Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 4 (16.4.1937)
- Date
- 1937-04-16
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 8 im r i n il c 1) 1 a 11 der D e u t s < Ii -1. s r a e I i Ii s <• Ii e n Gemeinde Nmiiinrr t keine wirkliche Geschiebte [ja wirkliche < .c-chichle auch nirljt .-ächlijhc^Gcchichtc erzählen Hill. noch mehr, ilaß tli«■ Tora sie als \ i r-t.in.l. ii \u--in will- Wir tat- Inl diei" der ungebundenen Rede .Irr Prosa. Wir zu einer durchi bestimmte Maß«- wie Rhythmen und Zahlen gthundi lii.ll greift, gibt flamit zu erkennen, ilaß er dichtet und kon-lruiert.' I. I-I nun aber J A c o b s r'nldcckunp des vom Verfasser der Tora angewandten Zalilcn-yUem« richtig — und rr zweifelt nirhl daran, daß hier kein Zufall seihe Hand im Spiele hat« daß vielmehr eine ganz bewußte Absicht vorliegt, so ergibt pirh daraus etwa-« außerordentlich Wichtige, daß nämlich sowohl die Abweichungen^ der allen [Bibelübersetzungen (Septuaginta u. a.l nie auch die Textkorrekturen der Torschcr de/, neueren Zeil Iis verkehrt liezeirhnet werden müssen und der umvon un-cin Massorctcn überlieferte Toratexte »genau so erhalten i-l. wie ihn der Yerfa-^er niedergeschrieben hat. Dic-e Treue der Tcxlerbaltung i-l hci-piclln« und grenzt an das Wunderbare, wenn man bedenkt daß selli-t die ältesten Handseliriften der Tora, die nir lic-iizeu. ein hizwei Jalirtau-ende jünger sind aldie er-le Niederschrift. Da-i-l nur auder Liebe und Gewissenhaftigkeit zu verstehen, womit da- Judentum dieses -ein Kleinod durch alle Stürme der <ic- Schichle wie seinen Augapfel behütet hat,"). W aspeziell die Frage der! Quellenseheidung in der Gcnc-is l>e. trifft, -o -teilt J i r ii Ii folgenden Grundsatz, auf: Das Bueh gibt sieh aetbiH aleine literarische Einluit und muß so lange als solche behandelt werden. Iiida- Gegenteil unwiderleglich hew ie-en i-l. Wir be-itzen weder eine der angeblichen Qucllen-rhriflen ge-ondert. sei es ganz oder in einem erhaltenen Fragment, noeh haben wir eine ge- -i liii lillii In Kunde, daß -ie jemale\i-lirrt haben. Die Scheidung in Quellen i-t al-o reine Hjy p o t h e « e und K o n - t r u k t i o n ohne äußere Bezeugung. Im so gediegener müßten die inneren Grünm* »ein. '") t Da- -ind Wort, die jeder Unvorringenomniene. uielitandereal- Wahrheit -uehende Forscher, bedingung— loünter-ehreilien muß. -ei er Jude oder (Christ. Sind nun aber innere Grande vorhanden, die die Annahme ver-ehiedener Quellen in der Genesis wahr-i -heinlich oder gar nirtwendig machen? Zur Beantwortung dir-er Frage hat J a eto h die Theorie der Quellen-eheidung mit Im i-piello-em Fleiß und m;l hoher Genissenhaftigkeit dureh die. ganze Genesis Salz für Salz und Kapitel für Kapitel geprüft und gevollen Studien zu dem Sehluß: Die mehreren Quellen-chriflen zu-ammengc setzt -ii und wieder au-f inandergennmmen werden könne, i-l somit widerlegt. ,%l. langt im Theorie. Ergebnis -einer müh laß «Ii*- Gene-is auiithült im übrigen aueh sonst noeh dei i-t /. B. eine Keihe von Bibelstellen neu -»■ ge-tatlet. diean wenigen Bei-pielen i J a r o jV( l -« rit -i-l.ii. il Bem.-rken-w»Tten genug. So uml eigenartig ülier-etzl. K- ZU Zeigen. PflS*1 ,*jE "ry BiTOS ^B,1'!Kap. IT. 7. Da fiel Abraham auf sein An'ßesienl //Mi/ j u h e / t e. Treffend bemerkt Jaeob: -Wenn jcin.null tu i-in ganz großel.lück verkündet wird, so-verbirgt er wohl (am Ii wem er e- -rlmn immer er-ehnt. ja im Stillen läglieh erwartet )iat> -eim-n Jubel hinter Au-rufen -eheinharen Zweifel-:- Soll ilawahr siein? I-l CS moglieh*. Mir sollte das widerfahren? Dakann »h nicht glauben! Kr zugelt damit selbst -eine freudige Aufregung u-w. ,:'| - P~X* yisrn by Kap. 21.6. Jeder, der es kürt, lacht mir 2it. \uf allen Gesichtern wirdlsie (Sara) ihre eigene Ireude wieder-- linden. Wer wird -ieh über ihrrGlüek nii^it mitfreuen!.;1*! nnK X1* CK'- Kafk IX. 21. und nenn nirhl. "will irh ein I. i n * * h m h u U *• n. Sehon iMI die feder angi—etzl. da- Toib--urteil zu Dnfersehreiben. da wird mieh einmal gezögert, oh es nieht.doeh ivoik .liif^eliolien werden könne, fall- -etwa ein mildernder- Umstand geltend zu maehen i-t..i!) I apy DJT lain |Ehap. 31.24, >f<iß du Jahnb nichts i. atm tmut oder /mv«. wie Vi!r- 2*» rmys^i lehrt, er dürfe ihm niehts Hi -, - i ii ii. (|. k. nichts abnehmen und ihn nieht zur L mkekr zu K«iin|ien -inlnn. weder im IrUIrn noeh im Bö-en .::J -S— 2py xav. Kap. 13.18. .So A-uni J«knb f r e u nW %t h * f I 1 i i h. js^p -o \ iel wie friedlieh, reiflii-h. und -oll die Ge-irmung .iii-ilrin ken. von-der Jakob gegen Land und Leute erfüllt war .'') "ff -ij?k ,.:r^n raan^a ir* aai-i'Kap. 41.13. Kr n-ß ihn in 1/■ »1; 11 1 1 . i ( z i u '■ h H 11 11 r n lahri n. ih n er hatte. Ki-t das kundbar-te Zeugni' di r Khre und Kreund-ehaft. die "man jemandem iiwei-en will, wenn man ihn neben -ieh in uöd mit ihm .Inn Ii die Si^aßen fährt. 2. Könige III. |5. -4i ■einein Wagen -ilzen läßt gl. 1. Könige 211. 33, Z'.-'Z'Z "|CT KS"1 Kap. 11.45. Ja 'iihlii. ißbrt dal Land A nyptin. Jo-ef "| S 31*;l S 61b. ») S i / ging wurde die aitf 1 jpnne * r - des Lande-. J ai ob xerw.i-t dafür auf dje Parallele: jnxn ^>y KS1 V73V7\ Kap. 19,23. Die Sanne nur ühi-r die Erde (iiifgegiingefi.2') 13ri3K D,33' Kap. 42.11. wir sind wahrhaft. H ir sauen die U ahrheit, \gl. 4. Mo-. 2~.~. man kann die Wahrheit unserer Au«age leicht ermitteln, und es wird -ieh heran—teilen, daß wir nie Spione« waren, denn in unserer Heimat kennt man uns und kann' bezeugen, wawir treiben. ~') Jaeob bemerkt in seinem Vorwort, -eine l eberselzung wolle nieht mit der B u Ii e r sehen l eher-elzung -praehlieh Helleifern. Die Wiedergabe des GotteMiameiM dureh Kr habe er von ihr übernommen, aber aueh das nieht dun hgängig7'). Ki-t nur zu begrüßen, daß Jaeob dem l.e-er"nieht die un-ehön und ge(|uält klingenden W orte zumutet, die -ieh bei Buher vielfach finden. Kr gibt 1J . nieht nieder mit Ga-t-a—e , -lindern mit «Fremdling«, naTO nieht mit Srklaehtstatt . -oinlern mit »Altar« usw. usw. Wenn in der B u b e r sehen Bibelübersetzung der \ ierbueh-tabige Golte-name nieht mit v.der Enige. h iedergegeben wird, sondern mit »Er«, bzw. »Du« oder Ieh .-. so i-l hier nieht der Ort für eine Au-einander-elziing. Bezeichnend i-t es jedenfalls daß Jacob nieht kon-e<|uent verfahren kann oder will. Man vergleiche: V^P 'M n^ana- Kap. 19,1«; Bnber: ireä Er sein srhonen trollte; Ja-eoh : im Erbarmen Cnites BtVer ihn. TI DV2 >npV Vmn TX< Kap. 4, 26. Bub er : Damals begann man den X amen zu rufen. J a e o b : Damals ist angefangen worden, den .Xamen JHU H anzurufen. Ojfy 'DSTIJ Ytb 'n 2. Mo-. 6.3. Buher: afrer aus meinem Samen habe ieh mich ihnen nieht zu erkennen gegeben. Jaeob : aber mu h meinem Sannen JHU II bin irh tun ihnen nirhl erfuhren wurden'''). Und endlieh des Stammvaters Jakoh sehnsüchtiger Aufbliek zu Gott in -einem Abschied von -einen Söhnen, W orle, die Lingang in •as Gebetbnefa gefunden haben: 'n TPip "\T\y\V1?, Kap. 49, 18, und die B u b e r h iedergibt: \ u c h D e i n e m II eil s t r e r k i r h m ich. Hu.', erhalten hei Jacob ihre gemütvolle Schönheit nieder: Auf Deine Hilfe hoffe ich, Ewiger.' Weniger zu billigen i-l vielleicht, daß Jaeob manches Wort Mühersetzt läßt. Heil er -ich für keine der möglichen Deutungen entscheiden möchte. Wörter nie D'jp 6, 14, 6, 16, ^oaa 6, 17, D3TI 36,24. ja sogar X^aj 211.7, -ind unüherselzt geblieben. Der peinlichen Gewissenhaftigkeil degelehrten Forschers steht hier der berechtigte W un-eh deschlichten Bibelle-er« gegenüber, eine lackenlose I eber-elzung zu erhalten, auch auf die Gefahr hin, daß -ie nicht anbestritten ist, 1 Ks sei auch noch hingewiesen auf die kurzen Abhandlungen, die in einer Keihe VOn Kapiteln auf die Erklärung der einzelnen Wörter und Sätze folgen, Abhandlungen, die den Sinn und Zneck debetreffenden Abschnitts beleuchten. Ks -ind Meisterstücke nach Form und Inhalt. Leberhaupt zeichnet sich alas Werk durch eine klare, flü-sige. allgenieinver-tändliche Sprache aus. Da gibt es keine übermäßig langen Sätzperioden, keine unnötigen Kremdwörter. keinen hochtrabenden Gelehrtenjargon, so daß die Lektüre des Buches auch einen ästhetischen Genuß gewährt. Jaeob bat. wenigstem für die Genesis, die Theorie der Quellensrheidung niderlegl, die seil znci Jahrhunderten die Bibelwi-.en-ehaft beherrschte. Wenn von dem im achtzehnten Jahrhundert lebenden I rheber der Theorie oben ge-agt nurde. er habe eine Wendung in ihr biblischen Wissenschaft herbeigeführt, so gilt von Jacob das gleiche; seine Arbeit bedeutet einen Wendepunkt in der Bibelfor-ehung unseres Zwanzigsten Jahrhundert«. 1-1 nun mit Jacobs Werk die Quellenseheidung in der Gene-is in alle Ewigkeit abgetan? lud wie Mehl es" mit den anderen Büchern der Tora? Nun. wir nni—eii abwarten, waweitere I ntersnrhangen Jacobs und anderer Forscher ergeben Herden. Feines Hebt aber auf alle Fälle fest, was schon Hugo Bergmann au-führl: . W aimmer historische Forschung uns auf diesen! Gebiete zu sagen haben nird, sicher ist, ■ laß der Pcntatcuch -eii Heil über zwei Jahrtausenden als Kiub.it betrachtet worden i-t und -eine weftgeschichtliche Bolle so gespielt hat. An diesem Buche, n wie es imjetzt als einevorliegt, hat sich die Menschheit seit so langer Zeit erzogen, um! darum i-l dieser Überkommene Penlatevch mit all -einen W idersprücben das I ünflasrh Mosis.«1*) ►♦». — '"l S ll>4* =4I S 752. -~i S. 753. — "| S. 767. W.irU Mosis. S. 72. »I S. It. — S 315. p) II. B c r C m a n n , Löst Glückwünsche, Beileidsbezeugungen, Danksagungen ab zugunsten der Wohlfahrtsanstalten der Gemeinde Zahlungen U. £ herweis ». an D' iilsch-Israclilisclic Gemeinde, Bank: M. M. Wurburß <b Co; Simon*Hirschland. Postadu Hamb. 409