in dieser wie in der künftigen Welt') ist. Um mich denen anzuschließen, die diese Mizwo erfüllen, komme ich, alle Bestimmungen, die aus Liebe zu den Menschen ausgesprochen wurden, zu bestätigen, damit sie vollen Umfanges Kraft und Geltung behalten. Dessen zum Beweise meine eigenhändige Unterschrift, heute, Montag, den 20. Tewes 5537 (30. Dezember 17T6). Raphael, Sohn meines teuren Vaters, der Leuchte der Gola, des berühmten Rabbiners Süsskind Cohn s. A., Oberrabbiner der Dreigemeinden Altona/Hamburg/Wandsbek. Dr. Willy Cohn - Breslau: 1 Jüdische Rettungsschwimmer in Tel Aviv Die Erholung dieser jungen Großstadt ist das Meer. Bei dem raschen Anwachsen der Stadt hat man nicht rechtzeitig Vorsorge für die Anlage von Parks getroffen — so suchen die vielen Tausende, Zehntausende, ja schon Hunderttausende, die hier wohnen, ihre Erholung am Strande. Und was gibt es Schöneres iür junge Menschen, als sich in die Wellen des Meeres zu stürzen und in dem reinen Wasser allen Staub des Tages abzuspülen! So wird es am Strande hier niemals leer. Kindergärten kommen hierher, jung und] alt tummeln sich oder ruhen in den Liegestühlen aus. I . Aber dieses Meer ist auch nicht so leicht zu nehmen. Nicht nur daß es sehr klippenreich ist — deswegen ist ja auch die Anlage eines Haf*ns der Art, wie er in der natürlichen Bucht von Haifa vorhanden ist, unmöglich — auch das Baden hat seine Gefahren. Die Wellen werden rasch hoch aufgepeitscht, und wen dann draußen eine Schwäche überkommt, dessen letzte Stunde könnte sehr leicht geschlagen haben. Daß dies nicht geschieht, dafür hat die Verwaltung von Tel Aviv prachtvolle Menschen in ihren Dienst gestellt, die Rettungsschwimmer. Wenn man in den Ländern der Zerstreuung darüber klagt, daß es noch Juden gibt, die von der körperlichen Wiedergeburt unberührt sind, und wenn man sich.vielleicht manchmal den Juden nicht anders vorstellen kann —I hier, diese Rettungsschwimmer von Tel Aviv, die von Gesundheit strotzen, sie zeigen auch die körperliche Wiedergeburt unseres Volkes. Mit einem leichten Sweater bekleidet, der in hebräischer Inschrift auf ihre Aufgabe hinweist, sind sie jeden Augenblick bereit, sich auf ihren flachen Booten ins Meer zu stürzen, um denen zu helfen, die in Not' geraten sind. Richtige Boote können ui diesen Klippen keinesfalls verwendet werden. Es sind ganz flach gehende Kahne, auf denen sie stehend in rasender Geschwindigkeit herausfahren, um allzu leichtsinnige Schwimmer zurückzuholen. Man sieht sie scharfen Auges auf ihren Wachttürmen stehen und hört sie mit ihren Pfeifen Warnungssignale geben. Sie verbreiten so ein beruhigendes Gefühl der Sicherheit. ' Es sind recht verschlossene Männer, und sie haben es nicht gern, wenn man sie anredet und von ihrer Aufmerksamkeit ablenkt. Aber es ist eigenartig, zu beobachten, mit welcher Selbstverständlichkeit sie ihren Dienst verrichten. Uns, die wir nicht am Meere jgroß geworden sind, erscheint das als etwas Besonderes; ihnep ist es der Alltag,'von dem man nichts hermachen darf. Rettungsschwimmer in Tel Aviv, vielleicht nur ein kleiner, unscheinbarer Beruf innerhalb des Aufbaus des Landes, aber ein Beruf, der äußerste Pflichttreue erfordert, wie so viele andere, die das Land neu geschaffen hat. ^Ki^äiW' I; - t * .' .*.,;»: Aus xUu* Uatu&utyu (}eu*eu*dete&eH> RUDOLF SAMSON Trennung und Abschied liegen über dem jüdischen Leben. Aber wenn wiif heute die jüdischen Menschen von uns gehen sehen, so klingt durch den Schmerz ,.der Abschiedsstunde die Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft. Wir alle tragen das jüdische Schicksal. Wie. schwer wird es in solchen Tagen, einen Mann plötzlich aus unserer Mitte gerissen zu sehen, der im Mittelpunkt jüdischer Arbeit stand, auf dessen Rat und Hilfe wir uns in jeder Stunde verlassen konnten...Rudolf Samson ist nicht mehr. Das Schicksal, das den Frühvollendeten den Seinen, das ihn uns allen nahm, erschüttert uns, denn nur zagend ahnen wir seine Sinnhaftigkeit. Die Stunde jüdischer Schicksalswende in diesem Lande gab Rudolf Samson die Aufgabe.* Wohl wirkte er schon einige Jahre im Vorstande des Krankenhauses, aber nun übernahm er, dem das Vertrauen seiner jüdischen Kollegen die Anwaltshilfe übertragen hatte, den Vorsiz in der Beratungsstelle. In der Not der Stunde hatten sich Gemeinde und alle jüdischen Organisationen zu gemeinsamer Hilfe gefunden. Rudolf Samson ahnte nicht, welche Last und Verantwortung ihm übertragen wurde. Aber er war immer da, wo man die tätige Hilfe verlangte. Wo er einen Menschen in Not wußte, war er bereit, sich einzusetzen Jfc, — und jeder fühlte, wie hinter dem wortkargen, oft verlegen zurückhaltenden Aeußeren ein warmes Herz schlug. Es war mehr als die regelmäßigen Sitzungen, in denen jeder Hilfsfall durchgesprochen wurde — eine große Zahl von Neueinrichtungen mußte geschaffen werden. Die Siedlerschule Wilhelminenhöhe, die Haushaltungsschule, die Lehrwerkstätten für Schlosser, -Tischler und Schneiderinnen, die Sprachkurse für Auswanderungsvorbereitungen — Gebiete, denen Rudolf Samson fernstand. Aber er verstand es, die richtigen Menschen zur Mitarbeit heranzuholen. .Dann hielt sich dieser vornehm bescheidene Mann zurück, er leitete in Liebenswürdigkeit und Sachlichkeit die Beratungen, faßte die praktischen Ergebnisse zusammen und sorgte für ihre Durchführung. Wer an seiner Arbeit teilnehmen, durfte, weiß, daß in seinem Arbeitszimrrier, , von dem der Blick über ein Fleet geht, nie eine Aktennummer behandelt, nie um tote Zahlen gestritten wurde — sondern immer ging es um Menschen, denen geholfen werden sollte — und um Menschen, die an ihre Verpflichtung zu helfen gemahnt werden sollten. Auch diesen Teil der Arbeit, der oft schwierig war, leitete Rudolf Samson. So fand der Bedürftige im Rahmen des Möglichen in Hamburg jede Hilfe. Daß es bis jetzt so sein konnte, war sein Stolz und sein Werk. Mit banger Sorge sah er in die Zukunft zJL :

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