Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Hansestadt Hamburg
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Hansestadt Hamburg
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 6 (18.6.1937)
- Date
- 1937-06-18
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 6 Jüdisches Gemein «leblatt Nummer 6 I! i Der MillsNrnin der Juden in Deuls«Jiland nimmt \ erjieut tl.ir.mf liin/iixxeisen, daß die llilf'- Uomiteein «len europiii-dieii'l.aintern Kinx*biwlererit. die in «lie>;e l.ämler auf eipeie l'au-t ohne {renaue KrkuiKlijrunjren der Hilf'- Jind Auftiaui^ii^liihkeiten iiihI ohne-Beratung tlurdi «len I lilf'X erem LiMiiint'jn. keinerlei Hilfe /usidiern kiiuueu. Kn i't unerliiHlidi. (faß alle Aii'wanderer Bei »len Ber a t u n jr t ' t e I I e n die' II i I f s \ e r e i n s (in Hainliuiir: Bemdke'traße 6) x (»r'|>r|-Hn*n und 'i»fi iÜH'r die Kim* andernir^'- liio^lidikriteii ^eiiau nijlerr-iihten. Der Hill'* erein irililf ferner liekanut: , . IIII I aufe de' let/tenj Jahre' hat 'iih liei den jiidi'tlien Aii'r \* antli-t er n aii" Deiit'^lilaml ein x «,-r'tn rkte' lntere"e liir ( olumliien "r/ek't. I .ifl.ulilitJ) 'iml di»- N.ulirilfiten aus die'eni I .imle * erli.iltni'inaßiir jriiii'tiir: <lie inei'ten Kinwamlerer li,d»-n 'dinell \ rl.eit irefunilenj Dmji l«*'teht dVinjrender Anlaß, »larauf liiii/m* ei'en. daß kaufl|-ute. iii'lie'ondcre Milche »ilme wirk lieft ^iiindlidie Br.i iidn‘keujit ni"«- und ohne B»‘horr'ihuii!r des ^|i.ini'dien. in ( oliiniBien kaum irjrend\**‘l»li«* Aii"i»liten hallen und 'owohl *ohi - St a ln | pu n k t der eoluniliiaiii'ihen \\irt'»1iaft nie will’ dem der jiidj'theii Gc'allileinxx anderiiii^ als uiieruiiii'dit selten mii"<-n.jSdion jet/t hat <ler all/u zahlreiche /uzii: soll k.Mifleuten in J oluiilhien zu st*\* i"i-ii Miß'tanden und ' (.1-"i-n'l liimimireii L'efiiBrt. die U'idit zu einer Gefahr liir die jmli'die I iiiu .iii.lenin^ im jr.in/en werden können. Del 11iIGx erein xxei-jt eudlidi darauf hin. daß unlautere I lenieiite immer \x ii-der x «f i-mi<Ju-ii. unter unliereditijMer BornIniijf aut'den 11 ill'\erein xoif l’rix atleiiteu (iehltu-Wrii;^»* zu .erlauben, <lie an^ehlidi /.ir I.rniij^lidiulitr <h*.r Aii'Xx amh-riiujr notx* endii; 'tmI. iii'lif'oiidcre. haften «lie-e l’ravi' in letzter /.eitt-ini:;»' jiinee I eine uneexx'undti «lie .tneehliili /ii'.immen na»fi Bra'iljeji "elien xxnllen u ml A omi 11 ill sx erein ni»ht eenueend unterstiit/t xxerden. Il.iafie 'teilen! die l’ei'oin n. die in ilieM-r Wei'i* Betrage ‘zu eil.in^en 'ii«fipn. iilierhnept, ni«fit xor. der Au'xxaiulerum;. Je:lenI•• 11' inuß «Il\or ^exxarnt xxerdi-n, '«dilu n l’cr'Oiien irgendeine I. utei't iitzn ji" zu gellen, ohne - i 14i xnrlier 'heim 'II i I f « x e i e i n x o n I 11. e r 15 i t h t i " k e i t ihrer A n - " a h e n li l> e l z e il " j. z il ll'.l l> e II. riechen Vorführungen offenbarten’ und den geübten wie den ungeübten Augen der Zuschaucndcn, über die Leistung de» einzelnen hinaus, zu erkennen gaben und sie mit Staunen und — Freude erfüllten. Der erste Teil des Programms war der reinen tänzerischen Form gewidmet. Klar hoben sich die Arbeitsweise, die Schritte und Ziele der pädagogisch-tänzerisch beflissenen Tanzenden und Lehrenden hervor. Die Verbindung von Ausdruckstanz und Ballett ist besonders kennzeichnend für die Schulung, die Erika Milee vertritt. Der Walzer (Johann Strauß), das Gracioso (Gluck, Ballett) waren schönbeschwingte Beispiele dafür. Mochte in dem Furioso (Gluck) das groteske' Element noch nicht gelöst sein, so zeigte dafür der rhythmische Wuchs und Ablauf der Bewegungen aus den Takten der Musik eine bemerkenswerte naturgewachsene Bcwegungsschulung. Dieses Hinführen zu naturgewachsenen Bewegungen und die Schulung des körperlichen. Gedächtnisses fijr deren Ablauf, diese (pflanzcnhaftc, reine Entfaltung war cs wohl, die das kindlich getanzte Menuett von Gluck mit solcher Anmut «Umgab. — In einigen Solotänzen, wie in den beiden Brahms tanzen, gab .Erika Milcc ihrer Freude an der Gestaltung starker Rhythmen und, in dem Andantino von Gluck, ihremlastischen Raumempfinden tänzerischen Ausdruck, — Am Flügel war Oswald c h r v n s nicht immer zuverlässig- und nicht immer einfühlsam in die Dynamik der Tanzenden. Der zweite Teil des Programms stand hn Zeichen der tänzerischen Pantomime. ..Ein Tag bei den MickyiMauscn” nennt sich die Kurzrevue, deren bis ins kleinste durchdachten Entwurf und -Choreographie Ertka Milee verfaßt hat. Robert H c i I b u t h hat dazu eine entsprechend humorvolle, jur mechanisches Klavier bearbeitete Musik geschrieben. — Für diese Revue gilt grundsätzlich dasselbe wie für die gesamte Veranstaltung: sic ist aus dem* sicheren Verständnis für das Wesen der Bewegung- und ihres' innersten Sinnes entstanden. Ihr besonderer Reiz ist ihr Humor, der, wie der Humor der Fjlm-Micky-Maus, absoluter Bewegungshumor ist und bis in die geringste Geste und Requisite die vorfuhrenden Kinder in einer dis^iplinicrtcrf, freudigen, ihnen ureigensten Natur, tänzerisch leben und sich bewegen ließ. Erika Gütermaon. ★ Warum fügst du. Chcric? Es scheint Tradition unseres Kultufbundthcaters zu werden, seinem Publikum alljährlich eine Operette vorzusetzen, gleichsam als Sommerkost, wieman etwa diätetische Fruhjahrskuren macht. \im die während des Jahres im Körper angcsammelten Schlacken loszuwerden. Es sei hier nicht untersucht, ob uns der Kulturbund im letzten Jahr .schlackenfreie oder -reiche Leistungen geboten hat, dafür hat das beste und einzig kompetente Urteil das Publikum seihst. Es sei pur festgs'stellt. daß die diesjährige .-'.Sommerkost” — um im Bilde zu bleiben — sehr wohlschmeckend, sehr bekömmlich und *o'leicht ist. daß man sich gerne einen zweiten Gang davon geben lassen mag. Es handelt sich um die neue Operette- Warum lugst du. Cherie?, die mit Recht das Zugstück des Saisonendes geworden ist. Die Operette hatte letztes »fahr in Wu^n den größten Erfolg, also im Ursprungslandsdieser Kunstgattung, einen Erfolg. d±-n._sic hauptsächlich der Musik' von. Leonhard K. M a r,k c r zu danken hat. die melodiös und leicht eingängig, bald .einschmeichelnd, bald rhythmisch-pikant erklingt, in jedem Falle angenehm, sagen wir: sommerlich erfrischend. Sympathisch wirkt jedenfalls, daß man von den pathetischen Schwülsten der letztsergangenen Operettenmode verschont bleibt, das allein jst schon viel wert. Die ftische. prickelnde Musik bewirkt. , daß man sich vom Tische erhebt, gesättigt, doch nicht übersättigt, unbeschwert, daß man sich -sogar einzelner Gange gerne erinnert, was bei allzu üppigem Mahle bekanntlich nicht immer angenehm ist. Aber hier ist es nett. Aus den* Jüdische** KüUuc&uud Kindertanzeo aüi dem Tanzabend der Milee-S&ule. f.vt >1 /M/Jj ■' TüR, ab* nd Her M. st.iPtfand 'am -kallftem Hau 1 „r fler.-4i h'kultureller Auvdruck<f«>rm. ctyr Au'btldungsk!as«*n und der Kindertanzgruppe' 'icht-x der Leis angwehiau von Kindern und AusbildungsbeflisscneM teilen t-. .tunv w‘r! aiider l. *n \» •!.,«_,“ I):* tar. end!«Juuend k rv m * für un**. d h <*’:•« II» n iirv-*.-er! «h»ndiiik Mr««n»*n zu ü-jchn. das i *tn*r »Epoche h*. r.i-;N^eris«>ent r all«'. «!-*. reif* l.«i<*tung «;» n judiAth-^ M» n^fen *fn Pflicht r -\» »iH-.-runs erinnert M11»ik. uar da und der nscht ii« *-1«iIttmg d* ' Mensch \X ü*' t?as \X ie‘de*Tanknupfe *>* wußtvxji rtfen dt > K-.rpers Er,ka MicheKon -HUee), geleiteten' Schule, de/' 11 M.. nachmittags, würde die Veranstaltung wiederholt); bekannte sich der Kulturbund erstwie sie dem Herkommen, nach doch nur .jener .Vst -.ich die re-ne künstlerische Entscheidung zu dietanzenden Kinder gaben die Antwort- (ur .die jüdische Zukunft ja vifr allem auf drv und unseres NX achslum« an. Siezu finden und Sie Aufgabe1 . Kur den jahlmgs aus der Reifung jüdischen Me-Osche« ist der Neubeginn von ht-utd >n gesjtrn —j eine Erinnerung'. — S«> ist es für Ungeheurer Gew-.nn. wenn er sich an den Beginn in die Bewegung! Noch vor dtm Worte, vor d*jf Tanz, ihr urti^cnstes .Kind, war die erste schöpfeuber^aupt. , an die Bewegung, ihre Zucht und Bildung, das qd seines V t rhaftnisses zum Raum, .was die edle I « hung J*r tanzerv«chen Beht r r*chung. insbesondere für'dtn jüdische an Mie<-n|ril’cbt-r W edergeburt bedeutet, da* war es. was die Tanze Mensche und tanzc- Dazu die reizende ' Darstellung! Hans Bu x b a u m . unser Regisseur, übertraf '/ich diesmal in diskreter, ft-inabgewogcner. unaufdringlicher Inszenierung, die das Spiel ia jedem Augenblicke straff zusammengefaßt hielt, ohne es den Zuschauer merken zu lassen. Das darf vorbildlich genannt werden. NX'vscntlich half ihm das '-feine, stimmungsvolle Bühnenbild Kurt f. «* w e n'g a r d s .und die sehr gewandte y musikalische Leitung durch Kurt Behrens., de-m auch die exakte musikalische Einstudierung zu danken ist. ebenso die famos*- Durchführung der für zwei Klaviere ausgezogt-nen Orchesterpaj-titur. wobei -Oswald Behrens anschmiegsam sekundierte. Unter den Darstellern ist querst Elisabeth Springer zu'nennen, als Vertreterin der weiblichen Hauptfigur. Eine Neuerscheinung auf den Brettern unserer Buhne-, die das Publikum im Flugee-robe-rte. Siehat einen ganz e-igenärtigen, herben Scharm, mit dem sie spricht, singt, tanzt, spielt, alles lassig-grazio» und vollkommen natürlich, ohne den geringsle-n Zwang. Ihr Erfolg war durchschlagend und bvstimmls* damit zum entscheidenden Teile auch den Erfolg des Abends. Ihr Partner Kritz Bcnscfve-r erwies sich als gewandtem und sicherer Operettensange-r. der seine Wirkung noch vergrößern wurde, wenn er den Eindruck von Selbstgefälligkeit verringern' konnte. Im diese beiden Hauptgestalter. gruppieren sich eine köstliche Reiheder urkomische*, gut erfaßte Boheme-dichter Kurl Appels, der beängstigend vornehme Kammerdiener Fritz Melchiors, die draufgängerische Sängerin Edith ff e r ß I i k s u. a. Afft* spielen guU mit- und ineinander. VC gibt eine erquickliche- Ens^mble-w irkung. Das Det'klivtrio dt*r Herren Salntk. I.evv und M e y e r s<» h n erwarb sich, besonders nrit de*r köstheh gesungene-n Einlage vor dem dritten Akt, einen wohlverdienten Separater folg. Leon Korniizer. Vortrag des Herrn Dr. H. Baxbautn über Kulturbundarbeit. Jüdischer Kulturbund Hamburg VORANZEIGE: DELA LI PI NS KAJA BUNTER ABEND Näheres wird! noch b e k a n n t g e g e b e n Die Mitglie-der des Kulturbund*-« lernten am 24. v. M. Herrn Dr.* Buxbaum in einem \ortragc über Kulturbundarbeit von einer neuen Seite kennen, -als einen Redner, der auch einem an sich vielleicht wenig . anziehenden. Gegenstände eine gefällige und stilistisch vollendete Form der Darstellung zu geben vermag. Der Redner ging aus von der Lage im Jahre 1933, als dem jüdischen Künstler plötzlich jede Bctatigungsmoglichkcit genommen war, und schilderte die Schwierigkeiten einer; Neuschöpfung mit unzulänglichen künstlerischen und geldlichen Mitteln, bei der gleichzeitigen Notwendigkeit der Neuschopfung eines Publikums mit einem einigermaßen gleichen KulturwiUen. Er zeichnete dann den Entwicklungsgang der verschiedenen künstlerischen Bestrebungen, vor allem in Berlin. Frankfurt und in Hamburg selbst. Zwei, drei Säfzc seien aus dem Vortrage wiedergegeben: Keiner leugnet die Kxistenznotwcndigkeit dos Kulturbundes. Jeder ist sich klar, daß er existieren muß, nur scheiden sich die Ansichten über die Form und Auswirkung seiner Tätigkeit ,... Der Name ..Kulturbund-Theater'* allein verpflichtet schon: den Genuß von Kulturwerten zu vermitteln, Kunstwerke zur Diskussion zu stellen, niveauhaltigc Entspannung zu geben und 3er Jugend einen Blickpunkt auf J\unst und Kunstgenuß zu verschaffen. Auf die Wiedergabe des Vertrags -in Heft 6 der Monatsblatter des Kulturbundes sei hiermit' ausdrücklich verwiesen. —n. ★ World Centre!or Jewish Music. Das . vor kurzem in Palästina gegründete Wojld Centre for Jewish Music hat Herrn Dr. Oskar Guttmanh-Bcrlin Charlottcnburg die Organisation des Arbeitsgebietes Deutschland übertragen. Für die* Arbeitsgemeinschaft 11. welche die Provinzen Schleswig-Holstein und Hannover, die be*iden Mecklenburg, Oldenburg. Hamburg und Bremen umfaßt, hat Herr Dr. Joseph Jacobsen - Hamburg 43, Kfostcrallee 28. die Leitung, Herr Kapellmeister John Mandelbrod- Hannover, Bocdekerstraßc 87. die’ Stellvertretung übernommen. Sic bitten alle schaffenden und reproduzierenden Musiker und alle Musikschriftsteller der jüdischen Gemeinschaft des obenbenannten Gebietes,- sich bei einem der beiden -Herren zwecks Organisierung der Arbeitsgemeinschaft zu melden.