Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Hansestadt Hamburg
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Hansestadt Hamburg
- Volume
- 14 (1938)
- Issue
- 5 (13.5.1938)
- Date
- 1938-05-13
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 Jüdisches Gemeindeblatt Nummer 5 Be sie Vei s e t dies mei blei fciei Bekenn i?ic h nsc be. sc un: heil von Wü Wef Krei Zu sein S e h o enntnis zunächst nur für uns, aber damit zudoch für1 alle unsere Kinder, die über die gangenheit des Judentums sich hinwegsen zu können wähnten. Sie sagt uns, daß wir auf Kinder hoffen dürfen, daß wir keinen aus unserer Gehaft je aufgeben sollen, daß immer unsere Hand geöffnet alle die hungrig sind alle, die sich" nach einer Seder-' sehnen, in unser Haus zu laden. Nicht Kampf, sondern ermut. eigene innere Festigkeit innerhalb der Gemeinvon ganz Israel fordert Mosehe, fordert die Verfassung «fres Svnagogen-Verbandes. legt sie jedem von uns al* ge Pflicht ans Herz. Das sei auch jetzt unseren Kindern, denen wir nicht wissen, ob sie in der Zukunft in diesen n das Festgebet sprechen werden, mitgegeben auf ihren ins Leben, in die unbekannte Zukunft; überall, in allen scn, selbst unter den fremd gewordenen Brüdern, freudig >eke*nnen. innerlich sta^rk und eigenständig.zu aber mit Geduld und innerer Gewißheit auf die Wiederi n n u n g der jüdischen Welt für das jüdische Symbol zu fen. i . haift * Vei unser* A>. WÜ Hoc Eri di Svnfc Gu sehr r der M IV. enn wir in unserer Gegenwart an konkreten Beispielen die vnklichung und die glückliche Bewährung der Verfassung r Gemeinde und der des Synagogen-Verbandes uns vor führen wollen, so glaube ich. von dieser Stelle zwei ige Greise begrüßen zu sollen, welche die Gnade des isten uns bis zum heutigen Tage erhalten hat, deren rung zurückreicht in die Zeit, in der der Grundstein zu Verfassung gelegt wurde. Ich meine aus dem Kreise des qogen-Verbandes unseren allverehrten Herrn Hermann m p o r t 7.. aus dem weiteren Kreise unserer Gemeinde, Sie, ■ geehrter Herr Alfred Levy, den würdigen Ehrenucen xri nne es?r Vorsitzenden des Judischen Religionsverbandes Hamburg. (Die Anwesenden erheben sich.) Wir alle schauen in Ehrfurcht zu den grauen Häuptern dieser beiden Männer empor und entbieten ganz besonders Herrn Gumpertz, dem sein Gesundheitszustand leider die Teilnahme an dieser Feier verbot, unseren ehrerbietigen Gruß. Er ist, wie man ohne Uebertreibung sagen darf, der ideale Repräsentant unserer Auffassung, der Mann umfassender Toragelehrsamkeit, der würdig war, das Amt eines stellvertretenden Oberrabbiners unseres Verbandes zu versehen, zu dessen Füßen soviele den Talmud studiert,' der durch seine selbstlose Bereitschaft das Torastudium in Hamburg immer zu besonderer Höhe emporgehoben hat. Seine Persönlichkeit steht in engster Verbindung mit einem großen Verdienst in der Geschichte des Synagogen-Verbandes, der Pflege des Lernens, das sich direkt und indirekt auf dem Grunde unseres Verbandes aufgebaut hat. An diesen beiden Alten können wir, die Jüngeren, erfahren, was der Dienst des Einst dem Jetzt geleistet hat, und im Abglanz dieser Feierstunde legen wir ihnen wie all denen, die an der Erhaltung und dem Weiterbau unseres Verbandes mitgearbeitet haben, unseren Dank und unsere Segenswünsche freudig zu Füßen. Wir aber wollen — wie einst unser Volk, als Mosche ihm seine Botschaft brachte — uns dankend verneigen vor dem Lenker des Schicksals und die uns gewordene Aufgabe, für Gott bekennen, für die Zukunft werben und gewinnen zu dürfen, freudig bejahen. Wir wollen die Hoffnung von hier mitnehmen, daß der Tag kommt, an dem der letzte in Israel mit uns vereint dem Gotte, der uns geschont, uns in unserer Isolierung, in allen Geschichtsstürmen, bewahrt hat, sein Peßachopfer bringtj-der Tag, an dem Messias pocht, der Tag, an dem Elia der Prophet ruft, der Tag, an dem alle heimkehren ins Vaterhaus des Judentums. Bald, in unseren Tagen — Amen. Bericht der Jüdischen Winterhilfe Hamburg 1937-38 2 u Beginn des Winters haben uns ernste Zweifel bewegt, ob die tüdische Gemeinschaft in Hamburg angesichts der Minderunf ihiv: wirtschaftlichen Kraft die für den gesteigerten Umlant; der Xot benötigten Mittel werde aufbringen können. Mit freuiigei Genugtuung kann auseesprochen werden, daß diese Zu cifei unbegründet gewesen, sind Zwar weist das Spendenu i gebnij cinerr Rückgang auf. Dieser ist aber erheblich hint t der tatsächlichen 'Verringerung der wirtschaftlichen Ki.i t dei jüdischen Bevölkerung in Hamburg zurückgeblieben. Daraas epgibt s'eh'. daß im letzten Winter die.Opierbereits c h a t J. der jüdischen Bevölkerung noch wesentlich gestiegen .M Wenn auch leider immer noch einzelne ihren Monatsbeitrag mihi entrichtet und diimit ihre Hilfe den Aermsten der Annen versigt haben, so ist doch dieser Kreis'verschwindend klein -• vorden — Das S;,mme!ergebnis der E i n t o p f s p e n d e weist nur einen unerheblichen Rückgang auf. Dies zeigt, daß cjie üdisehe Bevölkerunc in Hamburg von dem Bewußtsein er-' füllt ist. daß ^esenuber derNot unserer Tage die Eintopfspende kein esfalls verweigei t oder auch/nur verringert werden darf, ehe nicht auch die persönlichen Lebensbedürfnisse einer Einschränkung unterworfen werden. Selbst unsere unterstüttterv Hilfsbedürftigen haben fast restlos die Eintopfspende entrichtet und damit ein wirkliches Opfer gebracht «■ Die Zahl der Hilfsbedürftigen ist trotz der Abwanderung und des Sterbeüberschusses nicht zurückgegangen. Ueber 3700 Manschen haben, wiederum unsere Hilfe in Anspruch nehmen müs.'en. Sie sind mit Lebensmitteln, Kohlen und Kleidung veüv sorgi worden Während +n manchen Gemeinden die Versorgung mit Lebensmitteln durch die Ausgabe von Anweisungen an die einzelnen Geschäftsinhaber erfolgte, hat sich in Hamburg das System des unmittelbaren Einkaufs durch die Jüdische Winterhilfei und'die. Ausgabe von Packungen bewährt. Im Laufe des Wintjers sind 11 479 Pakete von ehrenamtlichen Kräften gepackt und ausgegeben worden. S e waren in ihrer Zusammensetzung von Monat zu Monat . verschieden und haben sich außerdem nach der Größe und den Bedürfnissen der einzelnen Haushalte gerichtet. Kianke wurden mit ^usätzlichen-Lebensmitteln oder Diätpaketen bedacht. — Die Hilfsbedürftigen haben außerdem Kartoffeln erhalten. '1611 Zentner Kartoffeln wurden frei Haus geliefert, auf Wunsch statt;der Kartoffeln andere Lebensmittel verabreicht. Die Versorgung mit Feuerung erfolgte durch Ausgabe von Kohlengutsc heihen: alte, kranke und gebrechliche Personen erhielten eine ei höhte Mense. Die Jüdische Winterhilfe in Hamburg hat sich auch im letzten Winter die Aufgabe gestellt, den Hilfsbedürftigen weitgehend Kleidung und Wäsche zuzuteilen. Die Mitwirkung einer c hi erjamtlichen Fachkraft beim Einkauf hat zu einer günstigen Auswertung der zur Verlegung stehenden Mittel geführt. Ansehnliche Sachspenden flössen der Winterhilfe auch von Bckleid|ings- und Wäschegeschäften zu. Die Sammlung getragener •!• » j Bekleidungsgegenstände hatte einen guten Erfolg, da Viele gut erhaltene Sachen spendeten. Insgesamt wurden 1130 Stück Oberbekleidung, 608 Paar Schuhe, 2117 Stück Wäsche und 903 sonstige Bekleidungsgegenstände, Decken, Bettzeug u. dgl. ausgegeben. Die Bewilligungen erfolgten unter Heranziehung der Sozialarbeiter des Religionsverbandes, auf Grund sorgfältiger Prüfung der auf Zuteilung von Kleidung und Wäsche gerichteten Anträge. ' , Zu Chanukka und zu Peßaeh wurden Sonderzuteilungen gewährt Zu den Sondcrleistungen gehören auch die Einrichtungen der Seelischen Winterhilfe, die unerläßlich ist, da unsere Hilfsbedürftigen seelische Not mehr noch als das wirtschaftliche Elend bedrückt. Ueber 2000 Eintrittskarten für künstlerische Veranstaltungen wurden verteilt. Vielen Hilfsbedürftigen wurde die Teilnahme an den von den Kultusverbänden veranstalteten Seder-Abenden ermöglicht. Endlich hat die Jüdische Winterhilfe auch in diesem Winter wieder dafür gesorgt, daß in der jüdischen Volksküche, der jüdischen Mittelstandsküche, im Daniel-.Wormser-Hause, in den jüdischen Schulen und Kindergärten warmes und ausreichendes Essen verteilt werden kannte. -Die Jüdische Winterhilfe, umfaßt alle Personen, die Juden im Sinne des Reichsbürgergesetzes sind. Für Mischehen ist sie zuständig, wenn der Haushaltsvorstand Jude im Sinne dieses Gesetzes ist. In Hamburg einschließlich Wandsbek und Harburg- Wilhelmsburg hat sie in diesem Winter an 14 500 Personen, das sind an 6600 Parteien, erfaßt. An 5200 Parteien haben die Eintopfspende und an 3300 Parteien das monatliche Opfer geleistet. Betreut wurden 2005 Parteien mit 4249 Seelen. Eine statistische Auswertung der Hilfsbedürftigen-Karteien der Jüdischen Winterhilfe in Hamburg und Altona ergibt folgende Zahlen: - / 1. Unterstützte Parteien und ihre Personenzahl. Hilfsbedürftige " Parteien mit je hilfsbedürltigeo Personen Insgesamt Personen 874 1 874 513 2 1026 341 '. 3 1023 167 * i 668 66 5 330 « über 5 328 zusammen 2005 4 24* -davon 1 Glfl Parteien ohne Kinder unter 14 Jahren 341 . mit je 1- 2, zusammen 44K Kindern unter 14 Jahren . 45 „ mit 3 u. mehr, . . . 14 . zusammen 2003 Parteien mit zusamme n 60« Kirdern .unter 14 Jahren