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Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Hansestadt Hamburg · 1937-07-16 · 7 (16.7.1937) · p. Seite 8

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Hansestadt Hamburg
Volume
13 (1937)
Issue
7 (16.7.1937)
Date
1937-07-16
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 Jüdisches Gemeindeblatt Nunwner 7 IO Jahre Kibbuz Cherut *ln diesem Jahr»: feiere wir du.- zehnte VC'iederkeh/ des Gründuniis- Un»s der ersten «eschlossenen Alija-Gruppe junger jüdischer .Menschen aus Deutschland. I.s \«ir «harakteri-ti-tli für die gc«umte mul insbesondere <litjiidi-che Jmrendheweiititg vor «lein Kriege, «lall sie eine id»ersteigerte Vorstellung von «ler Bedeutung ihrer eigenen (.nippe hatte. Solange Bundesbrüderlichheit, Scoutfonuen, l,ihrtenleben. Lr/iehung zum Jüdischem schlechthin Programm on<| \u»drii«k jiid i-chen Jugendlebens waren, solange konnte jedi- Gruppe «las Absolute ihrer Bedeutung fiir sith in Anspruch Hidimen. Der zionistischem Jugendbewegung fehlte vor «lern Kriege der Maß-tob. an. «fern -ie ihre Bedeutung hätte me—eil können, hip zionistische Wirklichkeit jener Tage hatte ja den Tatwillen .iiii-erer Jugend noch gar nicht au-gelost. Zwar war man Zionist aul eber/etiguug. aber «loch nur auf dem Papier, in der Deklaration. auf «len Bundestagen und in den Heimabenden. M«x M. Natlwn Kmderhiuts und Arbeitertvohnhiiuscr in Oiu*at Hrcnnc.r Die /ioni-t -die Jfiggudbe.ue.giiirg der \ nrkricg'Zeit. -t iad unter dem I inllull zweier. oft \vi«lrip'lreitender Pole-: c" war erstens die /inni-flsch.• Bewegung. «Ire -eit Achad llaam einen größeren f.inllnß auch auf. den jungen Juden de« W c—tcns ait'- iibte. und r« war zweitens die «leiit'che Jiizcndbrwegt)ng, die* mit ihrem freiheitlichen Ideal, mit der Anwendung \mi allem Zweckmäßigen und l litt diiilichem auch «lie jinli-che Jugend au sich zog. Hatte «loch <|er junge Jude gleichewie «ein deutscher Kamerad zu tragen: gemeinsam mit ihm spürte er «len Druck der Schule: ginieinsa>n mit ihm emplaud er «len Druck de« Llternhuii'C*»: gemeinsam ' mit ihm kiimpfte er «len ewigen Kampf «ler Generationen. d.iewige Bingen von Vätern uhd böltllcU. Der jüdische Jugendliche aber batte noch -ein . Jude-Sein“ 7u tragen. Die- Atmosphäre, in welcher «ler junge Jude damals lebte, war keineswegs angetan, ihm das I ragen seines Schicksals zu erleichtern. 1 in Llturnhause sali er nur ein versteckte« Judentum, damit nicht jüdischen Bekanntschaften liebäugelte, das seine jiidtschklingemlen. Namen änderte, um gesellschaftsfähiger zu werden: ..aus Kahn wurde Dank und aus l.evv-olin — I.elinsen“. In seiuetji Buche Tohu W’alxditi scfiihlert G r o n em a u n dra-ti'ch «len Zwiespalt itn Juden «ler damaligen Zeit. Auf dieser Verbftulung zweier Dinge, «lern ewigen Bingen «ler Jugeml um Veränderung ihrer Stellung in der ITnwcIt und ihrer Sehnsucht nach einem regieren und ehrlicheren jii«lisdten Leben, als das Elternhaus es zeigen könnt«*, basierte die er-te jüdische Jugenclbewegung, die Bewegung .«los Blau-Weiß. \uch das KJV. trug eine ähnliche Synthese in sich; es umfaßte* jauf «ler einen Seite alle national-jüdischen Kräfte der Muclierenclen Welt uyil war auf «ler anderen Seite mit allen hörnten «ler deutschen Stinlentenliewegung verbumlen. Kneipen. Getitigtuting, Mensur,!Stan<le-ehre spielten eine große Bolle. Noch stand alles f«*st auf dem von den hltern geschaffenen Buden. Als «ler Krieg aii'bracti, stellte das KJV. eine ansehnliche Zahl aktiver Kriegsteilnehmer lind freiwilliger; und einer von ihnen (Llias Auerbach, damals schon in Palästina) kam auf den gefährlichsten und mühsamsten W egen nach Deutschland, um sich als f reiwilliger zu stellen. Auch hier, wie in so vielen Dingen, wirkte «ler Krieg als Wandler und l mfortne.r. Was bedeuteten, den Biickkelirern aus dem Kriege noch all die Aeufierlichkeitcn ihres früheren Lebens? Was Mensur — nach diesem Kriege, in «lern man anch-re Beweise von Tapferkeit hatte ablegen müssen; was Standesehrc — nachdem man vier Jahre mit allen Schichten des deutschen Volkes in einer front gestanden hatte. Lud als wesentlich kam hin/ji: «lurch den Fehl/.iig nach Bußland-Polen kamen die jungen Juden des Westens in starke Berührung mit dem ()>tjudentuni. Hier lernten sie einen Menschen kennen, der «och kraft seiner Art Jude war, der noch jüdische Vitalität hatte, der bereits «lie ersten Ansätze zu einer neuen hebräischen Kultur entwickelte, «leren Exponenten Ach ad llaam und Brenner, w aren. Schon kurz vor «fein Ausgange «Ie- Krieges war im Osten «ler llochaluz entstanden, der auch den Blau-Weiß beeindruckt«*. 'Das neue Ideal ward «ler Chaluz, der •neue Judentyp — aufrichtig. stolz, frei — der nicht zu vergleichen war mit dem Bilde, «las inan sich son-t vom jüdischen Jungen des Ostens machte. Als nach dem Kriege sich die Tore Palästinas .öffneten und Täu-ende der jüdischen Jugend Bußlands, «lie dritte Alija, nach I re/ Israel gingen, da fiel auch im Blau-Weiß «lie-e Parole* auf Irnciitbaren Boden. Konnte man «Inch liier — in det Welt de* ( lialuz — >c*in im Jugendbund erstrebtes Leben <ler‘Natürlichkeit. «Ie- Lebens mit «ler Natur und «ler Gemeinschaft am eiligsten verwirklichen. So verließen in «len Jahren 1 ‘JJO it die er-leii Blau-Weißer Beruf und Iriilu res l eben und gingen nach .Palästina. Ddch der Blau-Weiß hielt der Wirklichkeit nicht stand, zu hart war die Byalität des damaligen palästinensischen Lebens. I nd hinzu kam: „der Blau-Weiß' war nach Palästina nicht immer aus tiefer Liu-icht in «lie Situation seines Volke:« und in hrkcnutnis seiner eigenen Möglichkeiten gegangen, sondern oft lag «larin ein Stück Jiigcndroinaytik. etwas von der Stimmung «h-r großen l idirt.“ Zu -sehr war die Entscheidung zum A rheiterlehen in Palästina eine Lnts(hci<lung «les Buu<!«*s — zu wcni'.-ilie persönliche, innere Lnlscfieidting des einzelnen gewe-en Li-t Pflicht, uns in hrmueniug zu rillen, mit welchem Heroismus die Kwiizat Zw i. die Sic'dluug.'grnppe «les Blau-W eiß in Palästina, benannt nach. Max Hirsch, «lern Begründer des Prnktik<intenhon«les, sich zur Arbeit begab. Aber sie bekam nicht «len Kontakt mit «ler Arbeitsbewegung «les laindes. Das KJV. und' «ler Blau-Weiß hatten zwar «lern einzelnen zionistisches Wissen imd Gesinnung mitgegeben. aber die* kojikrete Vorbereitung «ler Schaffung einer Atmosphäre*, die ein, Zusammenleben mit den Menschen des Ortes ermöglicht 'hätte,- hatte in «ler Gola gc*f«*hlt. Die Gruppe besetzte «lie Malaria-Böden von Jagur und wartete sehnsüchtig aüf neue Alija. Die Bundesleitiing des' Blau-Weiß, der sich indessen "ln Priinn IhJJ seine Verfassung gegeben hatte, hielt neue Alija für ausgeschlossen, solange noch Sompfland in Jagur wäre. So mußte das Werk scheitern HtU»), nach drei Jahren hingebungsvoller, schwerer, an Krankheit reicher, verheißungsvoller Arbeit. Aiicfi die Blau-Weiß- Werkstätten hatten das gleiche Schicksal. Viele verließen Palästina, einige blieben im Lande. wandten sich aber ab vom Leiten durch eigene Arbeit. Dieses Versagen vor der W irklichkeit brachte auch «len Blau-Weiß in Deutschlan«! zum Scheitern, die schöne mul stolze jüdische Jugendlx-wa*gung brach zosainmeii. Mit Abschluß des Kriege« taucfileu die Ideen der end-j gültigen yölkerversöhming auT, Wilson kam über das Meer, um seine neuen Prinzipien zu künden, den Juden war die 1 Versicherungs-Vertreter und -Makler Louis Glaser Hamburg 1 Kattrepelsbrücke 1 . Gegr. 1905 „ , 33 0116 Ruf: 55 77 65 priv. Versicherungen aller Art Max Levinson - Hamburg 13 Grindelhof 7L73 Ruf: 44 82 91 Versicherungen aller Art Siegmund Silberberg Hamburg 36 Königstr. 21 -23 Ruf: 34 68 18 Versicherungen aller Art Bitte bevorzugen Sie unsere Inserenten und nehmen Sie auf das„Gemeindeblatt" Bezug!

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