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Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Hansestadt Hamburg · 1938-06-17 · 6 (17.6.1938) · p. Seite 4

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Hansestadt Hamburg
Volume
14 (1938)
Issue
6 (17.6.1938)
Date
1938-06-17
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Jüdisches Gemeindeblatt fr Nummer 6? ablehnt, vom ge* iibekeineswegs, daß Montefiore für die Religion dasjenige was mit unserer menschlichen Vernunft nicht zu ergründen ist. Es sei gestattet, hier einige Sätze der Besprechung wiederzugeben, die ich in der Allgemeinen Zeitung des Judentums 11. Oktober 1912 den Outlines kurz nach ihrem Erscheinen widmet habe: ..Eins möchte ich noch hervorheben: Mit Seiner echt ralen Gesinnung, mit sfciner modernen Aufgeklärtheit verbindet Montefiore eine kindliche Herzen sfrömmigkei Gott vertrauen, das geradezu rührend zu nenn« Das zeigt sich mit lfcesonderer Deutlichkeit bei seiner handlung des schwierigen Problems, wie sich die göttliche mit dem Uebel in der Welt verträgt. Hier erhebt Sprache Montefiores zu dichterischem Schwung, und'es ls' als hörten wir eine Stimme aus jenen Tagen, da die Dichter Psalmen ihre frommen Lieder sangen. .Gott, als die Quelt Guten, muß selber gut pein: ist er aber gut, dann — wfr w holen es' Immer wieder — dann sorgt er auch, dann sorgen. Ja. trotz allem, er sorgt, er muß sorgen. Schli werden diese Worte zu1 einer Art Gesang, zu einem Gesarjg Trostes undder Beruhigung, zu einem Gesa m|uß in; an» r r das -Friedens und des Triumphes: Er sorgt, er sorgen. . . Die besten, weisesten und erfahrensten Menschen die größten Helden und Heiligen, sie haben den Gesa gestimmt und tun ep noch heute: Er sorgt, er sorgen.'1) Das Uebel in der Welt ist ein Problem Menschen wohl nie werden lösen können. Alle Versuche lösen, sind unbefriedigend ausgefallen. .Das) Judentum immer vorgezogen zu sagen Ich verstehe es nieht. aber defanoch glaube ich: Er so|rgt. er muß sorgen.'5) So wahrlich kein Rationalist; so kann nur sprechen, wessen '" Outlines ofl Liberal .lupaiMn. for the ine of Parcfki* and Tcachtrs de« liberalen Judentum«, zun Gebrauch für Ellern und Lehrer). 2. Auf S. 65 I. - I . ») S. 72. ■* . ( J Ha,e ein ist. Be¬ Güte i die uns, der e des ederer Milich des des muß anm u ß wir es zu es hat ht, Herz spric mris'e 1923. erfüllt ist von demütiger Gläubigkeit, v«n-"fiefster Frömmigkeit.'* Ein Ausfluß dieser seiner Herzensfrömmigkeit ist Montefiores edle Menschlichkeit, die sich in seinen gütigen, glanzvollen Augen widerspiegelt, die bezaubernde Freundlichkeit, mit der er sich mit seinen Kritikern auseinandersetzt, die vornehme Vorurteilslosigkeit, mit der er den Vertretern entgegengesetzter Ansichten gerecht wird. In der soeben erschienen Juninummer der Monatsschrift The Synagogue Review erzählt Mr. Philip S. W a 1 e y : „Wer mit ihm (Montefiore) in den Kommissionen der jüdisch-orthodoxen Schulen, deren Vorsitzender er gewesen ist. zusammengearbeitet hat, der weiß, wie er die Schüler ermunterte und anspornte, ihrer eigenen Form des Judentums treu zu bleiben, ohne daß er je die leiseste Andeutung von seinen fortschrittlichen Anschauungen gemacht hätte." In dem Anhangskapitel zu den Sprüchen der Väter, dem nn1rin p3p p^B, werden die vielfachen Eigenschaften und Vorzüge aufgezählt, durch die der Metisch den Weg zur Tora findet, durch die er sie „erwirbt". Zu diesen gehört u. a.: „Beliebt sein, Gott lieben, die Menschen lieben, Wohltun lieben, Redlichkeit lieben. Zurechtweisung gern hinnehmen, von äußeren Ehrungen sich fernhalten, sich auf sein Wissen nichts einbilden, nicht gern Lehrentscheidungen treffen, seinem Nächsten das Joch tragen helfen, ihn nach der günstigen Seite beurteilen, ihn zur Wahrheit führen, ihn zum Frieden führen." Diese Vorzüge besitzt Montefiore in hohem Grade. Sie haben ihm den Weg zur Tora geebnet, den Weg zu jüdischem Denken, zu jüdischem Glauben, zu jüdischem Wissen, zu jüdischem Tun. ( Ich glaube, diese Würdigung eines der bedeutendsten und edelsten Vertreter der" heutigen Judenheit nicht besser abschließen zu können als mit den Worten des oben ■genannten Mr. Philip S. W a 1 e y : ..Wir senden ihm den Ausdruck unserer Liebe. Möge sein Wissen darum, daß dies keine bloße- Formalität ist. sondern unmittelbar aus dem Herzen kommt, ihm für einen Augenblick das Glück bringen, das er selbst in so verschwenderischem Maße anderen gebracht hat." Aus 4eu* UcH4*6üctyu> (feu*eU*dele&eu> "5-Jahr-Feier der Harburger Synagoge In einer schlichten gottesdienstlichen Feier beging der Synagogen-Verband Hamburg am 29. v. M. das 75jährige Bestehen der Synagoge Harburg. Ganz dem Ernst der Zei: entsprechend schmückten» wie am Versöhnungstage, weiße Eecken Almemor und Vorbetörpult, und die Heilige, Lade.ziere ein schlichter Vorhang aus| der ersten Zeit des Bestehens der Synagoge. Den VorstänöJ und das Delegierten-Kollegiuni des Synagogen-Verbandes j vertraten die Herren E Frank, N. H. Offenburg utfid A. Norden; die Körperschaften des Religionsverbandes dile Herren R.-A. David, _M ö [1er, .Alexander Levy undl Loewenthal. Der gesanglich i Teil der Feier wurde von Sängern des Chors der Gemeinde-Syr agoge 'Bornplatz unter Leitung des Herrn K. Rothschild bestritten. Nach Begrüßungsworten, die namens des Vorstandes de: .Synagogen-Verbandes Hamburg Herr Frank an die Anwesenden richtete, sprach Prediger A. G o r d o n , der für die Bedeutung der Synagoge in früherer und heutiger Zeit passende Worte fand- und seine Zuhörer besonders durch die Erinnerung an die bedeutungsvollen Tage >und Stunden ihres Lebens zu packen wußte, die in diesem Gotteshause ihre religiöse [Weihe empfangen hätten. Er gedachte weiter der Vorsteher, die während der abgelaufenen .75 Jahre sich um die Gemeinde verdient gemacht hätten,'seiner! Amtsvorgänger, der Herren Fle hack er und B a c h e rt h e i m e r . sowie endlich der noverschen Landrabbiner. in deren Amtsbezirk di< meinde .Harburg bis zu ihrer Eingliederung in den sehen Religionsverbarad Hamburg gehört hatte, dei storbenen Herren Adler, Meyer und Gronei und des jetzt nochj amtierenden Herrn Dr. welcher seiner ehemaligen Bezirksgemeinde zu dem tage schriftlich seine! Glückwünsche übermittelt haftfe Festpredigt hielt Herr; Oberrabbiner Dr. C a r 1 e b a c h. gehend von einem Worte des Propheten Ezechiel sprach dem Verhältnis von Gott zu Israel und von Israel zt Israels Schicksal werde, von Gott selbst mitgetragen; e* vom Himmel aus sein Volk, wenn es, wie der Psalmist sa: der Tiefe zu ihm ruft, denn dann werde das Gottesha js zur Wohnung Gottes. Dann wohne Gott, wie er es verheiß an „in eurer Mitte." Die Synagoge sei der sichtbare Mittelpunk; Gemeinde, sie müsse eis aber auch sein im Bewußtsein u s c h - Han- Ge- Jüdiver-; tn a n n Fr« und, Jubel- . Die Aus-;r von Gott, höre 2t, aus einer nd im Herzen aller ihrer Glieder, denn nur dann könne sich in einer Gemeinde die Eihneitlichkeit der Herzen und der Gesinnung,^ die 'Brüderlichkeit herausbilden, deren Frucht der neue Geist* sei, von dem der Prophet spreche. Nur eine Gemeinde, deren einzelne Glieder-sich eins wüßten in solchem Empfinden, würden auch im Meere des Leides den Weg finden zu Gottes Herz. Ein Umgang mit den Torarollen, ein von Herrn Oberrabbiner Dr. Carlebach gesprochenes hebräisches Gebet für die Harburger Gemeinde sowie gemeinsamer Gesang beschlossen die Feier. * Zur Umwandlung der Firma M. M. Warburg & Co. in eine Kommandit-Geseilschaft .Bekanntlich sind Ende Mai die Herren Max, Dr. Fritz und E r i'c'h W a r b u r g sowie Herr Dr. Ernst Spiegelber;?, als persönlich haftende Gesellschafter aus der Firma M. M. Warburg & Co. ausgeschieden; gleichzeitig ist die Firma selbst in eine Kommändit-Gesellschaft umgewandelt worden. An diesem Ereignis kann das Gemeindeblatt nicht vorübergehen, ohne wenigstens mit einem Worte der Bedeutung des ■ Bankhauses -Warburg und der besonderen Bedeutung der Familie Warburg für die jüdische Gemeinschaft Hamburgs und die Judenheit in Deutschland überhaupt zu gedenken. Der Entschluß der Herren Max und Dr. Fritz Warburg, ihren Wohnsitz in Hamburg nicht aufzugeben und insbesondere ihre jüdisch-soziale Arbeit mit Hilfe einiger ihrer bewährten Mitarbeiter fortzusetzen, ist von allen jüdischen Seiten freudig anerkannt »worden. ■ Wie Rembrandt die Juden sah Ueber dieses Thema sprach Herr Oberrabbiner Dr. Italiener em 18. v. M. Daß sah unter den Bildern und Radierungen des unsterblichen „Malers der Seele" zahlreiche Darstellungen biblischer Stoffe befinden, ist allgemein bekannt. Eine stattliche Zahl dieser jüdischen Darstellungen führte der Redner im Lichtbild vor, unter ihnen einige von besonderer Berühmtheit. So erlebten wir gewissermaßen eine jüdische Geschichtstunde aus biblischer und nachbiblischer Zeit. Die Zeit der Patriarchen zog vorüber (Abraham bewirtet die Engel, die Opferung- Isaaks, jwrZahlt stine T,aume- Jakob segnet seine Enkel Manasse und Efrairn). die Zeit der Richter (das Opfer des Manoah, Simson Dr. jur. Ewald Kersten Passage - Buchungen noch Cuba, Columbien, Ecuador, HAMBURG 1 aatlich konzessionierter Auswanderungsagent der aeifie »Hm Navigation Company. Liverpool Peru, Chile und anderen Erdteilen . Regelmäßige Gepäckdienste 9 Telefon 3235 50

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