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Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Hansestadt Hamburg · 1937-07-16 · 7 (16.7.1937) · p. Seite 6

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Hansestadt Hamburg
Volume
13 (1937)
Issue
7 (16.7.1937)
Date
1937-07-16
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 Jüdisches G e m e i n d e b 1 a 11 Nummer 7 Personalien u. Kleine Mitteilungen Rabbinerwahl bei der Vereinigten alten und neuen Klaus. Die Verwaltung der Vereinigten alten und neuen Klaus hat Herrn . Rabbiner Emanuel K.önigshöfer zum Klausrabbiner erwählt. Herr Rabbiner Kömgshöfer wurde am 30. Mai 190« m Frankfurt a. M. geboren, studierte zuerst m Berlin am Rabbiner-Semmar und an der Berliner Universität, gink von dort auf die Jeschiwa in Mir und bestand 1933 in Berlin das Rabomatsexatmen. Zur Zeit ist Herr Rabbiner Königshöfer Rabbiner des orthodoxen Gottesdienstes der Israelitischen Religionsgemeinde in Dresden und bekleidet dort zugleich das Amt des ■'Schulleiters einer Religionsschule. — Wir beglückwünschen die Vereinigte alle und neue Klaus zu ihrer Wahl und wünschen dem neugewählten Rabbinei eine segensreiche Tätigkeit in seinem neuen Wirkungskreise. » ★ Ehrung d**s Herrn Jacob Valk anläßlich seines 7f. Geburtstages Die Verwaltung der’ Neuen Danvntor-Synagoge veranstaltete am ln. v. Nl. im Anschluß <an den Sabbatmorgengottesdienst eine gottesdienstliche Feier?.\£ Ehren ihres langjährigen Vorstandsmitgliedes, Herrn Jacob Vaik. der am 13. v. M. sein 70. Lebensjahr vollendet hatte. Heil Rabbiner I)r. Ho.lizerj feierte in bewegten Worten den Jubilar, dessen liebenswerte Persönlichkett, dessen Herzensgüte und Hilfsbereitschaft er ebenso treffend charakterisierte wie die hingebende Treue, - mit. der er sich seit nahezu #0 Jahren dem Gotteshause seiner Wahl gewidmet habe. Der Vorsitzende der Verwaltung der Neuen Dammtor- Synagoge. Herr H. Chasse 1. gab im Anschluß an diese Ansprache die Ernennung des,Herrn Valk zum Ehrenvorsitzenden der Verwaltung dei Neuen Dammtoi -Synagoge, der höchsten Ehrung, die diese zu vergeben habe, bekannt. Die Feier, zu der als Vertreter des Vorstandes der Gemeinde die Herren R.-A. David und Dr. E. Loewenberg erschienen waren, war von Chorgesangen des Gesangvereins Hasomir eingerahmt: die Soli sang Herr Oberkantor H. Lieber. ★ Vortrag von Herrn Rabbiner Dr. B. Jacob in Berlin Die Gesellschaft 2ur Forcierung der Wissenschaft des Judentums hielt an*. 14. v. M. m Berlin ihre Mitgliederversammlung ab. in Herr Rabbiner Dr. Jacob über den Dekalog sprach. Der Redner, der nach Vollendung seines Kommentars zum ersten Buche der Tora jetzt den Kommentar zum zweiten vorbereitet, beschäftigte sich im ersten Teile dieser Ausführungen vornehmlich mit dem vierten und fünften Satze dev Zehnwortes, von denen t der erstere die religiöse Grundlage des Schabbat enthalte und daher in* weiterem Sinne eine 4er ‘wichtigsten Voraussetzungen der Erhaltung des Judentums sei. der andere die Elfern zwischen Gott und die Nebenmenschen stelle und ihre Autorität zum eisernen Bestände des Judentums erhebe. Im zweiten Teile seiner fjvführungen sprach der Redner über die mutmaßliche Gestaltung der ei Gesetzestafeln, die nach seiner Ansicht auf beiden Seiten mit dem Ilen Texte des Zehnvrortes beschrieben .waren, und zwar auf der »rderseite einmal mit dem 1. bis 5. und zum andernmal nur mit dem bis 4. der Zehnworte, und entsprechend die Rückseite einmal mit m 6. bis 10. und einmal mit dem 5. bis 10. Satze. Der Grund hierfür ergibt sich aus den Darlegungen des Redners im ersten Teile seines Vortrages: der fünfte Satz des Zehnwortes steht auch inhaltlich zwiijchep den ersten vier und den letzte/i fünf Sätzen: er kann sowohl zu den Geboten der Gottesverehrung \fie auch'zu den. Geboten über die Pflichten gegenüber dem Nächsten gerechriet werden. Die Architektur de> Dekalögs i-t jedoch völlig einheitlich, ein ..göttliches Ganzes**. Die Gesellschaft zur. Forderung der Wissenschaft des Judentums bevteht seit dorn JalTre 1902: gibt die Monatsschrift für Geschichte pnd Wissenschaft des Judentums, die einzige jüdtrich-wissenschaftfiche Zeitschrift, die tm deutschen Reichsgebiet erscheint, heraus und verdient, auch, von an dr; jüdischen Forschung interessierten Laien unterstützt und rlC:!?\\ i ' ' ★ f * tu' «t.» H . I ). : ‘ F.; A,'- M;.- da Xii'vprachr.ihfiid nn Stadt verband jüdischer Frauenvereine über zeitbedingte Ernährungsfragen . .:M K‘ ■ - ehe A ■. * i' ■' ■ IC H. . r.. i:' 7. Al. * ' V - * ft . ,:i f*. A : ■ t•: -1*ri i:at bekanntlich für alle ntVicll ge- Lir.'-i völligen Umstellung geführt. Die hie*t- .Seiten weiden naturgemäß m rituell ge- . »-igpfuiulen. »in denen.aut den Geschmack des ■ duel.« Rücksicht genommen weiden kann, -üir. ist. «Es war daher ein glücklicher Ged : k . da io i rj.e K liehen tultrimg der G t«* I * - -•.ipf-n. I!« .?*•- '»ul Küchepvci ontwot.tlichon v« . : and tu-r IL.mlji;; gc*.;uchschen 'Fiaueno! e io«-*-.d / :« .r:,/:itu: cn. Im Mittelpunkt "■ * * i Leiterin dr-, M.idchenwaiscnhauses •*. l'-: -in (E. M;kl a b e u ti . die zuerst die ’ A: -al*- :)■•:'■; _f-n darlegte, hei denen es 1 l'- -ehe .\L *rr.*_ *.*»? handelt,- und dann die ri:i e.r.e Spei-imn füi da? verschiedenen J :l« |F.i-.vacir '-ne. AHe und Kranke — :iti /• ü */• .Fmgei/.eige -dafür gab. wie dem ,:'d» :f" Wicl’r.on Xahmng-rmuöln begegnet 'ÜIm-fn v.ich km/e Belichte der Leite- .i *? k;c: *.*n i|nd eine ..u-uedehnte Erörterung, •* « . ■ r i\y. •, * \||S dem \ I rein selbständiger jüdischer Handwerker und Gewerbe- * treibender zu Groß-Hamburg E. V. Auden M.’*« üi.r.gqn. d|o dei Vereinsvo: - tzende am lß. v. M. in de- < >• dem .iri.er. M;:g.;ec:ci ve? sammlung machte, sind v«»n allgemeinem in ei« -e: In den handwerklichen Lehrwerkstätten, welche die Be- a’ung'.sH'l.e f it jüdische yintschaftshilfe zusammen mit dem Verein inv I.elHti -*-i uten hat. haben unter Mitwirkung von Meistern des y ei eins d-e y.-\; schenpi ü funken* stattgefunden, welche zeigen, daß die Jugendlichen <f*>r t -ou«»hi im Schlosser - als auch im Tischler- J.< -h r k •; j s sehr gut gefördert wurden. Die Kurse sind bedeutend eruciteit und teüwe.se mit neuen Maschinen ausgerüstet worden. — Da die Bei uf vbei .i»ungssteile ihnen Betrieb einstellen mußte, werden Rat- ■ «nchende letzt um der Geschäftsstelle cTes rStemS direkt än das Ai b e i t > a m t bzw. an diei Städtische Be rm^b eratungsy * *’ 1 * *•' vei wiesen. Auf Grund vefn Empfehlungen des Vereinsvoisitzenden haben abei Betriebsinhaber in vier FäJJen die Betreffenden beim Arbeitsamt namentlich i angefordert. ein Vedjhhren. das durchaus yu.as*«tg jst und auf das hiermit ausdrücklich hinj?ewieson sei. — In der erwähnten Mitgliederversammlung sprach Herr Arthur Ball in über das Thema; Dct arbeitende Mensch im W’andel der Zeiten. Der Vortrag/ sch,oß mit. einem Appell des Redners, im Kreise'des Vereins zwar die berechtigten Bei ufsinteresscn zu fördern, über ihnen aber das Gemeinwohl nicht auden Augen 211 [verlieren, sondern auch die Förderung des Bei ufsstande- und de< ber.vfltchen Könnens m den Dieast der Gesamtheit zu -Tellen i I ★ Der Verein zur För^crun^ ritueller Speisehäpser e. V. h.*l \nl.tr.L x 'A du« 2ß5 V vtj» ichmritueller Spt isehaus^-r hfc-rau-jjtbracht. Jur tLs ihm ih*ns* uu Jur <!i«. iiuhertn Helte der Dank -all* r Interessenten »icher ist. Konzerte des Jüdischen Gesangvereins Hasomir in Rostock und Schwerin Der unter Leitung des Oberkantors H. Lj eher stehende Gesangverein Hasomir gab im vergangenen Monat zwei Konzerte in Rostock und Schwerin, die nach einem dem Gemeindeblatt zugegangenen Be- - rieht dort großen Beifall gefunden haben: besonders begeisterte der » Vortrag hebräischer und jüdischer Volksweisen. Dem Danke der zahlreichen "Zuhörer gaben in Rostock H^rr Karliner und in Schwedin Herr Wangenheim beredten Ausdruck. ★ Warnung des Hilfsvereins vor Touristen-Auswanderung nach Australien Seit einiger Zeit macht sich in der Oeffentlichkeit. besonders auch in verhältnismäßig begüterten Kreisen, ein gesteigertes Interesse für die Auswanderung nach Australien geltend. Zweifellos sind auch in Australien gewisse Möglichkeiten für Personen mit einigem Kapital vorhanden. zumal wenn sie ausreichende Kenntnisse der englischen Sprache und bestimmte Branchekenntnisse besitzen. Es muß aber auf das dringendste davor gewarnt werden, ohne endgültige Einwanderungserlaubnis als Tourist nach Australien zu reisen und von dort afifc die Erlangung der dauernden Aufenthaltserlaubnis zu, betreiben. Dieser Weg wird nur selten zum Ziel führen, in der Mehrzahl der ^*älle nur erhebliche Verluste an Zeit und Geld verursachen. Wer nach Australien auswandern will, wende sich zunächst an den Hilfsverein, der eingehende Informationen erteilt und gegebenenfalls die Einwanderungsgesuche unter Mithilfe *nusländischer jüdischer Organisationen an die australische Regierung gelangen läßt. ★ Lesebücher für jüdische Schulen Die Schulabteilung der Reichsvertretung hat bereits seit geraumer Zeit die Vorarbeiten für die Schaffung von Lesebüchern für.-jüdische Schulen in die Hand genommen. Der Herr Reichs- und Preußische Minister für Wissenschaft. Erziehung und Volksbildung hat dufch Erlaß vom 24. April 1936 (Aktenzeichen E II a Nr. 664. E II e-, M) sein Einverständnis mit der Schaffung eines jüdischen Lesebuches für das 5. und 6. Schuljahr ausgesprochen und die jüdischen Schulen von der •Verpflichtung zur Einführung des staatlichen Lesebuches für das 5. und 6. Schuljahr befreit. Auf Grand eines Entwurfes der Herren E. b i n G o r i o n - Tel Aviv und Dr. S. Braun- Köln, der von zahlreichen Schulen und Einzelpersonen begutachtet worden ist. ist ein Lesebuch fertiggestellt worden, an dem zusammen mit den Herren Dr. Les.chnitze r und J. Stern von der Schulabteilung der Reichsvertretung und Herrn Dr. 3raun, die Herren Dr. Epstein- Frankfurt a. M.. Dr. Gutmann - Würz- . bürg. Dr. Loewenberg - Hamburg und Dr. M. Spanier- Berlin sowie * die Damen Dr. Esther -Frank- Köln und Schulleiterin S c h i r a t z k i - Berlin mitgewirkt haben. Nunmehr hat ein weiterer Erlaß vom 25. Mai 1937 (Aktenzeichen E II a 1337 37) an die Schulabteilung der Reichsvertretung die ’Grundlage für die Inangriffnahme dei^ Vorarbeiten für die Schaffung .von Lesebüchern für das 2., 3. und 4. Schuljahr gegeben. Der Erlaß lautet: Gegen die Schaffung besonderer Lesebücher für das 2., 3. und 4. Schuljahr jüdischer Schulen habe ich keine Bedenken. Ich ersuche Sie. die Lesebücher mit Ihren) Anträge entsprechend vorzulegen. Den jüdischen Volksschulen ist die Einführung der neuen Lesebücher für das 2.. 3. und 4. Schuljahr (Rupderlaß vom 20. Mai 1936 — E II a 1054 36 (■RMinAmtsblDtsdhWiss. 1936. S. 278) — und vom 26. Februar 1937 — E II a 626 (RMmAmtsbl-DtschWiss. 1937. S. 122) freizustellen. Demnach sind die jüdischen Schulen von der Verpflichtung zur - Einführung der neuen staatlichen Lesebücher befreit, j Mit dem Erscheinen des Lesebuches für das 5. und 6. Schuljahr ist nach -den großen Ferien zu rechnen. * * ' In Schulkreisen wird die auJJerordentliche pädagogische Erleichterung hervorgehoben, die die dutch die Reichsvertretung ermöglichte Einführung eigener Lesebücher für die jüdischen Schulen bedeutet. — Emen ausführlichen Aufsatz über, das .neue Lesebuch bringen wir in einer der nächsten Nummern. ★ Ausbildung jüdischer Lehrkräfte für Turnen und Sport Die Sc*hulabtei!un^ der Keichsvertretunti hat njit Genehmigung der zu-tandtgen Behörden seit 1935 zwei Lctuga>mer zur Ausbildung von jüdischen Turn- und Sportlehiern in Stuttgart durchgetührt. Nunmehr hat ein Erlaß des Hei rn .Reichs- und Preujhschen Ministers für Wissenschaft. Erziehung und Volksbildung vom 7. April 1937 (Aktenzeichen K L 8004 2ß. 2. 37 Elb E II e M) yic Anerkennung der Abschlußprüfung deeisten Lehrganges au -uc*piochon. Die Teilnehmer des Lehrganues e: halten staatliche Zeugne «e. die sie zeu Tätigkeit im tiidischon Schul- - Wesen berechtigen. ‘ f Der Herr Württombcrgischo Kultusmin.ster hat im Anschluß an einen Ea laß des Herin Kcichsoi zieiriiuMiunistc i s vom' 5. Mai 1937 (K I’8004) die Abhaltung eineweiteten Lehrganges, de/-inzwischen begonnen hat. genehmigt. Die Lehrgänge werden mit Unterstützung des Oberrates der Israelitischen Religio,nsgeme»nsehaft Wüi Uembei us clurchgefuhrt. ★ Ausbildurg an dem Konservatorium in Jerusalem Der Künspöi hilfe dör Jüdischen Gemeinde tzu Berlin ist es in Verbindung mir dem Konservatorium in Jerusalem und in Zusammenanbeit mit der Reichsvertretung und dem Palästinaamt auch in diesem Jahre möglich, etwa zulinz.ig Musikein im Alter von 14 bis 25 Jahrcnr zum Studium am Konservatorium The Pa lest ine Conservatoire of Music and Dramatic Art m Jerusalem unter vorteilhaften Bedingungen zu verhelfen. [ - Die Ausbildung ist für alle Streich- und Blasinstrumente. Klavier. Komposition und Gesang, für die Orchester- und Dmgentenklasse und im Schulmusiklehre'r-Seminar bei hochqualifiziei ten Lehrkräften möglich. Die Aufnahmeprüfung wird in Be/Hn durch die Musikkommission der Künstld hilfe m Anwesenheit des Leiters des Konservatoriums Jerusalem, Prof. Hauser, stattfinden. Reisekosten werden nicht erstattet. Interessenten wollen sich nur schriftlich unter Beifügung eines Lebenslaufes, einer ausführlichen Darstellung des bisherigen Studienganges und fachmännischer Referenzen bei der Künstlerhilfe der Jüdischen Gemeinde. Berlin-Charlottenburg 2. Kantstraße 159, melden, die dann über Ort und Zeit der Prüfung Mitteilung machen wird. Telephonische Auskünfte werden nicht erteilt. ★ Vor der Neübegründung eines jüdischen Museums Die Gesellschaft für jüdische Volkskunde hat von dem Vorstande der Gemeinde in einem gemeindeeigenen Grundstück Räume zur Aufstellung ihrer Sammlungen erhalten, die zu einem späteren Zeitpunkt der Oeffentlichkeit zugängig sein werden. Die Gesellschaft bittet alle Gememdeangehörigen. Gegenstände. Urkunden, sonstige Schriftstücke und Drucksachen von volkskundlichem Interesse ihr zuzuwenden und sich zwecks Uebeinahme mit Herrn*1 Rabbiner Bamberger-Wandsbek in Verbindung zu setzen.

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