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Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Hansestadt Hamburg · 1938-02-11 · 2 (11.2.1938) · p. Seite 3

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Hansestadt Hamburg
Volume
14 (1938)
Issue
2 (11.2.1938)
Date
1938-02-11
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nummer 2 Jüdisches Gemeindeblatt Seite 3 Zählung der hilfsbereiten Juden in Deutschland Eine Zählung der hilfsbereiten Juden in Deutschland führt die Jüdische Winterhilfe Sonntag, 27. Februar, in Form einer Haussammlung in allen jüdischen Gemeinden des Reiches durch. Sie dient der Aufgabe, den Juden in den besonders notleidenden Klein- und Mittelgemeinden eine zusätzliche Hilfe zu bringen. Ihre Not hat sich in diesem Jahre außerordentlich verschärft. Der fünfte Teil der von der Jüdischen Winterhilfe Unterstützten könnte von ihr ohne Hergabe zentraler Mittel nicht versorgt werden. Wenn auch infolge Abwanderung die absolute Zahl der Hilfsbedürftigen in vielen Gemeinden im Vergleich zum Vorjahre zurückgegangen ist, so ist doch eine Zunahme des Anteils der Hilfsbedürftigen an der jüdischen Gesamtbevölkerung zu beobachten. Es betrug der Anteil der Hilfsbedürftigen 1936/37 1937 38 in Schleswig-Holstein Pommern in in in . . . 19,6% . . . 25,1% Ostpreußen!...... . 30,9% Hessen-Nassau...... 28,7% 31.1% 29,1% 35,8% 36,1% im Landkreis FHedberg-Hessen . 29,3% 45,6% In einzelnen Kleingemeinden sind weit mehr als die Hälfte, in einem Fall fast j90 Prozent', der Genrjeindemitglieder hilfsbedürftig Hierfür einige Beispiele Alt-Landsberg: MO Gemeindemitglieder, davon 70 Hilfsbedürftige — Johannisburg Ostpr.: 59 Gemeindemitglieder, davon 54 Hilfsbedürftige — Neidenburg: 60 Gemeindemitglieder, davon 45 Hilfsbedürftige — Krojanke: 6"l Gemeindemitglieder, davon 38 Hilfsbedürftige — Neuruppin: 35 Gemeindemitglieder, davon 30 Hilfsbedürftige — Bezirk Trier: 504 Gemeindemit-- glieder, davon 203 Hilfsbedürftige. Die Zählung der hilfsbereiten 'Juden in Deutschlund' am 27. d. M. dient der Aufbringung der Mittel, um diesen Notleidenden zu helfen. Sie knüpft an das Gebot der Zählung des Volkes, 2. Mos. 30, 8—13, das in dem Wochenabschnitt des voraufgehenden Schabbat enthalten ist. Jeder, der gezählt wird, soll ein Sühnegeld geben, ohne Unterschied, ob arm, ob reich. Alle jüdischen Manner. Frauen und Kinder, die selbst oder für andere' einen Spendenschein erwerben, werden als „hilfsbereite" Juden gezählt. Der Gegenwert des Spendenscheins dient der Betreuung der Hilfsbedürftigen in den Notstandsgemeinden. Werkdienst am Zelt der Gegenwart nennt die Schrift die Hingabe eines Opfers bei der Zählung. Werkdienst äm Zelt, das die Jüdische Winterhilfe schützend über die Hilfsbedürftigen unserer Gemeinschaft spannt, ist die Einordnung in die Zahl der Helfenden. Die Zählung der hilfsbereiten Juden in Deutschland fciht die Jüdische Winterhilfe ein in die große Tradition des Helfens. Sie gibt jedem Juden in Deutschland die Möglichkeit, Solidarität zu üben mit denen, die vereinsamt in den mittleren und kleineren Gemeinden leben) Diese Hilfe wird nicht mehr nur materielle Not lindern, sondern den in den Kleingemeinden vereinsamt Lebenden das Gefühl der Geborgenheit iri der Gemeinschaft wiederverleihen. Aus deu* UwMwyu (jeu*zu*dele&&* 10. Sitzung des [Repräsentanten-Kollegiums Das Repräsentanten - Kollegium des Religionsverbandes wählte in seiner Sitzung vom 16. v. M. Herrn R.-A. Dr. U r i a s zu seinem Vorsitzenden, Herrn Alexander Levy zum stellvertretenden Vorsitzencen und die Herren Heinemann und Horowitz zu Schriftführern wieder. Es verteilte dann die durch den Tod des Herrn Raphael Bachrach, die Amtsniederlegung des He-rn Peine und den Uebertritt des Herrn Stern in den Vorsiand des Religionsverbandes frei gewordenen Aemter unter seine Mitglieder. An der Sitzung nahmen zum ersten Mal teil jHerr Dr; H. Kleimenhagen, der an Stelle des Herrn Stern in das' Repräsentanten-Kollegium berufen ist, und die Herren Max Lehmann und Arje Stahl, die auf Grund des Zusammenschluß-Vertrages mit der ehemaligen Hochdeutschen Israeliten-Gemeinde Altona als Vertreter der in Altona ansässigen Verbandsmitglieder in das Repräsentanten-Kollegium eingetreten sind. Die Sitzung hatte den einzigen Zweck, die Geschäftsfähigkeit des Kollegiums und der Kommissionen, in denen Vertreter des Kollegiums sitzen, sicherzustellen. Sachliche Dinge standen nicht auf der Tagesordnung. — Vor Eintritt in die Verhandlungen berichtete der Vorsitzende Herr Dr. Urias über die Sitzung der Vorstände der vier Gemeinden Hamburg. Altona, Wandsbek' und Harburg- Wilhelmsburg, ,in welcher der Vorstand des Jüdischen Religionsverbandes die Geschäfte der drei Nachbargemeinden übernahm und über die in der letzten Nummer des Gemeindeblattes bereits berichtet wurde. Der Vorsitzende gedachte ferner der Einweihung des Gemeinschaftshauses und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die mit seiner Schaffung verknüpften Erwartungen sich in reichem Maße erfüllen möchten. Personalien u. Kleine Mitteilungen 80. Geburtstag des Herrn Leo Stern Herr Leo Stern vollendet am 14. d. M. in seltener körperlicher und geistiger Frische sein 80. Lebensjahr. Wir entbieten dem allseits beliebten Jubilar, der lange Jahre dem Vorstande des Altenhauses des Religionsverbandes angehört hat, unsere herzlichsten Wünsche. t Wahlen im Synagogen-Verband Hamburg Das Delegierten-Kollegium des Synagogen-Verbandes hat in seiner Sitzung vom 6. v. M. die Herren Dr. Siegfried Baruch und Alfred Meyer zu Mitgliedern des Verbandsvorstandes anstelle der freiwillig ausgeschiedenen Herren Dr. W. Bodenheimer und John Gotthold gewählt. Anstelle des Herrn Hermann Bachrach, der sein Amt aus Gesundheitsrücksichten niedergelegt hat, hat das Delegierten- Kollegium des Synagogen-Verbandes Herrn Dr. Samuel Heckscher zum Synagogen-Kommissar für die Gemeindesynagoge Bornplatz gewählt. Wahlen in den Vorstand des Tempel-Verbandes Anstelle des jüngst und der wegen Fortzuges geschiedenen Herren Adoli sind die Herren Pr»f. Dr Bukofzer und Alexandejr Tempel-Verbandes gewählt verstorbenen Herrn Raphael Bachrach von Hamburg aus ihren Acmtern Floersheim und Gustav Hochfeld David Aufhäuser, Dr. Werner Feldberg in den Vorstand des worden. S Konstituierung des Synagogen-Verbandes Altona Gleichzeitig mit dem Israeliten-Gemeinde Altona Hamburg ist zur Fortführt^ig deren Fürsorge bis dahin ir lag, der- Synagogen-Vert: während der Deutsch-Isn Namen Synagogen-Verband Vorstand des Synagogen :auf Grund der Ueberg: besteht aus den Herren Max Lehmann, Jacob Neumann urid Albert A Herren bilden den geschä Vorstandes, -Vcr Pi Anschluß der Hochdeutschen in den Jüdischen. Religionsverband der kultuellen'Angelegenheiten, den Händen der Gemeinde Altona nd Altona ins Leben getreten, elitische Synagogen-Verband den Hamburg angenommen hat. Der bandet Altona hat sich inzwischen gsbestimmungen konstituiert. Er ul Möller,.Dr. Julius J'on^is, Heilbut, Arie Stahl, Alfred e x a n d e r. Die drei erstgenannten ftlsführendcn Ausschuß des Vetbands- Wahl in den Ausschuß für das Bau- und (.,ondstürkswcm;i des Rel>gionsverbandt'v Das Repräsentanten-Kollegium des Religionsverbandes hat in seiner Sitzung vom 16. V. M "Herrn Direktor-Georg Lichtheim in den Ausschuß für das Bau- und Grundstückswesen des Religionsverbandes gewählt! Herr Direktor Lichtheim verwaltete bis zum Ende des vorigen«Jahres das Grundstückswesen der Hochdeutschen Israelitejn-Gemeinde Altona. Durch die jetzt vollzogene Wahl hat der Rejigionsverband sich die Erfahrungen und die Kenntnisse, die Herr Direktor Lichtheim sich in dieser Eigenschaft, erworben hat, gesichert. iiiinmiim.....iiiiiiiiiiNHiMiiniiiiiiiii.........iiiiiinmiiiijiiiiiim..........mit......miimii......mm......pMaHRMMM.....< Jläduteüntcptsammlung: Sonntag, den 13. Jebruar Wif bitten um Ueberweisung des Beitrages für den Monat Februar Zahlungen erbeten bn: Jüdische Winterhilfe Hamburg: M. M Warburg & Co. — Simon H i r s c h I a n d — Hamburger Sparcasse von 1827, Konto 80/1441 — Postscheckamt Hamburg 15054 — Kasse der Gemeinde, Rothenbaumchaussee 38. JÜDISCHE WINTERHILFE

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