Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Hansestadt Hamburg
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Hansestadt Hamburg
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 7 (16.7.1937)
- Date
- 1937-07-16
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 83% known words query
- IRI
…/6492321-5444751-5445097--021-4892514- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Agen 1× ep/1043981
- Haifa 1× ep/1047930
OCR text
Nummer 7 J üdischfs mrinde blatt J' Eine Krau sieht ’ Palästina £ine Frau. Beschult ciurchj fürsorgerische Tätigkeit, mit Augen von wärmster Aufnahmefähigkeit, sah und erlebte Palästina. Und aus ihrer liaulich-mütterlichen Anschauung heraus berichtete Recha Ellern, von ihrem Palästina-Erleben im Kreise der berufstätigen jüdischen Frauen. Ihr. übervolles Erzihlen brachte nicht ‘eigentlich Richtungweisendes. verbreitete, aber dafür die unmittelbare Lebensluft, den intimen täglichen Tag der dorngen jüdischen1 Existenz. Eine vielfältige, von den raschen Streiflichtern des Humors aufgehelltc. Entgegnung auf di«* trotz alle» Palastinavortn ge immer wiederkehrenden Fra gort? ..Wie ist es eigentlich in Erez? V’ie lebt man dort?”; Fragen, die immer wieder aus dem innersten Wesen besonders der Frau hervorbreehen und so schwer zu beantworten sine, so lange man die Antworten auf formelhafte Begriffe bringen will. Wie anschaulich schildertet die Rbdnenn die kleine jüdische mittolstandlerische. im Aufbau begnijfenc Stadt xl* e t a c h T i k w a! Ueber den Markt ging es in die IL user der jungen Familien, m die Wohnstuben. die mit der landesübl eben Couch ai|eh als Schlafraum dicm’n; die jüdische Hausgehilfin und -genossin. die! vor keiner Arbeit zurückscheut. oder die jemenitische Waschfrau. <tio sehr erstaunt wäre, wenn die Hausfrau sich* wundQrn vürdc. daß sio ihre eigene Wäsche zum Waschen mitbnngt, sind b?dd vorgestellt. Auf'dem Dache eines Hauses findet eine nur Minuten wahrende Trauuüg statt, während welcher wir uns vergeblich nach Fricken und Zylindern umselicp. Es wtid rasch und häufig geheiratet i i lyrez Israel, allein am Dag b'numer gab es 200 Trauungen in Tel Aviv. Aus vielen Einzelheiten dL*r Schilderung; traten die Jugendlichkeit de« im Aufbau befuftdlichen Landes hervor; seine aller europäischen Etikette und förmlichen Ai fmachung abgewandten, freien jungen Menschen, ihre Zwanglosigkt it, ihre Hilfsbereitschaft, ihre familiäre Vertrautheit; die Einteilung i ires Arbeitstages, der uin4 Uhr morgens beginnt — jede Hausfrau ist bestrebt, bis 8 yhr mit dem Haushalt und dem täglichen Einkauf fertig zu: sein —, jhr fester, zuversichtlicher Wirklichkeitssinn, der in gesammelter, großartiger Weise, trotz, allem Für und Wider, was gegen diese Stadt schon, gesagt ist..einem bei dem ersten Eindruck der rem jüdischen, aus 25 Jahren jüdischen Aufbauwillens aufgerichteten Großstadt entgegentrijtt. « .Kibbuzim — mittelstandlensche und kapitalistische dörfliche ymd städtische Siedlungen, die Araberstadt Haifa, in der doch ’ der jüdische Aufbau spürbar ist, Jerusalem, die Beamtenstadt und die Stadt der Traditionen, der bedeutende Einfluß der Frau beim Aufbau des Landes, die. weit anpassungsfähiger als der Mann.* entscheidend bei dem sozialen AusbaU'des öffentlichen Lebens mitwirkt; Gesundheits- und Krankenhausjwesen. Schulverhältnisse und. eine der vollkommensten Einrichtungen des Landen die Kinderhauser der Kibbuzim und die Erziehung der Kinder überhaupt: ein in nur sieben Wochen Palästinaaufenthalt gesejhenes und gesichtetes Material in fast überreicher Fülle war es. das die Vortragende; ihren Hörerinnen bot. — Ueber allem aber stand das Erlebnis des palästinensischen Schabbat, der mit einem Schlage das großstädtische! Getriebe Tel Avtvs verstummen läßt, während in der großen Synagoge zweitausend Menschen, dichtgedrängt, jeder einzelne sein Gebet jungend. sprechend, murmelnd. sich zu einer nie beobachteten Andacht vereinen. Dann nach der Feierlichkeit des Oneg Schabbat der Eintritt der Nacht; in der Dunkelheit und in dem Scjiweigen des ric agen Gotteshauses, in der atemlosen Stjllc der Andächtigen,i entzündet der Vorbctcr ein lacht, spricht den Segen — und hernach überflutet auch .jetzt ihjt einem Schlage blendende Helle den ganzen Raum Und stürzt die ganze Stadt in das Licht und in den Lajm des Alltags zurück. Diese Schilderung der Begegnung 'mjit dem pala^tin'ensischcn Schabbat bedeutete wohl für den ganzen Zi höret km* dtm Höhepunkt des1 Vortrages und weckte sicherlich in allen Anwesendenf das Empfinden für die symbolhafte Bedeutung des Lchnbhafs. wie in der Veignngcnheit so auch in der neuen und ho künftigen Geschichte ries altneuen Heiligen Der Palästinaiilm Hatikwa in Hamburg |).< H.imhurgt-r Zn*nrstiscln V i reintyiiny lin 1 ihr K*r«n ttalUUn .irn 2b. -\pnl hü-r i-inc"' Jri nnaliyi \ul uhruny tl« x! hlms llatikwd. dir ihn bi/iuhmniUn \vh«nt»l«l nn fuhrt, ji il»vor in« m dicht».« fulltt n S;i. Di r l ilm yi*ht <l.iv«»n aiix, daß da** \V» vmt'lirh< 1‘iltns absolut«.- f'.chth« il ---:n muH. u»d nur r«xtl«-s abli yin. . Au* allen Zi it.ib«chnitf n d«-x l’.il.ixhn.i /iivimrn« n':i'lr.ii,i n, und du «i 1 ilnixtr« d« n xjnd m i mandi-r yi iuyt, d.ill nun m ummU ibr-'ilu na 1 schi n Atilhauw-, l*ki *• nutirh bt' und ..‘tu .Bild y«I'i it Arhiit. die in Fr«/ Lr.nl y. 1« ixt, i w.»rdin ist h.inyxt /ur Frinniruny vi-rbladt« Tay»- vmuI.ii M*n ih n »rxivn S;«dLrn v»«n i."hvdl•r.», fun» du* arbeiten »n ihn Dunin b,i i Julia d« r Fntv, i< dir Stadt,. der tirumlst»-inh-^uny /ur .1 nu «,-rxil.iJ. u i im r Find»'.Tiylichk, »t . du allein *ch«»n aut - J Bilder noch Virstlirk fjkinin*n I einen jv-Ji n. siel und du x-.. Jh-w durcfi dii- Wiedi-ryab, der Stand di* Aulbauw erKi h>Mn aber beredten Aufruf Werke* gegenüber bewußt zi unwuH-la-n. Die musikalische Bi ylejlimy 'dcV Films halt«- Martrn K «• i I ye xchaff, n unt, Zugrundelegung traditionelle-! und modtrni-r l.ud«r Vorführung ji-i.t-xm.il durch ancilernd,*, Worte des Herrn *Dr. P. Z a d i k.nnd di; Herrn Dr. Joachim .P r i n /. - Berlin. der sich* mifj du-xen Anxprxichin \««n »lim Hamburger Publikum \«*r deiner i'vbe-rdedlunij dach Amerika \ crabxchi« di te. feothch auch m. dei zu- .amles. i. (i Pa!:-r H, Ul e mul allein- '• :n:u nd« n. .ihr«- I khh r v /• tulb.iu. - ixt in^;.m 'hit.; ul x.. v/TkU!;.-*..dl«T \\!-* ..»* I*.« d« n -\!*• .ul »!, - •. -!i• «l alihple«;if.!I•? \%i» il« r ui i i. ii- .«i? : *d ■ r l.dll -llin'lh rlu : d. . •! Fa ikliuiL il« -- l.tiu k. di [u Nulb. u I il.ru Miopus d^lM xpi...l-:|, n lb*xchaui r wirkt. »!:•• .«b«r wird, * wilth*- di-n htutiy.n;ril der I jlrn /« >n» in •*r'l- «ur Pflicht -h m \utb.iUulits«.m auch in **pferniji I.it Tch Amerika \i o - - FüHrer des religiörien Judentums Polens für den Keren Kajemet Zum ersten Male m der Geschichte des Judentums Polens hat mV Mat d. J. m Warschau eine Kundgebung orthbdbxer Rabbiner aus allen Teilen dCs Landes für den Gedanken des Loskajjfs des Bodens Kiez Israels durch dpn Keren Kajemet syittgefunden. Unter den hervorragenden -Rabbinern, die sich an ihr beteiligten, befand sich ii. a. auch der Sohn des unter dem Namen Chofez Chajim bekannten, vor wenigen Jahren verstorbenen R. Israel Meir hakoher>. dessen Ansprache tiefen Eindruck Machte. Wie hoch die Mizwa des Wohnens im Heiligen'Lande bewertet -*werde, so führte er aus,- gehe schon daraus hervor, daß es erlaubt sei. selbst am Sabbat einen Vertrag über den Kauf von Boden m Palästina durch einen Nichtjuden schreiben zu lassen. Der Redner .rief zu einer Mobilisierung der Toragrößen und aller Rabbiner für den Keren Kajemet auf. Ein anderer Redner machte den Vorschlag, die Trauungen in den Dienst des Keren Kajemet zu stellen. So wie es bisher Sitte sei. unter deyr Chuppo ein Glas zur Erinnerung g»n die Zerstörung Jerusalems zu zerbrechen, so solle fortan ein Beitrag für den Keten Kajemet. zum „ Zeichen des Gedenkens an die ‘ Goulo geleistet werden. Die Versammlung faßte eine Reihe vort Entschließungen, welche die Bedeutung des Bodenerwerbs'in Palästina besonders in dieser Zeit jüdischer Not hervoiheben und alle religiösen Kreise zur ■'Forderung des Keren Kajemet auffordern. *) Dicvcr Bericht mußte wi*i|i*n Raummangels beim Druck der iHHen Nummer imuckgi&tcllt werden. I r- 1 'Seile 7 I/O«* jiidiscUeu Spoct am UcuM&ucfy ♦ Mitte Juni begannen die jüdischen ßportvcieinc in Hamburg « h wieder zu regen. Die erste größere Veranstaltung war ein Fuül»,rlJmeisterschaftsspiel der Sportgruppe Schild um die Reiehsmei-ter-. schuft des Sportbundes gegen, den westdeutschen Meister Spoi tunippe Bochum. Bei dem leider sehr schlechten .Wetter sah nur emeKlein** Anzahl Getreuer das schöru* und spannend^*, dabei sachlich sehr wichtige Spiel. »Schild konnte als norddeutscher Meister seinen Gegner nach sehr intci essantein Kampfe mit dem hohen Ergebnis von #1:2 (2:0) schlagen und sich damit die Teilnahmcheicchtigung unte-i ri«.*r; let/»**n dt ei der Heichsineisterschaft erringen. Der Kampf gegen rteir noch zu bestimnienden Gegner wird, voraussichtlicji am 25. d. Al. s*atfMn(i«*n Die T e n n;s abteilung des Schild hatte an zwei at femanrhofolgenden Sonntagen auswaitmo Gaste, und zwar die Stell i«n e > und cliei-H;innnvt-r;iner SpieKu.. Beide Male eiwies »;e --ich upnlege'n, wenn dei zweite Kampi 'auch \s-*g**n Regent nicht »< - . u Er.de durchgeführt werden konnte. . * Die Sportgmppe Schild wird hiei^am 8. n. M. di- Noi dwestde; i*- ’ l. e i e h*'t a t h l e* t t k meiste* xchaflen d« Sj>ortbnml<*- Sch.id d...nd* - verband Nordwestdeutschland) 'verunstalten und Jibt nu den 2?».?i M ein großes Jugcmlsportlest. unter Betedigting allhi Hamb-ii uer rauschen Jugendlichen voi gesehen.' Audi rlie •jüdischep Schulen *i •-.*./'i herangeztigen weiden. *'* . Der Sportclub H l ä u - W e i ß eiuffni te ^ine E u il t» a 1 l'/ei1;:» t drei Spielen am 25. v. M.. du* ei .die siegieiel; beenden k<>nno Er' siegte gegen Makkath Altona* 1 intt 8:1 (4:0). gegen Schild* Hmit :i’*2 «2 1) i und gegen Schild,-IH hht 5:2 Cl l). seine-S c h a e h wettkiuupfe nenna.-^ ihien regelmäßigen Foitgang. •* Die ei ste gioße 1 c i c h .t a t h 1 e t i . c h e V<*i anstalturig d* - J.*i.i es tx>t Bar Kochba am 4. d. M. Viele hundert Teilnehmer und mehit.c hundert Zuschäuei kamen bei schöhstein Wettet voll ä\if ihre Rechnung.. Nach dem großen Autmarsch der Aktiven in Starke von nahezu 200 Teilnehmern, begrüßte, im Namen des Vorstandes ddr Gemeinde Herr Dr. Unna die Aktiven und sprach die Hoffnung aus. daß das heute lebende Geschlecht seine Aufgabe werde erfüllen' können, dank einer’guten körperlichen Ausbildung in/voller Einsatzbereitschaft neues jüdisches Leben zu schaffen. Kr betonte die Verbundenheit -der Gemeinde mit den jüdischen Sportvereinen, deien Zielen sie Int^iesse und Förderung entgegenbringe. Der Vorsitzende des Bar Kochba. Hei r Dr. Flesch. übergab nach werteren Begrußungsworlen das'LCistungsabzeichen des Makkabtvcrbandes den drei Mitgliedern Annemane H a d i a , Manfred Rendsburg und Heinz V e i s.. Unter dei Leitung von Herbert 'Blank wickelten sich dann präzis sich voistellende Massenfreiübungen ab. die den besten Eindruck machten.' Vom frühen Morgen des gleichen Tages gab es auf dem gleichen Platze leichtathletische Wettbewerbe .aller Art und aller Altersklassen.* Bei den Herren, zeichneten sich besonders die Leipziger und. 'Hannoveraner Gaste aus. vbn denen Alfred Blank im Hochspiung mit* 1.78 m sogar eine neue deutsehe Makkabihochstleistung aufsteUte. Im WoitspAing siebte HerbeVt B! a n k - Hamburg mit der bnmeik* nswerten Leistung von ß.ftl mlind .erheihte*sie bei einem Reko'idves - it’h aflf ti.84 m. Herden Damen zeigte' v\nnemar»»* fl.tdi a in dt*n te<jhni--chen 1 Uebungeb große Ueberlegenheit. wahrericl Elh Kend/iora in den. Laufen ihr bewahrtes Können voihuhrte*. Wele hundei t Jugendliche bewarben sich in eigenen Klagen und zeigten intei e* -an’** and p.miu-iuh* Kampfe. Besonderes Infeit .- .c ci »egten /um Sei:-!:..-% <lit vei cti.eu»n St.iffelrf. hespnders die Mai Tm-B!ciweiß-Gedaehtn:.-.-stanel. <ji«* . ain Andenken an den ^o*ftuh v**i--t«»rben«:0 Piiimi-r de-. fLue.l*.:' :ei vi<i i — vehrn Sportes Hannoveraner,1 Leipziger und llainbiiiw»!;rir‘W«-*theweib -a:h. Da* Fest w.u voi f ref I hell dui eitcu i.-uu-ie; ♦. eine'La .* : *’ - an’.iut* -iii:.-te dafür, da:’ .fl» .nun»*! .,i:n F.ihli:-’ :ee '« H.t uptergehnisse He-it-h. I >: *x k-.'-V.-rl!«*n Bla nk Hihi -•) •’ u.uT n U’a --eiPUif (I./g .) hl.;h in — 400 Ml : .SM*, i v.he im i;. /: > i *1. S. - pi ui’g* Blank (H.inn.) I. 7!l •il. — 2UU;:i‘ BI.i nk (Hl »i r PH) :n: Siei.ifLki i <Lzg.) VI Sr k-. ■ Wrjtp: -m B:.,* >k : Hb. Sp.* ei \M •: len : F.lieMl (Hi’i; 1 4 »4 n:. . ul U 1 ■ A z.. Ib .:ch dihä-) Li > - iy -1 KUI -m« ,S’. .: r• B.U K- >e!F ).l ( L. 1 icliln’-s-SI.ltl .*. B. K- : U* 1, :! -. . -II; ilili.) 4 7 Ahn. Dameti. K.: : ' i ' Wi - } i -i n -. - r 7 Li« m. i' u ,i : - n . Tu in . 1 i 1 Il eh Ai.:.- I r IL. Aulti : k i*i.m Ein neue* nsns (■weiße Seide m. Goldstickerei) der Neuen . Dammtor - Synagoge gestiftet jvon ijerin uml Frau!a. L iWe» i n nl , hervoigegangen aus* de;: Werkstatt von Frau Judith Scho n*k olewski.