Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Hansestadt Hamburg
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Hansestadt Hamburg
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 7 (16.7.1937)
- Date
- 1937-07-16
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
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Nymmer 7 Jüdisches Gemeindrblatt B a I I o u r - Deklaration gegeben, ein mädiliger Schwung belnächjigte siih allen. Damals rief B u ha: r in einer Ansprache „/.um und diu Jugend" diu Junten iinttfr uns aul: Der Rul, Zion zu crhaucn. erfieht an die fü<tischc Jugend. Ks ist. die Zeit der Entscheidung. Seit .langem, so erscheint es mir allen widrigen Gegeneindriicken zum Trotz, hatte das Judentum kein junges Geschleeht asie heute, mit einer so glühenden SehnrJucht nach dem Unbedingt* n. mit einer so rückhaltslosen Hingabe au das Ideal. Zwischen diesem Geschlecht und der .'Erfüllung steht nur d i e T a t f / l'nd an dieser, in dies.er lat scheiterte mul zerbi adi^der Hhiu-VVeiH, au dieser und in dieser 'I’jit wurde Kibbuz dierut. K> war im V\ inter -des Jahres l‘)26. Palästina lag im Verfolg der l'.inwanderuug der vierteil Aliju aus Polen darnieder, eine schwere Krise durchzog das Land, es waren "Inge der Not und der Lntbolmiiig. Im folgenden Jahre war — /ntn ersten Male in der Geschichte der modernen Palästina-Kolonisation — die Auswanderung greller als die Einwanderung. Ls kamen die Tage der Alija-Sperre, das zionistische Leben in der Galat wurde erschüttert, Zweifel über die Richtigkeit des Weges tauchten auf, es waren Tage clor inneren I ngew itlheil und Unsicherheit. Hier in Deutschland w ar. dcgiigegeniibor das jüdische Lehen auf seinem Höhepunkt. Dem Juden stunden alle Tore der Wirtschaft, der Kunst, der Liiiversiliit nffetn. die deutsch-jüdische Emanzipation hatteihreglanzvolle Zeit. In fliesen Tagen der schwierigen Lage Palästinas und des iiullerlich blühenden jüdischen Lebens in Deutschland gingen dieersten Menschen des JJWB. zur landw irtschal'tlichen Vorbereitung tiir Palästina nach lla mein und formierten sich im l'riili jatir 1027 z,ur ersten Alijagruppe des Bundes, zum Kibbuz (dierut. In ihm vorband sich der junge Jude östjüdischer Llthrij mit dem jungen Judendes Westens. Diese Verbindung erleichterte die Linordnuug und den Bund mit jenen, die während iler /.we ilen und dritten Alija die- |- uiidamc-nte des Aufbaus legten und weiter tragen: mit der palästinensischen Arbeitsbewegnng. Mit der Bewegung lind ihrer Lrkenntuis, dal! zwei Dinge fehlen, diev aus denn einstmals freien Volke das geknechtete. Volk der Galut machten: L.a n d und A r b e i t. Der Kampf für jüdisches Land und jüdische Arbeit ist der bis in die Gegenwarthineinreichende entscheidungstiefstu Kampf der palästinensischen Arbeitsbewegung.. Als die Menschen des Kibbuz ( lierut nach Hameln kamen, fanden sie keine vorbereiteten Plätze. Ls gab noch keine ausgeprägte Organisation, uni jede Stelle; gab es stundenlange Bemühungen. jeder einzelne Arbeitsplatz, mullte im wahrsten Sinne dos Wortes errungen werden. Nicht jeder Bauer konnte: sich entschliellen. einen gänzlich ungelernten, vorerst noch körperlich Schwachen nulzuneh|tnen. L'nd ganz eigenartig mullte es doch diese- Bauern anmutep, was für cerrücktö Ideen diese- Menschen' hatten. Biirgersöhfio, deren Litern es in den Städten noch recht gut gingj vorliejien das Elternhaus, unterbrachen ihre Studien, begannen zu arbeiten .und Mach anstrengender. ungewohnter lagc-sarbeit des Abends eine ganz, eigenartige fremde- Sprache: zu lernen. \V a-j konnte diesen Bauern anderes iihrighleihc-n. als staunend den Kopf zu “schütteln? Dieses Kopfsch.iittelu begleitete ( lierut ständig. ' Vber - mit zähem, eisei neu Willen ging der Kibbuz ("lierut «einen Weg. Die Menschen von ("lierut lernt« \ ch zum ersten Male auf dem Bundestage löJH in Scharzfeld kennen. Sie waren ifnrasic-rt, von ihren Schuhe n war seit Wochen «ler Dreck des Kuhstalls nicht gewichen. Schon rein äulterlich demonstrierten sie so — der damaligen, Zeit entsprechend — ihre Abkehr vom alten fx-bc-n. Lud doch: wie ungeheuer Mark war ihre Wirkung, auf uns Jüngster, wenn sie zu uns kamen, uns von ihrer Arbeit, ihren Pferden erzählten.» die* längst schon alle hebräische Namen hatten; wie prägten «ich doch ihre Worte uns ein, wenn sie im Scheine des Lagerfeuers zu uns sprachen. Ls war ein diskussäonsieicher Bundestag: w.is sollte mit denen im Bunde .geschehen, die nicht den Weg der ('linliiziiit gingen? l'nd es gab Meinungen, dali man in «lie«er Z.c-it der Alija-Spei rcdoch keine- Menschen ausschlielten könne: die den Weg persönlich nicht gingen, nicht gelten konnten? l'|i«l mitten in der heilieti f äc-itc- 9 indischer Kulturbund Hamburg VORANZEIGE: DELA LI PINS KAJA BUNTER ABEND Näheres wird noch bek,anntgegeben Debatte, in der“ Steinkohle, t und um das Lener, brachte der Postbote cm 1 c-legr.inun: Zeitilikalc* bewilligt' hält ungeheurer Jubel entstand, die Debatte wunlc abgebrochen, der" Kreis formierte sich zur. I lorra. Und als die" jüngsten nachts endlich zu Bett geschickt wurden. schalft«-n vorn Berge- «lie immer wieder neu begonnenen Mel«u|f«-n /uio l.uiz der I lorra heriilier. Im L rültjahre 1‘fJ'J ging der Kibbuz, (.lierut nach Lie-z Israel. Die Sic-dluiigsfoi m stand von Anfang an fest: der Kibbuz entsprach ihrer weltanschaulichen h.instrllung. Ihr Jude, national In-fri-it, sollte nicht w irfschaftlich und sozial (Knechte bleiben. Daher entschieden die- Siedler -sidi für dje 1 prm des. Kibbuz, um ein Leben der Gleichheit und Freiheit fii'r alle zu führen..' Sie Ijc-sef/ten den damals noch vollends kahlen Hügel, der jetzt Giwat Brenner hc-illt. In allen Kreisen des Jischuw >p«rlt< te mau, und selbst in den Kreisen der Arbeitsbewegnng stand man dein l titernehmeii skeptisch gegenüber. War man .loch «Ic-r Meinung, dal! die jüdische Jugend Deutschlands keinen eigenen Kibbuz tragen und formen könne“. Allem S|x>tt znin 'I rotz, besetzte die Gruppe den Platz, uinl heute, nii« wenig«- Jahrenach der Gründung, befindet «ich dort die» grolle, die <>ni> Menschen umfassende-Siedlung. <li<- «teil Juden Deutschlands ' aus «lein L itm. Berichten und Schilderungen genügend bekannt ist. Vlit ihr w a r die-chalnzi'chc: Jugend Deutschlands besonders verbunden, weil ihre Menschen, dir Menschen von ("lierut. *ir mitbog,rinidet und entwickelt' hatten. So folgten dann die nächsten Gruppen, und seit dieser Zeit gab es eine kleine-, aber ununterbrochene K«-tlcdeutscher Alijot nach Palästina.;t I-tagt ntan .iIkt:. worin liegt denn die: grolle, über den Rahmen des einen Bundes liiiiausgc-ln-ndc Bedeutung di-s«-s Meiisthenkreist-s?, so scheint c-s mir dies zu seinjene waren «lie ersten, die «lie Juden D«-uts(hl.inds, «len bereits verwaisten, moi'ihen Teil <!c-s jiidisihen Volkes zuriiikfilhrtc-n zum Volkstänzen. zu Sdiiwat Zion, zur Rückkehr nach Z.ion. Mtt Recht konnte iimii damals sagen-: «lie- Vision, «1i<; Jechc-skel, -ler Propln-l. rilisi im ’lalcder V erbau innig geschaut, beginnt Wirklichkeit-zu wc-rdi-n. Audi der scheintote feil «b-s jmlischon Volkes erhi-bt sich wie von langem, mitternächtig-schwerem -Traum Dievertrockneten Gebeine, die «Ic-r Sturm der Z.«-it zermürbt und auseinandc-rgewelit, .werden -wie von nii'iifitbarc-r lli.i I uneinniulergefiigt. D<-ii Weg geebnet zp haben und die eisten gewi-scn, zu sein, die ihn ho«chritte«i. auf d«-m dayn au<h der bi-reits verh’treugc-glaiibte l«-il unseres Volkes, mit «lein die Juden Dc-utscJilaiids ihre Rückkehr zur ist «Ins hi die 1 ‘J 2 <i na ch II a iiii-ln zur 11 a c- )i sc h a r a ging e n . j e n er (> e in «.- i n - cli .i f 1. «lies ic li ^Kibbuz ( h e r u t n a n ii t e. ' I «’ | | II ll'lf f O? tM Ms, 11 11 I III III llll JU’IX II ,'*• -»«»* ehr /ur jihiiMÜen N.ition voII/o^imi h;itw'n — i s | o r i <c li & \ rr<lion«1 j t». r r M <* ji < <’ h r i». ] Haus- und Hypothekenmakler / Grundstücksverwaltungen Dr. H. Braunschweiger Gr. Burstah 23 (11-1, 5-6 Uhr) 313176 j Alexander Möller Hamburg, Alsterdamm 38 Rufs 33 06 51 Altona, Mathildenstr. 18 Ruf: 42 73 31 Paul Möller & Co. Gegründet 1913 Glockengießerwall 13 | Ruf: 32 68 70, 32 74 33 j Eine Anzeige in dieser Größe 25 50 mm kostet pro Aufnahme. RM >4.—