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Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Hansestadt Hamburg · 1937-11-12 · 11 (12.11.1937) · p. Seite 4

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Hansestadt Hamburg
Volume
13 (1937)
Issue
11 (12.11.1937)
Date
1937-11-12
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Jüdisches Gemeindeblatt Nummer 11 Senta Meyer-Elias über; Jüdische Märchen und Legenden; Krau M a v las ausgewahlte Abschnitte aus der Bibel, und Herr Kruszynski brachte jüdische Dichtungen. Auf musikalischem Gebiete sahen wir bei uns Künstler, die Getue*. Klavier, Ceflo. Xylophon. Akkordeon und Laute spielten; an Gesangsvorträgen hörten wir Arien aus Opern, Operetten- und Jargonlieder; die Knabenchöre Kornitzer und Lieber traten bei uns auf. der Gesangverein War bürg und . das Mannerquartett ..Singharmoniker". Die Tänze wurden von den Schulen P a n d e r und M i 1 e e geleitet, dann gab es Solotänze, die auch von Dilettanten gebracht wurden; einmal hatten wir auch ein Kasperletheater. Auch kleine "Ehedterstücke wurden •aufgefuhrt, besonders zu Chanukka und Purim, wobei meist Kinder die Darsteller waren. I):»sc Festtaue waren ganz besondere Ereignisse für unser Pubiikym; viele, viele wollten dabei sein, leider mangelte es ur.s an Pla*z. und Mitteln; so konnten wir nur einer .beschrankten Zahl Einlaß gewähren. Einmal versuchten wir, eine . Fi s’-lichkeit zu teilen, aber» die Kosten wären für unsere bescheidenen Mittel zu groß gewesen; denn wir bewirten an diesen beiden Feiertagen unser Publikum. In den ersten zwei Berichts ’uhren gab es ein kleines Abendbrot, belegte Brote oder Würstchen und Tee. Kartoffelsalat und Tee; im letzten Jahre, da unsere Kasse sehr schmal wurde, reichten wir nur Kaffee und. Kuchen. Außerdem bekommen die Gäste an diesen beiden Festtagen auch kleine Geschenke. Schokolade und Bonbons die Fraßen. Zigarren und Zigaretten die Männer. So brachten wir vieles. Ernstes und Heiteres, und immer verstanden wir es, unsere Darbietungen auf hohem Niveau zu halten und unser Publikum so zu fesseln, daß es die Tage zählte, bis die neue Veranstaltung angekündigt wurde. INTERt'nd nun erlauben Sie mir noch, kurz über unsere zukünftigen Pläne zu sprechen. Ueber Ziel und Zweck des Gerne, ist haftsheims habe ich schon öfter geschrieben und gesprochen, zuletzt bei einer Sitzung des Frauenbundes, ich möchte mich nicht wiederholen, wohl aber erneut daran erinnern, daß heute, gerade heute, die seelische Not so unendlich groß ist. daß das Gemeinschaftsheim uns erhalten bleiben muij. Es ist die einzige Stätte, an der die Leute ihre Sorgen und Kümmernisse für kurze Zeit vergessen, vergessen, daß sie von ihren Lieben verlassen sind, die draußen sich ein neues Leben aufbauen wollen — die einzige Stätte, an der sie vom Geschauten und. Gehörten gefangengenommen werden, sich mitreißen lassen, um seelisch erfrischt und gestärkt von uns zu gehen, mit einem lichten Punkte in ihrem sonst oft freudlosen Dasein, bis eine neue Vorführung neue Lichtblicke bringt. Aber um das Gemeinschaftsheim halten zu können,, brauchen wir Geld! Hätten wir bis heut« nicht so großherzige Spenden bekommen, wir hätten es nicht schaffen, können; denn unsere Mifgiiederzahl hat sich durch die Auswanderung bis' auf die Hälfte verringert. Wir möchten nun die Menschen, die von der Winterhilfe betreut werden, auch bei uns sehen und hoffen, daß die Winterhilfe uns einen Zuschuß bewilligt; aber damit ist es nicht getan!" Helfen Sie uns. werben Sie neue Mitglieder, lassen Sie uns Spenden zukommen, damit recht viele der Unseren die Wohltaten des Gemeihschaftsheims genießen und wir ünsern darbenden Künstlern wie bisher einen bescheidenen Verdienst zuwenden können. Wenn das Haus in der Hartungstraße fertig ist hoffen wir auch alle die Bei uns zu sehen, die wir heute leider aus Mangel an Platz und an Geld nicht als unsere Gäste auf.iehmen können. Also helfen Sie uns!') ’> Anmeldungen nimmt entgegen und Auskünfte erteilt-frau- Sophie B r : 1 1 . Hamburg 13, Brahmsallee 47.. F. 55 03 47. Personalien u. Kleine Mitteilungen Gefallenen-Gedenkfeier des Vaterländischen Bundes jüdischer Frontsoldaten Der Vaterländische Bund jüdischer Frontsoll laten veranstal-; tete Sonntag, den 31. v. M., wie alljährlich, auf dem Begräbnis;, platz der Gemeinde eine Gedenkfeier zu Ehren seiner im Weltkriege gefallenen Kameraden, zu welcher u. a. luch die Herren Oberrabbiner Dr.'Carlebach, R.-A David Offenburg, Hausmann, Graetz, Heinemann und Dr. Bukofzer vom Vorstände und Repräsentanten-Kollegiurr der Gemeinde, Münden vom Vorstande des Israelitischen Tempel-Verbandes und Luria vom Vorstande der Portugiesisch-Jüdischen Gemeinde erschienen waren. Die Gedenkrede hielt Herr Oberrabbiner Dr. Italiener. Diese Feier sei schon durch ihre alljährliche Wiederholung Tradition geworden, und alles Traditionelle habe etwas Geheiligtes. Die Gefahr der Erstarrung aber, die in allem Traditionellen liege, sei hier nich: gegeben, wenn man sich den Schmerz einer Mutter vergegenwärtige, die ihren Sohn im Kriege verloren habe; ihre Wunde heile nicht, wenn auch sonst die Zeit alle Wunden heilen möge. Von dem Beispiel unseres Stammvaters Abraham ausgehend., verwies er auf die Treue und Ehrfurcht, die sich jüdischen Menschen durch die Jahrtausende erhalten hat. Die Ausführungen des Redners klangen aus in dem Gelöbnis, daß die Lebenden den Toten Ehre machen wollten, und in der Zuversicht, daß auch Gott den Schwur, den er seinem Volke geleistet habe, halten werde. Nach dem Vortrage des el mole rachamim durch Herrn Oberkantor L. Kornitzer richtete der Bundesvorsitzende Herr Dr. U r i a s ein kurzes Wort an die toten Kameraden. Wenn sie heute fragen würden, was aus alledem geworden sei, für das sie gekämpft und für das sie gestorben sind, so sei das Gefühl der Verantwortung geblieben, das einen jeden beseelt habe, der damals im Felde stand, und das heute lebendig sei und bleibe, zuna Segen und zum Wohle der jüdischen Gemeinschaft. Es gebe kein besseres Gelöbnis zum ehrenden Gedächtnis der Toten, als bis zum letzten Atemzuge im Bewußtsein solcher Verantwortung zu leben. Mit einer Ehrung der Kriegsgefallenen der Gemeinde auf dem Kriegerehrenfriedhof des Begräbnisplatzes fand die Feier, deren gesanglicher Teil dem Chor des Israelitischen Tempels anvertraut war, ihrön Abschluß. Felix Warburg gestorben Am 20. v. M. starb in New York im 67. Löbensjahre Herr Felix Warburg, der unbestrittene Führer dgs amerikanischen Judentums auf allen denjenigen Gebieten, welche die Fürsorge für die notleidenden Gruppen der Judenheit der ganzen Erde zum Gegenstand haben. Felix Warburg hat bei Beginn des Weltkrieges das Joint Distribution Committee begründet, eine Einrichtung, ohne die große Teile der europäischen Judenheit den Weltkrieg und seine Nachwirkungen nicht überstanden hätten, und die in den letzten Jahren insbesondere für die Juden in Deutschland außerordentlich segensreich gewirkt hat. Felix Warburg war ein eifriger und verständnisvoller Förderer des Palästinaaufbaus und war in der Jewish Agency die führende Persönlichkeit der nichtzionistischen Gruppe der amerikanischen Juden. Sein Auftreten in der letzten Tagung des Couneil der Agency, in welchem er sich mit der ganzen Macht seiner Persönlichkeit für eine Verständigung mit den Arabern einsetzte, ist nodh in aller Erinnerung. Wie Felix Warburg sich stets mit Stolz als Hamburger Jude gefühlt und seiner Heimatgemeinde immer sich besonders verbunden gefühlt hat, so blickt, auch sie mit besonderem Stolze auf ihn; der einer ihrer größten Söhne war, und wird sein Andenken in hohen Ehren halten. ★ Jacob Gurwitsch gestorben Am 22. v. M. starb nach kurzer Krankheit Herr Jacob Gurwjtsch, dessen Gattin Frau Charlotte Gurwitsch die Volksküche der Gemeinde mitbegründet hat und seit ihrer Begründung bis auf den heutigen Tag. verantwortlich leitet. Der Verstorbene hat es stets als seine vornehmste Pflicht betrachtet, seiner Gattin ih der Leitung der Volksküche zur Seite zu stehen, und war namentlich den zahlreichen täglichen Gästen der Küche ein Freund und Berater. Die Verehrung, die er sich dadurch erworben hatte, kam in dem zahlreichen Trai/ergefolge, das seine Bahre umgab, Stu beredtem Ausdruck. Namens des Vorstandes der. Gemeinde,-der Leitung der Volksküche und ihrer Besucher; Schaft dankte Herr Dr. Nathan dem Tofen mit herzlichen Worten. , Zum 200. Todestage von Rabbi! Schimschon Bloch Am 10. Kislew (14. November) jähtt sich zum 200, Male der Todestag des R. Schimschon Bloch,') den an der Klaus des Issachar Berend Cohen wirkte und dem seine Zeitgenossen den Beinamen des Fommen (Chosid) beigelegt. haben. Seinem Gedächtnis gilt ein Aufsatz von Herrn Prof. Dr. J. Markon, den wir wegen Raummangel erst in einer späteren] Nummer veröffentlichen können.! ') s. über ihn E. Duckesz, i-n» ro2n. S. 24, deutscher Teil S. t.

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