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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1937-04-16 · 4 (16.4.1937) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
13 (1937)
Issue
4 (16.4.1937)
Date
1937-04-16
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Nummer 4 Gcmri n,d c b I n 11 d e r r Deutsrh-lsrncliLisrhcn G e m e i n d * Seile I Fünfunddreißig Jahre Keren kajemet l'jisrael In (liesc-U Jahre sind 55 Jahre seit der Gründung «es Keren kajemet l'jisrael (Jüdischer Nalionalfonds) vergangen In langwierigen Beratungen legte dt;r fünfte ZionLstenko igrefl die Grundlagen für diese Institution, <lic im Verlaufe ihre! Wirkens eine außergewöhnliche Volkstümlichkeit errungen int;!-><• r KKL. ist heute ein Begriff im jüdischen Lebten. I >ie blaue ' Rüch-cvdie in 900000 jüdischen Häusern der ganzen Welt steht, ist eui Symbol der Palöstinaai beii geworden. I.in Gedanke voller Phantasie, den der verstorbene Mathematiker *rof. Hermann Schajpira jahrelang" unermüdlich propagierie, Wurde in <ler \\ irklithkeit "des• Palästittuuufbuus zu seinem entscheidenden Instrument Schapirn halte, schon iss^ der berühmten Kaltnw it/er Konleren/ <ler CnoweWe-Zion <i zur Errichtung eines Jüdischen NationaUonds vorg< . inen Plan legt; srin Vorschlag fand damals keinen ausreichenden Widerhall. Schapira ließ sidi dadurch nicht beeinflussen; auf du in ersten Vorschlag. ^ionUte'nkonJfCrefl lö'J? in Rasc-11 wiederholte er»seinen den er in folgende volkstümliche Form kleidete: ..Stellen wir uns vor, unsere Ahnen hatten .bei ihrer Ausw anderung ins Exil eine, wenn auch noch so kleine Summe iur künftige Zeilen gi sichert Sil würden wir heute damit größere Territorien erwerben können. VX'a« unsere Vorfahren teils nicht gekonnt, teils versäumt haben, das sind wir zu tun verpflichtet für uns und unsere Nachkommen. . . . E* sollen von allen Juden der Wett, von arm yn 1 reich ohne 'jeglichen Unterschied — einmalige und periodische Beitrage ztr Begründung eines allgemeinen zionistischen Fonds gesammelt werden. Zw .'i Drittel Oes so gebildeten Fonds dürfen nur zur Erwerbung von jüdisch« n Territorien verwendet werden, wahrend ein Drittel zur Erhaltung und Kultivierung de erworbenen Territoriums, sowie lür gleich wichtige', allgemein judi\che Zweckc Verwendung finden soll. Das erworbene Territorium darf niemaU veräußert werden', auch nicht an einzelne Juden verkauft, sondern nur verpachtet werden, und zwar höchstvns auf 49 Jahre. Der Fonds darf an Kapital und Zinsen nicht angetastet werden, bevor er eine Hohe von mindestens 10 000 000 £ erreicht hat"... „ Prof. Sthapira hat die Verwirklichung seines Planes picht mehr erlebt. Seine Ideen haben aber den \\ r:' in das jüdische Lehen gefunden. Die ersten Einnahmen Die Anfange waren dürftig, wenn man de mit dem heute Erreichten vergleicht. W ir, die wir au ganz.ändere Kahlen gewöhnt si'id, können uns den Julie! nicht vorstellen, der noch heim fünften .Zionistenknngreß ausbrach, wohn man von Spenden von 10 £ und 500 Kabel'Mitterfung machte] Kleinlich erscheinen uns auch die ersten Sammelmitte], die der KKL. herausbrachte. Man glaubte durch Markenverkauf die Mittel •ine l cberführutrg des Rodens in Palästina in judischen Volksbesitz aüfbringi auch <lic ersten matci Bestehens erhielt der brach <lc-s Weltkris.-iri- In den. ersten Jn Jahren «eine« Bestehens Gesamt-E'iuu'nhuie von •>-......... I. •n tu kennen Dementsprechend waten leiten Ergebnisse. Im ersten Jahre seines KKL loooo X. dann jährlich bis /um \i~ < in jedem Jahndunh.-thnilliih 40 000 £.' brachte er e ml eine Ics .Weltkrieges Der KKL. als Erzieher Wenn auch der Bodenbesitz bis /am Em nicht mehr als l'MHKi Dunum betrug, so ist doch aul ihm da- Geschlecht jüdischer Landwirte erzogen worden. ,<!as /um Träger der nationalen Kolonisation wurde. Die /weite Alija. die 1904—1910 ins Land kam. fand eine.jüdische l.oiidw iristh.dt vor. die keinen Raum für jüdische \tbeit bot. \us den Kolonisten. <lie größtenteils init Hilfe der bedeutendenI Mittel des Barons Rothschild angesiedelt worden waren, Agaren (im besitzer geworden, die ihr Feld durch Vraber best Dr. Arthur R u p p i n , der t'JOT <lic- Leitung der Kolouisatioiisarbeit in Palastina übernahm, war;es, ersten vom KKL. erworbenen Böden laudM'irtschuf liehe■Lehr farmen errichtete und l'JIO mit Hille der auf ihm-i Im laui w irlschaftliche Arbeit er/ogeneti jungen Menschen en ließen, zionistischen r auf den der Kwu/ot. Dagania. gründete. Von dieser Siedbn grolle er/iehcrisehe Kraft im jüdischen Leben nusgc Ideal der Kwu/ot hal grofie Teile der Jugend uii-< erfaßt, i He Müller *t eine rangen. I hi« res Volkes Der KKL. als allgemeiner Fonds des Palästina-Autbans in der Zeit Nor dem Weltkriege Ris /u der Gründung des Keren haj'snd JOJO war der KKL. das ein/ige Finanziustrumcnt der nationalen Palästina-Kolonisation von Bedeutung. Demzufolge hatte er mr allen Dingen vor dem Weltkriege mehr die Stellung eines allgemeinen Fonds, der alle kolonisatorischen Aulgiben in Erez Jisi.iel finanzierte.- So kam es, daß er selbst Lehrfarmen errichtete, aber auch Kredite für Ansiedlung /ur Verfügung stellte-. Jene Männer aus Jaffa. diY vor mehr ais 'zwei Jahrzehnten die Absicht faßten, vor den Toren von J.tTfa einekleine Carfenstadt, genannt Tel Aviv, zu errichten, wandten sich aucli an den kKI... Um von ihm einen Kredit zu erhalten, ohne den ihr Plan nicht hatte verwirklich! werden können. Der KkL. hilf diesen Kredit gegeben. Er ermöglichte dfe .Gründung von Tel Avi\, jener Stadt, auf slie. heute »fit- Juden der ganzen Weil nTTt Stolz blicken. , ' koloui- I ' Die schöpferische Periode Erst.die Balfour-Dt-klai.itioii und das Palästina-Mandat haben die (<run II igen lür . etii'c 'griaßcM-unifussc-u satorisdie Atbc-it in Palästina «<-«di.iflou. Her Keren haj's Übernahm die I' inan/ivi ung <les jüdischen SiedtungswerkctS. Der KkL. konnte sich nunmehr •ungeteilt seiner Aufgabe* der l eherfühnnig des palästinensischen Rosiens in jüdischen \olkd>esitz, zuwenden. Mehr als. I5- Jahne sind-seitdem verflossen. Der Sii/<l, s Hauptbüros de- KKL. im seither Je'r'usulem. Der kkl.. wurde /n eiaem entscheidenden Faktor in der jüdischen Kolonisation. Diese Periode der schöpferischen Leistung ist auf das engste mit th r Peixiiiduhkeit desMamu s verbumlcu, der seit dieser' Zeit an seiner Spitz.• steht \b-n.i(h.-'ut l s s i. s c h k i n . < dessen ganzes Leben der Aibejl Iur d i> jüdische VolkS gewidmet w i r. hat sich damit bereits heute ein unverfängliches Denkmal-' errichtet.. In, diesen Jahren bat der KkL. allein liugelähr,4000 000 L aufgebracht und au 560 000' Duoam Roden erworben. 5J Prozent de* nach dem Kriege durch Juden erworbenem Rodens siird durch den kkl'.. eilösl worden. Iii diese Zeit fitllt auch jtfie Erschließung bedeutiinjsMdlei Gebiete Palästinas für einejüdische Kolonisation. Dc-r Emek Jesreel, in dem der kkl. heute rund Juimkio Dun.im besitzt, ist seit I3:J.ihren in jüdische i Volkslsesit/. iilkergegaiigen, Wüdi ( hawarit? heut" Emek ( hefer benannt, lür dessen I rlü*itng die kanadischen /ionisteii in . groß/ügige»* Wei^b die 'Mittel bereitstellte^, ist aus einem, Steppen- und-'Sunipf-Gebiet, t\teinc-r Stalle des'Auranirs* Geworden, (ier idchier beliuden>»i'h verheißungsvolle Anlange mittekstähdischer SietllHngcVn von Judeu aus Deutschland. 'Dicr Hnifa-Bay ,<Emek Sebulon) wird plauxoll kolonisiert. Ilic-r e.rweist sich der kKI'.. als dc-r große Städteplaner.; Da«» vU.rstftcItische Siedluugsgelnet 'v«»n KirjUI Rialik. kirjat Chaim und. kirjat Motz kill ist in Wohn-, Industrie- und l.audw irtscliaftszoueu eingeteilt Schon im Verlaute \nn wenigen Jahren konnten in-* dietsein' Ciebieie tstMH) Menschet! angesiedelt werden. ' Am i'J. Tewel, in der Stunde, in der mau in I el \\iv den 55. Geburtstag des grork*n VuKsfooXis feierte, ging slie zweite kwuza.in ein neues \<>rll kkl.. erworbenes Siedlungsgebiet in der Gegend von Ret Scheun. Damit ist nach, <ler f niek h.i j.irdc'u in stärkerem Msine als bisher in die jüdische Kolnjjfjsatipii einl*e/ngeri, CiroHe l'lane stehen iiodt vor der;Verwirklichung. Die- Prinzipien des KKL Der KKL. hat sjdi sc-ine Stellung im jücl'ischeh Volke ..nicht Zlller/.t dadurch erworben, weil er wie keine andere Institution . den sittlichen Gehalt d*-r nutionüloii Bewegung des jüdischen* Volkes verkörpert Der Roden gehört auf ewig dem jinli~<h.ji \olkc-. Die GritlMlsÜtZP des kkl.. \ e r h i iH.le I Ii. däfl aul -einem Roilc-ii <lie nationale lleim-tilt«- dlirdl- Ausbt-utung fremder \rbeilskrälle errichtet wird. In seinen Siedlungen ist der GrUntlsufz der jüdischen \11>.■ it restlos <mrchgefffhrl Die .v.-rheerenden f olgen der Bodenspekulation können sich bei ihm' nicht auswirken Dc-r Siedlet Ist■n'ilr PJtchlei Ulli den Bt der dem jüdischen \olke gehört. I r lile bewahrt diu Roden i** ..vorteiHiöff zu erzieht die Siedler aber ljih»h zur Selb-t.i vsinl mehr iBodi*n zngew ie-en. als er sc zu bearbeiten imstande ist. Damil ist ji gebeugt, die für die Aorzioni-tisthe Kolm > war und allmählich <lie Kolonien zur!!••;.'. I maditi iribi-che \rlbeit bt \ or der VefsuthVin » \ i'ränßt'i Ii. J )er KKI. rbeit. denn niemandem; i-t mit seiner I' amilic euer I ntw ichblUS ■ v"iii - («atiim ch.rT.ikti i isti-ih leu ju< lisch Der KkL. als Nolksloiicls Die politische I )isk n'-s'inti dc-r letzten Wochen, die I furch die I nter«ochungeu der Rovuj (:omniissintj veranlaHt wurde unH auch den kkl . jii'sicb einbezog, hat di,e Schwierigkeiten i'üfgezeigt dieimstande s,-i-i können, uiixi-re K«b»nis,ifionsarbeit" zu beeinflussen Die Lllahrfing hjt uns abi'i gelehrt^ dal! iiif die- Dauer keine politische oder adir.inrstr.'l iv e Maßnahme licj Erlösinig des Roilejts iu Eriv Jlsr(aeL tu-rllindeiII kann. Wenn nur d;is jüdische; \ olk .Le Mittel hifffül ''be/eilsic Iii. '-f 55 Jahre KKL. sind. 5_» Jahre (ic-schnhte <lei Verw irklichung ■einer großen und in ihrer Größe Uöchld einfachen" Idee. Das, jüdische \ olk Ii il »ie aufgeiioniinen. Aus Millionen von ein* zelneii Speml'ei; Ist c-iii Votk«vcijmügcii, eiitstairifen, ttlas sich unter «Ich Händen gi'-lreiier Verwalter'.zu einem V" allig.-u Werk/eng iler Rückk--Iir der Juden' in ihr Iund verwandelt hat. jeder Jude, dc-r auch nur den kleinsten Reitrag geleistet li.tt. hat hieran Allteil. Aber auch denjenigen, die ihm vielfach bisher ferngestynden. halieu. hat er <|en Weg in eine neu*. Ileimal bereitet; TÄusentle Juden aus IXMltschland. die in reu letzten Jahren nach l'.rez Ji-rael gegangen sind, ilie Kinder der Jugemt-Alija..-{eben in den auf dein Rotten des KKL. errichteten Siedlungen. Er,ist deshalb im edm-sleu Sinne ein V o IK < r fnnds.e'iie Inst ttutioti f'ii r"%! a's ganze V o I kuiicl getragen v o u il c in C ä dv. e n V o I k-e. I .

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