Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Hansestadt Hamburg
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Hansestadt Hamburg
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 11 (12.11.1937)
- Date
- 1937-11-12
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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Nummer 11 Jüdisches Gemrindeblall Seite 3 PLnutiblifi - ^uoufio der Jüdischen Winterhilfe Hamburg im November 1937 Anläßlich des Chanukkafestes sollen — gleich den jüdischen Winterhilfsbedurfpgen im ganzen Reiche _ auch unsere unbemittelten Brüder und Schwestern im November wieder eine Sonderzuwendung erhallen Aus diesem Grunde wenden wir uns an die jüdische Bevölkerung mit der Bitte, uns eine Pfundspende zukommen lassen zu wollen. Oie Annahmestelle befindet sich ln unserem Büro, Beneckestraße 2 Wir würden ps aber sehr begrüßen, wenn die Pfundspende durch eine Geldüberweisung abgelöst wurde und richten deshalb an alle'die UmAUUe Bitte um Üßetweisüng. eines angemessenen BeUages, der zugleich als Ablösung der Pfundspende fijr die^ übrigen Monate dient Jüdische Winterhilfe Haneburg MM Warburg & Co.; Hamburger Sparcasse von 1127, Konto 80 1441; Simon H rr s c h I a n d Postscheck- , konto Himburg 150 54 . * *' Hi!!iiimtiiMiiiiMiiiiiiiiiiimimuimiiinmiimuinniiiimiiii|iuiiriiiiiiMiiii!;i:1iM:iii'[i:i!u'mi!iiii,wi ':;''!iiii;i:iimMiiuiiiiiiiimiMiiiiiMMiiii mniiii!miMiiiiiiiii!imiii:i.iimimin’'i'ibi'.!:u;ii.;jiiii,Hi.iiii!.,n.u!!iiniiriißM;iiMMnii!i4::Hi’uPiibinii.""hß.nmiiri * don Mathematiker Dr. Stern in Göttinnen'), die nicht nur ein Bild von Riessers jüdischen Kämpfen und Hünen, sondern auch von der Art seiner Produktivität und seiner Arbeitsweise geben. .Aber ich weiß nicht, ob ich Geschick zu historischen Arbeiten habe, wenn ich michauch zum Fleiße wohl zwingen wollte. Meine Produktivität bedaif sehr starker Impulse, uni zwar aus der Gegenwart, von der ich daher sehr ahhanui^ bin. Vorerst versuche ich jetzt noch einmal, was ich etwa noch iib-.-r jüdische und damit vei wandte Angelegenheiten der Gegenwatt ' zu sagen weiß ...••* schreibt Riesser 1838 an den Freund, der ihn wohl zu, einer größeren historischen Arbeit anregen wollte; man kann die ganz vom Moment beherrschte Art des Volkstribunen Riesser nicht deutlicher ausd,rücken. Ueber die ..Hamburger Angelegenheit" (Riesters Bemühungen um die Stelle eines Notars) wird ausführlich berichtet; vor 'allem aber erscheint auch hier als Grundzug seines- Wesens jdas Verlangen nach Unabhängigkeit zum freien Gebrauch seiner Zeit, das ihn aus Hamburg nach Bockenheim und Frankfurt trieb. Jetzt zeigen auch zahlreiche Briefe an.Freunde. Verwandte und. Freundinnen wie etwa die Senatorin* H aller1) und die Schwestern „Hoffmeister in Heidelberg1), wie dieser reiche Geist seine Mulle auszunutzen verstand. Reisen nach der Schweiz, nach. Italien, sogar nach Amerika bestätigen des Vieigefeierten kindlich-naive Uebozzeugung, daß es das Geschick bisher immer noch gut mit ihm gemeint habe. Und doch tritt immer häufiger ein inneres Ungenügen auf. ,daß ihn ein zeitraubende.^ Geschäft und manche sonstige Stöirung zu keiner Tätigkeit, an der er Freude lande, kommen lassen. Deutlich tritt in diesen Zufallsmomentcn der innere Zwiespalt zutage, den der Gegcnwartspolitiker. dessen Geist über den Tag hinaus langt, vielleicht immer empfinden wird — je tiefer, je reicher er veranlagt ist — „daß ich doch eigentlich bei meinem jetzigen Leben geistig verkomme. (An Stern. 17. 12. 1840). — Und nur seiten wird er sieh der inneren Berechtigung seiner Arbeiten' sollten sie auch durch den Moment beherrscht worden sein, so klar und tief bewußt wie in jenem Briefe an Joseph Lehmann j. dessen Abschrift sich gleichfalls in dieser Mappe findet: . . . pH mannigfachen Beweise liebevoller Teilnahme fiir meine Bestrebungen sind mir über 'alles teuer und tröste« mich oft. wenn ich mir sagen muß, daß meine Bemülumgen bis jetzt kaum mit irgend einem sichtbaren Resultat gekrönt wurden, wenn es nicht das ist, daß sie auf die II Öffnung den Sinn und das Selbstbewußtsein unserer Glaubensgenossen hi e:.i n d da lidcbcnd und stärkend eingewirkthaben. Aber neben dem kraftvollen, frühvollendeten Kampfer Gabriel Riesser steht aus den Blattern dieser historischen Schreibmappe noch ein anderes Bild eipes jüdischen Forschers ld Kampfers auf - ja. erschein' mit eien reiilch. .kl.ir- . igen eines'GelchgtenanthUcs fast leibhaftig vor uns Den ■m oben erwähnten Briefe der Sophie Magnus geh. Isler ln . ne kleine Photographie.* .tfires verewigten Vate-t.» Mc cvr I - 1 <■ 14'i- Fs bringt reichen Lohn, wenn wir uns mit der (P-t.n esos hochVei'cli'. nten' Hamburger Juden eingehender bc.-c:iat gen — zumal uns neuerdings über sein Leben und seine Kn* icklung aus seinem'Nachlasse durch die Freundlichkeit seine Enkelin Helene Lilien1) reiches, noch unbekanntes Maten, zugänglich gemacht wurde. Denn hier erscheint eiil mdisclv; elchrtcnlcben aus der Zeit der Emanzipation vor ur:s. d es inen Kämpfen. Erfolgen und Verzieht leist ungen U-bHaß . ruhrung mit unserer Gegenwart bibtet — m>- fern sie d--: age von dazumal auch erscheinen mag. Der Gc-tail Mcv- lers soll unsere njichste-Betrachtung gelten. - r 1 ' 1! 1 •) Witwe* dr* Malor^ K. M l. 1 I icn .in Hi aunscfi\V«,:jh Aus dem Jüdischen Gemeinschaftsheim Das .Jüdische Gemeinschatt.sheim hielt Mittwoch. im . v. M., im Gemeindehause Johnsalloe 54 seine' M’.tgli. .u i ■. rsammlung ab. in welcher der bisherige Vorstand mit Fr tu Sjophie Brill.als Vorsitzender wicdei gewählt würde. Die Uv nnmlung wurde c.ngeleitet durcheinen Bern -ht der Vort/jL'nd'en über die Tätigkeit des Genymischal!-heims, den u:r Wegen nies besonderen Intelcsses.'-dem er sirherin-h abseitig begegnen wird, hier mit geringen Kürzungen und der- B.ite an das Ml - - .osyr des Gemeindcblattes. dem Genie.nsdi. > f?.- heim Rheder beizutreten, wiedergeben. Alle vier Wochen. so führte die Rednern? \e: .niste lr einen Nachmittag in der Zeit von IX bis lii Uhr.. Jeder rtachfhittage: halte seine besondere'Note'. So iia'nii w;.- v, s|l haftliehe, kulturhistorische, Opern- und Opc-i:. : ß r.- 'e'-eli und *) s. über diese alle M. I s I e r a. a. O. und die dort veröffentlichten Briefe an die Genannten. , *1 Jdseph Lehmann. 1801—1873, Journalist. Mitredakteur der Allgemeinen Preußischen Staatszcitung, begründete 1832 das Magazin für die Literatur des Auslandes:' Freund von Michael Sachs. Zedner, Munk u. a„ siehe Allgemeine Zeitung des Judentums. 1873. S. 155; Jüdisches Lexikon III 1015/6. , unte Nachmittage. Dein Hauptthema wurden ilioj|m(br:? geglichen. Mit Musik leiteten' wiri die Vcransjtaltungen ein. dann kamen der Vortrag.'nachher Gesang. Tanz der Rezitation. ' j Prominente Persönlichkeiten waren immer bci. il, bei uns zu sjprcchen; nur einige Namen und Themen mochte ich nennen Es spräche.« bei uns die Herren Obei rabbiner Dr. C!a r l e b a c h l,nd Syndikus Dr. Nathan über: Jüdische Gcmcinkamkeit: Dr Veis über: Jüdische Geschichte; Rabbiner Dr. Holzer und (Öberrabbincr Dr. Italiener über: Jüdische Festtage: Rechtsanwalt David über: Unser Gemeinschaftsheinfti Herr Dr. Kcilson und Fräulein Blanka W e i ß erzählten von ihren Ergebnissen und Eindrücken in Palästina: Frau Dr. Marte Brill sprach über: FallachenuncLsefardische Juden auf dem-Balkan; Frau Marv F i ri k über: Heinrich Heine, der Jude: Herr Rektor- Feiner über: Spinoza; Herr Prof. Dr. Walter Bcrendson über: Der lebende Goethe; Frau Rabbiner I.oewy über: Rabbi Akiba; Herr Ernst Bragor über: Jüdischen Humor; Fraü E* GAERTNER & Co* mdj£ Internat. Spedition HAMBURG 1 Ruf 3316 08 Ruf 3316 08 Altstädter Straße 17 e »Altstädter Hof« Gepäckbeförderung / Sammelverkehr nach Pblästina LAGERUNG UMZUGE n. Ausland/Ub*rsee v.Haus zu Haus Gütertransport VERSICHERUNG PASSAGEVERMITTLUNG