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Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Hansestadt Hamburg · 1938-05-13 · 5 (13.5.1938) · p. Seite 8

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Hansestadt Hamburg
Volume
14 (1938)
Issue
5 (13.5.1938)
Date
1938-05-13
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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leite 8 Jüdisches Gemeinde b.latt Nummer 5 i-r Vorstand des Religionsverbandes und die Rabbiner in iumburg haben durch ihre Glückwünsche, die das Familien- Jilatt in seiner Festnummer veröffentlicht hat, bereits ihre Teilnahme an dem Jubiläum zum Ausdruck gebracht; auch das Gemeindeblatt, das seit seiner Begründung im Verlage M. Leß- Jnann erscheint, schließt sich allen guten Wünschen für die Zukunft des Familienblattes in herzlichster Weise an. Sportkämpfe der jüdischen Schulen Deutschlands Im September finden in Berlin Sportkämpfe der jüdischen Schulen Deutschlands statt, an denen sich auch die Schulen des Bezirkes Norddeutschland beteiligen werden. Zur Ermittlung dei bezirksbesten Schüler wird die Talmud Tora Schule noch vor den Sommerferien ein Sport- und Spielfest veranstalten, zu dem neben den großhamburgischen Wettkämpfern auch Vertreter der jüdischen Schulen von Hannover, Ahlem, Kiel und Lübeck erwartet werden; auch die Mädchenschule wird, unter Zuziehung von auswärtigen Schülerinnen im größeren Rahmen entsprechende Ausscheidungskämpfe veranstalten. Der Wettbewerb, der in Form von Dreikämpfen ausgetragen wird, umfaßt folgende Leistungsgebiete: K 1 a s s e I. Jahrg. 1920 21. männliche Jugend: 200-m- Lauf — Hochsprung — Kugelstoßen (5 kg); weibliqhe Jugend: 100-m-Lauf — Hochsprung — Kugelstoßen (4 kg). Klasse II. Jahrg. 1*22 23. männliche Jugend: 100-m- Lauf — Weitsprung — Kugelstoßen (5 kg); weibliche Jugend; 100-m-Lauf — Weitsprung — Kugelstoßen (4 kg). Klasse III, Jahrg. 1924 25, männliche Jugend: 100-m- Lauf — Weitsprung — Kugelstoßen (4 kg); weibliche Jugend: 60-m-Lauf — Weltsprung — Kugelstoßen (2' j kg). ) Aus dem Verein selbständiger jüdischer Handwerker und Gewerbetreibender Der Verein entwickelt sich in der letzten Zeit' immer mehr und mehr zu einer Vermittlungsstelle für1 die Berufsumschichtung der Angehörigen des Gewerbe- und Handwerkerstandes. Für einen Kurs für Zuschneider von Arbeiter- und Berufskleidung haben sich bereits 16 Mitglieder gemeldet. Der mit großem Erfolg von Herrn Michael Michelsen geleitete Buchführungskurs ist zum Abschluß gelangt. Für die Veranstaltung eines weiteren Kurses liegt eine Anzahl Anmeldungen bereits vor. Daneben vernachlässigt der Verein nicht seine Aufgabe, seinen jugendlichen Nachwuchs in - zweckdienlicher Weise zu betreuen: sämtliche Mitglieder der Jugendgruppe haben zu Ostern ihre Gehilfenprüfung abgelegt, ein Lehrling mit dem Prädikat: Sehr gut, mit dem gleichen Prädikat der arische Lehrling eines jüdischen Lehrmeisters." In den Lehrwerkstätten haben die Zwischenprüfungen gleichfalls ein gutes Ergebnis gezeitigt, so daß mit Recht gesagt werden kann, daß die Lehrwerkstätten ihren Zöglingen ein gutes Rüstzeug vermitteln, mit 'dem sie ,auch in der Ferne sich ihr Brot werden verdienen können. Die wirtschaftlichen Verhältnisse haben einen Mitgliederschwund zur Folge, der es den noch nicht vereinsangehörigen Gewerbetreibenden und . Handwerkern zur doppelten Pflicht macht, durch ihren Beitritt den Verein zu heben und auch finanziell zu kräftigen. In der letzten Mitgliederversammlung richtete Herr Heinemann einen dringlichen Appell an die Mitglieder, in ihrem beruflichen und außerberuflichen Verhalten sich ihrer Verpflichtung gegen sich und die jüdische Gesamtheit bewußt zu sein und alles zu vermeiden, was dem jüdischen Namen und der jüdischen Gesamtheit zur Unehre gereichen könnte. An dem gleichen Abend sprach Maschineninspektor Karl Groddeck von der Fairplay-Reederei über die wirtschaftlichen Aussichten des auswandernden Handwerkers. Seine von erstaunlicher Sachkenntnis und großer Welterfahrung getragenen Ausführungen fanden reichen Beifall. judtickeu Sftod Uu Hcuutuca Mit Energie halten unsere Sportvereine ihren Betrieb aufrecht und bieten, trotz' aller Abwanderungen, besonders der ausgebildeten Sportler, der Jugend ausreichende Sportgelegen- - heiten. Das sollte mehr als bisher Unterstützung und Anerkennung finden; denn schon z.B. das Durchhalten der vortrefflichen Platzanlagen ist eine Tat, die der jüdischen All- . gemeinheit zugutekommt, denn sie können neben der körper-- ' liehen Ausbildung der mehr als 1600 Sportler auch den jüdischen Schulen, der Tagesferienkolonie und der Erwachsenenerholung dienstbar gemacht werden. An größeren Treffen ist die Serie von Hockeyspielen zu erwähnen, die zwischen und an den Ostertagen durch die Sportgruppe Schild zum Austrag kamen und an denen sich neben dem Veranstalter noch Schild Frankfurt a. M. mit einer Herren- und Damenmannschaft, JSG. Berlin und Bar Kochba Hamburg beteiligten. Bei den Spielen der Herrenmannschaften erwiesen sich die beiden Hamburger und der Frankfurter Verein fast als vollkommen ebenbürtig,'während Berlin infolge Ersatz zurückstehen mußte. Bei den Damen war Frankfurt den Hamburgern nicht ganz gewachsen, wenn sie auch ein Spiel infolge nichtvollständigen Antretens von Hamburg knapp gewannen. Der Fußballsport brachte verschiedene Begegnungen von Bar Kochba und Schild Hamburg und Makkabi Altona, bei denen sich Schild als die stabilste Mannschaft erwies. Bar Kochba gewann die nordwestdeutsche Makkabimeisterschaft gegen Makkabi Rostock und Makkabi Altona und siegte denn auch nachdrücklich in der Vorrunde zur Makkabimeisterschaft gegen Makkabi Düsseldorf (9:2!), während die Handball - vorrunde mit 5:3 ebenfalls gegen die Düsseldorfer an.die Hamburger Makkahileute fiel. Großen Antrieb fand der Kegelsport durch die Eröffnung der Kegelbahn im Gemeinschaftshaus. Bar Kochba stiftete einen Pokal; in den gegenwärtigen Kämpfen um die Vereins- und Verbandsmeisterschaften, an denen sich neun Klubs beteiligen, steht im Augenblick Bar Kochba an der Spitze. Schild führte einen Kampf gegen Schild Dortmund durch, den er überlegen gewann. Die Spezialsports des Sommers finden in beiden Vereinen lebhafte Pflege. Bar Kochba eröffnete seine Ruder saison unter großer Beteiligung, während Schild auf der Hoheluft die jüdischen Tennis freunde vereinigt. Für den 15. d. M. verweisen wir auf das Fußballmeisterschaftsspiel des Schild gegen die' hier gut bekannte Mannschaft des Schild Bochum. Julian Lehmann. / Aus xUu Vodcayssäliu . Oberrabbiner Dr. Weisz-Altona , in der Franz-Rosenzweig-Gedächtnis-Stiftung. In der letzten Veranstaltung des Winterhalbjahres 1937/38 der Franz- Rosenzweig-Gedächtnis-Stiftung sprach am 28. v. M. Herr Oberrabbiner Dr. Weisz über das Thema: Heiligung des Lebens. Nach einleitenden, dem Gedächtnis des Begründers der Rosenzweig-Stiftung Hermann Philipp gewidmeten Worten zeichnete der Redner in kurzen treffenden Worten das Lebensbild Franz Rosenzweigs, den er als einen Menschen bezeichnete, der, aus den entferntesten Bezirken kommend, das Beispiel für eine echte Heiligung des Lebens biete, dadurch, daß er das, was er erkannte, gezeigt, dargestellt und vor allem gelebt habe. Heiligung des Lebens ist — so meinte Dr. Weisz — die geistige, ideelle Seite des Lebens, bedeutet: einen geistigen Grundriß zu finden, auf dem sich ein höheres, harmonisches und in die höchste, göttliche Sphäre mündendes Leben aufbaut. An Hand einer Einteilung der drei Stufen des menschlichen Lebens, wie sie Maimonides in seinem Mischna- Kommentar in den Schemone Perakim, der Einleitung zu den Sprüchen der Väter, gibt, unterscheidet der Redner drei Sphären der Lebensheiligung: die Sphäre des animalischen Menschen, in welcher das rein Körperliche vor allem in Erscheinung tritt, die Sphäre der „Lebensseele", des „Herzens", in der sich Körperliches und Seelisches mischt, und die Sphäre des ..reinen Geistes".* des Verstandes, der Seele, die als letztes, höchstes Ziel die Begreifung des Göttlichen im menschlichen Leben hat und die durch die Wizwot den Menschen den Weg zu seinem Gott finden läßt. Diese Dreiteilung der Lebensstufen wird von dem Vortragenden an Hand der Tora gezeigt in der Persönlichkeit der drei Stammväter, von denen Abraham als erster Gott erkennt, Jizchak. der sich auf dem Altar binden läßt, seinen Lebenswillen bekämpft und Bereit ist. sein Leben zu opfern, Jakob als wandernder, leidender, in der Nacht kämpfender Mensch das schwerste Schicksal erleidet, aber durch diese Lebensheiligung auf die höchste Stufe am Throne Gottes — nach einem Wort des Mid rasch — gelangt. Dieselbe Dreiteilung der Lebenssphären sieht Dr. Weisz in unseren drei täglichen Hauptgebeten, in unseren drei Wallfahrtsfesten, die er als Zeit des Werdens, Zeit der Reife und Zeit des' Sammeins und des Einerntens bezeichnet. Schließlich ist unser ganzes Leben, das von den 613 Geboten der Tona erfüllt ist, mit seinen drei Stufen Jugend. Mannesalter und Greisenalter ein Abbild dieser drei Sphären. Die Heiligung des Gesamtlebens ist der Endzweck unseres Judeseins, und unser Ziel muß es bleiben, diese Pflicht zur Heiligung des Lebens unseren Kindern mit- ' zugeben für ihre Wanderung in die Welt. Wir selbst können und müssen, wo auch immer wir leben, durch diese Lebensheiligung den Sieg über das Leben mit seinen Sorgen und Nöten erringen und so den Weg zu unserem Gott suchen und finden. Die mit großer Begeisterung und rednerischem Schwung vorgetragenen Ausführungen fanden die allgemeine Zustimmung der zahlreichen Zuhörer, denen der Redner eine wahre jüdische Feierstunde bereitet hatte. V. ★ . Palkstinawirtsehaf t und Judenstaat jf Ueber dieses Thema sprach im Zionistischen Akademischen Klub Dr. M. T r a u b - Berlin. Den Judenstaat als vorhanden annehmend, bemühte der Redner sich, die Wirtschaftsprobleme, die in ihm auftauchen werden, aufzuzeigen und sich bereits heute um ihre Lösung zu bemühen. Als Bevölkerungszahl nahm der Redner für 1950 unter Berücksichtigung des natürlichen Zuwachses und einer mittelstarken Einwanderung 2 000 000 Juden an, mit denen in dem jüdischen Landesteil die Majorität erreicht wäre. Eine der Kardinalfragen und -sorgen stellt die Aufnahmefähigkeit des Landes dar, die durch Steigerung der Eigenproduktion, besonders durch den Anbau von Getreide, anderseits durch Verringerung der Einfuhr, kurz durch autarkische Wirtschaftsgestaltung erhöht werden müsse. Trotzdem werde noch ein Fehlbetrag von etwa 20 000 Pfund verbleiben, der zu decken sein werde bei Ausgestaltung Palästinas zum Touristenland und Schaffung einer Spezialindustrie. Weiter behandelte der Redner Steuer- und Zollfragen und verweilte auch kurz bei dem jüdisch-arabischen Problem und der Bedeutung Palästinas innerhalb der Weltpolitik. S. F.. Aus den* JiidiscUeu kü(tüc&üud Konzertberichte. I L Hugo R 1 e m a n.n gibt in seinem. Musiklexikon folgende nüchterne Definition: ..Streichquartett heißt das Ensemble von zwei Violinen, Bratsche und Violoncello sowie eine Komposition für diese Instrumente." Diesem Doppelsinn folgend gilt der Bericht über den Kammermusikabend am 29. und 30 März sowohl den aufgeführten drei Streichquartetten als den Künstlern, die unter dem Namen Streich«

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